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Dienstag, 25. September 2012
avinews
Schelladler Tõnn verabschiedet sich in Richtung Spanien
Nun ging es doch wieder schneller als erhofft: Der besenderte Schelladler Tõnn hat Deutschland innerhalb einer Woche unbemerkt durchquert und hält sich derzeit auf dem Weg in sein spanisches Winterquartier in Frankreich auf. Nachdem er am 13.9. den Fehmarnbelt überquert hatte, führte sein Weg Tag für Tag weiter in Richtung Südwesten. Im letzten Herbst wählte Tõnn dabei eine westliche Route über das Münsterland und den Niederrhein und erreichte Frankreich über die Niederlande und Belgien. Diesmal schien es beinahe so, als würde der Adler Nordrhein-Westfalen meiden wollen: Als er am 18.9. in der Nähe der Porta Westfalica das Wiehengebirge erreichte, schlug er einen südöstlichen Weg entlang der Landesgrenze zu Niedersachsen ein und drehte erst nördlich von Kassel wieder in seine Hauptzugrichtung Südwest ab. Quer durch Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatte Tõnn es dann scheinbar sehr eilig. Bereits am 20.9. flog er westlich von Saarbrücken über die Grenze nach Frankreich. Interessant ist, dass er dort eine Route über Nancy bis nach Dijon wählte, von wo seine derzeit letzte Ortung stammt (Stand: 23.9.). Genau über diese beiden Städte ist Tõnn auch im Herbst 2011 geflogen und das obwohl er im letzten Jahr mehr als 100 Kilometer weiter westlich die französische Grenze überquerte. Aktuell werden vermutlich die französischen Beobachterinnen und Beobachter hoffnungsvoll nach dem bekannten Schelladler Ausschau halten. Mit einer solch frühen Ankunft hatten sie aber wohl nicht gerechnet – im letzten Jahr kam Tõnn erst einen knappen Monat später in ihre Region. Die deutschen Vogelkundler müssen sich nun wieder bis zum kommenden Frühjahr gedulden, bis es wieder heißt: „Augen auf! - Tõnn hat sein Winterquartier verlassen und ist auf dem Weg nach Norden!“ Wir freuen uns schon jetzt auf den Moment wenn das „Katz-und-Maus-Spiel“ mit dem Adler in die nächste Runde geht.
Deutsche Avifaunistische Kommission bittet um Seltenheitsmeldungen 2011
Die Deutsche Avifaunistische Kommission (DAK) hat Anfang 2011 als nationale Seltenheitenkommission die Geschäfte von der Deutschen Seltenheitenkommission (DSK) übernommen. Im ersten Jahr standen viele grundlegende Aufgaben an, wie die Überarbeitung der Meldeliste, der Aufbau einer Datenbank, die Einrichtung einer Internetseite zur zeitnahen Rückmeldung an die Melderinnen und Melder (siehe hier) oder die Konzeption des jährlichen Berichts. Der erste Bericht der DAK „Seltene Vogelarten in Deutschland 2010“ steht kurz vor der Veröffentlichung und wird in attraktivem, neuem Gewand einen Überblick über das Auftreten bundesweit dokumentationspflichtiger Vogelarten hierzulande geben.
Nachdem sich nun alle Arbeitsabläufe gut eingespielt haben, ist es das Ziel der DAK, künftig spätestens nach einem Jahr über die Nachweise seltener Vogelarten im zurückliegenden Jahr zu berichten. Die Arbeiten am Bericht für 2011 sind deshalb bereits in vollem Gange und viele Meldungen wurden bereits beurteilt. Es fehlen jedoch nachweislich noch einige. Falls also noch undokumentierte Beobachtungen seltener Vogelarten von 2011 in Ihren Notizbüchern schlummern, möchten wir Sie bitten, die Dokumentationen bis zum 15. Oktober 2012 an die DAK zu senden. Zur Frage, welche Arten wo zu dokumentieren sind und wer einen Meldebogen ausfüllen sollte, siehe unten.
Bitte senden Sie diesen direkt an die DAK! Wir leiten alle Dokumentationen umgehend an die Landeskommission des betreffenden Bundeslandes weiter. Vielen Dank!
Viele Dokumentationen erreichen uns mittlerweile sehr zeitnah, oft schon wenige Tage nach der Beobachtung. Dafür danken wir allen Beobachterinnen und Beobachtern ganz herzlich (und natürlich Ihnen, dass Ihre noch ausstehenden Meldungen von 2011 schon fast auf dem Weg zu uns sind)!
Das Team der Deutschen Avifaunistischen Kommission
Welche Arten sind dokumentationspflichtig und wer sollte eine Dokumentation einreichen?
Je nach Seltenheit und Fundort der beobachteten Art gibt es unterschiedlich zuständige Kommissionen. Extreme Seltenheiten werden von der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK) bearbeitet, während es für seltene bis sehr seltene Arten jeweils regionale Kommissionen in den einzelnen Bundesländern gibt. Beobachtungen in Luxemburg sind der Luxemburger Homologationskommission zu melden.
Durch ein Ausrufezeichen wird in ornitho nach der Meldung einer seltenen Vogelart angezeigt, dass es sich um eine dokumentationspflichtige Art handelt. Dies bedeutet, dass der Melder um eine genauere Beschreibung zu seiner Beobachtung gebeten wird. Welche Kommission für Ihre Beobachtung zuständig ist, zeigt in ornitho die Farbe der Symbole an:
DAK: Erkenntlich an gelbem !-Symbol
Landeskommissionen: Weißes !-Symbol.
LHK: Blaues !-Symbol
Durch einen Klick auf das Symbol gelangen Sie direkt auf die Internetseiten der zuständigen Kommission und können dort einen vorgefertigten Meldebogen herunterladen und nach dem Ausfüllen an die angegebene Adresse schicken. Erst nach Beurteilung einer Kommission wird eine Seltenheitsbeobachtung zitierfähig und steht für wissenschaftliche Auswertungen zur Verfügung.
Gewöhnlich sollte der Entdecker eines seltenen Vogels eine genaue Beschreibung anfertigen und bei der zuständigen Kommission einreichen. Da dies jedoch nicht immer gewährleistet ist, freuen sich die Kommissionen auch über ggf. zusätzliche Dokumentationen weiterer Beobachter. Oft wird dadurch der Anwesenheitszeitraum erweitert oder es können weitere Details z.B. zum Alter des Vogels ergänzt werden. Ob die Beobachtung einer bundesweit dokumentationspflichtigen Art bereits gemeldet wurde, können Sie laufend auf den Internetseiten der DAK unter „Aktuelle Meldungen“ überprüfen.
aufgegeben von Christopher König
Sonntag, 16. September 2012
avinews
Schelladler Tõnn erneut in Deutschland!
Nachdem der besenderte Schelladler Tõnn bereits im August wenige Tage in Deutschland verweilte, dann jedoch vorerst scheinbar die nördlicheren Breiten vor zog und die letzten Wochen auf der dänischen Insel Seeland verbrachte, wurde er vor einigen Tagen erneut in Deutschland geortet. Entlang der Vogelfluglinie führte sein Weg über die Ostseeinsel Fehmarn bis zu einem Waldstück bei Bad Oldesloe südwestlich von Lübeck. Letztmalig sendete Tõnn am 13.09. von dort aus seinen Standort. Wo hält er sich wohl aktuell auf? Ist es wieder nur ein kurzer Ausflug und hat er Deutschland bereits wieder verlassen oder zieht der Adler immer noch im deutschen Luftraum seine Kreise? Beobachtet hat ihn in Deutschland nach wie vor niemand. In diesem Jahr scheint Tõnn den deutschen Beobachterinnen und Beobachtern aber so viele Möglichkeiten zu bieten wie nie zuvor. Vielleicht gelingt ja doch noch eine Sichtung!
Den Zugweg von Tõnn kann man weiterhin sehr aktuell aufhttp://birdmap.5dvision.ee/mitverfolgen. Wir sind gespannt, von wo Tõnns Sender das nächste Mal seine Position melden wird.
Karte: Flugroute von Tõnn im August (rot; Flugrichtung NO) und September 2012 (grün; Flugrichtung SW) über Fehmarn. (Stand: 13.09.2012). Quelle: http://birdmap.5dvision.ee/
aufgegeben von Christopher König
Montag, 10. September 2012
tipnews
Die Wasservogelzählung startet in ihre 47. Saison – machen Sie mit!
Die Wasservogelzählung ist das älteste und umfangreichste Erfassungsprogramm in der Vogelwelt hierzulande: Seit den 1960er Jahren finden die Zählungen statt, in den letzten Wintern in über 1.500 Zählgebieten. Mindestens 2.000 ehrenamtliche Zählerinnen und Zähler tragen dazu bei, dass wir über die langfristigen Entwicklungen der Wasservogelbestände, ihre Bestandsgrößen und Verbreitungen sehr gut Bescheid wissen. Obgleich eine Zählperiode offiziell mit dem Juli beginnt, die „Hauptsaison“ der Wasservogelzähler wird am kommenden Wochenende (15./16. Sep.) eröffnet und geht bis April. „Höhepunkt“ ist jeweils die internationale Mittwinterzählung, die im Januar nahezu weltweit stattfindet und in Europa in diesem Winter mit einer synchronen Zählung der Kormoran-Schlafplätze kombiniert wird (12./13. Jan.).
Machen Sie mit!
Die Wasservogelzählung (WVZ) eignet sich hervorragend für den Einstieg in das Vogelmonitoring: Zum einen sind geeignete Zählgebiete, z. B. ein Stillgewässer oder der Abschnitt eines Fließgewässers, vor nahezu jeder Haustür zu finden, zum anderen sind die meisten Arten gerade im Winterhalbjahr leicht zu bestimmen. Zudem sind die Anzahlen an vielen Gewässern überschaubar und das Artenspektrum umfasst nur 10–20 Arten, deren korrekte Bestimmung schnell zu erlernen ist. Die Zählungen finden in festgelegten Zählgebieten statt, jeweils am Wochenende, das dem 15. eines Monats am nächsten liegt. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den für Ihr Bundesland oder Ihre Region zuständigen Koordinator. Diese finden Sie unter www.dda-web.de/wvz. Für einige Bundesländer können Sie nach unbesetzten Zählgebieten in Ihrer Region auch unter www.dda-web.de/mitmachen suchen.
Wir wünschen allen Zählerinnen und Zählern einen sonnigen und artenreichen Start in die neue Zählperiode und danken aufs Herzlichste für die treue, teils mehrere Jahrzehnte währende Unterstützung!
Johannes Wahl
im Namen der Koordinatorinnen und Koordinatoren des Monitorings rastender Wasservögel
PS.: Einen kompakten Überblick über das Monitoring rastender Wasservögel in Deutschland sowie dessen spannende Ergebnisse finden Sie übrigens in „Vögel in Deutschland 2011“, das Sie unter www.dda-web.de/publikationen als PDF herunterladen können. Darin finden Sie auch noch weitere Erfassungsprogramme, über die Sie das bundesweite Vogelmonitoring unterstützen können.
Foto: Michael Radloff.
aufgegeben von Christopher König
Montag, 20. August 2012
avinews
Nächste Chance verpasst: Schelladler Tõnn machte Ausflug nach Deutschland
Seit einigen Jahren zieht der besenderte Schelladler Tõnn zweimal jährlich durch Deutschland, ließ sich dabei jedoch noch kein einziges Mal beobachten. Vor einigen Tagen ist der berühmte Adler abermals in Richtung Süden aufgebrochen. Nachdem er den Sommer mit kleinen Ausflügen nach Norwegen vor allem in Schweden verbracht hat, nahm Tõnn am 8.8. Kurs auf Deutschland. Sein Weg führte ihn an Göteborg und Kopenhagen vorbei über die dänische Insel Fünen. Am 15. August machte Tõnn dann den Sprung über die Grenze und erreichte westlich von Flensburg Deutschland. Es ging dann in südöstlicher Richtung an Kiel vorbei bis in die Nähe von Bad Schwartau. Von dort schlug Tõnn am 16.8. jedoch einen Weg ein, mit dem sicher niemand gerechnet hatte: Es ging in nordöstlicher Richtung über den Fehmarnbelt zurück nach Dänemark. Hat ihn das Heimweh gepackt oder waren die sommerlichen Temperaturen der letzten Tage doch zu hoch für den Gast aus dem Norden?
Wie mittlerweile kaum anders zu erwarten, wurde Tõnn bei seinem Flug über Deutschland von keinem Beobachter gesehen. Anders als in den vergangenen Jahren gibt uns der Schelladler nun jedoch noch eine zweite Chance. Es ist davon auszugehen, dass der Adler in diesem Jahr noch einmal nach Deutschland kommen wird. Möglicherweise müssen wir uns aber noch etwas gedulden. Dass Tõnn in diesem Sommer so zeitig nach Süden aufgebrochen ist, stellt eine Ausnahme dar. Im letzten Jahr erreichte er Deutschland beispielsweise erst am 12. Oktober. Es war also vielleicht mehr ein kurzer Ausflug und nicht der echte Drang ins Winterquartier abzuziehen. Den Zugweg von Tõnn kann man sehr aktuell auf http://birdmap.5dvision.ee/ mitverfolgen. Vielleicht gelingt es ja bei seinem nächsten Besuch in Deutschland jemandem, ihn endlich auch einmal zu Gesicht zu bekommen!
Aufruf: Gezielte Suche nach rastenden Mornellregenpfeifern
Das Brutgebiet des Mornellregenpfeifers liegt in den Fjällflächen und Tundren von Skandinavien bis Ostsibirien. Während die östliche Population in Vorderasien überwintert, überqueren europäische Brutvögel Zentral- und Südeuropa auf dem Weg nach Nordafrika. Viele Vögel führen dabei wohl einen Nonstopzug durch, ein gewisser Teil rastet allerdings regelmäßig an meist traditionellen Rastplätzen. Noch vor wenigen Jahren galt der Mornellregenpfeifer in ganz Deutschland als seltener und unregelmäßiger Durchzügler. Seit Ende der 1990er Jahre gab es aber durch eine in manchen Gebieten gezielte Suche nach der charismatischen Art einen enormen Erkenntnisgewinn: Zahlreiche bis dahin unbekannte Rastplätze wurden entdeckt und sind mittlerweile fast alljährlich besetzt. Auch in Österreich führte ein Aufruf zur gezielten Suche nach der Art im Jahr 2011 zu einer beeindruckenden Serie von Rastnachweisen. Es ist angesichts der weiten Verbreitung möglicher Rastgebiete aber anzunehmen, dass es derzeit noch viele unentdeckte Rastplätze in Deutschland gibt. Wir möchten nun versuchen, den Durchzug und die Rast der Mornellregenpfeifer im Herbst 2012 so umfangreich und genau wie möglich zu dokumentieren und dabei auch möglichst viele Erkenntnisse zu bis dato unbekannten Rastgebieten zu gewinnen.
Wann?
Mornellregenpfeifer überqueren Europa auf dem Zug in sehr engen Zeitfenstern. Im Frühjahr zieht die Art in Deutschland in sehr kurzer Zeitspanne und nur geringer Zahl fast ausschließlich im Mai durch, vorjährige Mornells verbleiben wie viele andere Zugvögel meist im Winterquartier. Weit auffälliger ist der Durchzug im Herbst. Hier werden die meisten Individuen im Zeitraum 15. August bis 15. September beobachtet. Einzelne Vögel treten noch bis Oktober auf. Es gilt daher in den kommenden Wochen ganz gezielt geeignete Habitate zu kontrollieren! Aufgrund des Verhaltens der Vögel sind die Beobachtungsbedingungen am Morgen und Abend am besten. Zu dieser Zeit findet die Nahrungssuche statt, während sich im weiteren Tagesverlauf ruhende, bewegungslose Vögel oft der Entdeckung entziehen. Auch die Chance, gegen Abend abziehende bzw. morgens zur Rast einfallende Tiere oder deren kleinräumige Ortswechsel bei der Suche nach geeigneten Rastflächen zu beobachten, erhöht den Beobachtungserfolg sehr deutlich.
Wo?
Diese [ KARTE ] zeigt am Beispiel des Rastgeschehens im Herbst 2011, das wohl infolge eines guten Bruterfolges und dominierenden Gegenwindwetterlagen besonders auffällig war, dass in ganz Deutschland in geeigneten Gebieten mit rastenden Mornellregenpfeifern gerechnet werden kann (Sacher & Stübing in Vorb.). Während im Frühjahr vor allem küstennahe Bereiche bevorzugt werden, tauchen Mornellregenpfeifer im Herbst vermehrt an Rastplätzen im Binnenland auf. Bei den Gebieten handelt es sich in der Regel um weithin exponierte, sehr offene und damit an skandinavische Weiten erinnernde Flächen mit kurzer Vegetation. Wurden ursprünglich wohl vor allem Heiden und Brachen aufgesucht, sind heute abgeerntete Felder die Hauptrastplätze., Besonders regelmäßig gelingen Nachweise vor allem auf Ackerflächen auf kargen, windexponierten Hochflächen mit weiter Sicht in Abzugrichtung Süd und Südwest in großräumigen Agrarlandschaften, gerne im oberen Hangbereich an der Südwestflanke kleiner Hügel. Es sollte mindestens ein Stoppelsturz stattgefunden haben, unbearbeitete Getreidestoppeln werden offensichtlich gemieden. Große Vertikalstrukturen wirken sich negativ aus, wobei Einzelbäume und Erdaufschüttungen toleriert werden. Besonders lohnend kann die Suche direkt nach starken, großräumigen Regenschauern und Gewittern sein, wenn die von der Witterungslage zur „Notrast“ gezwungenen Vögel schnell wieder abziehen und dann besonders auffällig sind. Unter solchen Witterungsbedingungen werden manchmal auch Flächen zur Rast genutzt, die bei guter Witterung keine Beachtung finden, wie z.B. ebene, kleinere Ackerflächen in Waldrandnähe. Die momentan soweit bekannt größten und bedeutendsten Rastplätze für Mornellregenpfeifer in Deutschland sind die nordrhein-westfälische Hellwegbörde im Kreis Soest sowie das Maifeld im Kreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz.
Wie?
Nur selten werden die gerade einmal amsel-großen Mornellregenpfeifer zufällig entdeckt. Erst das genaue Absuchen geeigneter Flächen mit Fernglas oder Spektiv führt in der Regel zum Erfolg. Die Art ist relativ leicht zu bestimmen und kaum mit anderen Arten zu verwechseln (Bestimmungshilfe [ PDF ]). An den Rastplätzen herrscht eine hohe Dynamik, viele Vögel verweilen nur kurz, so dass eine regelmäßige Kontrolle möglicher Rastgebiete wertvolle Zusatzinformationen zur Anzahl der insgesamt im Gebiet rastenden Vögel liefert. Auch die Kenntnis der Lautäußerungen kann daher hilfreich sein. Beim Abfliegen wird häufig ein trillerndes, für eine Limikole unerwartet tief-melancholisches „pjürrr“ http://www.xeno-canto.org/species/Charadrius-morinellus geäußert. Mornellregenpfeifer rasten meist in artreinen Trupps, nur selten gemeinsam mit anderen Limikolen (z.B. Goldregenpfeifern). Im Rastgebiet verhalten sie sich in der Regel recht vertraut und verharren selbst auf wenige Meter Abstand. Besonders größere Trupps sind aber mitunter scheu und fliegen schon bei geringen Störungen auf. Es sei daher an dieser Stelle noch einmal auf die Vermeidung von Störungen sowie das Einhalten des allgemeinen Verhaltenskodex hingewiesen.
Bei einer Beobachtung von Mornellregenpfeifern bitten wir bei der Eingabe bei ornitho um möglichst detaillierte Informationen zu:
Gerne können Sie weitere Angaben (z.B. zum Rasthabitat) im Bemerkungsfeld machen oder Fotos der Vögel anfügen.
Eine Bestimmungshilfe mit zahlreichen Fotos und Erläuterungen sowie hilfreicher Literatur bietet das folgende [ PDF ].
Über die Ergebnisse wird selbstverständlich an dieser Stelle berichtet werden.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung sagt
das Team von ornitho.de
Foto: Ole Krome.
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 3. August 2012
tipnews
„Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands“ wieder verfügbar
Die seit längerer Zeit in gedruckter Form vergriffenen und nur noch in digitaler Form erhältlichen "Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands" sind nun auch wieder als Buch verfügbar. Das von der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) herausgegebene Werk setzt für die Erfassung der Brutvogelarten Deutschlands einheitliche Standards. Der unveränderte Nachdruck der ersten Auflage stellt auf fast 800 Seiten alle gängigen Erfassungsmethoden für Brutvögel ausführlich vor und gibt für jede Brutvogelart in Deutschland in einem zweitseitigen Steckbrief spezielle Hinweise zur Erfassung. Für alle ehrenamtlich wie professionell tätigen Ornithologen gehört das "Methodenhandbuch" zum unverzichtbaren Handwerkszeug.
Vollständiger Titel:
SÜDBECK, P., ANDRETZKE, H., FISCHER, S. GEDEON,K., SCHIKORE, T., SCHRÖDER, K. & SUDFELDT, C. (Hrsg.; 2005): Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. Radolfzell, 781 S. - ISBN 3-00-015261-X.
Das Buch ist zum Preis von 29,80 Euro zzgl. Versandkosten über den DDA-Schriftenversand zu beziehen.
Als Ergänzung zum Methodenhandbuch ist eine "Klangattrappen-CD" erschienen. Sie enthält Lautäußerungen der 46 Arten, die nach der im Methodenhandbuch festgelegten Erfassungsmethodik mittels Klangattrappe zu erfassen sind, und weiterer 14 (oft nur regional verbreiteter) Arten, deren Stimmen vielen Ornithologen nicht geläufig sind. Die CD und ein dazugehöriges 32-seitiges Booklet wurden von S. Stübing und H.-H. Bergmann erstellt. Interessenten können die CD zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versandkosten ebenfalls über den DDA-Schriftenversand beziehen.
Mehr zum Thema Vogelmonitoring finden Sie unter der Website des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) www.dda-web.de.
aufgegeben von Christopher König
Samstag, 21. Juli 2012
technews
Ferienzeit - Ornitho ist international dabei!
Wenn Sie Ihren Urlaub auf Sizilien, an der Costa Brava, in den Schweizer Alpen oder gar auf La Réunion verbringen, dann nehmen auch unsere ornitho-Partner in der Schweiz, in Frankreich, Italien und Katalonien sehr gerne Ihre Meldungen entgegen! Bitte benutzen Sie folgende Plattformen: www.ornitho.ch in der Schweiz, www.ornitho.it in Italien und in Katalonien www.ornitho.cat. In Frankreich ist ornitho nach Regionen organisiert, bitte sehen Sie auf www.ornitho.fr nach. Ornitho gibt es ferner auf Martinique bzw. La Réunion, siehe www.faune-martinique.org bzw. www.faune-reunion.fr. Die französischen Websites sammeln zudem auch Nachweise anderer Tiergruppen wie Reptilien oder Insekten.
Leider müssen Sie sich derzeit noch in jedem Gebiet einmalig neu als MelderIn eintragen und dort ein separates Konto eröffnen. Dafür bitten wir um Verständnis. Der Grundaufbau ist jedoch bei allen ornitho-Portalen der gleiche. Sie werden sich daher auch schnell in anderen Ländern zurechtfinden. Für alle anderen Länder finden Sie auf www.worldbirds.org das richtige Portal für Ihre ornithologischen Urlaubsbeobachtungen.
Wo auch immer die Reise hingeht: Wir wünschen Ihnen einen tollen Urlaub mit vielen interessanten Beobachtungen!
Ihr Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 17. Juli 2012
technews
Hinweis: Fotos in ornitho.de
In der Brutzeit muss unser Verhalten den Vögeln gegenüber besonders vorsichtig und aufmerksam sein. Dies gilt vor allem in der Nähe von Nestern. Nestfotos wurden jedoch in mehreren Fällen eingestellt, teilweise von bekanntermaßen empfindlichen Arten. Aus diesem Grund möchten wir alle Nutzerinnen und Nutzern noch einmal auf die Hinweise zur Einstellung von Fotos in ornitho.de aufmerksam machen.
Die digitale Fotografie hat die Übertragung von Fotos sehr einfach gemacht. Daher bitten wir Sie folgende Hinweise zu beachten:
Foto- oder Tondokumente in ornitho.de haben in erster Linie Dokumentationscharakter, sie können daher nur in Verbindung mit der tatsächlichen Beobachtung hochgeladen werden. Bitte machen Sie hier keine falschen Angaben: Die Daten werden zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt! Wenn Sie den genauen Aufnahmeort nicht preisgeben wollen, markieren Sie die Beobachtung bitte als geschützt oder verzichten Sie auf das Einstellen der Fotos.
Haben Sie mehrere Fotos zur Auswahl, laden Sie bitte nur die qualitativ besten bzw. die zur Dokumentation unbedingt notwendigen hoch.
Die Fotos dürfen auch von geringer Qualität sein, wenn Sie zur Dokumentation notwendig sind oder ungewöhnliche / interessante Verhaltensweisen zeigen.
Wenn eine Beobachtung von anderen Personen bereits mit eindeutigen und besseren Fotos dokumentiert ist, sehen Sie bitte von weiteren Fotos ab.
Von „Allerweltsarten“ bitten wir Sie, nur ästhetisch besonders schöne Fotos hochzuladen.
Wenn Sie bei der Bestimmung unsicher sind, aber ein Foto von der Beobachtung oder eine Tonaufnahme haben, schicken Sie uns diese an bestimmungshilfe@ornitho.de. Wir werden versuchen, Ihnen zeitnah bei der Bestimmung zu helfen.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass bei den Aufnahmen die Vögel nicht gestört werden dürfen und Betretungsverbote zu respektieren sind. Nahaufnahmen von Vögeln auf dem Nest sind daher ausdrücklich nicht erwünscht!
Halten Sie sich in jedem Fall an das Bundesnaturschutzgesetz, die jeweiligen Naturschutzgesetze der Länder und Schutzverordnungen, insbesondere in Schutzgebieten und bei empfindlichen Vogelarten.
Die genannten Hinweise sind natürlich auch auf die Erstellung und Verwendung von Tonaufnahmen anzuwenden.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Mitarbeit!
Das Team von ornitho.de
Achten Sie stets darauf, die Gesetze einzuhalten und die Vögel nicht zu stören! Foto: S. Trösch
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 12. Juli 2012
tipnews
Statusbericht "Vögel in Deutschland 2011" erschienen
Heute wurde der Bericht "Vögel in Deutschland 2011" offiziell veröffentlicht. Dieser wird jährlich gemeinsam vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) erarbeitet. Der Bericht beschäftigt sich anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Ramsar-Konvention mit Wasservögeln außerhalb der Brutzeit und dem Feuchtgebietsschutz in Deutschland. Die Bemühungen um den Schutz wandernder Wasservogelarten haben in Deutschland meßbare Erfolge gebracht. Hier dürfen wir jedoch nicht nachlassen, und für mehrere Wasservogelarten sind konkrete Schutzmaßnahmen notwendig.
„Die Fortschritte beruhen vor allem auf der Ausweisung wichtiger Überwinterungsgebiete als Schutzgebiete und auf Einschränkungen der Jagd“, sagte BfN-Präsidentin, Beate Jessel. Die positive Bestandsentwicklung vieler Wasservogelarten, wie z.B. Kranich und Teichhuhn, werde zudem von einem Faktor begünstigt, der sonst eher mit dem Verlust von Artenvielfalt in Verbindung gebracht werde - dem Klimawandel. Mildere Winter verringern witterungsbedingte Verluste unter den hier überwinternden Wasservögeln. In einigen Fällen kam es zusätzlich zu einer Verlagerung der ehemals im Südwesten Europas gelegenen Winterquartiere nach Mitteleuropa, wodurch die hiesigen Bestandszahlen anstiegen.
Zurücklehnen könne man sich beim Vogelschutz aber nicht, denn „es gibt auch Sorgenkinder, die uns zu entschlossenem Handeln zwingen, wenn wir ihre Bestände nachhaltig sichern wollen“, fügte die BfN-Präsidentin hinzu. Betroffen sind vor allem Zwergschwan und Waldsaatgans, die auf dem Zug und im Winter hauptsächlich in den Flussniederungen Norddeutschlands anzutreffen sind, sowie Ringelgans und Brandgans, die im Wattenmeer rasten und mausern. Ihre Bestände sind stark zurückgegangen. Für den Schutz dieser Arten trägt Deutschland eine besonders hohe Verantwortung, da sich im Bundesgebiet zeitgleich große Teile des Weltbestandes aufhalten. „Um eine Trendumkehr zu bewirken sind intensivere Schutzmaßnahmen erforderlich. Störungen müssen vermieden und die Jagd auf diese Arten eingestellt werden“, so Jessel. Rückendeckung für weitreichende Maßnahmen sind ebenfalls von der Bevölkerung vor Ort zu erwarten, denn die alljährlich durchziehenden Massen von in der Arktis brütenden Ringelgänsen und ihren Verwandten ziehen inzwischen Scharen von Erholungssuchenden und Naturbegeisterten an. Dadurch sind sie zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor geworden.
Zu den stark zurückgehenden Arten gehören auch viele Muscheln fressende Wasser- und Watvogelarten, „allen voran der Austernfischer, Charaktervogel des Wattenmeeres, dessen Rast- und auch Brutbestände in den vergangenen 20 Jahren um etwa die Hälfte abgenommen haben“, sagte Bernd Hälterlein, Vorsitzender des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten. „Die Ursachen für diese besorgniserregende Entwicklung müssen dringend erforscht werden, um dann auf dieser Grundlage zusammen mit den anderen Wattenmeer-Anrainerstaaten möglicherweise notwendige Schutzmaßnahmen planen und umsetzen zu können“, forderte Hälterlein.
Hintergrund
In Deutschland wurden seit den 1960er Jahren in über 3.000 Feuchtgebieten Wasservögel gezählt, davon jährlich in über 1.500 Gebieten. In allen international und national sowie den meisten landesweit bedeutenden Gebieten werden regelmäßig Zählungen durchgeführt. Über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich aktuell beim Monitoring rastender Wasservögel. Sie erbringen jährlich eine Leistung von mehr als 100.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit und machen Bilanzierungen, wie sie in „Vögel in Deutschland 2011“ dargestellt werden, erst möglich. In Deutschland deckt das Monitoring rastender Wasservögel den Großteil der hier regelmäßig vorkommenden Wasservogelarten ab. Das Programm wird vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) bundesweit koordiniert, Bund und Länder leisten dauerhaft finanzielle Unterstützung.
Zum Schutz wandernder Wasservögel und von Feuchtgebieten wurden internationale Regelwerke,wie die bereits über 40 Jahre bestehende Ramsar-Konvention und das Afrikanisch-Eurasische Wasservogelabkommen, in Kraft gesetzt. In der Europäischen Union wird der Schutz der Vogelwelt durch die EG-Vogelschutzrichtlinie geregelt, die in die nationale Gesetzgebung Deutschlands integriert ist.
In gedruckter Form können Sie den Bericht „Vögel in Deutschland 2011“ zum Preis von 7 Euro zzgl. Versand über den DDA-Schriftenversand beziehen. Sie können den Bericht außerdem als PDF herunterladen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Vogelmonitoring sowie in diesem Jahr auch alle aktiven Melderinnen und Melder von ornitho.de (Stand Ende Juni) erhalten das Heft als Dank für ihre Unterstützung kostenlos zugesandt.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de!