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Donnerstag, 18. Juni 2015
avinews
EuroBirdPortal: Weitere Zugvogelarten ergänzt
Das gemeinsame Projekt EuroBirdPortal der Online-Portale aus über 20 Ländern Europas und unter Beteiligung von ornitho.lu für Luxemburg wurde mittlerweile weiter ausgebaut. Zusätzlich zu den seit dem Start am 5. Juni im Rahmen der Green Week der Europäischen Kommission unter www.eurobirdportal.org/lux/ präsentierten 15 Vogelarten, können mittlerweile auch die Daten von Mehlschwalbe und Steinschmätzer abgefragt werden. Gestern folgte mit dem Trauerschnäpper eine weitere Zugvogelart. Sehen Sie sich die Verbreitung des Trauerschnäppers sowie weiterer Vögel Europas in Raum und Zeit an!
In der nächsten Woche wird mit dem Schilfrohrsänger die nächste Art folgen, deren Beobachtungen der Jahre 2010 bis 2013 europaweit auf Basis eines 10x10 km-Rasters verfügbar werden. Es lohnt sich also regelmäßig beim EuroBirdPortalvorbeizuschauen. Bis zum Jahresende werden rund 50 Arten und dann auch die Daten bis 2014 abrufbar sein. Wir halten Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden!
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 5. Juni 2015
avinews
EuroBirdPortal gestartet: Faszinierende Einblicke in die Verbreitung der Vögel Europas in Raum und Zeit
Die Einführung von ornitho.de und ornitho.lu haben die Sammlung und Visualisierung von Vogelbeobachtungen in beiden Ländern grundlegend verändert und in ein neues Zeitalter geführt: Die Onlineportale geben einen tagesaktuellen Einblick in das vogelkundliche Geschehen überregional ebenso wie vor Ort, Zugphänomene lassen sich auf faszinierende Weise nachvollziehen und einfache Vergleiche zwischen einzelnen Jahren hinsichtlich des jahreszeitlichen und räumlichen Auftretens sind mit wenige Mausklicks erstellt. Das sind Möglichkeiten, von denen Vogelbeobachter und Wissenschaftler über Jahrzehnte geträumt haben.
Erste gemeinsame Auswertungen der ornitho-Portale in Europa, wie z.B. zum Kranichzug oder zum jüngsten Einflug von Rotfußfalken, zeigten, welche beeindruckenden Möglichkeiten sich bieten, wenn über Ländergrenzen hinweg die Daten zusammengeführt werden. Mit dem Start des EuroBirdPortals, das heute im Rahmen der Green Week 2015 der Europäischen Kommission der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, folgt nun nach dreijähriger, intensiver Vorarbeit gemeinsam mit unseren Partnern in Europa der Schritt, von dem Sie ebenso wie wir seit langem geträumt haben: Die Vogelbeobachtungen von Online-Portalen aus über 20 Ländern in Europa werden zusammengeführt und so beispielsweise die Rückkehr der Zugvögel von Sizilien bis zum Nordkap und von Portugal bis Polen sichtbar. Das Projekt, zu dem mehr als 100.000 Vogelbeobachter in Europa jährlich rund 30 Millionen Beobachtungen beitragen, führt die Visualisierung insbesondere der Wanderungen von Vogelarten in ein neues Zeitalter. „Das EuroBirdPortal wird das Wissen über die Verteilung der Vögel in Raum und Zeit in ganz Europa verbessern und stellt eine wichtige Ergänzung zum Vogelmonitoring dar.“, kommentierte der Gabriel Gargallo vom Katalanischen Ornithologischen Institut (ICO) und Projektkoordinator des EuroBirdPortals, den Start des gemeinsamen Portals. Derzeit sind 29 Organisationen Partner des EuroBirdPortals, das unter dem Dach des European Bird Census Council (EBCC) angesiedelt ist. Deutschland ist durch den DDA vertreten, Luxemburg durch natur&ëmwelt.
Das EuroBirdPortal ist unter www.eurobirdportal.org/ger/ bzw. www.eurobirdportal.org/lux/ ab sofort erreichbar. Mit dem Start werden für 15 ausgewählte Vogelarten auf Basis eines 10x10 km-Rasters die Daten für die Jahre 2010 bis 2013 präsentiert. Im Viewer werden jeweils zwei animierte Verbreitungskarten dargestellt. So können jeweils zwei Jahre oder zwei Vogelarten miteinander oder eine Art mit der Temperaturverteilung in der jeweiligen Woche verglichen werden. Die Daten werden wochenweise dargestellt, um den Effekt von Wochenenden - an denen deutlich mehr Beobachtungen gemeldet werden als an den übrigen Tagen - auszuschließen. Eine kompakte Zusammenfassung der der Idee findet sich auf YouTube unter https://youtu.be/-7KVhyt7Rsw. Als wichtige Grundlage dieser Auswertungen dienen die aus ornitho bekannten Beobachtungslisten, über die sich Daten zur Präsenz/Absenz der Vogelarten ermitteln lassen.
Herzlichen Dank!
Vorangetrieben wurde das Gemeinschaftsprojekt vom Katalanischen Ornithologischen Institut (ICO), finanziell unterstützt in beachtlicher Größenordnung durch die Schweizerische Vogelwarte Sempach, natur&ëmwelt aus Luxemburg sowie vielen weiteren Organisationen und viel ehrenamtlichem Engagement. Zum Leben erweckt wird das EuroBirdPortal wurde jedoch erst durch Sie, liebe Melderinnen und Melder ermöglicht, die für Luxemburg und Deutschland einen beeindruckenden Datenschatz zusammengetragen haben. Ganz besonders danken möchten wir den über 300 Regionalkoordinatoren, die durch ihr großes ehrenamtliches Engagement die Daten geprüft haben!
Wöchentlich werden weitere Arten ergänzt, bis zum Jahresende werden dann rund 50 Arten und dann auch die Daten bis 2014 abrufbar sein. Wir werden Sie über Neuigkeiten zum EuroBirdPortal an dieser Stelle auf dem Laufenden halten. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und zahlreiche neue Erkenntnisse mit dem EuroBirdPortal und hoffen, dass Sie dies dazu ermuntert, weitere Beobachtungen bei ornitho zu melden und noch häufiger Gebrauch von der Beobachtungslisten-Funktion zu machen!
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Johannes Wahl
Montag, 1. Juni 2015
technews
Neues Menü mit Anleitungen, Hinweisen und Tipps rund um ornitho
Die bislang vorwiegend in der Benutzeranleitung oder den FAQs zu findenden Informationen und Hinweise zur Nutzung von ornitho wurden nun überarbeitet und übersichtlich in das bereits vor einiger Zeit eingerichtete Menü „Anleitungen, Hinweise und Tipps“ integriert.
Von der Registrierung über das Melden der eigenen Beobachtungen bis hin zur Datenbankrecherche werden Ihnen viele technische Hinweise gegeben, die den Umgang mit dem Portal erleichtern. Darüber hinaus haben wir einige fachliche Tipps, z.B. zur Meldung von Greifvogelbeobachtungen mit Bruthinweisen oder zur Dokumentation von Seltenheiten bei den Avifaunistischen Kommissionen zusammengestellt.
Wir hoffen, dass Ihnen die neue Menüstruktur die Nutzung von ornitho.de und ornitho.lu erleichtert und Sie bei Fragen und Problemen auf diese Weise schnell und einfach Antworten und Lösungen finden. Die Benutzeranleitung und die FAQs stehen Ihnen darüber hinaus weiterhin wie gewohnt zur Verfügung. Sollte noch die eine oder andere Frage offen bleiben, wenden Sie bitte an hilfe@ornitho.de.
Viele Grüße und weiterhin schöne Beobachtungen wünscht
Das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Samstag, 23. Mai 2015
avinews
Starkes Auftreten von Rotfußfalken im Alpenvorland - woher und wohin?
In den letzten Tagen kam es im südlichen Baden-Württemberg und Bayern zu einem starken Auftreten von Rotfußfalken. Bereits nördlich der Donau traten sie aber (zumindest bislang) nur vereinzelt auf. Auch in der Schweiz sind seit Ende April überdurchschnittlich viele aufgetaucht, nicht so jedoch weiter nördlich und westlich in Europa. Wie lässt sich dieses Auftretensmuster erklären?
Einen aufschlussreichen Einblick gibt eine Zusammenfassung aller Daten dieses Frühjahrs im "ornitho-Land", die Gaëtan Delaloye, Entwickler des ornitho-Systems (und begeisterter Orni, wie man immer wieder merkt), erstellt hat. Sie zeigt eindrücklich, dass sich das starke Auftreten mindestens von Katalonien über Südfrankreich und entlang des ganzen Alpennordrandes, aber auch südlich der Alpen von der Camargue über Norditalien und das südliche Österreich erstreckt.
Rotfußfalken zeigen einen ausgeprägten Schleifenzug und ziehen – im Vergleich zum Herbst – im Frühjahr deutlich weiter westlich aus Afrika zurück in die osteuropäischen Brutgebiete. In manchen Jahren können sie dabei weit nach Westen verdriftet werden. Meist sind starke Ostwinde der Auslöser für ein überdurchschnittliches Auftreten in unserem Raum, so zuletzt 2008, als auch in den Niederlanden und Norddeutschland um Mitte Mai in der Summe mehrere Hundert Rotfußfalken für Furore sorgten. Auch in diesem Frühjahr wurden sie offenbar besonders weit nach Westen verdriftet und traten in der Folge in deutlich überdurchschnittlichen Anzahlen in Spanien und an der französischen Mittelmeerküste, vereinzelt sogar auf den Kanarischen Inseln auf. Was der Auslöser dafür war, ist derzeit noch unklar, besondere Ostwetterlagen traten in den vergangenen Wochen über Süd- und Mitteleuropa jedenfalls nicht auf, und in unserem Raum herrschten seit Ende April vor allem westliche und nordwestliche Strömungen vor. Das könnte plausibel erklären, weshalb sie nicht weiter nach Norden vordrangen. Die besonders weit nach Westen verdrifteten Vögel scheinen auf dem in Richtung ihrer Brutgebiete in Südosteuropa im Anblick der Alpen deren direkten Überflug gescheut zu haben und sie derzeit nördlich und südlich zu umfliegen. Eine vertiefende Betrachtung nach Abschluss des Einflugs scheint lohnend, um den hier geäußerten ersten Vermutungen nachzugehen.
Wahrlich beeindruckend, wie zeitnah sich durch die Zusammenführung der Daten aus den verschiedenen Onlineportalen inzwischen solche Einflüge darstellen und teilweise auch erklären lassen. Wie war das noch vor nicht einmal vier Jahren?
Einen ereignisreichen Ausklang des Frühjahrszuges wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
Beobachtungen von Rotfußfalken im Frühjahr 2015. Der grün hinterlegte Raum verfügt über ein ornitho-System (Datenstand: 23.05.2015)
aufgegeben von Christopher König
Mittwoch, 20. Mai 2015
technews
Polska – witamy w rodzinie ornitho! Polen – herzlich willkommen in der ornitho-Familie!
Seit dem 6. Mai ist ornitho.pl online! Damit hat sich die ornitho-Familie um ein gerade aus unserer Sicht sehr bedeutendes Land erweitert, dessen spannende und vielfältige Vogelwelt sich uns nun mit wenigen Klicks erschließt. Die Möglichkeiten, die sich dadurch auch für die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern bieten, sind fantastisch. Wir freuen uns schon auf die ersten gemeinsamen Auswertungen etwa des herbstlichen Kranichzugs oder des nächsten Einflugs von Rotfußfalken.
Bitte beachten Sie unbedingt folgende wichtige Hinweise:
Sie können ornitho.pl dank des globalen Logins mit Ihren Zugangsdaten von ornitho.lu und ornitho.de direkt nutzen. Melden Sie sich dazu einfach mit Ihrer E-Mail-Adresse und Ihrem Passwort an. Bitte vermeiden Sie eine Neuregistrierung mit abweichender E-Mail-Adresse.
Ornitho.pl ist sowohl auf Polnisch, Französisch und Englisch als auch auf Deutsch verfügbar. Sie sollten sich also hoffentlich direkt zurechtfinden.
Die einzelnen ornitho-Systeme sind noch nicht miteinander vernetzt. Das heißt, dass Beobachtungen auf polnischem Gebiet, die über ornitho.de bereits eingegeben wurden und noch werden, derzeit noch nicht in ornitho.pl erscheinen und umgekehrt. Ein automatischer Datenaustausch ist jedoch geplant (und betrifft auch die Grenzregionen im Alpenraum oder am Rhein). Melden Sie Ihre Beobachtungen deshalb bitte nicht doppelt, sondern nur in einem System. Beobachtungen abseits des unmittelbaren Grenzbereichs sollten fortan unbedingt in ornitho.pl gemeldet werden.
Diese Empfehlungen gelten sinngemäß auch für alle anderen Grenzgebiete der ornitho-Familie.
Wir wünschen ornitho.pl einen reibungslosen Start und allen Beobachterinnen und Beobachtern viele neue, spannende Einblicke in das vogelkundliche Geschehen! Einen ersten Paukenschlag gab es direkt wenige Tage nach dem Start des Portals: Über ornitho.pl wurde Polens erster Saharasteinschmätzer gemeldet.
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
Regionen mit ornitho-System (Stand: Mai 2015):
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 24. April 2015
avinews
80 Millionen Brutpaare in 400.000 ehrenamtlichen Stunden: ADEBAR feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt
Im Rahmen einer Festveranstaltung im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn wurde heute der Atlas Deutscher Brutvogelarten (ADEBAR) von der Stiftung Vogelwelt Deutschland und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bonn, 24.4.2015: Die Kartierung von 80 Millionen Brutpaaren und damit mehr als 400.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken in „ADEBAR“, dem neuen Atlas Deutscher Brutvogelarten. Damit liefert das Werk einen umfassenden Datenfundus zu allen 280 in Deutschland brütenden Vogelarten. Es belegt dabei unter anderem, dass Buchfink und Amsel die häufigsten Arten sind. Vorgestellt wurde der Brutvogelatlas heute von der Stiftung Vogelwelt Deutschland und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten in Bonn.
Das 800-seitige Werk entstand in mehr als zehnjähriger Arbeit und beschreibt die Verbreitung aller in Deutschland auftretenden Brutvogelarten. ADEBAR ist nicht nur das Ergebnis eines der größten Kartiervorhaben, zu dem jemals in Deutschland zur Mitarbeit aufgerufen wurde. Dem Projekt wurde eine Begeisterung entgegengebracht, die alle Erwartungen übertraf: Mehr als 4.000 Ehrenamtliche beteiligten sich an den Bestandserhebungen. Im Durchschnitt steuerten jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter deutlich mehr als 100 Stunden Feldarbeit bei. Rund 600.000 ausgewertete Datensätze, die auf mehr als vier Millionen kartierten Vogelrevieren basieren, liegen den Verbreitungskarten zugrunde. „Ich bin beeindruckt, zu welchen Leistungen die Bürgerwissenschaft, neudeutsch auch ‚Citizen Science‘ genannt, fähig ist. Dank dieses enormen Engagements steht uns jetzt ein Datenfundus zur Verfügung, der umfassend Auskunft über den Zustand der Natur gibt und unverzichtbare naturschutzrelevante Erkenntnisse liefert“, erklärte Prof. Beate Jessel. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erwies allen Beteiligten an dem Mammutprojekt größte Anerkennung, als sie das Werk im Rahmen einer Festveranstaltung im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Empfang nahm.
Auch die „nackten Zahlen“ zur Bestandssituation der heimischen Vogelarten sind beeindruckend: Aktuell brüten 280 Vogelarten in Deutschland, davon regelmäßig 248 einheimische Arten. Der Rest verteilt sich auf unregelmäßig brütende oder gebietsfremde Vogelarten. Insgesamt brüten hierzulande rund 80 Millionen Vogelpaare. Damit entfällt auf jeden Einwohner Deutschlands ein Vogelpaar. Die mit Abstand häufigsten Arten sind Buchfink und Amsel mit jeweils über acht Millionen Paaren, gefolgt von der Kohlmeise mit mehr als fünf Millionen Paaren. Zusammen mit 19 weiteren Arten, deren Bestände über eine Million Paare erreichen, machen sie 80 Prozent aller in Deutschland brütenden Vögel aus. Diese Arten sind nicht nur sehr häufig, sondern auch weit verbreitet. Etwa ein Fünftel aller einheimischen Brutvogelarten besiedelt mehr als 90 Prozent der Landfläche Deutschlands. Auf der anderen Seite stehen mit knapp 100 Arten etwa doppelt so viele, die auf weniger als zehn Prozent der Landesfläche brüten. Davon sind viele Arten stark gefährdet, wie der Seggenrohrsänger, dessen Bestände sehr stark abgenommen haben und nur mithilfe sehr großer Schutzanstrengungen vor dem Erlöschen bewahrt werden können.
„ADEBAR versetzt uns erstmals in die Lage, Veränderungen des Brutareals von Vogelarten seit etwa Mitte der 1980er-Jahre sichtbar werden zu lassen. Gleichermaßen beeindruckend wie alarmierend ist die Erkenntnis, wie sensibel Vogelarten auf Veränderungen in ihren Brutlebensräumen reagieren können“, wies Dr. Kai Gedeon, Vorsitzender der Stiftung Vogelwelt, auf die überraschend große Populationsdynamik einzelner Arten hin. „Die Art mit der größten Bestandsabnahme seit Mitte der 1980er-Jahre ist das Rebhuhn, die Art mit den größten Arealverlusten die Haubenlerche, dicht gefolgt vom Vogel des Jahres 2013, der Bekassine. Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Das Schwarzkehlchen hat sich stark ausgebreitet“, bilanzierte Gedeon. Insgesamt überwiegt aber der Anteil an Arten, deren Brutareal schwindet.
„Offenkundig ist, dass viele Arten der Agrarlandschaft weite Bereiche des noch in den 1980er- Jahren besiedelten Brutareals geräumt haben“, betonte Bernd Hälterlein, Vorsitzender des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten. Betroffen sind vor allem Arten des Feuchtgrünlandes, aber auch solche des zunehmend industriell bewirtschafteten Ackerlandes. Uferschnepfe und Wiesenpieper haben bereits viele Brutgebiete aufgrund Entwässerung, Grünlandumbruch und der Intensivierung der Grünlandnutzung aufgegeben. Die Bestände vieler auf dem Boden brütenden Feldvögel, wie Kiebitz und Feldlerche, sind vor allem im zurückliegenden Jahrzehnt stark zurückgegangen. Regional oder lokal sind auch diese Arten bereits aus der Landschaft verschwunden. Hälterlein forderte: „Der sich in den letzten Jahren beschleunigende Niedergang auch ehemals häufiger Vogelarten der Normallandschaft – also in Allerweltslebensräumen jenseits der großen Naturschutzgebiete oder Nationalparks – muss allen gesellschaftlichen Akteuren eine Verpflichtung sein, umgehend gegenzusteuern.“
„Vogelarten sind darüber hinaus ausgezeichnete Indikatoren, mit deren Hilfe sich stellvertretend die Entwicklung der Artenvielfalt und die Landschaftsqualität messen lassen. Geht es ihnen schlecht, so sind auch viele andere Tiergruppen betroffen“, erklärte BfN-Präsidentin Prof. Jessel und forderte mehr Weitblick bei der Nutzung unserer natürlichen Ressourcen ein. „Die aktuellen Befunde verpflichten uns – abseits dringend notwendiger Analysen – dazu, nun auch Taten folgen zu lassen, um den Erhaltungszustand unserer Vogelwelt deutlich zu verbessern.“ Anderenfalls drohe ein dramatischer Verlust an Artenvielfalt, der weit über das Verschwinden einzelner Vogelarten hinausgehe. Der neue Atlas deutscher Brutvogelarten bietet hierfür belastbare Informationen und ausgezeichnete Argumentationshilfen.
Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Stiftung Vogelwelt Deutschland, des Dachverbands Deutscher Avifaunisten und des Bundesamtes für Naturschutz
Informationen zum „Atlas Deutscher Brutvogelarten“/ Bezug:
Format ca. 24,5 x 32,5 cm, gebunden, durchgehend 4-farbig, umfassende Informationen zur Brutverbreitung und zur Bestandsentwicklung zu 311 Brutvogelarten mit Verbreitungskarten. Illustrationen von Paschalis Dougalis, einführende Kapitel, Literaturverzeichnis, Namen aller Mitarbeiter, 800 Seiten.
ISBN-13: 978-3981554335
Preis: 98,00 Euro (Mitarbeiterpreis bis 31.12.2015: 39,90 Euro zzgl. Versandkosten).
Das Buch kann online bestellt werden unter: www.dda-web.de
DRINGENDER APPELL: Bitte halten Sie sich an die Spielregeln im Gelände!
Leider wurden in der letzten Zeit erneut nicht tolerierbare Verhaltensweisen von Vogelbeobachtern und Fotografen an uns herangetragen, in denen sich die Personen weder an die aus unserer Sicht selbstverständlichen Grundsätze zum Verhalten bei der Vogelbeobachtung noch an Naturschutzgesetze gehalten haben. Insbesondere zur Brutzeit muss unser Verhalten den Vögeln gegenüber besonders vorsichtig und aufmerksam sein. Dies bezieht sich ausdrücklich nicht nur auf die Nähe von Nestern oder auf Schutzgebiete, sondern gilt generell überall dort, wo Sie Vögel beobachten!
Besonders Naturfotografen scheinen leider, trotz immer längerer Brennweiten, Mindestabstände zu wilden Vögeln zu ignorieren und Störungen in sensiblen Lebensräumen und Schutzgebieten teils unwissentlich, teils aber auch wissentlich in Kauf zu nehmen. Wir weisen deshalb vor allem an Sie, liebe Fotografinnen und Fotografen, nochmals eindringlich darauf hin, die Verhaltensregeln einzuhalten!
Wir wissen, dass es sich hier um vergleichsweise wenige „schwarze Schafe“ handelt. Dennoch werden wir gezwungen sein, die Daten weiterer Arten generell automatisch zu schützen, wenn sich die Hinweise auf das Fehlverhalten einzelner ornitho-Nutzer weiter häufen. Aktuell ist die Liste der automatisch geschützten Arten, deren Meldungen für die Öffentlichkeit unsichtbar sind, bewusst sehr kurz gehalten. Das würden wir gerne so belassen, der Schutz speziell der Vogelwelt, aber auch aller anderen Tiere und Pflanzen hat jedoch – und da sprechen wir sicher allen Beobachterinnen und Beobachtern aus dem Herzen – Vorrang gegenüber der Attraktivität des Portals!
Also: Rufen Sie sich die Hinweise zum Verhalten im Gelände bitte nochmals in Erinnerung und halten Sie sich – zum Vorteil aller – unbedingt daran.
An Ihre Vernunft appelliert
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
Foto: S. Trösch
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 2. April 2015
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Winter 2014/15
Sehr mild und wenig sonnig verlief der meteorologische Winter 2014/15. Die meist nur kurzen winterlichen Witterungsphasen beschränkten sich größtenteils auf den Süden Deutschlands. In der April-Ausgabe von Der Falke betrachten wir in der Rubrik „Vögel in Deutschland aktuell“ das vogelkundliche Geschehen in den Monaten Dezember bis Februar.
Die milden Verhältnisse wirkten sich auch auf den Rastbestand des Zwergschwans aus, der im Rahmen einer europaweiten Synchronzählung im Januar 2015 gezielt erfasst wurde. Nach den gleichwohl noch vorläufigen Daten ist davon auszugehen, dass im Januar bis zu 4000 (vielleicht sogar mehr) Zwergschwäne in Deutschland rasteten. Das ist der höchste seit mindestens 1990 in Deutschland dokumentierte Bestand zu dieser Jahreszeit. Im Frühjahr sind die Anzahlen deutlich höher: So rasteten alleine in Schleswig-Holstein Anfang März um die 6.000 Zwergschwäne (s. Nachricht „Synchronzählung Zwergschwan in Schleswig-Holstein“).
Reich gedeckt war der Tisch insbesondere in der Nähe größerer Obstplantagen für die Wacholderdrosseln, die sich im Herbst auffällig rargemacht hatten: Sie kamen mit dem kurzen Wintereinbruch kurz vor Jahresende, und das in beeindruckenden Anzahlen. Tief „Hiltrud“ brachte Ende Dezember 2014 den Winter in weite Teile West- und Mitteleuropas, was zu einem Abzug der Wacholderdrosseln führte. Diese wurden dabei teilweise in ungewöhnlich großen Trupps von mehreren Tausend Vögeln festgestellt. In unserem Beitrag stellen wir das Auftreten der Wacholderdrosseln im vergangenen Winter zeitlich und räumlich grafisch dar.
Noch eindrucksvoller dürften zweifelsohne die mehreren Millionen Bergfinken gewesen sein, die sich an mindestens zwei Massenschlafplätzen in Hessen und Südbaden versammelten. Das Schauspiel des morgendlichen Ab- und abendlichen Einflugs wurde an manchen Tagen von Hunderten teils von weither angereisten Besuchern bewundert.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Winter 2014/15: Zwergschwäne in großer Zahl, Wacholderdrosseln in Massen und Bergfinken in Millionen“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren Beiträge finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Falke-Heft 04/2015 mit vielen weiteren Beiträgen, u.a. über die verborgene Vielfalt der Rohrsänger, die Hybridisierung von Schrei- und Schelladlern, Seeschwalben auf Neuwerk sowie Regenbrachvögel und Bluthänflinge können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de und ornitho.lu!
Mit der dritten Ausgabe der Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“ wird nun erstmals bereits rund ein Jahr nach den letzten enthaltenen Beobachtungen ein vollständiger Bericht über das Auftreten von Seltenheiten in Deutschland präsentiert. Dank der zeitnahen Dokumentation von Seltenheiten durch die zahlreichen BeobachterInnen und die gute Zusammenarbeit mit den Avifaunistischen Landeskommissionen konnte damit an internationale Vorbilder angeknüpft werden.
Die dritte Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ umfasst 76 Seiten. Im Kernbeitrag des Heftes werden die Nachweise seltener Vogelarten in Deutschland im Jahr 2013 veröffentlicht. Nach einem erst nachträglich bekannt gewordenen deutschen Erstnachweis des Kanadakranichs 2010, gelang 2013 ein weiterer Nachweis, der ebenso zu den Highlights dieses Jahrgangs gehört wie eine als Wildvogel angesehene Kleine Bergente sowie die zweiten Nachweise von Haussegler, „Östlicher Klappergrasmücke“ und Steinortolan. Zum dritten Mal seit 1977 wurde ein Steppenadler in Deutschland als vermutlicher Wildvogel anerkannt. Diese und mehrere hundert weitere Nachweise werden detailliert und mit zahlreichen Fotos und ergänzenden Grafiken und Karten präsentiert.
Ein Artikel von Jochen Dierschke beschäftigt sich mit dem Vorkommen der Pazifischen Ringelgans in Deutschland. Nach dem Erstnachweis 1975 gab es bis in die 1980er Jahre nur wenige weitere Nachweise in Deutschland. Seit Mitte der 1990er Jahre wird die Art aber alljährlich und in steigender Zahl nachgewiesen. Neben einer ausführlichen Erläuterung der Häufigkeit in Deutschland sowie der Phänologie und räumlichen Verteilung der Nachweise werden Rastdauer, Ortstreue, Altersverteilung und Ringfunde diskutiert.
In mehreren westwärts gerichteten Ausbreitungswellen hat sich der Grünlaubsänger in Deutschland mittlerweile zu einem regelmäßigen Durchzügler und seltenen Brutvogel entwickelt. Steffen Koschkar und Jochen Dierschke betrachten in einem Beitrag die mehr als 500 bis 2013 vorliegenden Nachweise und diskutieren das Vorkommen nach Jahren, die geographische Verteilung und das saisonale Auftreten der Art hierzulande.
Der Band stellt in einem weiteren Beitrag die Überarbeitung der nationalen Meldeliste zum 1.1.2015 vor. Neben vier seit der letzten Aktualisierung neu nachgewiesenen und somit ergänzten Arten, wurden alle Arten von der Meldeliste gestrichen, von denen in den vergangenen zehn Jahren im Median mindestens acht Nachweise gelangen. Die daraus resultierenden acht Streichungen werden genauer kommentiert und begründet.
Abgerundet wird der Band durch einen weiteren Beitrag der DAK zu deren Umgang mit Beobachtungen schwer zu kategorisierender Vögel. Bei einer Reihe von Vogelarten ist die Herkunft der bei uns beobachteten Individuen mitunter sehr schwierig zu beurteilen, da sie häufig in Gefangenschaft gehalten werden, darüber hinaus aber auch ein wildes Auftreten möglich erscheint. Der Beitrag stellt die generell bei der Kategorisierung herangezogenen Kriterien vor und nennt für eine Auswahl von Arten spezielle Kriterien, die bei Beobachtungen dieser Arten für eine Bearbeitung durch die DAK grundsätzlich mindestens erfüllt sein müssen.
Die ansprechend gestaltete und reich bebilderte dritte Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ kann zum Preis von 9,80 € zzgl. Versandkosten bestellt werden bei:
Die Reihe ist auch im Abonnement erhältlich. Eine Ausgabe kostet dann 7,50 € zzgl. Versandkosten. Sollten Sie die beiden ersten Ausgaben noch nicht kennen, können Sie diese jetzt zum reduzierten Preis von nur 5,00 € zzgl. Versandkosten erwerben.
Mit dem Erscheinen des dritten Bandes von „Seltene Vögel in Deutschland“ möchten wir Ihnen außerdem auch den Seltenheitenbericht der zweiten Ausgabe „Seltene Vogelarten in Deutschland 2011/12“ kostenlos als online lesbare Version anbieten.
Mit freundlichen Grüßen Ihre Deutsche Avifaunistische Kommission
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 27. März 2015
tipnews
Bitte Greifvogel-Meldungen mit Bruthinweisen als „geschützte Beobachtung“ eingeben!
Obwohl alle Greifvogelarten seit den 1970er Jahren unter strengem Schutz stehen, werden alljährlich zahlreiche Fälle von illegaler Verfolgung bekannt. Da es sich hauptsächlich um Zufallsfunde handelt, ist nach kriminalistischer Erfahrung von einer hohen Dunkelziffer unentdeckter Taten auszugehen. Trotz strenger Schutzvorschriften ist die illegale Greifvogelverfolgung also nach wie vor ein gravierendes Problem.
Zwar gab es bisher erfreulicher Weise in dieser Hinsicht keine Hinweise für einen Missbrauch von ornitho-Daten, wir möchten jedoch trotzdem entsprechende Vorkehrungen treffen. Einige besonders sensible oder begehrte Arten wie Schrei- und Seeadler werden deshalb während der Brutzeit bereits automatisch durch das System geschützt (vollständige Liste s. hier).
Von einem generellen Schutz aller Greifvogel-Beobachtungen möchten wir jedoch gerne bei so vielen Arten wie möglich absehen, da die meisten Beobachtungen fliegende oder ziehende Vögel abseits der Brutplätze oder auf dem Durchzug betreffen. Diese können ohne Gefahr eines Missbrauchs öffentlich angezeigt werden. Wenn ihre Beobachtungen jedoch auf ein Brutvorkommen hindeuten, appellieren wir an Ihren verantwortungsvollen Umgang mit Beobachtungen:
Schützen Sie bitte alle Meldungen von Greifvögeln, für die Sie einen Brutzeitcode der Kategorien B (Brutverdacht) oder C (Brutnachweis) vergeben!
Sie schützen eine Meldung manuell, indem Sie bei der Eingabe in den optionalen Angaben das Feld „geschützte Beobachtung“ anklicken. Fotos zu diesen Beobachtungen werden ohne den Ort angezeigt. Zu geschützten Meldungen haben nur Personen mit erweiterten Rechten wie Regionalkoordinatoren und Artspezialisten Zugang.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Weitere Informationen zum Thema Greifvogelverfolgung liefern die folgenden Links: