Monitoring of migratory and wintering waterbirds in Germany
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Monday, January 11th, 2016
tipnews
European sex ratio assessment for Common Pochard, January 2016
Die Tafelente ist nach wie vor eine häufige Wasservogelart in Europa. Doch sowohl die mitteleuropäische als auch die nordwesteuropäische Population zeigen Bestandsrückgänge. Seit 2015 steht die Tafelente aufgrund der anhaltenden Bestandsrückgänge auch als "gefährdet" auf der weltweiten Roten Liste der IUCN. Mögliche Gründe könnten ein geringer Bruterfolg oder eine niedrige Überlebensrate sein. Um die Kenntnisse über die Populationsstruktur der Tafelente in Europa zu verbessern, führt die Wetlands International Duck Specialist Group im Januar 2016 eine Erfassung des Geschlechterverhältnisses durch.
Es ist mittlerweile gut dokumentiert, dass im Norden des Überwinterungsgebietes die Männchen deutlich überwiegen. Es wird angenommen, dass diese robuster und den Weibchen in Bezug auf die Nahrungssuche überlegen sind und deshalb weiter nördlich und damit näher am Brutgebiet überwintern können. Obwohl beim Schlupf das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen ist, ist das Verhältnis auf Populationsebene zugunsten der Männchen verschoben. Als Ursachen werden die weitere Zugstrecke der Weibchen und die höhere Prädationsrate während der Brutzeit angenommen.
Die Erfassung erfolgt idealerweise am Wochenende der Internationalen Wasservogelzählung am 16./17. Januar oder an den umliegenden Tagen. Die Meldung der Beobachtungen sollte möglichst via ornitho.lu bzw. ornitho.de erfolgen, so dass die Daten zeitnah für eine erste Auswertung im Rückblick auf den Winter 2015/16 in Der Falke zur Verfügung stehen.
Hinweise zur Datenerfassung und -meldung finden Sie untenstehend.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Kane Brides, Patric Lorgé und Johannes Wahl
Datenerfassung
Bitte beachten Sie bei der Datenerhebung Folgendes:
Im Idealfall werden alle Tafelenten auf einem Gewässer oder einem Zählgebiet der Wasservogelzählung nach ihrem Geschlecht differenziert. Bei kleineren Gewässern, übersichtlichen Zählgebieten oder geringen Truppgrößen ist das gut möglich.
Bei großen Trupps, großen oder unübersichtlichen Gewässern ist es oft nur möglich, einen Teil der Individuen nach Geschlechtern zu differenzieren. Diese Stichproben sind ebenfalls sehr wertvoll!
Wichtig ist dann:
Zählen Sie zuerst die Gesamtzahl anwesender Tafelenten.
Differenzieren Sie dann soweit möglich nach Weibchen und Männchen und notieren das Ergebnis. Das ist ihre Stichprobe, die Sie später melden.
Bei sehr großen Trupps zählen Sie am besten mehrere Stichproben von z.B. 100 Individuen aus, am besten aus unterschiedlichen Teilen des Trupps, da die Geschlechterverhältnisse meist nicht homogen verteilt sind. Notieren Sie jeweils die Anzahl Weibchen und Männchen je Stichprobe. Addieren Sie die Anzahlen am Ende für alle so erhobenen Stichproben und melden diese neben der Gesamtanzahl.
Wichtig: Geben Sie immer tatsächliche Anzahlen an, keine Prozentwerte!
Wenn Sie an der Wasservogelzählung teilnehmen, dann zählen Sie bitte prioritär Ihr Zählgebiet bzw. Ihre Zählgebiete. Wenn Sie zusätzlich noch Kapazitäten haben, freuen wir uns natürlich über Zählungen von weiteren Gewässern, von denen Sie sicher wissen oder vermuten, dass sie im Rahmen der Wasservogelzählung derzeit nicht erfasst werden.
Wenn Sie nicht an der Wasservogelzählung teilnehmen, dann freuen wir uns ebenfalls über Ihre Unterstützung. Da im Rahmen des International Waterbird Census im Januar sehr viele Gewässer erfasst werden, empfehlen wir Ihnen, sich an die Koordinationsstelle Ihres Landes (s.u.) zu wenden, um Doppelzählungen zu vermeiden.
Datenmeldung
In den deutschsprachigen Ländern soll die Datenmeldung über die ornitho-Portale erfolgen, so dass sie zeitnah nach der Zählung in einem einheitlichen Format für die Auswertung zur Verfügung stehen. Bitte beachten Sie bei der Dateneingabe Folgendes:
Viele Gewässer sind mit Gebietsnamen versehen (gelbe Punkte). Bitte erfassen und melden Sie die Daten möglichst für diese insgesamt. Das erleichtert die spätere Auswertung (Ausschluss von Doppelerfassungen).
Geben Sie unter „Anzahl“ bitte die Anzahl insgesamt anwesender Tafelenten ein.
Die Angaben zum Geschlecht geben Sie unter „Optionale Angaben“ an (und bitte NICHT in den Bemerkungen). Bitte beachten Sie: Zunächst ist aus Platzgründen nur eine Zeile zur Eingabe des Geschlechts sichtbar. Eine neue Zeile erhalten Sie über „weitere Detailangaben anfügen“.
Unter den Bemerkungen können Sie z.B. die Methode vermerken, etwa „Stichprobe 6x100 Ind.“
Bitte melden Sie die Daten nicht in Kleingruppen, sondern möglichst für das gesamte Gewässer oder einen sinnvollen Teilbereich (diese sind meist ebenfalls durch einen gelben Gebietsnamen markiert).
Prüfen Sie bitte nach der Übertragung die Zuordnung zu den Ortsbezeichnungen und korrigieren diese ggf. manuell: Strg (Apfel bei Mac) + Klick auf die korrekte Ortsbezeichnung.
Koordination Deutschland
Johannes Wahl
Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA)
E-Mail: johannes.wahl@dda-web.de
Luxemburg
Patric Lorgé
Centrale ornithologique du Luxembourg / natur&ëmwelt
E-Mail: patlor@naturemwelt.lu
Foto: Tafelenten(links Männchen, rechts Weibchen), Erich Greiner
posted by Christopher König
Monday, January 4th, 2016
tipnews
Please report roosts of Red Kites!
Die meisten der bei uns brütenden Rotmilane ziehen im Herbst in den Süden und überwintern in Südfrankreich und auf der Iberischen Halbinsel. Der Abzug erfolgt in der Regel von Anfang September bis Mitte Oktober. Ab November sind die eleganten Greifvögel dann in weit geringerer Zahl zu beobachten. Doch die Anzahl der bei uns „ausharrenden“ Rotmilane schwankt von Jahr zu Jahr beträchtlich. Neben den Witterungsbedingungen scheint vor allem die Mäusedichte großen Einfluss auf den Abzug der Vögel zu haben.
Seit den 1950er Jahren wird beobachtet, dass einige Rotmilane nicht mehr nach Südwesteuropa ziehen, sondern in der Nähe des Brutgebiets bleiben und den Winter in Mitteleuropa verbringen. Hierzulande sind die Regionen um den Harz und das Thüringer Becken sowie der Südwesten Deutschlands als inzwischen traditionelle Überwinterungsgebiete bekannt. Doch auch in anderen Regionen der Republik überwintern zumindest einzelne Vögel.
Bereits seit zehn Jahren werden in Frankreich überwinternde Rotmilane gezielt an ihren Schlafplätzen erfasst. Immer mehr Länder Europas beteiligten sich in den letzten Jahren an diesen Zählungen, die von der Ligue pour la Protection des Oiseaux (LPO) koordiniert werden. Um auch aus Deutschland Daten beitragen zu können, möchten wir Sie bitten, gezielt auf Rotmilan-Schlafplätze im Winter zu achten und diese zu melden. Als Schlafplätze dienen meist kleinere Wäldchen oder Baumreihen in der offenen Feldflur. Die internationale Zählung findet am Wochenende 9./10. Januar 2016 statt. Falls Sie Schlafplätze kennen, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie diese rund um dieses Wochenende kontrollieren könnten. In unserem Rückblick auf den Winter 2015/16 in Der Falke werden wir über die bislang gewonnenen Erkenntnisse berichten.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Fabienne David und das Team von ornitho.de und ornitho.lu
Hinweise zur Eingabe von Schlafplatzzählungen:
Bitte tragen Sie im Feld „Präzisierung der Beobachtung“ stets „Schlaf- / Sammelplatz“ ein. Das erleichtert die Auswertung. Unter „Bemerkungen“ gehen diese Informationen leicht verloren.
Bitte geben Sie auch die Uhrzeit an. Die Uhrzeit wird direkt hinter dem Datum in dasselbe Feld eingetragen, z.B. „10.01.2015 17:00“ (also: Leerzeichen und dann die Uhrzeit in 24 Std.-Angabe).
Bitte geben Sie Schlafplätze von Rotmilanen nur geschützt ein. Sie schützen eine Meldung manuell, indem Sie bei der Eingabe in den optionalen Angaben das Feld „geschützte Beobachtung“ anklicken. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch im Menü „Schutz von Beobachtungen“
Foto: A. Heiland
posted by Christopher König
Friday, January 1st, 2016
tipnews
Please note: Birds have become one year older
Identifying the age of a bird is done according to the so-called calendar-years. With the turn of the year, birds hatched in 2015 no longer belong to the first calendar-year and are therefore no longer stated as this year's birds. They are now referred to as second calendar-year birds or as birds of the previous year. Birds hatched in 2014 are now in their 3rd calendar-year and so forth. We ask you to please bear that in mind when aging birds.
Many thanks
the team of ornitho.de and ornitho.lu
posted by Christopher König
Tuesday, December 15th, 2015
tipnews
Convenient, committed and cutting edge also in 2016 ...
Dear birdwatchers, dear users,
ornitho.de and ornitho.lu have been enjoying a big and growing popularity. More and more of You do use the joint portal for Luxembourg and Germany as digital diary, for organizing bird counts, as source of information and as photo archive. And it still continues becoming more and more convenient, just think of the App, which has been further improved this year or our new "Atlas Tool". This all comes for free and even advertisement is only very discreet. That is how it will continue.
If every person registered donates only € 3.65 – in other words a cent for each day of the year – a substantial part of the yearly costs would be covered. If you are happy with the portal and us, please take a few minutes to support us. With your help ornitho.de and ornitho.lu will continue to be what they stand for: convenience, commitment and cutting edge.
Thank you!
Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.
IBAN: DE59 3702 0500 0001 1136 00 BIC: BFSWDE33XXX
(Please state ornitho.de as confirmation of purpose on your bank transfer slip)
donate online
You would like to support the DDA regularly? Why not become a member!
natur&ëmwelt – fondation Hëllef fir d’Natur
IBAN: CCPL LULL LU89 1111 0789 9941 0000
(Please state ornitho.lu as confirmation of purpose on your bank transfer slip)
donate online
Photo: Mario Böni
posted by Johannes Wahl
Thursday, November 26th, 2015
avinews
Breeding success of Bewick’s Swans in 2015: Please take part in European wide census on December 5th/6th
At this time of the year, assessing the percentage of young birds in wintering flocks of Bewick’s swans is a very good way of getting information on the species’ breeding success. The share of this year’s birds in wintering flocks allows conclusions on the conditions in the species’ arctic breeding grounds during the past summer. It therefore functions as an indicator helping to explain recently observed population changes. The Bewick’s Swan is one of the very few goose and swan species with decreasing population numbers. Among others, low breeding success since the 1990s seems to be one of the contributing factors. Yet, what exactly triggers the parents’ struggle to rear their young is not clear.
To collect representative data on this year’s breeding success a European wide census is scheduled for December 5th/6th aiming at covering as much as possible from the species’ large wintering area.
In December2014 3.602Bewick's Swanswere agedin Germany with a juvenile percentage of 11.2%.At the European level only 7.8 % of the birds were juveniles (n = 11.780). That'sconsiderably lessthan the year before, when 13.0 % were youngwhich suggesteda relatively goodbreeding success in summer 2013. In 2013 14.4% of the 5,301 birds aged in Germany were first year birds. A higherproportion ofjuvenilesinGermanyin comparison to themore westerlywintering areashas beennoted quite regularly.
The international newsletter with lots of interesting information and results is available here.
Many thanks to everyone being involved!
Beneath the percentage of young birds, we would also very welcome taking notes on the type of wintering habitat. Something which many of you are used to do anyway already. If there are motivated birders among you seeking for an interesting challenge, recording the numbers of family groups would be also of great value. For information on how to go about when entering this kind of data please see below.
Many thanks for your support!
Axel Degen and Jan H. Beekman
Recording age/sex, percentage of young and foraging habitat type:
Please enter information on age and sex in the respective data entry boxes and NOT in the entry field for general comments. If you do so, it is very difficult for us to use the information for our analyses!
Please always state information on all sexes and ages observed. For example, in a flock of 28 Bewick’s swans you have aged 23 adults and 5 young. If you only submit the 5 young birds, it might mean that all the other birds were adults but it could also mean that there were 5 young birds among 28 birds in total. Concluding all other birds were adults would be wrong. Ambiguous entries as such therefore have to be excluded from the analyses.
One reason for only submitting the number of young birds or the number of only one of the sexes might be that there is only one row available for entering age and sex data. For entering the other sex or more age groups please click on “add age/sex details for more birds”. Alternatively you’ll find a data entry field beneath in which you can fill in your information easily and conveniently. By clicking in the box a window with all abbreviations and information on how to enter the data opens automatically.
Please avoid using the term “immature” when a more exact age can be stated. For birds fledged in the past breeding season please always use the term “1st year” up until December the 31st and after January the 1st please always use “2nd year”. This is essential when aging Mute swans as even birds in their 2nd year can often be distinguished from adults. For differentiating between birds in their 2nd or 3rd year and other adult birds please do so by submitting your entries via extra categories.
Please be aware: Small and big bird flocks have different age proportions. Small groups or families, where individuals can be aged often by one glimpse, tend to have a higher proportion of young birds than bigger bird assemblages. Although it is time consuming, please try to age bigger flocks whenever you can take your time to do so. This information is very important for not overestimating the overall percentage of young birds.
Please also submit age information details when the flock only consists of adult or only of young birds! We sometimes got the impression that mainly age details of flocks only consisting of mixed age groups are submitted.
Recording family group sizes in geese or swan species is also very important. If you would like to submit this kind of information, please do so in the general comments field, e.g. by entering: “families: 3x1, 4x2, 1x5 Juv.”
Wintering or foraging habitat type
When recording birds using farmland habitat for roosting or foraging (esp. in wintering geese, swans, cranes and waders) taking notes on the habitat type in which the birds have been seen is important additional information. If you are able to give respective information, please do so via the “(resting) Habitat” data entry box in the “Additional information” section. By using the general “Comments” field for this kind of information it is difficult for us to use it for further analysis. In geese or swan species, the proportions of young birds differ between different kinds of habitats. For being able to account for this, information on wintering or foraging habitat type is very valuable and important.
Whenever possible, please also give information in the “Specifications (e.g. behavior)” entry field. This allows distinguishing clearly between roosting birds and migrating birds / birds flying over. When recording migrating birds, the exact time of the observation is very important to put through. For stating the observation time, just simply add it where you have entered the date separated by a single blank character, e.g. “23.11.2013 09:00”.
Differentiating correctly between „foraging“ and „resting“ behaviour is not always possible. If in doubt, please enter “foraging” even if a part of the flock seems to be roosting. Submitting two different data sets for a single wintering flock of birds whose individuals only differ in the way they behave at the time of observation is not useful. Same is true for parts of a single roosting flock which stretches over more than one habitat type. If you have a flock using two different habitat types, please only submit the one which is used by the majority of the flock. However, spatially separated flocks in bigger landscapes should always be recorded with accurate location and separated from each other.
Gelbbrauen-Laubsänger stammen aus den Wäldern der Taiga zwischen Ochotskischem Meer und Ural. Die Art ist im Herbst ein jährlicher Gast in Europa, obwohl die Hauptüberwinterungsgebiete eigentlich in den Subtropen und Tropen Asiens liegen. Wohin die bei uns durchziehenden Gelbbrauen-Laubsänger fliegen, ist bisher weitgehend unbekannt. Die bereits lange Reise scheint aber weit nach Südwesten weiter zu gehen: Ein im Herbst 2013 auf Helgoland beringter Vogel konnte im Januar 2014 auf der Kanareninsel Lanzarote fotografiert werden. Die Gründe für das alljährliche Auftreten von Hunderten von Gelbbrauen-Laubsängern in Europa sind ebenfalls noch nicht endgültig geklärt. Als mögliche Ursache wird unter anderem eine genetisch fixierte, anhaltende Missorientierung der Vögel genannt.
In diesem Jahr scheinen besonders viele Gelbbrauen-Laubsänger die südwestliche Route über Europa einzuschlagen: In Finnland wurden seit Anfang September rund 1.000 Gelbbrauen-Laubsänger festgestellt – normal waren es in den letzten Jahren im gesamten Herbst weniger als 300. Auf dem Weg nach Südwesten sollte zumindest ein Teil dieser Vögel auch über Deutschland fliegen.
Die meisten Feststellungen gelingen zwischen Mitte September und Mitte Oktober, meist in den Küstenregionen. Die bereits rund 200 Meldungen von Gelbbrauen-Laubsängern, die in diesem Herbst bei ornitho.de gemeldet wurden, zeigt die aktuelle Verbreitungskarte. Der erste Herbstnachweis 2015 gelang außergewöhnlich früh bereits Ende August. Es folgten Beobachtungen vor allem auf Helgoland (Tagessumme bis zu 17 Ind.) und entlang der Nordseeküste, aber auch an einigen Stellen im Binnenland. Das Maximum wird in der Regel Anfang Oktober erreicht. Jetzt ist also genau die richtige Zeit, um nach den seltenen Gästen zu suchen!
Gelbbrauen-Laubsänger können auf dem Durchzug eigentlich überall auftauchen, an Gewässern, am Waldrand, in Stadtparks oder sogar im eigenen Garten. Man sollte sich vor allem mit dem charakteristischen und häufig vorgetragenen Ruf vertraut machen (www.xeno-canto.org/species/Phylloscopus-inornatus), über den die Vögel oftmals erst auf sich aufmerksam machen. Vom Aussehen her ähneln die kleinen Laubsänger Goldhähnchen, unterscheiden sich farblich unter anderem aber durch den namensgebenden gelben Überaugenstreif. Als Ausnahmeerscheinung taucht auch der sehr ähnliche Goldhähnchen-Laubsänger hin und wieder in Deutschland auf. Er unterscheidet sich vom Gelbbrauen-Laubsänger vor allem durch einen auffällig gelben Bürzel sowie einen gelben Scheitelstreifen auf dem Kopf.
Viel Erfolg bei der Suche nach den sibirischen Gelbbrauen-Laubsängern wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
Foto: Gelbbrauen-Laubsänger, Lutz Ritzel.
posted by Christopher König
Thursday, October 1st, 2015
avinews
Looking back on summer 2015: Grey Partridge, Starlings and many surprising observations
Mit zahlreichen Temperaturrekorden zeigte sich der Sommer 2015 insgesamt heiß, trocken und sonnig. Während vor allem Wasservögel in austrocknenden Gewässern ihre Bruten verloren, wirkte sich die Witterung positiv auf den Bruterfolg wärmeliebender Arten aus. In unserem Beitrag über den Sommer 2015 in "Der Falke" betrachten wir einige Ereignisse in der Vogelwelt in den Monaten Juni bis August.
Unter allen europäischen Landvögeln zeigt das Rebhuhn seit 1980 mit einem Rückgang von rund 93% die stärksten Verluste. Besonders im Jahr 2013 war der Bruterfolg dieser Art nach dem anhaltenden Nachwinter und einer sehr kühlen und feuchten Periode Ende Mai gering. Im Sommer 2015 waren die Bedingungen für die ursprüngliche Steppenart hingegen nahezu ideal. In unserem Beitrag vergleichen wir die Truppgrößen der Rebhühner im Jahresverlauf nach den Daten von ornitho.de in den Jahren 2012 bis 2015 und geben Tipps, wie die kleinen Hühnervögel am einfachsten zu beobachten sind.
Die Luftspiele größerer Starenschwärme gehören sicherlich zu den faszinierendsten Schauspielen in der Vogelwelt. Doch wann und wo treten die Vögel in derartiger Anzahl bei uns auf? Anlässlich einer aktuellen Anfrage eines Fernsehteams haben wir die über 200.000 Meldungen von Staren in ornitho.de einmal auf diese Fragen hin ausgewertet. Der Beitrag liefert neben einer Deutschlandkarte der größten Starenschlafplätze und Ansammlungen auch eine Darstellung der jahreszeitlichen Verteilung der Truppgrößen nach Größenklassen.
Ausführlicher als in bisherigen Rückblicken auf die zurückliegende Jahreszeit gehen wir diesmal auch auf das Auftreten von Seltenheiten ein. Der Sommer 2015 hatte hier viele Überraschungen parat. Neben „dem“ Schwarzbrauenalbatros, Deutschlands erstem Bulwersturmvogel und mehreren Zwergscharben wurden besonders viele seltene Greifvögel beobachtet. Gleitaar, Eleonoren- und Würgfalke sowie Adlerbussard wurden gleich mehrfach gesichtet, ergänzt durch den bei Anerkennung erst vierten Rötelfalken für Deutschland. Unter den Limikolen sind neben zwei Wüstenregenpfeifern vor allem die beiden ersten hierzulande auch fotografisch dokumentierten Sandstrandläufer erwähnenswert.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Sommer 2015: Rebhühner, Stare und viele Überraschungen“ in der Zeitschrift "Der Falke" können Sie hier als PDF herunterladen. Einen Artikel zum neuen „Atlas-Tool“ bei ornitho (siehe Newsmeldung vom 1.9.) mit dem Titel „ornitho.de: Verbreitung von Vogelarten jetzt auch auf Rasterbasis“ finden Sie hier als PDF. Alle weiteren Beiträge mit direktem Bezug zu ornitho.de finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Falke-Heft 10/2015 mit vielen weiteren Beiträgen, u.a. über Wacholderdrosseln, Braunkehlchen und das neue globale Tierbeobachungssystem ICARUS können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
New Atlas-Tool shows breeding and non-breeding distribution also grid-based
Mit dem Erscheinen von ADEBAR, des Atlas Deutscher Brutvogelarten, hat das größte vogelkundliche Kartiervorhaben, zu dem bislang in Deutschland aufgerufen wurde, seinen erfolgreichen Abschluss gefunden. Die Verbreitung und Häufigkeit aller Brutvogelarten im Zeitraum 2005 bis 2009 ist darin festgehalten. Der Aufwand für die Kartierungen war erheblich: mehr als 400.000 Stunden ehrenamtlichen Engagements stecken in diesem beeindruckenden Gemeinschaftswerk. Es ist daher nicht überraschend, dass Verbreitungsatlanten nur etwa alle 20 Jahre erstellt werden. Um aktuelle Fragen des Naturschutzes beantworten zu können, benötigen wir allerdings möglichst aktuelle Informationen über die Veränderungen der Vogelwelt in Raum und Zeit. Nur dann können wir Erkenntnisse über deren Ursachen gewinnen und mit geeigneten Maßnahmen auf Bestands- und Arealverluste reagieren. Das heute freigeschaltete „Atlas-Tool“ wird dabei helfen, diese Lücke zu schließen.
Die Darstellung der Verbreitung erfolgte bislang ausschließlich punktgenau. Mit dem „Atlas-Tool“ kann die Verbreitung fortan auch auf Basis der Topographischen Karte 1:25.000 (TK25) dargestellt werden, wodurch ein unmittelbarer Vergleich mit ADEBAR ermöglicht wird. Im „Atlas-Tool“ wird zwischen zwei Darstellungsformen unterschieden:
1) Verbreitung zur Brutzeit
In den Karten zur Brutverbreitung wird zwischen möglichem, wahrscheinlichem und sicherem Brüten differenziert. Grundlage sind alle Beobachtungen, die von Ihnen mit einem Brutzeitcode versehen wurden. Vor allem für seltene und mittelhäufige Brutvogelarten, die häufiger und vollständiger gemeldet werden, zeigen die Verbreitungskarten schon eine gute Übereinstimmung mit ADEBAR (z.B. Brandgans, Rotmilan, Pirol) bzw. es werden bereits Verbreitungsänderungen gegenüber ADEBAR sichtbar, wie bei Nil- oder Kanadagans.
2) Verbreitung im Jahresverlauf
Die neuen Darstellungsmöglichkeiten beschränken sich jedoch nicht nur auf die Brutzeit: Die Verbreitung kann für ein gesamtes Jahr, einzelne Jahreszeiten oder für einzelne Monate angezeigt werden. So bieten sich vielfältige Vergleichsmöglichkeiten, die vor allem bei den wandernden Vogelarten faszinierende Einblicke in das räumliche Auftreten im Jahresverlauf ermöglichen. Die Karten zeigen einerseits die Verbreitung auf qualitativer Ebene, d.h. die Anwesenheit einer Art im gewählten Zeitraum auf einem Kartenblatt der TK25. Es ist jedoch auch möglich, sich die maximale oder die durchschnittliche Truppgröße sowie die Anzahl gemeldeter Datensätze je TK25 anzeigen zu lassen. Es ist damit erstmals möglich, die Verbreitung außerhalb der Brutzeit im Stile eines Atlasses zu visualisieren!
Online-Atlas der Brut- und Rastvögel?
Bei aller Begeisterung über die neuen Darstellungsmöglichkeiten sollte man eines nie vergessen – und das gilt für die Brutzeit ebenso wie für die übrige Zeit des Jahres: Lücken in der Verbreitung bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine Art dort nicht anwesend ist, sondern können auch schlicht auf Beobachtungs- oder Meldedefizite zurückzuführen sein. Das „Atlas-Tool“ wird deshalb eine Atlaskartierung nicht ersetzen können, weder zur Brut- noch zu den Zugzeiten oder im Winter. Für einen Atlas sind systematische Bestandserhebungen unter Einsatz standardisierter Methoden unabdingbar. Nichtdestotrotz ist das nun freigeschaltete Modul ein wichtiger Schritt, durch den die unsystematisch erhobenen Daten nicht nur visuell ansprechend aufgearbeitet, sondern auch für weitergehende wissenschaftliche und naturschutzfachliche Fragestellungen nutzbar gemacht werden können.
Sie finden diese Erweiterung unter dem Menüpunkt „Verbreitung auf Rasterbasis“ unter „Vögel in Deutschland und Luxemburg“.
Unser herzlicher Dank gilt der Ernst-Commentz-Stiftung, die diese Erweiterung durch eine großzügige Zuwendung ermöglichte!
Viel Vergnügen wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
PS.: Alle, die bei der Datenerhebung von ADEBAR mitgearbeitet haben, können den Atlas noch bis zum 31.12.2015 für 39,90 Euro beziehen (zur Bestellung).
Abbildung: Verbreitung des Singschwans im Dezember/Januar 2010-2015. Abgebidet ist die maximale Truppgröße je TK25. Es zeigt sich, dass Singschwäne vor allem in Norddeutschland auftreten und im Nordosten in größeren Anzahlen anzutreffen sind.
posted by Christopher König
Friday, August 28th, 2015
avinews
Watch out for Ruddy Shelducks with yellow neck collars
Seit 2013 werden am Mauserplatz auf dem Eemmeer bei Utrecht in den Niederlanden Rostgänse mit gelben Halsringen markiert, um der Frage nachzugehen, woher die bis zu 850 dort mausernden Vögel stammen. Bisherige Ergebnisse zeigen dass die Gänse mehrheitlich in Deutschland beobachtet werden, vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Süddeutschland. Einige Ablesungen gab es zudem aus der Schweiz. Obwohl viele Vögel während der Brutzeit nicht beobachtet werden (vermutlich bleiben sie unentdeckt), haben die Beobachtungen bereits spannende Erkenntnisse zu Unterschieden in Brutverhalten und -habitat in den Brutgebieten in Deutschland gebracht . Es gibt zudem Wechselbeziehungen zwischen Mauserplätzen in den Niederlanden und z.B. jenen am Bodensee.
Neue Beringungen im Sommer 2015
Im Sommer 2015 wurden insgesamt 203 Rostgänse auf dem Eemmeer gefangen, 93 davon wurden mit Halsringen markiert. Im Gegensatz zu den bislang verwendeten Codes (Buchstabe + Ziffer, z.B. A0), sind jetzt auch Kombinationen aus zwei Buchstaben verwendet worden (z.B. CP, s. Foto). Die Codes sind von unten nach oben zu lesen.
Bitte Ringablesungen melden!
Ablesungen der Halsberingten Gänse können über das Portal www.geese.org gemeldet werden. Melder erhalten dort umgehend den "Lebenslauf" der Vögel mit Daten zum Beringungsort und bisherigen Wiederfunden angezeigt.
Bei Meldungen bei ornitho ist es sinnvoll, im Bemerkungsfeld die Anzahl beringter Vögel anzugeben (auch wenn kein Vogel beringt ist, also alle unberingt). Speziell von Juli bis September ist es bei den beringten Vögeln außerdem spannend zu wissen, ob die Vögel flugfähig waren. Bei mausernden Vögeln ist bei näherer Betrachtung oft das "Fehlen" der Flügelspitzen gut zu sehen. Bei mausernden Trupps in ornitho bitte "Mauserplatz" unter "Präzisierung der Beobachtung" vermerken.
Kees Koffijberg, Sjoerd Dirksen (AG Rostgans)
& das Team von ornitho.de
Foto: Rostgans "gelb CP" mit Partner, Eemmeer, Niederlande. Foto: Nils van Duivendijk
posted by Christopher König
Monday, August 24th, 2015
avinews
Attention: New influx of Red-Footed Falcons underway?
In den letzten beiden Jahren wurden im Herbst ungewöhnlich viele Rotfußfalken in Deutschland beobachtet. Nach dem zahlreichen Auftreten 2013 kam es im Herbst 2014 sogar zu einer der wohl stärksten dokumentierten Invasionen von Rotfußfalken in Deutschland. Mehr als 400 Vögel wurden dabei vor allem im Südosten des Landes beobachtet. Es handelte sich dabei um Randerscheinungen eines gewaltigen Einfluges in das westliche Osteuropa, an dem mehrere Tausend Rotfußfalken beteiligt waren.
Derzeit zeichnet sich ein erneuter Einflug der östlichen Falken ab, der möglicherweise sogar noch stärker ausfallen könnte. Aktuell wurden im August bei ornitho.de bereits mehr als zehnmal so viele Rotfußfalken-Beobachtungen gemeldet wie im gleichen Zeitraum der Vorjahre. In Polen steigen die Meldungen ebenfalls täglich weiter an – auch wenn bislang noch keine größeren Trupps dokumentiert wurden. Da das Rotfußfalken-Phänomen nun bereits im dritten Jahr in Folge auftritt, stellt sich die Frage, ob sich möglicherweise sogar eine Veränderung der Zugwege etabliert.
Aktuell kann es sich hierzulande lohnen, gezielt auf die kleinen Insektenjäger zu achten. Zwar können Rotfußfalken auf dem Durchzug nahezu überall auftreten, doch sind gerade auch die offenen Bereiche, in denen eine Suche nach Mornellregenpfeifern lohnenswert erscheint, auch für diese Art attraktiv. Die Falken jagen dabei häufig von Stromleitungen aus, sitzen aber auch gern am Boden.
Eine aktuelle Übersicht der Beobachtungen von Rotfußfalken in Deutschland zeigt diese Karte.
Genaueres Hinsehen lohnt sich derzeit nicht nur bei den kleinen Greifvogelarten. Zahlreiche andere seltene Vogelarten – darunter weitere Greifvögel – zeigen an, dass der Wegzug der Vögel bereits in vollem Gange ist. So wurden in den letzten Tagen neben mehreren Steppenweihen auch drei Würg- sowie drei Eleonorenfalken beobachtet. Selbst die genauere Betrachtung von Turmfalken kann sich auszahlen: Am vergangenen Samstag wurde in der Nähe von Hameln in Niedersachsen Deutschlands erst vierter Rötelfalke seit 1977 entdeckt.
Wir wünschen allen Melderinnen und Meldern schöne Vogelbeobachtungen – seien es Rotfußfalken, Mornellregenpfeifer oder auch nur die häufigeren Arten vor der Haustür. Interessante Beobachtungen lassen sich überall machen – das ist einer der großen Vorzüge der Vogelbeobachtung!