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Mittwoch, 19. Dezember 2012
tipnews
Alter, Geschlecht, Habitat und Schlafplätze (und was Sie dabei beachten sollten)
Im Winterhalbjahr sind Feuchtgebiete beliebte Ziele für Exkursionen und die dort rastenden und überwinternden (Wasser)Vogelarten werden häufig notiert und bei ornitho gemeldet. Um die Daten für Auswertungen und die Naturschutzarbeit bestmöglich nutzen zu können, möchten wir Ihnen einige Tipps an die Hand geben:
Alters- und Geschlechterverhältnisse
Viele Melderinnen und Melder machen Angaben zum Alter und Geschlecht der beobachteten Vögel. Es steht damit eine Fülle an wertvollen Daten für interessante Auswertungen zur Verfügung. Bei Gänsen und Schwänen beispielsweise ist der Jungvogelanteil in den überwinternden Trupps ein guter Indikator für den Bruterfolg in den Brutgebieten. Im jährlichen Vergleich ergeben sich daraus wichtige Hinweise auf die Ursache von Bestandsveränderungen. Wir möchten uns deshalb bei allen bedanken, die sich im Feld die (lohnende!) Mühe machen, genauer zu differenzieren!
Wir möchten Sie jedoch bitten, unbedingt Folgendes zu beachten:
Machen Sie bitte immer Angaben zu allen beobachteten Geschlechtern oder Altersklassen! Immer wieder stellen wir fest, dass z.B. in einem Trupp von Singschwänen nur die Jungvögel angegeben sind. Das kann bedeuten, dass die übrigen Tiere Altvögel waren, aber auch, dass in einem Trupp X Jungvögel beobachtet wurden (womit der Schluss, alle übrigen sind Altvögel, natürlich nicht zulässig ist!). Die Daten müssen deshalb bei Auswertungen außen vor bleiben, damit z.B. der Jungvogelanteil nicht falsch eingeschätzt wird.
Ein Grund, weshalb nur die Jungvögel oder nur ein Geschlecht angegeben wurden, mag darin liegen, dass nur eine Zeile bei den Details zum Alter und Geschlecht angegeben ist. Um das andere Geschlecht oder weitere Altersklassen anzugeben, klicken bitte auf „weitere Detailangaben anfügen". Alternativ finden Sie neuerdings darunter ein Feld, über das Sie die Detailangaben sehr schnell und einfach eintragen können. Mit einem Klick in das Feld öffnet sich ein Hinweis, wie die Detailangaben in das Feld eingetragen werden müssen.
Vielfach wird für Vögel im 1. Winter die Kategorie „immatur“ verwendet. Bitte verwenden Sie bis zum 31.12. eines Jahres die Kategorie „1. KJ / diesjährig“ und ab dem 1.1. „2. KJ / vorjährig“. Bei Höckerschwänen ist das sogar essenziell, da sich bei diesen Vögel im 2. Winter oft noch von Altvögeln unterscheiden lassen. Vermeiden Sie deshalb bitte insbesondere bei Höckerschwänen die Kategorie „immatur“. Wer Altvögel von zwei- bis dreijährigen Vögeln unterscheidet, sollte diese als weitere Kategorie gesondert angeben.
Die Altersverhältnisse unterscheiden sich zwischen kleinen und großen Trupps. Kleine Trupps oder einzelne Familien, die sich z.B. bei Schwänen fast auf einen Blick differenzieren lassen, haben durchschnittlich einen höheren Jungvogelanteil. Falls es die Zeit zulässt, differenzieren Sie auch größere Ansammlungen. Diese Informationen sind sehr wertvoll, damit es nicht zu einer Überschätzung des Jungvogelanteils kommt.
Machen Sie Altersangaben auch dann, wenn ein Trupp nur aus Alt- oder Jungvögeln besteht! Mitunter hatten wir den Eindruck, dass vor allem Trupps gemeldet wurden, die beide Altersklassen enthielten.
Die Familiengröße bei Gänsen und Schwänen ist ebenfalls eine interessante Information. Falls Sie diese ermitteln, geben Sie diese bitte im Bemerkungsfeld wie folgt an: Familien: 3x1, 4x2, 1x5 Juv.
Rast- oder Nahrungshabitat
Bei in der Agrarlandschaft rastenden Vögeln (v.a. Gänsen, Schwänen, Kranichen und Limikolen) ist das Rast- oder Nahrungshabitat eine wichtige Zusatzinformation. Falls Sie dieses bestimmen können, tragen Sie es bitte unter den Optionalen Angaben bei "(Rast)Habitat" ein. Im Gegensatz zu Angaben unter „Bemerkungen“ können diese Angaben dann direkt ausgewertet werden. Bei Gänsen und Schwänen unterscheiden sich z.B. die Jungvogelanteile zwischen verschiedenen Habitaten. Auch deshalb ist die Angabe des Habitats wertvoll und wichtig.
Bitte machen Sie auch möglichst bei „Präzisierung der Beobachtung“ eine Angabe, so dass eindeutig zwischen rastenden und ziehenden / überfliegenden Vögel unterschieden werden kann. Bei ziehenden Vögeln ist auch die Zeit eine wichtige Information. Diese können Sie direkt hinter dem Datum mit Leerzeichen getrennt angeben, z.B. 24.11.2012 12:00
Nicht immer ist die Unterscheidung zwischen „Nahrung suchend“ und „rastend / ruhend“ eindeutig möglich. Im Zweifelsfalle sollten Sie „Nahrung suchend“ eingeben, auch wenn ein Teil des Vogeltrupps zum Beobachtungszeitpunkt ruht. Nicht hilfreich ist es, für einen zusammenhängenden Rasttrupp zwei Datensätze anzulegen, die sich lediglich in der Präzisierung der Verhaltensweise unterscheiden. Gleiches gilt für Anteile eines zusammenhängenden Rasttrupps, die sich über eine Parzellengrenze hinweg bewegen und daher zwei verschiedene Habitate nutzen. Hier sollten sie das vorrangig genutzte Habitat eingeben. Separate Trupps in größeren Gebieten sollten hingegen möglichst mit exakter Lokalisierung getrennt eingegeben und codiert werden.
Schlafplätze
Gänse, Schwäne, Reiher, Kranich oder Kormoran, aber auch einige Greif- und Singvogelarten suchen (nicht nur im Winter) Gemeinschaftsschlafplätze auf. Gebiete, die als Schlafplätze dienen, haben eine besondere Bedeutung für die betreffenden Vogelarten. Wir möchten Sie deshalb bitten,
Schlaf- oder abendliche Sammelplätze unter „Präzisierung der Beobachtung“ stets als „Schlaf- / Sammelplatz“ zu kennzeichnen (unter „Bemerkungen“ geht diese Information leicht verloren).
bei Schlafplatzzählungen möglichst die Uhrzeit anzugeben.
Falls Sie konkrete Befürchtungen haben, dass die mancherorts durchaus sensiblen Informationen in „falsche Hände“ geraten könnten: Setzen Sie den Haken bei „geschützte Beobachtung“. Sie ist dann für die Öffentlichkeit unsichtbar, steht jedoch Artexperten und Regionalkoordinatoren zur Verfügung. In vielen Fällen ist das Verbergen vor der Öffentlichkeit aber nicht notwendig.
Hinweis: Am 12./13. Januar 2013 findet eine europaweite Kormoran-Schlafplatzzählung statt. Wir möchten deshalb alle Beobachterinnen und Beobachter bitten, im Vorfeld besonders auf Kormoran-Schlafplätze zu achten und diese entsprechend zu codieren. Weitergehende Informationen und zur Mitarbeit finden Sie unter www.dda-web.de/kormoran2013. Jegliche Unterstützung ist sehr willkommen!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Ihr ornitho-Team
Foto: C. Moning
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 4. Dezember 2012
tipnews
Weiß ist nicht gleich Weiß – Hinweise zur Bestimmung weißköpfiger Schwanzmeisen
In ornitho.de häufen sich seit Mitte Oktober die Meldungen weißköpfiger Schwanzmeisen der nordosteuropäischen Unterart caudatus. Ein gehäuftes Auftreten wird aktuell jedoch aus keinem unserer Nachbarländer gemeldet. Es gibt jedoch auch unter der bei uns brütenden Unterart europaeus Individuen mit sehr hellen, teils fast weißen Köpfen. In den östlichen Bundesländern hat sogar ein hoher Anteil der Brutvögel helle Köpfe, Wir möchten deshalb noch einmal auf die wichtigsten Merkmale bei der Unterartbestimmung hinweisen und hilfreiche Literaturtipps bereitstellen.
Der gängigen Bestimmungsliteratur (s.u.) nach müssen caudatus-Schwanzmeisen folgende Merkmale zeigen:
rein weißer, d.h. „schneeweißer“ Kopf
scharfe Begrenzung des schwarzen Nackens zum weißen Hinterkopf
oftmals weiße Schulterfedern mit nur schwach rosafarbenen Zeichnungen (im Gegensatz zum eher dunklen Rosa bei unseren heimischen Brutvögeln)
weiße oder zumindest breit-weiß gerandete Schirmfedern
weißer Bauch mit nur hell-rosafarben überhauchten Flanken
Die auf den ersten Blick „weißköpfigen“ europaeus-Schwanzmeisen zeigen bei genauerem Hinsehen stets grauweiße Kopffärbungen mit dunklen Federpartien oder dunklen Einsprenkelungen im Bereich der Ohrdecken und des Nackens oder aber eine dunkelweiße Zeichnung des Unterbauches und der Flanken sowie sehr selten auch Andeutungen eines Brustbandes. Im Feld sind diese Merkmale bei den bekanntlich sehr bewegungsfreudigen Schwanzmeisen nicht immer direkt zu erkennen! Bei Individuen, die einen auffallend hellen Kopf zeigen, sollte deshalb immer auf die obigen Merkmale geachtet, sie am besten fotografiert oder unter den Bemerkungen in ornitho genau beschrieben werden.
Bitte melden Sie nur sicher bestimmte caudatus-Schwanzmeisen unter dieser Unterart. Nicht sicher auf Unterartniveau bestimmte Schwanzmeisen melden Sie bitte als „Schwanzmeise“ und machen Sie ggf. weitere Angaben zu den Vögeln im Bemerkungsfeld. Falls Sie sich bei Ihrer Bestimmung nicht sicher sind, können Sie sich mit Ihren Fotos auch gerne an bestimmungshilfe@ornitho.de wenden.
Sehr hilfreich zur Bestimmung und zur generellen Information über die Unterarten der Schwanzmeise sind die folgenden, teils frei verfügbaren Artikel:
Bot, S., R. van Bemmelen, A. H. V. Eggenhuizen & D. Groenendijk (2012): Invasion of White-headed Long-tailed Tits in the Netherlands in 2010-11: identification. Dutch Birding 34: 151-159.
van Bemmelen, R. S. A., A. H. V. Eggenhuizen & W. Faveyts (2012): Invasion of White-headed Long-tailed Tits in the Netherlands in 2010-11: progression, numbers and distribution. Dutch Birding 34: 77–84.
Viel Spaß bei der Beobachtung und Bestimmung – nicht nur der Schwanzmeisen – wünscht
das Team von ornitho.de
Die wichtigsten Merkmale typischer Ae. c. caudatus (am Beispiel eines im Januar 2011 im Saarland fotografierten Vogels. Fotos: Maria Hoffmann
aufgegeben von Christopher König
Samstag, 17. November 2012
avinews
Adieu Tore! Der besenderte Schelladler verlässt Deutschland unbeobachtet
Durch seine enge Verwandtschaft zum bekannten „Phantom-Schelladler“ Tõnn, der seit Jahren im Frühjahr und Herbst über die Köpfe der deutschen Beobachterinnen und Beobachter hinweg zieht, ohne dabei entdeckt zu werden, war es vielleicht schon zu ahnen: Der besenderte Schelladler Tore hat Deutschland mittlerweile ungesehen in Richtung Süden verlassen und hält sich nun in der Schweiz auf.
Ganze zwei Wochen hielt sich Tõnns kleines Geschwister in Süddeutschland auf: Am 31. Oktober war der Adler von Polen über Tschechien bis in die Nähe von Nürnberg geflogen. Bis zum 4. November zog es ihn weiter an die Donau bei Donauwörth, fünf Tage später wurde er aus Memmingen an der Grenze zu Baden-Württemberg geortet. Die nächste und damit auch aktuellste Lokalisierung von Tore stammt vom 15.11. aus der Nähe von Chur in der Schweiz. Der Schelladler hat also über das Allgäu den Bodensee östlich passiert und ist dann über Österreich und eventuell Liechtenstein bis in die Hochalpen der Schweiz geflogen.
Diese Route ist sicherlich überraschend und es bleibt spannend, wohin Tore seinen Weg fortsetzen wird. Vielleicht folgt er seinem Bruder Tõnn auf die Iberische Halbinsel, vorstellbar wäre aber auch ein anderes mediterranes Winterquartier. Vielleicht schafft Tore sogar den Sprung über das Mittelmeer, denn Schelladler überwintern auch im Nordosten Afrikas und einzelne sogar südlich der Sahara.
Die verschiedenen Routen der besenderten Schelladler Tõnn und Tore zeigen einmal mehr, wie spannend der Vogelzug und das Verhalten der Vögel sind. Wer die Wege der osteuropäischen Adler auf dem Zug ins Winterquartier verfolgen möchte, kann die Positionen der Vögel unter http://birdmap.5dvision.ee sehr aktuell mitverfolgen. Dort finden sich neben Routen weiterer besenderter Greifvögel auch die mehrerer Schwarzstörche und Kraniche.
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 16. November 2012
avinews
Klingelingeling, Klingelingeling, hier kommt der Seidenschwanz! - was Sie dabei beachten sollten
Am 23.Oktober wurden die ersten Seidenschwänze über ornitho von der Greifswalder Oie gemeldet. Ihnen folgten schnell weitere auf Helgoland und kurz darauf auch die ersten größeren Trupps entlang der Ostseeküste. Mittlerweile wurden Ansammlungen von 100 und mehr Vögeln entdeckt, teilweise bereits weit im Binnenland (s. aktuelle ornitho-Karte). In Großbritannien wurden in den letzten sechs Wochen ersten Schätzungen zufolge bereits mehr als 5.000 Seidenschwänze festgestellt. Kündigt sich wieder ein größerer Einflug an?
Die letzte große Seidenschwanz-Invasion gab es im Winter 2004/2005, als viele Tausend Vögel nach Mittel- und Westeuropa einflogen und im Laufe des Winters bis Italien und Spanien gelangten. Dieser Einflug wurde nicht nur in Deutschland sehr gut dokumentiert – hierzulande noch aufwändig mit Hilfe von Excel-Tabellen. In der Schweiz verhalfen sie dem damals noch auf den französisch-sprachigen Teil des Landes beschränkten ornitho.ch zum endgültigen Durchbruch.
Um den Verlauf der Invasion in Deutschland und Luxemburg bestmöglich dokumentieren zu können, bitten wir Sie, nicht nur alle Beobachtungen von Seidenschwänzen bei ornitho einzutragen, sondern auch noch Folgendes zu beachten: Machen Sie unter „Präzisierung der Beobachtung“ bitte Angaben zum Verhalten der Vögel (z.B. rastend, Nahrung suchend, umherfliegend oder ziehend). Sollten Sie die Seidenschwänze bei der Nahrungsaufnahme beobachten, geben Sie bitte - wenn möglich - auch an, wovon sich die Seidenschwänze ernährten. Bitte tragen Sie auch möglichst immer die Uhrzeit der Beobachtung ein, so dass einzelne Trupps differenziert werden können. Die Uhrzeit tragen Sie hinter dem Datum mit Leerzeichen getrennt ein (z.B. 14.11.2012 12:30).
Seidenschwänze sind auffällige, starengroße Vögel mit rötlichbeigefarbenem Gefieder und einer auffälligen Kopfhaube. Sie streifen in Trupps umher und sind dabei häufig in der direkten Nähe des Menschen, in Gärten, Parks und Alleen anzutreffen. Die Nahrung der Seidenschwänze besteht hauptsächlich aus Beeren. Auch an Bäumen verbliebenes Obst und Mistelbeeren stehen auf ihrer Speisekarte. In der Nähe ihrer Nahrungsstellen rasten sie gerne auf höheren Bäumen. Die Seidenschwänze machen häufig mit ihren charakteristischen, „klingelnden“ Rufen auf sich aufmerksam. In der Tongalerie finden Sie bereits erste Aufnahmen. In der Fotogalerie können Sie Ihre Bestimmung zudem anhand einer Reihe von Aufnahmen überprüfen.
In der Hoffnung, dass der Einflug weiter anhält und es auch bei Ihnen bald in den Ohren „klingelt“,
Ihr Team von ornitho.de
Foto: T. Hinsche
aufgegeben von Christopher König
Mittwoch, 14. November 2012
avinews
Einflug von Kohlmeisen mit abweichenden Rufen
Seit einigen Wochen häufen sich im gesamten Bundesgebiet Nachweise von großen Kohlmeisen-Trupps, die oft eilig nach Südwesten ziehen. Auf einigen Nordseeinseln wurden so z.B. Durchzugszahlen von bis zu 4.000 Kohlmeisen in nur zwei Stunden erfasst. Die Durchzügler zeichnen sich durch einen auffälligen Kontaktruf aus. Es wird deshalb vermutet, dass es sich um Kohlmeisen handelt, die sonst nicht in Mitteleuropa überwintern (siehe Diskussion im Forum des Club300).
Inzwischen konnten die Vögel in weiten Teilen Deutschlands nachgewiesen werden. Auf Helgoland rufen fast alle Kohlmeisen so, in München und am Bodensee ist es ein Großteil der momentan ziehenden Meisen. Auch aus Niedersachsen und Hessen sind Meldungen bekannt.
Der feine, zweisilbige Kontakt-/Flugruf klingt ungefähr "sie wit" oder "si sit" und erinnert an den Ruf von Blau- oder Tannenmeise. Der abweichende Ruf wird meist als Doppelruf geäußert (aber auch 3 und 4 Wiederholungen sind oft zu hören). Einige Beispiele findet man in der Tongalerie von ornitho sowie im Audioarchiv des Club300. Weiterhin treten unter diesen Invasionsmeisen Vögel auf, die wie Blaumeisen rufen. Von diesen Vögeln gibt es bislang noch keine Tonaufnahmen.
Ton-Aufnahmen dringend erwünscht!
Um den spannenden Einflug der abweichend rufenden Kohlmeisen nicht undokumentiert verstreichen zu lassen, sollten diese Kohlmeisen bei ornitho mit dem Hinweis „Invasionsruf“ im Bemerkungsfeld gemeldet werden. Falls Sie Ton-Aufnahmen anfertigen können, fügen Sie diese bitte Ihren Meldungen hinzu, sodass dieses Phänomen genauer untersucht und die mögliche Herkunft der abweichend rufenden Kohlmeisen hoffentlich geklärt werden kann. Falls in Kohlmeisen-Trupps keine abweichenden Rufe festgestellt werden, geben Sie bitte als Bemerkung "KEIN Invasionsruf" an.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung sagen
Jochen Dierschke und Ralph Martin
Foto: R. Rößner
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 2. November 2012
avinews
Auf den Spuren von Bruder Tõnn: Schelladler Tore in Deutschland
Nach zwei kurzen Besuchen verließ uns der bekannte besenderte Schelladler Tõnn in diesem Jahr bereits Ende September ungesehen in Richtung Winterquartier. Seit dem 5. Oktober hält er sich nun traditionell im spanischen Naturpark El Hondo südwestlich von Alicante auf. Doch nun macht ein weiterer Schelladler in Deutschland von sich reden: Tõnns Geschwister Tore hält sich aktuell (noch?) bei uns auf. Der junge Schelladler unbekannten Geschlechts wurde in der vergangenen Brutsaison in Estland besendert und befindet sich nun im wahrsten Sinne des Wortes auf den Spuren von Tõnn. Vergleicht man die aktuelle Route von Tore mit dem Zugweg von Tõnn im ersten Herbst seines Lebens im Jahr 2008, so gleicht sich die Strecke sehr stark. Dies deutet daraufhin, dass der gewählte Zugweg genetisch veranlagt ist.
Am 31.10. flog Tore aus Polen kommend entlang der sächsisch/tschechischen Grenze und überquerte schließlich östlich von Bayreuth die Grenze nach Deutschland. Seine bis dato letzte Ortung stammt vom 1.11. aus Neunkirchen a. Sand im Nürnberger Land. Wie sein Bruder Tõnn, so wurde auch Tore auf seinem Zug bisher nicht beobachtet, sondern lässt sich nur anhand der Satellitentelemetrie verfolgen. Wir sind gespannt, ob noch eine Sichtung gelingt und wohin ihn der weitere Weg in diesem Herbst führen wird. Wird er vielleicht sogar ebenfalls bis nach El Hondo fliegen und dort auf seinen großen Bruder treffen? Die aktuelle Route von Tore sowie die aktuelle Position von Tõnn lassen sich wie immer mitverfolgen unter: http://birdmap.5dvision.ee/
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 30. Oktober 2012
avinews
1 Jahr ornitho.de und ornitho.lu – herzlichen Dank für die Unterstützung!
Am 30. Oktober 2011 wurden ornitho.de und ornitho.lu gestartet. Seither entwickelte sich das Portal prächtig, bereits nach etwa einer Woche hatte sich die 1.000 Person angemeldet, und am 25. März 2012 wurde der einmillionste Datensatz eingetragen. Heute, exakt nach einem Jahr, sind rund 6.300 Personen bei ornitho angemeldet und 2,7 Mio. Beobachtungen wurden eingetragen, 2,1 Mio. davon für den Zeitraum seit dem Start. Für diesen großen Zuspruch möchten wir allen Melderinnen und Meldern herzlich danken. Mit solch einer Bilanz am Ende des ersten Jahres hätten wir nicht gerechnet!
Über 303 Regionalkoordinatoren und Artspezialisten sichten auf Kreis-, Landes- und Bundesebene die eingehenden Beobachtungen, vergeben Ortsbezeichnungen und stehen bei Fragen den Meldern mit Rat zur Seite. Vielen Dank für die ungemein wichtige und zeitaufwändige Unterstützung!
Ein ganz besonderer Dank gebührt dem Team von Biolovision um Gaëtan Delaloye, das im Hintergrund exzellente Arbeit leistet. Sie waren bei Fehlern jederzeit für uns erreichbar und behoben sie in der Regel umgehend, so dass ornitho.de und ornitho.lu nur wenige Stunden nicht voll funktionsfähig waren. Merci beaucoup!
Der umfangreiche, durch Sie zusammengetragene Datenschatz bietet viele Auswertungsmöglichkeiten, Einblicke und auch neue Erkenntnisse. Einige Beispiele hierfür finden Sie in den ersten Auswertungen in Der Falke, die unter Publikationen und Auswertungen heruntergeladen werden können. Doch viele Aha- und Oho-Erlebnisse bieten auch bereits die Auswertungsmöglichkeiten, die Ihnen über die Datenbankabfragen oder die kleinen Symbole hinter jeder Beobachtung (Verbreitung der letzten 14 Tage oder jahreszeitliches Auftreten) mit wenigen Klicks zur Verfügung stehen.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Erkunden unserer Vogelwelt, online auf ornitho, vor allem aber draußen. Denn der frühe Wintereinbruch hat nicht nur uns überrascht, sondern wird sicherlich auch in der Vogelwelt für so manche Überraschung sorgen.
Gilles Biver, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Johannes Wahl
Freitag, 26. Oktober 2012
avinews
Herbstzug und -rast der Kraniche – bitte beachten!
Derzeit rasten Kraniche zu Zehntausenden im Norden und Osten Deutschlands. In Kürze werden die meisten von ihnen den Zug in die Überwinterungsgebiete in Südwesteuropa antreten. Vor allem im Westen Deutschlands und Luxemburgs werden dann wieder die weithin hörbaren Rufe und beeindruckenden Zugformationen zu sehen sein. Die AG Kranichschutz Deutschland (NABU, WWF, Lufthansa Umweltförderung) sammelt seit vielen Jahrzehnten Beobachtungsdaten zum Zug und zur Rast der Kraniche hierzulande und wertet diese aus. Damit diese später detailliert ausgewertet und für Naturschutzfragen eingesetzt werden können, bitten wir Sie um Folgendes:
Geben Sie die Beobachtungen möglichst für jeden Trupp separat an.
Geben Sie zu Ihren Zugbeobachtungen bitte immer eine Uhrzeit an. Diese können Sie direkt hinter dem Datum von Hand eingeben, z.B. 05.10.2012 13:00.
Bitte geben Sie bei Zugbeobachtungen immer eine Zugrichtung an. Diese können Sie im Feld „Präzisierung der Beobachtung“ auswählen.
Falls Sie an Massenzugtagen für mehrere Stunden an einem Ort stehen und den Zug verfolgen, geben Sie bitte den Erfassungszeitraum sowie für die Interpretation der Daten wichtige Informationen (z.B. Sichtweite) unter „Bemerkungen“ an.
Geben Sie Trupps rastender oder Nahrung suchender Kraniche bitte punktgenau ein. Vermerken Sie bei diesen – sofern zutreffend und erkennbar – auch das (Rast)Habitat an. Unter „Präzisierung der Beobachtung“ können Sie auch vermerken, ob die Kraniche rasteten oder Nahrung suchten.
Falls Sie Kraniche abends oder morgens am Schlafplatz gezählt haben, geben Sie bitte ebenfalls die Uhrzeit sowie unter „Präzisierung der Beobachtung“ Sammel-/Schlafplatz an.
Alle Kranich-Daten werden der AG Kranichschutz Deutschland für detailliertere Analysen zur Verfügung gestellt. Sie müssen Ihre Beobachtungen daher nicht zusätzlich unter www.kraniche.de eingeben.
Hinweis: Die Hinweise bezüglich der Rast gelten insbesondere auch für Gänse und Schwäne sowie weitere auf Feldern rastende / Nahrung suchende Vogelarten (z.B. Kiebitze, Goldregenpfeifer).
Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und hoffen, dass Sie ebenfalls das faszinierende Schauspiel des herbstlichen Kranichzugs bestaunen können!
Ihr Team von ornitho.de
Foto: L. Ritzel
aufgegeben von Johannes Wahl
Donnerstag, 11. Oktober 2012
tipnews
Bitte um Mitarbeit: Jungvogelanteile beim Sanderling
Der jährliche Bruterfolg arktischer Limikolen ist starken Schwankungen unterworfen. Die Ursachen hierfür sind die komplexen Räuber-Beute-Beziehungen (Lemmingzyklus) und die damit verbundenen jahrweisen Unterschiede im Prädationsdruck sowie die sehr variablen Witterungsbedingungen während der kurzen Brutzeit, in der praktisch keine Nachgelege möglich sind.
Ein gutes Maß für den Bruterfolg in den schwer zugänglichen Brutgebieten ist der Jungvogelanteil in rastenden und überwinternden Trupps außerhalb der Brutzeit. Bei Gänsen und Schwänen haben Erfassungen des Jungvogelanteils in Europa bereits eine lange Tradition. Dadurch konnten wichtige Erkenntnisse über die Ursachen von Bestandsveränderungen, aber auch die Zugstrategie gewonnen werden.
Ein Projekt derInternational Wader Study Group hat nun zum Ziel, Jungvogelanteile des Sanderlings erstmals großräumig zu untersuchen. Darüber soll geklärt werden, ob und welche Muster es hinsichtlich der Jungvogelanteile im von Nordeuropa bis Südafrika reichenden Überwinterungsgebiet gibt und – bei längerfristiger Betrachtung – welchen Schwankungen der jährliche Bruterfolg unterworfen ist. Wie Voruntersuchungen zeigten, lassen sich diesjährige Sanderlinge bis Ende Oktober gut von adulten Sanderlingen unterscheiden. Begünstigend kommt hinzu, dass diese sich größtenteils an offenen Sandstränden aufhalten und sich dort oft gut beobachten lassen.
Falls Sie also in den kommenden Wochen Zeit und Muße haben, versuchen Sie doch einmal mit Hilfe der gut illustrierten Anleitung das Altersverhältnis von Sanderlingen zu bestimmen. Sie tragen dadurch nicht nur ein Mosaiksteinchen zu einer internationalen Studie bei, sondern schärfen vielleicht auch ihren Blick auf kleine Details im Gefieder.
Eingabe in ornitho
Bei der Eingabe Ihrer Daten in ornitho achten Sie bitte darauf, die nach Alter differenzierten Individuen für jeden einzelnen Trupp separat in die dafür vorgesehenen Felder unter den optionalen Angaben ein. Bitte geben Sie immer sowohl die Alt- als auch die Jungvögel an! Falls Sie nur einen Teil eines großen Trupps ausgezählt haben, geben Sie bitte die Gesamtanzahl und bei den Details nur die Anzahl differenzierter Individuen an. Wenn Sie Fotos der ausgezählten Trupps machen konnten, fügen Sie diese bitte den Meldungen hinzu.
Die Anleitung zur Alterbestimmung und Erfassungsmethode finden Sie hier: [ PDF ]
Wir freuen uns über Ihre Unterstützung und auf spannende Ergebnisse!
Hilger Lemke und Jeroen Reneerkens im Namen der gesamten Sanderling-Teams der IWSG
Eine Art, zwei Altersgruppen: ein Altvogel im typischen Winterkleid (links) und ein klassischer Jungvogel mit nur ein paar wenigen gemauserten (grauen) Mantelfedern (rechts). Bretagne, September 2012. Foto: Jeroen Reneerkens
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 4. Oktober 2012
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Sommer 2012
In der Juli-Ausgabe der Zeitschrift „Der Falke“ haben wir im ersten Beitrag der neuen Rubrik „Vögel in Deutschland aktuell“ einen Rückblick auf das Frühjahr 2012 geliefert. Der Frühjahrszug ließ sich damals durch die vielen tausend Beobachtungsmeldungen bei ornitho sehr gut mitverfolgen. Ein Vierteljahr später folgt nun ein Überblick über die Sommermonate 2012. Durch die hervorragende Mitarbeit von mittlerweile mehr als 6.000 Personen konnten zwischen Juni und August mehr als eine halbe Million Beobachtungen gesammelt werden. Vielen Dank für Ihre großartige Unterstützung!
Auch während der Brutzeit gab es eine Reihe avifaunistischer Überraschungen. So wird im aktuellen Beitrag über die ersten Bruten von Silberreiher und Teichwasserläufer, die Entwicklungen nach dem im letzten Beitrag beschriebenen Einflug von Stelzenläufern sowie das gehäufte Auftreten von Grünlaubsängern berichtet. Auch an seltenen Gästen, die in ornitho gemeldet wurden, mangelte es während der Sommermonate nicht, wie der Überblick der Seltenheiten des Sommers 2012 zeigt.
Das komplette Falke-Heft 10/2012 mit vielen weiteren Beiträgen u.a. über die Geier Indiens, schwarze Vögel, zur Bachstelze und über die Entstehung von Schwarzspechthöhlen können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Sommer 2012“ können Sie hier als PDF herunterladen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de!