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Tuesday, October 25th, 2011
avinews
Same procedure as every year: Schelladler Tõnn durchquerte Deutschland unbemerkt
Wieder einmal ist es dem besenderten Schelladler Tõnn gelungen, sich den aufmerksamen Augen der deutschen Beobachter zu entziehen. Der Adler hielt sich in diesem Herbst nur kurz in Deutschland auf und hat das Land innerhalb weniger Tage wieder verlassen. Sein Weg führte diesmal nach dem Grenzübertritt in Schleswig-Holstein am 12.10. direkt weiter in Richtung Südwesten, wo er einen Tag später in der Nähe von Bremen geortet wurde. Anders als im letzten Jahr legte er daraufhin scheinbar keinen Stop in der Diepholzer Moorniederung ein, sondern wurde am 14. Oktober bei Gescher im Münsterland geortet. Bereits einen Tag später hatte ihn sein Zugweg über Eindhoven (NL) bis nach Belgien geführt. Hier gelang es den aufmerksamen Zugvogelbeobachtern gleich an zwei Stellen, den Schelladler Tõnn eindeutig zu identifizieren und sogar zu fotografieren. Die guten Wetterbedingungen begünstigten scheinbar seinen schnellen Weiterflug, sodass er am 16. Oktober ein Signal aus den französischen Ardennen sendete. Die aktuell letzte Ortung stammt vom 18.10. aus der Gegend um Nancy. Der „Phantom-Adler“ wird seinen Zug sicher in Kürze in sein Winterquartier in Südspanien fortsetzen. Hoffen wir also, dass Tõnn dort einen angenehmen Winter verbringt und uns im kommenden Frühjahr wieder mit einem Besuch in Deutschland beglückt. Bis dahin bleibt zu sagen: „Junge, komm bald wieder!“
Dass der Schelladler Tõnn in diesem Jahr sicher nicht mehr über Deutschland zu sehen sein wird, sollte jedoch niemanden von der immer spannenden Beobachtung von Zugvögeln abhalten. Es sind noch viele andere nicht weniger interessante Vögel unterwegs. Selbst wer unbedingt einen Schelladler entdecken möchte, sollte die Augen weiter gen Himmel richten: Im schwedischen Falsterbo sind seit dem Abzug von Tõnn bereits mindestens zwei weitere (unbesenderte) Schelladler durchgezogen…
Deutsche Avifaunistische Kommission bittet um Seltenheitsmeldungen 2010
Zu Beginn dieses Jahres hat die Deutsche Avifaunistische Kommission (DAK) als nationale Seltenheitenkommission die Geschäfte von der Deutschen Seltenheitenkommission (DSK) übernommen und sammelt, archiviert, prüft und publiziert nun dokumentierte Beobachtungen deutschlandweit seltener Vogelarten. Seit diesem Zeitpunkt ist die Kommission auch unter dem Dach des DDA angesiedelt.
Der erste Jahresbericht der Kommission über das Jahr 2010 ist in Arbeit und schon weit fortgeschritten. Es wurden bereits knapp 400 Meldungen aus dem Jahr 2010 bearbeitet, die durch die Länderkommissionen, die DSK oder die Melder direkt eingeschickt wurden.
Allen Meldern sowie den Kollegen aus den anderen Kommissionen sei hierfür schon einmal sehr herzlich gedankt.
Um ein möglichst vollständiges Bild des Auftretens seltener Vogelarten in Deutschland erhalten zu können, möchte die DAK hiermit, sofern noch nicht geschehen, um die Meldung und Dokumentation von deutschlandweit seltenen Vögeln (siehe auch die gekürzte Meldeliste auf www.dda-web.de/dak) aus dem Beobachtungsjahr 2010 bitten.
Aus Zeitgründen wird darum gebeten, die Meldungen (auch gerne per E-Mail) direkt an die DAK zu senden. Die eingehenden Meldungen werden in Kopie auch standardmäßig an die Landeskommission des entsprechenden Bundeslandes weitergeleitet.
Für den jetzigen Bericht werden nur Meldungen berücksichtigt werden können, die bis zum 15.11.2011 bei der DAK eingegangen sind.
Meldeadresse der DAK:
Deutsche Avifaunistische Kommission
c/o Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e. V.
An den Speichern 4 a
48157 Münster
Trauerschnäpper könnten durch Besiedlung nördlicher Areale höheren Bruterfolg erzielen
Kann man Tieren bei der Anpassung an den Klimawandel helfen? Diese Frage stellt sich nicht nur für Arten, die nicht mobil genug sind, um ihren bevorzugten Klimabedingungen zu folgen. Selbst für Vögel könnte diese Frage interessant sein. Der Trauerschnäpper ist als eines der ersten „Opfer“ des Klimawandels berühmt geworden.
Bekanntermaßen kommt er mittlerweile zu spät aus seinem Winterquartier im tropischen Afrika zurück, um die Hauptverfügbarkeit von Raupen als Nahrung für seinen Nachwuchs nutzen zu können. Je weniger der Trauerschnäpper seine Rückkehr an das zeitigere Frühjahr anpasst, umso schlechter ist es um seinen Bruterfolg bestellt.
Nun stellt sich die Frage, ob diesem Problem Abhilfe geschaffen werden könnte. Tatsächlich wird der Brutbeginn von der Frühjahrstemperatur beeinflusst, so dass Populationen im hohen Norden später zu brüten beginnen als solche in Zentral- oder Südeuropa. Forscher aus den Niederlanden wollten dies nutzen, um zu testen, ob Tiere, die in Zentraleuropa früher brüten dies auch in Nordeuropa tun und damit einen besseren Bruterfolg haben als die örtlich angepassten Tiere. Daher verfrachteten sie Trauerschnäpper aus den Niederlanden nach Schweden und untersuchten den Bruterfolg der Neuankömmlinge.
Die Ergebnisse des Experiments zeigen, dass die niederländischen Trauerschnäpper auch in Schweden früher mit der Brut begannen als die einheimischen Vögel. Allerdings hatte das im vergleichsweise kalten Frühjahr 2010 keine Auswirkungen auf den Bruterfolg oder das Gewicht der Jungvögel, während sich die Nahrungszusammensetzung aufgrund der größeren Erfahrung der heimischen Trauerschnäpper von denen der Neuankömmlinge unterschied.
Dennoch erscheint in wärmeren Frühjahren ein Unterschied im Bruterfolg möglich. Die Ausbreitung des Trauerschnäppers über größere Strecken nach Norden könnte somit auch eine bessere Anpassung an die sich ändernden klimatischen Verhältnisse bedeuten und helfen, den Bestand des Trauerschnäppers zu erhalten.
Aber wird sich eine genügend schnelle Ausbreitung nach Norden auf natürliche Weise realisieren? Unter Umständen könnte eine Verlagerung (wie bei nordwestziehenden Populationen der Mönchsgrasmücke) oder Verkürzung der Zugwege zu einer besseren Anpassung an die geänderten Bedingungen führen. Die kontinuierliche Verschiebung von Artarealen nach Norden hingegen scheint laut wissenschaftlichen Studien für Vögel nicht ausreichend, um mit der raschen Verlagerung ihrer klimatischen „Gunsträume“ Schritt halten zu können.
Da die natürlichen Optionen mit einigen Unsicherheiten behaftet sind, stellt sich die Frage, ob die im Experiment durchgeführte künstliche Verfrachtung eine Möglichkeit böte, um dem Trauerschnäpper zu helfen. Bisher wurde die Verfrachtung von Arten zur Anpassung an den Klimawandel hauptsächlich bei Pflanzen diskutiert. Beim Trauerschnäpper müsste man bedenken, dass im Experiment weniger als die Hälfte der verfrachteten Tiere tatsächlich im neuen Gebiet zur Brut kamen und es bisher noch keinen Nachweis für einen gesteigerten Bruterfolg im Vergleich mit der einheimischen Population gibt.
Neben der Frage nach der Effizienz solcher Maßnahmen kann auch die Sinnhaftigkeit angezweifelt werden, da großflächige Umsiedlungen sicherlich wenig praktikabel und nur schwer finanzierbar wären. Zudem berücksichtigen solche Maßnahmen nicht die vielfältigen anderen Gefährdungsfaktoren, wie z.B. den Landnutzungswandel.
Vor diesem Hintergrund sind vielmehr integrierte Konzepte gefragt, die beispielsweise das Schutzgebiets-Netzwerk Natura2000 einbeziehen und die Landschaftsstrukturen sowohl für nach Norden wandernde Arten als auch für Arten, die durch klimaunabhängige Faktoren gefährdet sind, verbessern.
Quellen:
- DDA
- Both, C., Bouwhuis, S., Lessells, C.M. & Visser, M.E. (2001): Climate change and population declines in a long-distance migratory bird. Nature 441: 81-83.
- Menéndez, R., González Megías, A., Hill, J.K., Braschler, B., Willis, S.G., Collingham, Y., Fox, R., Roy, - D.B. & Thomas, C.D. (2006): Species richness changes lag behind climate change. Proc.R.Soc.B 273: 1465-1470.
- Burger, C. & Both, C. (2011): Translocation as a novel approach to study climate change related long distance dispersal. PLoS One 6: e18143. doi:10.1371/journal.pone.0018143
posted by Christopher König
Friday, October 14th, 2011
avinews
Schelladler Tõnn erreicht Deutschland!
Der besenderte Schelladler Tõnn hat den Sprung nach Deutschland geschafft. Zuerst sah es ja so aus als würde der Adler die dänische Ostseeinsel Sjælland auf einer westlichen Route über die Insel Fyn verlassen, doch dann schlug er doch einen weiter nach Süden gerichteten Weg ein. Alles deutete auf eine Überquerung des Fehmarnbelts hin, doch dann hat der Vogel eine eher unerwartete Zugrichtung gen Westen eingeschlagen und erreichte Deutschland auf Höhe der Schleimündung bei Kappeln in Schleswig-Holstein. Von dort ging sein Zug schnell in südwestlicher Richtung bis in die Nähe von Stade in Niedersachsen. Alle Beobachter-Augen sollten daher heute und in den nächsten Tagen in den Himmel gerichtet werden, damit es vielleicht in diesem Jahr erstmals gelingt, den besenderten Adler auch vom Boden und nicht nur per Satellit aus dem Weltall in Deutschland zu entdecken. Wird es gelingen? Wir drücken allen Beobachtern die Daumen!
Durch Ihre tolle Mitarbeit bei ornitho.de sind mittlerweile mehr als 9800 Ortsbezeichnungen definiert. Dabei sind natürlich hier und da noch Fragen aufgetaucht, die wir bei der Erstellung der Anleitung anfangs nicht bedacht hatten. Aus diesem Grund haben wir die Anleitung noch einmal aktualisiert und ergänzt. Es werden vor allem neue Hinweise zur Vergabe und Bennenung der Ortsbezeichnungen gemacht.
Hier noch einmal die Links zur Koordinatoren-Anleitung:
Der European Bird Census Council (EBCC) hat einen neuen Bericht über die Lage der Vögel der Agrarlandschaft in Europa herausgegeben. Dieser zeigt, dass sich die Vogelbestände seit 1980 halbiert haben und auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Datenreihe gesunken sind. Grundlage sind die Daten des pan-europäischen Brutvogelmonitorings (PECBMS), in das auch die Daten des Monitorings häufiger Brutvögel des DDA einfließen. Im PECBMS werden Daten zu 145 häufigen und weitverbreiteten Vogelarten aus 25 europäischen Ländern zwischen 1980 und 2009 zusammengefasst. Von allen untersuchten Arten sind die Vögel der Agrarlandschaft die Artengruppe, die von den Rückgängen am stärksten betroffen sind, bei der 20 von 36 in ihrem Bestand abnehmen.
Zu den Arten mit den stärksten Rückgängen im Zeitraum 1980–2009 zählen das Rebhuhn (-82%), die Feldlerche (-46%), der Bluthänfling (-62%) und die Grauammer (-66%). Die Situation hierzulande sieht nicht viel besser aus: Das Rebhuhn geht langfristig ebenfalls stark zurück, zur Abschätzung der tatsächlichen Gefährdung werden jedoch mehr Daten benötigt. Bluthänfling und Feldlerche zeigen kurz- wie langfristig negative bis stark negative Trends. Bei der Grauammer ist nach starken Zunahmen, v.a. in Ostdeutschland, der bundesweite Trend zumindest kurzfristig stabil, bei leicht ansteigender Tendenz.
Die Ergebnisse des PECBMS verdeutlichen, dass eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU dringend benötigt wird. Denn trotz einer geringeren Rückgangsrate in den letzten Jahren beweisen die aktuellen Daten, dass die Versuche, die Rückgänge zu stoppen, bislang gescheitert sind und in Zukunft sehr massive Anstrengungen nötig sein werden, um dieses Ziel zu erreichen. Es gibt auch Lösungsansätze, die nun aber von den politischen Entscheidungsträgern im Sinne einer echten „Grünen Reform“ umgesetzt werden müssen. Die ersten Vorschläge für eine GAP-Reform sollen im Oktober veröffentlicht werden.
Als EU-weites Politikinstrument hat die GAP sichtbare Auswirkungen auf die Landschaft. Bisher diente sie allerdings eher der Maximierung der Produktion während Belange der Umwelt und Biodiversität kaum berücksichtigt wurden. Die Naturschutzverbände fordern daher eine grundlegende Reform, die neben der Erzeugung von Nahrung, Energie und Produktionsstoffen auch die Erhaltung der natürlichen Vielfalt zum Ziel hat.
Doch die Hoffnungen auf eine echte „Grüne Reform“ scheinen sich bereits im Vorfeld zu zerschlagen: Es kursierten bereits Meldungen, wonach das Budget für die Förderung von Agrarumweltmaßnahmen gekürzt werden soll. Außerdem sollen die Pläne der EU vorsehen, dass die Mitgliedsstaaten Gelder aus Agrarumweltprogrammen für andere Zwecke umwidmen können. Das lässt befürchten, dass neben dem bereits verpassten 2010-Ziel auch das Ziel, den Biodiversitätsverlust bis 2020 zu stoppen, nicht erreicht werden kann. Die Integration des Biodiversitätsziels in die Agrarpolitik ist dabei essenziell, da gerade hier die Verluste an biologischer Vielfalt am größten sind.
Dabei verpflichtet sich die EU in ihrer euen Biodiversitätsstrategie, Rückgänge und Verluste bei Arten und Lebensräumen, die durch EU-Richtlinien geschützt sind, zu stoppen. Der Strategie haben auch die Mitgliedstaaten zugestimmt. Mit der Reform der GAP könnten somit Maßnahmen festgelegt werden, mit der die in der Strategie genannten Ziele auch tatsächlich erreicht werden können.
Quelle: Sven Trautmann (DDA) basierend auf einer Pressemitteilung des EBCC.
Zur aktuellen Bestandssituation der Vögel der Agrarlandschaft
Keine andere Vogelartengruppe war in den letzten Jahrzehnten in Deutschland von so starken und anhaltenden Bestandsrückgängen betroffen wie die Vögel der Agrarlandschaft. Hauptursache für den Artenrückgang ist die Intensivierung in der Landwirtschaft, so Prof. Franz Bairlein, Präsident der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft. Besonders dramatisch: Seit einigen Jahren verschärft der Wegfall der EU-Flächenstilllegungen und der zunehmende Energiepflanzenanbau diese Entwicklung sprunghaft! Die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen geben kaum Hoffnung auf Entspannung der Situation. Vor diesem Hintergrund wenden sich die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) und der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) mit einem Positionspapier an die Öffentlichkeit. Die Mitglieder dieser Verbände stellen das wichtigste Wissenschaftsgremium zur Vogelforschung und zum Vogelschutz in Deutschland dar. Sie fordern die Politik zur Umsetzung agrar- und umweltpolitischen Maßnahmen auf, um umgehend eine Stabilisierung und Umkehr dieser negativen Entwicklungen zu ermöglichen.
Mit der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung ging eine enorme Veränderung der Landschaft einher: Die Vergrößerung der Schläge mit dem Verlust von Hecken, Feldgehölzen und Kleingewässern, Vereinheitlichung der Kulturen und oft fehlender Feldfruchtwechsel. Pflanzenschutzmittel verdrängen Wildkräuter und damit Insektenlebensraum. Mahd- und Erntezyklen haben sich verkürzt, Grünland wurde entwässert und teilweise umgebrochen, Stilllegungsflächen sind aus der Landschaft verschwunden. Der anhaltende Bestandsrückgang von Uferschnepfe, Kiebitz, Braunkehlchen bis hin zur Feldlerche, die als Bioindikatoren den Zustand der Natur und Umwelt charakterisieren, verdeutlicht den Verlust an Biodiversität in der Agrarlandschaft. Das vorliegende Positionspapier zeigt die dringend erforderlichen Sofortmaßnahmen zum Erhalt der Feldvögel auf und wendet sich damit vor allem an Verantwortliche und Entscheidungsträger in der Politik. Die Stellungnahme verdeutlicht, dass wir uns durch die jüngste Entwicklung im Zusammenhang mit dem verstärkten Energiepflanzen-Anbau beschleunigt von dem politisch vereinbarten Ziel entfernen, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen. Die Förderung regenerativer Energien und der Schutz der biologischen Vielfalt geraten zunehmend in Konflikt miteinander.
(V.i.S.d.P. Dr. Krista Dziewiaty, 038792-7744, krista.dziewiaty@t-online.de)
Positionspapier zur aktuellen Bestandssituation der Vögel der Agrarlandschaft: Download
Foto: E. Lietzow
posted by Christopher König
Wednesday, September 7th, 2011
avinews
Alle Jahre wieder: Schelladler Tõnn auf dem Weg in sein Winterquartier!
Nachdem es der besenderte Schelladler Tõnn in den letzten Jahren immer wieder geschafft hat, von Vogelbeobachtern unbemerkt den deutschen Luftraum zu durchqueren, hat er sich nun Ende August erneut auf den Weg in sein spanisches Winterquartier gemacht. Er hat sein schwedisches Sommerrevier damit ein wenig früher verlassen als 2010. Nach dem Verlauf seines Zuges der letzten Tage sieht es so aus, als würde er in der nächsten Zeit erneut über Deutschland fliegen. Am 04.09. hat der Adler bereits die Gegend um den bekannten Zugvogel-Flaschenhals der Halbinsel Falsterbo erreicht. Man kann also davon ausgehen, dass er in den nächsten Tagen die Ostsee überqueren wird. Vogelbeobachter sollten also z.B. auf Fehmarn des Öfteren den Blick gen Himmel richten, damit der bekannte „Phantomadler“ den deutschen Beobachtern nicht erneut durch die Lappen geht!
Zweijähriger Schreiadler aus Deutschland verbringt den Sommer in Weißrussland
Zum ersten Mal ist es möglich gewesen, die Wege eines jungen selbständigen Schreiadlers über einen Zeitraum von 2 Jahren dauerhaft mit Hilfe eines Satellitensenders zu verfolgen. Der Vogel wurde im Jahr 2009 als Nestling in Norddeutschland besendert. Den Sommer 2010 verbrachte er in Bulgarien, in diesem Jahr hat er in Weißrussland übersommert.
Dank der großartigen Arbeit von Birdlife Weißrussland war es nun auch möglich, den Vogel im Feld zu beobachten und zu fotografieren. Anders als von Adlerexperte Bernd Meyburg erwartet, war der Schreiadler jedoch nicht Teil eines Jungvogeltrupps. Solch einen Trupp von „Halbstarken“ hatte Meyburg vor einigen Jahren in Bulgarien beobachtet. Der Schreiadler wurde zusammen mit nur einem weiteren Schreiadler unbekannten Alters, möglicherweise ein Altvogel, beobachtet. Der besenderte Vogel scheint in einem guten Gesundheitszustand zu sein und verhält sich scheu.
Dass sich der Vogel den Sommer über in Gebieten weitab seines deutschen Geburtsortes aufhält erklärt, warum es nahezu keine Beobachtungen junger Schreiadler aus Deutschland gibt.
Ein weiterer 1 Jahr alter deutscher Schreiadler ist in diesem Sommer nach Litauen geflogen.
Noch immer ist das Wissen über die lange Phase vom Selbständigwerden bis zur ersten Brut als ausgewachsener Schreiadler sehr gering. Die Experten hoffen daher, dass die aktuell besenderten Vögel noch weitere Jahre auf ihrem Weg begleitet werden können.
In England startete der British Trust for Ornithology (BTO) in diesen Monaten ein überaus interessantes Projekt. Ziel ist es, mehr über die Wanderungen des Kuckucks von England nach Afrika zu erfahren.
Der Kuckuck hat in den letzten 25 Jahren in Großbritannien mehr als 50 % seines Bestandes verloren. Für dieses Projekt wurden nun 5 Kuckucke beringt und mit nur 5g schweren Sendern ausgestattet, um zu verfolgen, welche Routen und Strecken sie zurücklegen, nachdem sie ihr Brutgebiet in East Anglia verlassen haben.
Erste Ergebnisse kann man bereits jetzt auf den Seiten des BTO bewundern und auch die "persönlichen" Blogs der 5 Protagonisten lesen. Beispielsweise sind 2 Kuckucke auf ihrem langen Zug gen Süden jetzt in der Sahara angekommen, einem der Orte, von denen die Forscher hohe Gefahren erwarten.