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Dienstag, 10. Juli 2012
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Frühjahr 2012
Die beeindruckende Fülle an Informationen zu aktuellen Entwicklungen in der Vogelwelt, die seit der Einführung von ornitho gesammelt worden sind, bietet Gelegenheit, zeitnah einen Rückblick über die Geschehnisse der vergangenen Monate zu geben. Aus diesem Grund startet mit der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Der Falke“ die neue Rubrik „Vögel in Deutschland aktuell“, die künftig vierteljährlich einen Rückblick auf die vergangene Jahreszeit liefert. Im ersten Beitrag wird das Frühjahr 2012 behandelt. Fast 900.000 Beobachtungen wurden in den Monaten März bis Mai diesen Jahres von den mittlerweile über 5.000 angemeldeten Personen beigesteuert. Der Frühjahrszug ließ sich dadurch sehr gut mitverfolgen. Einige interessante Beispiele haben wir im aktuellen Beitrag herausgegriffen, die zeigen, welche neuen Möglichkeiten sich durch die zentrale Zusammenführung der Zufallsdaten bieten. Dass sich unter den vielen Zugvögeln auch die eine oder andere Rarität versteckt hat, zeigt ein Überblick der Seltenheiten des Frühjahrs 2012.
Das komplette Falke-Heft 07/2012 mit vielen weiteren Beiträgen u.a. zu 40 Jahren Ramsar-Konvention, zur Ringeltaube, zur Lachseeschwalbe in Deutschland und der langjährigen Dohlenforschung in Thüringen können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Frühjahr 2012“ können Sie hier als PDF herunterladen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de!
Neuntöter. Foto: Michael Radloff
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 3. Juli 2012
avinews
Landesweite „Sommergans“-Zählung in NRW am 8. Juli
Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit den höchsten Brut- und Übersommerungsbeständen von Grau-, Kanada-, Nil- und Rostgans. Im Gegensatz zu den Gänse-Beständen im Winter gibt es jedoch hinsichtlich der Anzahlen nach der Brutzeit noch erhebliche Defizite. Deshalb führt die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO) am kommenden Sonntag, den 8. Juli, erneut eine landesweite Erfassung der Sommergans-Bestände durch. Ziel ist es neben landesweiten Angaben zum Bestand aber auch, in möglichst vielen Gebieten Informationen zum Bruterfolg zu ermitteln.
NRW beherbergt aber auch die meisten Ornitho-logen (737), so dass wir hoffen, dass mit ihrer Hilfe die räumliche Abdeckung im Vergleich zur ersten Erfassung 2011 noch verbessert werden kann. Im Rahmen dieser Zählung wurden rund 25.000 Gänse erfasst.
Erfahrungen in den Niederlanden zeigen, dass die Gänse überwiegend morgens früh und abends zu den Nahrungsflächen fliegen und sich tagsüber an Gewässern konzentrieren. Die Zählungen sollten deshalb zwischen 9 und 18 Uhr durchgeführt werden. Sie lassen sich also bestens mit einer Radtour oder einen Beobachtungstour bei aller Voraussicht nach besten Witterungsbedingungen am Sonntag verbinden. Wer an diesem Tag keine Zeit hat: Zählungen vom 6. bis 9. Juli werden in die Auswertungen einbezogen. Die Dateneingabe erfolgt über ornitho.de (Anleitung s. unten).
Erster Brutnachweis des Teichwasserläufers in Deutschland
Nachdem in diesem Jahr bereits der schon erwartete erste Brutnachweis des Silberreihers in Deutschland gelang und an mehreren Stellen die hierzulande nur unregelmäßig brütenden Stelzenläufer nach dem Einflug ab Ende April zur Brut schritten, konnte nun eine weitere Vogelart erstmalig als Brutvogel in Deutschland nachgewiesen werden: In Bliestorf in Schleswig-Holstein konnten Vogelkundler den ersten Brutnachweis des Teichwasserläufers für Deutschland erbringen. Nachdem bereits im Mai ein Paar Teichwasserläufer in dem Feuchtgebiet bei der Kopulation beobachtet und auch fotografiert werden konnte, gelang den Ornithologen Benno Moreth, Bernd Koop und Stefan Krüger nun der Nachweis von zwei Altvögeln, die vier Junge führten.
Der Teichwasserläufer bewohnt die Steppenzone von Osteuropa über Sibirien bis Ostasien. In den letzten Jahrzehnten hat er sein Brutgebiet jedoch weiter nach Westen und Norden gedehnt, und es gab ab den 1980er Jahren Brutnachweise im östlichen Teil Polens, im Baltikum, in Finnland, Schweden und auch in Dänemark. Der aktuelle Nachweis in Schleswig-Holstein fügt sich gut in diese Entwicklung. Dennoch: Mit dieser neuen Brutvogelart hatte sicher niemand gerechnet.
Das Gebiet, in dem die Teichwasserläufer nun erfolgreich gebrütet haben, wurde im Frühjahr 2010 durch die Stiftung Aktion Kulturland erworben. Durch die Aufhebung der Entwässerung dieser ehemaligen Ackerfläche entstand ein 8 bis 10 ha großes Flachgewässer. Um das Gewässer dauerhaft offen zu halten, wird die Fläche durch eine Rinderherde beweidet.
Der Verlauf der Brut ließ sich anhand der in ornitho zusammengetragenen Daten sehr schön verfolgen. Nachdem am 10.5. erstmalig zwei Teichwasserläufer im Gebiet entdeckt und an den Folgetagen auch bei der Kopulation beobachtet wurden, ließ sich ab dem 13.5. nur noch ein Vogel auffinden. Ab dem 21.5. wurde kein Teichwasserläufer mehr gesehen. Umso überraschender dann die Sichtung am 20.6.: Ein Altvogel mit mindestens zwei nicht-flüggen Jungvögeln!
Noch können die insgesamt vier Jungvögel nur wenige Meter weit fliegen; mit etwas Glück lassen sie sich somit in den nächsten Tagen weiterhin beobachten. Wer sich die Teichwasserläufer ansehen möchte: Von der Straße von Bliestorf nach Grinau aus kann man das Gebiet einsehen. Aufgrund der Beobachtungsentfernung ist allerdings ein gutes Fernrohr erforderlich. Um die Jungvögel sowie auch die weiteren anwesenden Brut- und Rastvögel nicht zu stören, darf die Fläche nicht betreten werden! Belegfotos der Jungvögel sowie der Elterntiere finden Sie bei ornitho.
Benno Moreth gelang am 11.5. die Aufnahme der Paarung der Teichwasserläufer in Bliestorf.
aufgegeben von Christopher König
Montag, 2. Juli 2012
technews
Punktgenaue Verortung von Einzelbeobachtungen
Uns ist aufgefallen, dass recht viele Einzelbeobachtungen für die (blauen) Rastermittelpunkte gemeldet werden. Möglicherweise hat die eine oder der andere somit noch nicht entdeckt, dass Sie Einzelbeobachtungen mit einer sehr großen geografischen Präzision erfassen können, und zwar, indem Sie einfach am Beobachtungsort in die Karte klicken. Es erscheint dann die Option „Beobachtung mit exakter Lokalisierung anfügen“. Im darauf folgenden Fenster können Sie den exakten Ort noch präzisieren/korrigieren, in dem Sie die rote „Boje“ verschieben. Insbesondere zur Brutzeit lassen sich so Sänger, Paare oder Nester sehr exakt erfassen (z.B. bei Schwalben das Haus) und entsprechend auch in späteren Auswertungen nutzen. Bitte denken Sie an die Angabe des Brutzeitcodes, wenn Sie ein entsprechendes Verhalten festgestellt haben (im Zweifelsfalle bitte „Ignorieren“ wählen).
Vielen Dank für die großartige Unterstützung (wir nähern uns der zweiten Million!)!
Das Team von ornitho.de
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 26. Juni 2012
tipnews
Bienenfresser mit Geolokatoren gesucht!
In Sachsen-Anhalt wurden im vergangenen Jahr 40 Bienenfresser mit Helldunkel-Geolokatoren ausgestattet, mithilfe derer ihre Zugwege und Überwinterungsgebiete erforscht werden sollen. Helldunkel-Geolokatoren sind inzwischen weniger als ein Gramm leichte „Fahrtenschreiber“, die die Vögel wie einen Rucksack tragen. Mit ihnen wird ein uraltes Prinzip der Positionsbestimmung der Seefahrer in die moderne Vogelzugforschung übertragen: Durch Aufzeichnung der Tageslänge sowie des Datums kann die Position des Vogels ermittelt werden (Ausnahmen sind Zeiten der Tag-Nacht-Gleiche sowie der Dauertage nördlich des Polarkreises). Diese Methode ist deutlich kostengünstiger als die Satelliten-Telemetrie und kann auch auf wesentlich kleinere Arten angewandt werden. Nachteil dieser Methode ist, dass die Vögel erneut gefangen werden müssen, um die Daten auslesen zu können. Bislang konnten jedoch nur wenige Vögel wiedergefunden werden, da diese jahrweise in unterschiedlichen Kolonien brüten können und die Geolokatoren nicht ohne weiteres zu erkennen sind. Der Geolokator sitzt auf dem Rücken der Vögel unter dem Gefieder, so dass eine kleine Gefiederbeule entstehen kann. Oft ist nur der Lichtwellenleiter des Geolokators zu erkennen, der ca. 1 cm aus dem Rückengefieder herausragt (siehe Foto).
Wir sind daher auf die Mitarbeit von allen angewiesen, die Bienenfresser intensiv beobachten! Wir bitten daher alle Beobachter auf entsprechende Hinweise zu achten und Fotographen darum, ihre Bienenfresser-Fotos auf entsprechende Hinweise genau durchzusehen. Bereits zweimal ist es gelungen, auf Fotos Geolokatoren zu entdecken und den Vogel anschließend zu fangen!
Bitte melden Sie verdächtige Beobachtungen (ebenso natürlich alle anderen) punktgenau über ornitho.de und geben Sie unter Bemerkungen weitergehende Hinweise an. Bitte kontaktieren Sie uns zusätzlich unbedingt per E-Mail, so dass wir schnell reagieren können (Martin Schulze: martin.schulze@rana-halle.de, Steffen Hahn: steffen.hahn@vogelwarte.ch).
Foto: Bienenfresser mit Geolokator, Sachsen-Anhalt 2011, Foto: Jürgen Hicke
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 31. Mai 2012
tipnews
Ohren auf: Verstärktes Auftreten von Zwergohreulen in Deutschland 2012?
Alljährlich gibt es in Deutschland vereinzelte Brutzeitbeobachtungen der Zwergohreule, in einzelnen Jahren haben sie im Süden des Landes auch erfolgreich gebrütet. In den letzten Wochen wurden jedoch auch deutlich weiter im Norden an mehreren Stellen rufende Zwergohreulen festgestellt. So rufen im Osten Niedersachsens (Börden, Nordharzvorland) aktuell mindestens drei Männchen. Auch in anderen Bundesländern gibt es aktuelle Nachweise der gerade einmal amsel-großen Eule, etwa in Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg. Aus Schutzgründen sind alle Meldungen bei ornitho.de automatisch durch das System geschützt. In einem Rückblick auf die Brutzeit 2012 werden wir jedoch über das Auftreten berichten.
Aufgrund des möglicherweise verstärkten Auftretens in diesem Jahr, bitten wir alle ornithologischen Nachtschwärmer, vor allem all jene, die zur Zeit Rallen, Rohrsänger oder Eulen kartieren, ihre Ohren gezielt nach dieser Eulenart offen zu halten. Zwergohreulen bevorzugen wärmebegünstigte, offene Landschaften mit alten, höhlenreichen Bäumen, z. B. Obstgärten, Parkanlagen, Alleen oder Feldgehölzen, in denen es ein reiches Nahrungsangebot in Form von Heuschrecken, Käfern und anderen Großinsekten gibt. Wie beim Steinkauz ist eine niedrige Bodenvegetation eine wichtige Voraussetzung.
Die Zwergohreulen sind bei günstiger Wetterlage mühelos über 1 Kilometer weit zu hören, die Gesangsaktivität beginnt mit Einbruch der Dunkelheit (aktuell ca. 22 Uhr) und endet in den frühen Morgenstunden (bei vermutlich unverpaarten Männchen). Achtung: Der ständig wiederholte, melancholische Ruf der Zwergohreule ist dem der Geburtshelferkröten sehr ähnlich! Eine Reihe hilfreicher Tonaufnahmen rufender Zwergohreulen finden Sie unter dem folgenden Link: xeno-canto.org
Melden Sie bitte alle festgestellten Zwergohreulen bei ornitho.de! Bei optischer oder akustischer Registrierung einer Zwergohreule bitten wir bei der Eingabe bei ornitho.de um möglichst detaillierte Informationen zu:
Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 31.05.2012 23:00)
Habitatbeschreibung etc. (im Bemerkungsfeld)
Bitte reichen Sie im Falle einer Zwergohreulen-Feststellung zusätzlich zu Ihrer Meldung auf ornitho.de eine entsprechende Dokumentation bei der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK) ein. Einen vorgefertigten Meldebogen können Sie auf der folgenden Internetseite herunterladen: www.dda-web.de/dak
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit
Das Team von ornitho.de
Foto: Ingo Waschkies
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 22. Mai 2012
tipnews
Aufruf zur Ablesung farbberingter Karmingimpel
Im Rahmen eines von der DO-G geförderten Forschungsprojektes wurden im letzten Jahr zur Brutzeit im Raum Rostock 38 Karmingimpel individuell farbberingt. Zur Auflösung der weitgehend unbekannten Zugwege und Winterquartiere wurden 20 von ihnen zusätzlich mit Geolokatoren (Mini-Fahrtenschreibern) ausgerüstet, die in diesem Jahr wiedererlangt werden sollen.
Die Beringung der in der Regel brutortstreuen Vögel konzentrierte sich auf einen schmalen Korridor entlang der Ostseeküste bei Rostock (Heiligendamm bis Markgrafenheide) wo die Mehrheit der in diesen Tagen zurückkehrenden Vögel erwartet werden kann. Dennoch ist möglich, dass sich auch einige der Vögel (vor allem unverpaart gebliebene Männchen) in diesem Jahr andernorts (z.B. weiter westlich) ansiedeln.
Die Aufmerksamkeit, die ornitho.de erfährt, und die damit zusammenhängende stark verbesserte Vernetzung der Feldornithologen, hat uns veranlasst hier dazu aufzurufen sich Karmingimpel genau anzuschauen, bewusst auf Farbringe zu achten und diese nach Möglichkeit abzulesen. Die Männchen singen meist sehr exponiert und man kann sich ihnen in der Regel soweit annähern, dass Farbring-Kombinationen selbst mit dem Fernglas erkannt werden können. Bei Beobachtung eines farbberingten Vogels bitten wir bei der Eingabe bei ornitho.de um möglichst detaillierte Informationen zu:
Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 22.05.2012 12:00)
Farbringkombinationen (auch Teilablesungen) und Verpaarungsstatus bitte im Bemerkungsfeld angeben
Fotobelege (falls möglich)
Bei Interesse an weiteren Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an roland.neumann@email.de.
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit
Benjamin Metzger, Simeon Lisovski und Roland Neumann
Foto: Ole Krome
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 15. Mai 2012
tipnews
Buchtipp: Vogelmonitoring in Deutschland – Programme und Anwendungen
Am Vogelmonitoring in Deutschland sind mehr als 5.000 Personen beteiligt: in Fachverbänden, Naturschutzorganisationen und Behörden von Bund und Ländern. Vogelmonitoring hat viele Facetten, sei es die Datenerhebung, die Koordination oder die Beantwortung naturschutzfachlicher Fragestellungen. Mit dem neu erschienenen Buch wird der Vielzahl der Beteiligten ein aktueller Überblick über die Programme, Methoden, Konzepte, Anwendungsgebiete und Auswertungsmöglichkeiten gegeben.
Den Kern des Buches bilden drei Kapitel zu den ehrenamtlichen Programmen: Monitoring häufiger Brutvögel, Monitoring seltener Brutvögel und Monitoring rastender Wasservögel; die Konzepte werden in komprimierter Art vorgestellt und die Arbeitsteilung zwischen den Programmen wird deutlich. Anwendungsbeispiele wie Auswertungsverfahren des Vogelmonitorings werden illustriert. Die organisatorischen Voraussetzungen im föderalen Deutschland für ein dauerhaftes Vogelmonitoring, das die internationalen Anforderungen erfüllt, werden beschrieben. Wesentlicher Pfeiler dafür ist die von Bund und Bundesländern getroffenene Verwaltungsvereinbarung Vogelmonitoring, die die Zusammenarbeit mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten regelt und auch eine jährlich aktualisierte Berichterstattung an die interessierte Öffentlichkeit ermöglicht.
Das neue Buch informiert über Motivationen ehrenamtlich aktiver Beobachterinnen und Beobachter und enthält Empfehlungen zur langfristigen Einbindung des Ehrenamtes. Den Überblick zum Vogelmonitoring runden Darstellungen weiterer bedeutender, avifaunistischer Projekte ab wie ADEBAR, der Atlas deutscher Brutvogelarten.
Das digitale Zeitalter zieht seit dem Start des Online-Angebots ornitho.de immer stärker in die Vogelbeobachtung ein. Zukünftig soll es möglich sein, auch Monitoringdaten direkt in das Online-Portal einzugeben. Das Buch beschreibt, welche Vorteile dies für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und den Datenfluss bringen wird.
Christoph Sudfeldt, Rainer Dröschmeister, Johannes Wahl, Karsten Berlin, Thomas Gottschalk, Christoph Grüneberg, Alexander Mitschke & Sven Trautmann (2012): Vogelmonitoring in Deutschland - Programme und Anwendungen. - Naturschutz und Biologische Vielfalt 119: 257 S. - Kosten: 20 €
Bezug:
BfN-Schriftenvertrieb – Leserservice im Landwirtschaftsverlag GmbH, 48084 Münster Tel.: 0 25 01 / 8 01-3 00, Fax: 0 25 01 / 8 01-3 51 oder im Internet: www.buchweltshop.de/bfn
Im Sommer 2011 startete der British Trust for Ornithology (BTO) ein Telemetrie-Projekt, um mehr über die Zugwege und -strategien des Kuckucks von England nach Afrika zu erfahren. Gründe waren unter anderem Bestandsrückgänge von mehr als 50 % in den letzten 25 Jahren in Großbritannien. Für das Projekt wurden 5 Kuckucke im Brutgebiet mit nur 5g schweren solar-betriebenen Sendern ausgestattet.
Seit kurzem sind die Kuckucke in ihre Brutgebiete in East Anglia zurückgekehrt. Es ließ sich somit erstmalig der komplette Zugweg eines britischen Kuckucks verfolgen. Ihre Reise bedeutete einen großen Erkenntnisgewinn über das Zugverhalten von Kuckucken generell.
Auf den Seiten des BTO kann man sich die Reisen der zwei Kuckuck-Männchen „Chris“ und „Lyster“ von England nach Afrika nun in einer Animation ansehen. „Chris“ legte auf seinem Weg eine Strecke von mehr als 15.000 Kilometern zurück, „Lyster“ sogar fast 17.000 Kilometer. Auch die einzelnen dabei zurückgelegten Etappen sind beeindruckend: „Lyster“ flog die letzten rund 1.900 Kilometer von Algerien bis nach Norfolk in weniger als 5 Tagen!
Doch es schafften nicht alle 5 besenderten Kuckucke die lange Reise über die Sahara und zurück. Kuckuck „Clement“ funkte Ende Februar das letzte Signal aus seinem Überwinterungsgebiet in Kamerun, Kuckuck „Martin“ starb Anfang April in Südspanien, nachdem er – vermutlich bei zu schlechten Bedingungen – das Mittelmeer überquert hatte. Mitte April übermittelte leider auch der Sender von Kuckuck „Kasper“ letztmalig dessen Position aus dem nordwestlichen Atlasgebirge in Algerien.
Wurden im vergangenen Jahr nur männliche Kuckucke besendert, sollen in der nächsten Zugperiode auch die Wege der Weibchen mit Hilfe der Satellitentelemetrie erforscht werden. In diesem Jahr sollen zusätzlich einige Kuckucke in Schottland und Wales besendert werden. Den Populationen dort geht es wesentlich besser. Man will nun herausfinden, ob es Unterschiede in den Zugstrategien der Vögel gibt. Die Gesamtzahl telemetrierter Kuckucke soll für die Zugzeit 2012/13 auf 15 erhöht werden.
Das Birdrace 2012 ist Geschichte. Bei der neunten Austragung am 5. Mai nahmen 165 Teams teil, wieder einmal mehr als im vergangenen Jahr. 69 von ihnen starteten in der umweltfreundlichen Kategorie – eine erfreulich hohe Quote! Wer am Ende des vielerorts feuchten bis nassen Vergnügens die Nase bundesweit, bei den Fahrradteams, in der Singvogelwertung sowie in einzelnen Bundesländern vorn hatte, ist ab sofort ausführlich auf der Homepage des DDA nachzulesen bzw. kann dort – bis hin zu den Artenlisten der einzelnen Teams – recherchiert werden.
Über 18.000 Euro Spenden für ornitho.de!
Im Rahmen des Birdraces werden jährlich Spenden für ein bundesweites Projekt gesammelt. In diesem Jahr fließen die Spenden wieder Unterhalt, Weiterentwicklung und Betreuung von ornitho.de. Dank der Unterstützung von 79 Teams uns weit über 100 Einzelspendern kamen über 18.000 Euro zusammen, die in Kürze auch hier auf der Seite unter „Unterstützung“ aufgelistet werden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die dazu beigetragen haben!
Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de
PS.: Am Birdrace-Wochenende gab es auch die 5.000 Anmeldung bei ornitho.de!