Monitoring of migratory and wintering waterbirds in Germany
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Data entry in ornitho.de
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Thursday, October 30th, 2014
technews
3 years ornitho.de and ornitho.lu – thanks very much for your support!
Bereits drei Jahre sind seit dem Start von ornitho.de und ornitho.lu am 30. Oktober 2011 vergangen. Mehr als 12.000 Personen sind mittlerweile registriert und haben 10,9 Mio. Beobachtungen zusammengetragen. Für diesen großen Zuspruch möchten wir allen Melderinnen und Meldern ganz herzlich danken!
Um die Qualität dieses riesigen Datens(ch)atzes zu gewährleisten, werden die Daten laufend durch eine automatische Plausibilitätskontrolle sowie vor allem von den mehr als 350 Regionalkoordinatoren und Artspezialisten auf Kreis-, Landes- und Bundesebene gesichtet. Diese verwalten außerdem die Ortsbezeichnungen und stehen bei Fragen den Meldern mit Rat zur Seite. Vielen Dank für die ungemein wichtige und zeitaufwändige Unterstützung!
Ein ganz besonderer Dank gebührt auch dem Team von Biolovision um Gaëtan Delaloye, das im Hintergrund exzellente Arbeit leistet. Sie sind bei Fehlern jederzeit für uns erreichbar und beheben diese in der Regel umgehend, so dass ornitho.de und ornitho.lu nur wenige Stunden nicht voll funktionsfähig waren. Merci beaucoup!
Einige Beispiele für Auswertungsmöglichkeiten, Einblicke und auch neue Erkenntnisse, zu denen die ornitho-Datensammlung beigetragen haben, finden Sie in den quartalsweisen Auswertungen in Der Falke, die unter Publikationen und Auswertungen heruntergeladen werden können.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Erkunden unserer Vogelwelt, online auf ornitho, vor allem aber draußen.
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
posted by Christopher König
Wednesday, October 22nd, 2014
avinews
Status report „Vögel in Deutschland 2013“ published
Der Bericht Vögel in Deutschland 2013 gibt einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation von Brutvögeln und überwinternden Rastvögeln in Deutschland. Schwerpunkt der Publikation ist der im Jahr 2013 erstellte nationale Bericht nach Art. 12 der EU-Vogelschutzrichtlinie, dessen umfassende Auswertungen nunmehr vorliegen. In umfangreichen Tabellen sind aktuelle Informationen zu Bestandsgrößen und Trends aller Brutvögel und der regelmäßig überwinternden Wasservögel enthalten.
Wesentliche Basis für die Datenzusammenstellung in Vögel in Deutschland bilden die von mehreren tausend Ehrenamtlichen im bundesweiten Vogelmonitoring erhobenen Daten. Sie wurden zusammen mit Informationen der Behörden zu einem einheitlichen Datenbestand über die Vogelwelt Deutschlands zusammengeführt. Vögel in Deutschland wird jährlich gemeinsam herausgegeben von der Länderarbeitsgemeinschaft staatlicher Vogelschutzwarten, dem Dachverband Deutscher Avifaunisten und dem Bundesamt für Naturschutz.
Vögel in Deutschland 2013 steht - ebenso wie die Ausgaben der Vorjahre - auf der Homepage des DDA als PDF zur Verfügung. In gedruckter Form können Sie den Bericht um Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand über den DDA-Schriftenversand beziehen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Vogelmonitoring erhalten das Heft als Dank für ihre Unterstützung kostenlos zugesandt.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de!
posted by Christopher König
Thursday, October 16th, 2014
technews
Information on the improved validation system
Ein wichtiges Ziel von ornitho.de und ornitho.lu ist es, Daten für wissenschaftliche Auswertungen und Zwecke des Naturschutzes bereitzustellen. Die Plausibilität und Qualität der eingehenden Daten wird deshalb in einem mehrstufigen Verfahren geprüft. Direkt bei der Eingabe erfolgt eine Prüfung auf bis zu drei Parameter: phänologische Ausreißer, ungewöhnlich hohe Anzahlen sowie Extremwerte bezüglich der Höhenlage. Viele Eingabefehler werden darüber bereits abgefangen. Darüber hinaus prüfen Regionalkoordinatorinnen und -koordinatoren die eingehenden Daten auf Fehlbestimmungen oder Eingabefehler. Beobachtungen sehr seltener Vogelarten werden zudem von den Avifaunistischen Kommissionen auf Plausibilität geprüft.
Zentrales Element der Plausibilitätsprüfung war bislang das blaue ?, das bei (vermutlichen) Unstimmigkeiten entweder automatisch seitens des Systems oder manuell seitens der Regionalkoordinator gesetzt wurde. Dabei konnte nicht zwischen offensichtlichen Fehlbestimmungen und kleineren Ungereimtheiten etwa bei der Zuordnung der Beobachtung zu einem Ort, dem Brutzeitcode oder bei den Angaben zu Alter oder Geschlecht differenziert werden. Basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahre wurde deshalb das System grundlegend überarbeitet. Künftig wird es nun drei Markierungen geben:
Beobachtung erscheint nicht plausibel (Bestimmung, Datum etc.); der/die Melder/in erhielt per E-Mail eine Bitte zur Prüfung/Korrektur
Beobachtung ist plausibel, enthält aber kleine Fehler oder ist unvollständig; der/die Melder/in erhielt per E-Mail eine Bitte zur Korrektur oder Ergänzung der Angaben; Symbol NICHT öffentlich sichtbar
Meldung ist nicht plausibel; es erfolgte keine Rückmeldung seitens der Melderin/des Melders nach Setzen des blauen ? bzw. die bestehenden Zweifel konnten nicht ausgeräumt werden; Beobachtung NICHT öffentlich sichtbar
Ihre mit einer der obigen Markierungen gekennzeichneten Beobachtungen erscheinen künftig nach dem Einloggen auf der persönlichen Startseite (s. Abb. unten). Sie können die Beobachtungen dann direkt mit einem Klick auf das Bleistiftsymbol hinter der Ortsbezeichnung ändern. Die Regionalkoordinatoren sehen, welche Veränderungen Sie vorgenommen haben und entfernen die Markierung, wenn die Zweifel ausgeräumt oder die Fehler behoben wurden. Sie können einzelne Beobachtungen durch Klick auf das graue x-Symbol rechts in der Zeile aus der Liste auf der Startseite entfernen. Dadurch ändert nichts sich allerdings nichts am Validierungsstatus der Beobachtung. Bitte klären Sie deshalb immer zunächst die Rückfragen der Regionalkoordinatoren und sorgen so selbst dafür, dass die Liste auf Ihrer persönlichen Startseite möglichst leer ist. Vielen Dank!
Wir hoffen, dass die Plausibilitätsprüfung und die Qualitätssicherung dadurch weiter verbessert und vereinfacht werden.
Ihr Team von ornitho.de und ornitho.lu
posted by Johannes Wahl
Wednesday, September 24th, 2014
tipnews
European Golden Plover (and Lapwing / Curlew) census 11/12th October 2014 - join in!
In einem mittlerweile sechsjährigen Turnus werden europaweit die Goldregenpfeifer und hierzulande auch die Kiebitze und Großen Brachvögel erfasst, das nächste Mal am Wochenende 11./12. Oktober. Hierzu werden vor allem nördlich der Mittelgebirge viele zusätzliche Zählerinnen und Zähler benötigt. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Watvogelarten halten sich v.a. Kiebitze und Goldregenpfeifer auf dem Zug nicht überwiegend in Feuchtgebieten auf, sondern rasten auch in großer Zahl in der Agrarlandschaft. Entsprechend werden europaweit nur geringe Anteile des Gesamtbestandes über die Monitoringprogramme rastender Wasservögel erfasst. Koordiniert wird die europaweite Zählung von der International Wader Study Group. Zentrales Anliegen der Zählung ist es, die Bestandsangaben der Waterbird Population Estimates regelmäßig zu aktualisieren, die von Wetlands International zusammengestellt werden. Darin werden die Bestandsangaben und -trends aller Wasservogelpopulationen weltweit veröffentlicht. Die aus den Bestandsangaben abgeleiteten 1 %-Werte bilden die Grundlage für die Identifizierung international bedeutender Rastgebiete. Gleichzeitig sind die Zählungen die Basis für bundesweite Rastbestandsschätzungen, denn der Termin im Oktober fällt in den Zeitraum des Durchzugsgipfels der Arten in Deutschland. Ein hoher Erfassungsgrad ist damit aus mehreren Gründen wichtig.
Machen Sie mit und unterstützen die wichtige und spannende Zählung! Die Datenerfassung kann dieses Mal via ornitho.de erfolgen.
Johannes Wahl im Namen aller Koordinatorinnen und Koordinatoren
Kiebitze werden - ebenso wie Große Brachvögel - ab 2014 im Rahmen der Goldregenpfeiferzählung ebenfalls erfasst. Es lohnt sich: Geschätzt mind. 750.000 rasteten im Oktober 2008 in Deutschland. Foto: H. Glader
posted by Johannes Wahl
Friday, September 12th, 2014
tipnews
Workshop on ornitho.de prior to the DO-G-meeting on 01/10/2014
Im Vorfeld der 147. Jahresversammlung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, die vom 1. bis 6. Oktober 2014 in Bielefeld stattfindet, bieten wir am Mittwoch, den 1.10.2014, einen Workshop mit dem Titel „Ornitho.de – ein Datens(ch)atz sucht Neugierige“ an.
Die regelmäßigen Auswertungen der ornitho-Daten z.B. in der Zeitschrift Der Falke haben bereits das breite Spektrum möglicher Fragestellungen aufgezeigt, die mit den Daten bearbeitet werden können (s. Publikationen und Auswertungen). Das Potenzial ist jedoch weitaus größer und wurde bislang nur ansatzweise genutzt. Ziel des Workshops ist es deshalb, die Daten, ihre Stärken und Schwächen, bisherige Auswertungen sowie potenzielle Fragestellungen vorzustellen und dazu anzuregen, die Daten beispielsweise im Rahmen von Abschlussarbeiten stärker zu nutzen, aber auch zu gemeinsamen Projekten zwischen Hochschulen und DDA anzuregen. Kurz vorgestellt werden auch die beim DDA vorhandenen Datensätze aus dem bundesweiten Vogelmonitoring. Intention des Workshops ist also ganz allgemein, die avifaunistischen Daten und alle, die an ihrer Auswertung interessiert sind, zusammenzubringen.
Der Workshop richtet sich an alle, die Fragestellungen für Projekte und Abschlussarbeiten suchen oder eigene Ideen für Auswertungen haben (Lehrende wie Studierende), die allgemein Interesse an der Auswertung der ornitho-Daten haben, die gerne in die weitere Zukunft denken oder alle, die schon immer gerne einmal wissen wollten, was man mit den Datensätzen aus Online-Portalen wie ornitho.de machen kann oder machen könnte (und was nicht).
Ein eigener Laptop ist nicht erforderlich, kann jedoch gerne mitgebracht werden, um das eine oder andere anschaulicher zu machen. Anmeldungen richten Sie bitte mit einer kurzen Beschreibung des Hintergrundes der Teilnahme bis zum 20.09. per E-Mail an Johannes Wahl: wahl@dda-web.de
Termin: Mittwoch, 1.10.2014, 14-18 Uhr
Ort: Zentrale Halle der Universität Bielefeld, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld
Weitere Informationen mit Anfahrts- und Lageplan finden Sie im Programm der DO-G-Tagung.
Auf Ihre Teilnahme freuen sich
Christopher König, Stefan Stübing, Simon Thorn und Johannes Wahl
posted by Johannes Wahl
Thursday, September 4th, 2014
avinews
Watch out for Ruddy Shelducks with yellow neck collars
Im vergangenen Jahr wurden auf dem Eemmeer bei Utrecht in den Niederlanden erstmals Rostgänse mit gelben Halsringen beringt. Ziel des Projektes ist es, die Herkunft der dort mausernden Vögel zu ermitteln. Der Mauserbestand am Eemmeer umfasst etwa 800 Individuen, doch war bislang völlig unklar, woher diese große Zahl von Vögeln stammt. Die niederländische Brutpopulation ist recht klein, der nächstgelegene größere Brutbestand befindet sich in Nordrhein-Westfalen (laut neuem Brutvogelatlas 100-120 BP). Es wurde vermutet, dass einige aus Deutschland stammen, andere möglicherweise auch weit darüber hinaus.
Vorläufige Ergebnisse zeigen bereits im ersten Jahr interessante Bewegungen. Viele der Vögel konnten im Herbst und Winter am Niederrhein sowie an der Ruhr in Nordrhein-Westfalen abgelesen werden. Einige zogen von dort weiter in Richtung Süden, andere wurden ohne weitere Zwischenstopps aus Baden-Württemberg und Bayern sowie aus der Schweiz gemeldet. Auch zur Brutzeit 2014 gab es aus diesen Gebieten vereinzelte Meldungen in den Niederlanden beringter Rostgänse, direkte Brutnachweise konnten jedoch nicht erbracht werden.
In diesem Sommer konnten weitere 64 Rostgänse am Eemmeer sowie weitere vier in anderen Gebieten mit gelben Halsringen markiert werden. Einige dieser sowie der im Jahr 2013 markierten Vögel wurden in den letzten Tagen bereits an verschiedenen Stellen in Deutschland, von Münster bis Lörrach, abgelesen. Auch aus der Schweiz wurden bereits erste Ablesungen gemeldet, während andere Vögel weiter in den Niederlanden verweilen.
Um weitere Informationen zum Wanderverhalten der Rostgans herauszufinden, möchten wir Sie bitten, in ganz Deutschland auf beringte Individuen zu achten. Die gelben Halsringe sind eher unauffällig (klein) und haben eine schwarze Schrift mit einer Kombination aus Buchstabe und Ziffer (von unten nach oben zu lesen, s. Foto). Die 2014 verwendeten Halsringe sind etwas größer als die 2013. Alle Vögel tragen außerdem einen gelben Fußring mit dem gleichen Code. Beobachtungen der Vögel sollten bitte auch unter www.geese.org eingetragen werden. Melder erhalten dort umgehend den "Lebenslauf" der Vögel mit Daten zum Beringungsort und bisherigen Wiederfunden angezeigt.
Das Brutgebiet des Mornellregenpfeifers liegt in den Fjällflächen und Tundren von Skandinavien bis Ostsibirien. Während die östliche Population in Vorderasien überwintert, überqueren europäische Brutvögel Zentral- und Südeuropa auf dem Weg nach Nordafrika. Viele Vögel führen dabei vermutlich einen Nonstopzug durch, ein gewisser Teil rastet allerdings regelmäßig an meist traditionellen Rastplätzen. Noch vor wenigen Jahren galt der Mornellregenpfeifer in ganz Deutschland als seltener und unregelmäßiger Durchzügler. Seit Ende der 1990er Jahre gab es aber durch eine in manchen Gebieten gezielte Suche nach der charismatischen Art einen enormen Erkenntnisgewinn: Zahlreiche bis dahin unbekannte Rastplätze wurden entdeckt und sind mittlerweile fast alljährlich besetzt.
Seit 2011 rufen wir zur gezielten Suche nach Mornellregenpfeifern während des zeitlich eng begrenzten Durchzugfensters von Mitte August bis Mitte September auf. Die zahlreichen Meldungen vor allem über ornitho ergaben den wohl bundesweit bislang besten Überblick über die Rastvorkommen. Dank der Differenzierung vieler Individuen in Alt- und Jungvögel können der jährilche Jungvogelanteil berechnet und so Rückschlüsse auf den Bruterfolg gezogen werden. Die Ergebnisse 2011-2013 wurden in der Dezember-Ausgabe 2013 von „Der Falke“ veröffentlicht. Diesen Beitrag können Sie hier als pdf herunterladen.
Motiviert durch die sehr gute Resonanz der letzten Jahre wollen wir versuchen, auch den Wegzug 2014 möglichst gut zu dokumentieren. In einem weiteren Falke-Beitrag aus dem Juli 2013 haben wir noch einmal gezielte Hinweise gegeben, wie und wo man Mornellregenpfeifer auf dem Herbstzug suchen (und hoffentlich auch finden) kann. Den Beitrag „Leicht zu übersehen: Herbstrast des Mornellregenpfeifers“ finden Sie hier als PDF.
Wann?
Mornellregenpfeifer überqueren Europa auf dem Zug in sehr engen Zeitfenstern. Im Frühjahr zieht die Art in Deutschland in sehr kurzer Zeitspanne und nur geringer Zahl fast ausschließlich im Mai durch, vorjährige Mornells verbleiben wie viele andere Zugvögel meist im Winterquartier. Weit auffälliger ist der Durchzug im Herbst. Hier werden die meisten Individuen im Zeitraum 15. August bis 15. September beobachtet. Einzelne Vögel treten noch bis Oktober auf. Es gilt daher in den kommenden Wochen ganz gezielt geeignete Habitate zu kontrollieren! Aufgrund des Verhaltens der Vögel sind die Beobachtungsbedingungen am Morgen und Abend am besten. Zu dieser Zeit findet die Nahrungssuche statt, während sich im weiteren Tagesverlauf ruhende, bewegungslose Vögel oft der Entdeckung entziehen. Auch die Chance, gegen Abend abziehende bzw. morgens zur Rast einfallende Tiere oder deren kleinräumige Ortswechsel bei der Suche nach geeigneten Rastflächen zu beobachten, erhöht den Beobachtungserfolg deutlich.
Wo?
Während im Frühjahr vor allem küstennahe Bereiche bevorzugt werden, tauchen Mornellregenpfeifer im Herbst vermehrt an Rastplätzen im Binnenland auf. Bei den Gebieten handelt es sich in der Regel um weithin exponierte, sehr offene und damit an skandinavische Weiten erinnernde Flächen mit kurzer Vegetation. Wurden ursprünglich wohl vor allem Heiden und Brachen aufgesucht, sind heute abgeerntete Felder die Hauptrastplätze. Besonders regelmäßig gelingen Nachweise vor allem auf Ackerflächen auf kargen, windexponierten Hochflächen mit weiter Sicht in Abzugrichtung Süd und Südwest in großräumigen Agrarlandschaften, gerne im oberen Hangbereich an der Südwestflanke kleiner Hügel. Es sollte mindestens ein Stoppelsturz stattgefunden haben, unbearbeitete Getreidestoppeln werden offenbar gemieden. Große Vertikalstrukturen wirken sich negativ aus, wobei Einzelbäume und Erdaufschüttungen toleriert werden. Besonders lohnend kann die Suche direkt nach starken, großräumigen Regenschauern und Gewittern sein, wenn die von der Witterungslage zur „Notrast“ gezwungenen Vögel schnell wieder abziehen und dann besonders auffällig sind. Unter solchen Witterungsbedingungen werden manchmal auch Flächen zur Rast genutzt, die bei guter Witterung keine Beachtung finden, wie z.B. ebene, kleinere Ackerflächen in Waldrandnähe. Die momentan soweit bekannt größten und bedeutendsten Rastplätze für Mornellregenpfeifer in Deutschland sind die nordrhein-westfälische Hellwegbörde im Kreis Soest sowie das Maifeld im Kreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz.
Wie?
Nur selten werden die gerade einmal amsel-großen Mornellregenpfeifer zufällig entdeckt. Erst das genaue Absuchen geeigneter Flächen mit Fernglas oder Spektiv führt in der Regel zum Erfolg. Die Art ist relativ leicht zu bestimmen und kaum mit anderen Arten zu verwechseln (Bestimmungshilfe [ PDF ]). An den Rastplätzen herrscht eine hohe Dynamik, viele Vögel verweilen nur kurz, so dass eine regelmäßige Kontrolle möglicher Rastgebiete mit Angabe des Altersverhältnisses wertvolle Zusatzinformationen zur Anzahl der insgesamt im Gebiet rastenden Vögel liefert. Auch die Kenntnis der Lautäußerungen kann daher hilfreich sein. Beim Abfliegen wird häufig ein trillerndes, für eine Limikole unerwartet tief-melancholisches „pjürrr“ (www.xeno-canto.org/species/Charadrius-morinellus) geäußert. Mornellregenpfeifer rasten meist in artreinen Trupps, nur selten gemeinsam mit anderen Limikolen (z.B. Goldregenpfeifern). Im Rastgebiet verhalten sie sich in der Regel recht vertraut und verharren selbst auf wenige Meter Abstand. Besonders größere Trupps sind aber mitunter scheu und fliegen schon bei geringen Störungen auf. Wir möchten deshalb noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass jegliche Störungen zu vermeiden sind und der allgemeine Verhaltenskodex unbedingt zu beachten ist!
Bei der Meldung von Mornellregenpfeifern bitten wir um möglichst detaillierte Informationen zu:
rastend oder ziehend (unter "Präzisierung der Beobachtung")
Bitte auch Negativkontrollen melden!
Wenn geeignet erscheinende oder in den vergangenen Jahren von Mornells aufgesuchte Flächen kontrolliert, aber keine Vögel gefunden wurden, bitte einen Bestand = 0 eintragen. Für die Interpretation der Verbreitungskarte und die Datenauswertung sind 0-Nachweise eine wichtige Information. Bitte geben Sie dabei den groben Zeitaufwand im Bemerkungsfeld an.
Gerne können Sie weitere Angaben (z.B. zum Verhalten) im Bemerkungsfeld machen oder Fotos der Vögel anfügen.
Eine Bestimmungshilfe mit zahlreichen Fotos und Erläuterungen sowie hilfreicher Literatur bietet das folgende [ PDF ].
10 million records – thanks very much for the fantastic support!
Um 22:24 Uhr war es am Samstag soweit: Mit der Meldung von etwa 40 Wacholderdrosseln im Unstruttal bei Bad Langensalza in Thüringen wurde durch Axel Mörstedt die zehnmillionste Vogelbeobachtung in ornitho.de eingegeben. Nachdem wir uns Ende März 2012 – kurioserweise ebenfalls mit der Meldung einer Wacholderdrossel – über den einmillionsten Datensatz freuen konnten, hat sich der Bestand innerhalb von nur 2,5 Jahren verzehnfacht. Mittlerweile sind fast 12.000 Personen registriert, die meisten erwartungsgemäß im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (13,3 %). Aus nahezu allen Gemeinden Deutschlands wurden mittlerweile Beobachtungen gemeldet, insgesamt bis zu 35.000 täglich.
Für eine ausreichende Qualität, die gewährleistet, dass die Daten auch wissenschaftlich und im Naturschutz verwertet werden können, sorgt neben einer automatischen Prüfung direkt bei der Eingabe vor allem das große Netz von mehr als 350 ehrenamtlich tätigen Regionalkoordinatorinnen und -koordinatoren, die Ortsbezeichnungen verwalten, neue Einträge auf Plausibilität kontrollieren und als Ansprechpartner für Vogelkundler vor Ort fungieren.
Auch die ornitho-Portale in anderen Ländern entwickeln sich prächtig. Mehr als 91.000 Vogelbeobachter sind weltweit insgesamt bei ornitho registriert. Der gesamte Datenschatz umfasst aktuell fast 55 Millionen Beobachtungen. Die größten Anteile daran haben neben Deutschland aktuell Frankreich (28,5 Mio.), die Schweiz (7,6 Mio.) und Italien (5,7 Mio.).
Ein ganz besonderer Dank gebührt dem Team von Biolovision um Gaëtan Delaloye, das im Hintergrund großartige Arbeit leistet. Bis auf wenige Stunden lief das Portal vom Start weg fehlerfrei und Probleme konnten in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit behoben werden. Merci beaucoup!
Der umfangreiche, durch Sie zusammengetragene Datenschatz bietet viele Auswertungsmöglichkeiten, Einblicke und auch neue Erkenntnisse. Einige Beispiele hierfür finden Sie in unseren Auswertungen in Der Falke, die unter Publikationen und Auswertungen heruntergeladen werden können. Doch viele Erkenntnisse bieten auch bereits die Auswertungsmöglichkeiten, die Ihnen über die Datenbankabfragen mit wenigen Klicks zur Verfügung stehen.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Erkunden unserer Vogelwelt, online auf ornitho, vor allem aber draußen in der Natur.
Christopher König, Patric Lorgé und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
posted by Christopher König
Tuesday, July 1st, 2014
tipnews
Summer Goose count in Northrhine-Westphalia 12./13. July
Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit den höchsten Brut- und Übersommerungsbeständen von Grau-, Kanada-, Nil- und Rostgans. Während die Winterbestände über die monatlichen Wasservogelzählungen oder spezielle Gänsezählungen erfasst werden, sind Kenntnisse über Bestandsgrößen und Verbreitung im Sommer bis jetzt nur lückenhaft vorhanden. Seit 2011 organisiert die Nordrhein-Westfälische Ornithologen-Gesellschaft (NWO) daher mit Unterstützung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) NRW alljährlich eine landesweite Gänsezählung im Sommer. In diesem Jahr findet die Erfassung am 12./13. Juli statt. Ziel ist es neben landesweiten Angaben zum Bestand auch in möglichst vielen Gebieten Informationen zum Bruterfolg zu ermitteln. Einen Bericht zur Zählung 2013, bei der mehr als 30.000 Gänse erfasst wurden, können Sie hier herunterladen.
Erfahrungen zeigen, dass die Gänse überwiegend morgens früh und abends zu den Nahrungsflächen fliegen und sich tagsüber an Gewässern konzentrieren. Die Zählungen sollten deshalb zwischen 9 und 18 Uhr durchgeführt werden. Wer am Wochenende keine Zeit hat: Zählungen vom 9. bis 16. Juli werden in die Auswertungen einbezogen. Bitte melden Sie dabei unbedingt auch NULLZÄHLUNGEN (einfach Graugans mit Bestand = 0 eintragen).
Die Dateneingabe erfolgt über ornitho.de. Zum ersten Mal wird dabei eine durch die finanzielle Unterstützung der NWO ermöglichte neue Erweiterung genutzt, bei der die eingetragenen Daten direkt dem entsprechenden Erfassungsprojekt zugeordnet werden können.
Abgesehen von zwei Nachweisen aus der Zeit vor 1977 werden Buschrohrsänger erst seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland festgestellt. Ihr Brutareal erstreckt sich vom südlichen Finnland und dem Baltikum ostwärts bis an den Baikalsee. Bereits seit den 1970er Jahren werden alljährlich auch in Schweden singende Buschrohrsänger beobachtet und es ist eine allgemeine Ausbreitung nach Westen erkennbar. Das Überwinterungsgebiet der Art liegt vor allem in Indien und Sri Lanka.
Aktuell kommt es in Deutschland zum bislang stärksten festgestellten Auftreten der Art. Liegen bis 2012 gerade einmal 24 anerkannte Nachweise vor, wurden in den letzten Wochen Sichtungen von bereits mehr als 25 Individuen gemeldet. Die früheste Feststellung betrifft einen am 20. Mai auf der Ostseeinsel Greifswalder Oie gefangenen Vogel. Seitdem wurden dort noch drei weitere Buschrohrsänger gefangen und beringt sowie drei zusätzliche Vögel beobachtet. Eine ähnlich hohe Zahl wird von Helgoland gemeldet. Dort bislang erst insgesamt fünfmal nachgewiesen, konnten seit dem 21.5. etwa sechs verschiedene Vögel beobachtet werden. Weitere aktuelle Beobachtungen stammen aus Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen. Nachdem Buschrohrsänger in den letzten Jahren bereits in Polen, Dänemark und den Niederlanden gebrütet haben, ist selbst ein Brutverdacht/-nachweis hierzulande denkbar.
Die Bestimmung ist nicht ganz einfach, es gilt vor allem genau hinzuhören. Optisch sind Buschrohrsänger eher unauffällig und ähneln auf den ersten Blick Teich- und Sumpfrohrsängern. Leichter sind sie an ihrem Gesang zu bestimmen, der charakteristisch ist und häufig auch nachts vorgetragen wird, allerdings mit dem des Sumpfrohrsängers verwechselt werden kann (zumal dieser ebenfalls häufig nachts singt). Der Gesang wird in der Regel pausenreicher und langsamer vorgetragen als der des Sumpfrohrsängers. Auch die Imitationen anderer Vogelgesänge sind nicht so zahlreich und folgen weniger dicht aufeinander als bei diesem. Tonaufnahmen des Buschrohrsängers können Sie sich in der Tongalerie von ornitho.de anhören. Dort finden Sie zum Vergleich auch Aufnahmen der übrigen Rohrsängerarten. Da auch diese mitunter die ganze Nacht singen, muss eine Verwechslung sicher ausgeschlossen werden. Soweit möglich sollten Sie Ihre Beobachtungen auch durch Tonaufnahmen belegen. Haben Sie einen Buschrohrsänger entdeckt, denken Sie bitte an eine zeitnahe Dokumentation bei der DAK.
Viel Erfolg bei der Suche nach Buschrohrsängern wünscht