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Tuesday, October 30th, 2012
avinews
1 year of ornitho.de and ornitho.lu - thanks very much for your support!
Am 30. Oktober 2011 wurden ornitho.de und ornitho.lu gestartet. Seither entwickelte sich das Portal prächtig, bereits nach etwa einer Woche hatte sich die 1.000 Person angemeldet, und am 25. März 2012 wurde der einmillionste Datensatz eingetragen. Heute, exakt nach einem Jahr, sind rund 6.300 Personen bei ornitho angemeldet und 2,7 Mio. Beobachtungen wurden eingetragen, 2,1 Mio. davon für den Zeitraum seit dem Start. Für diesen großen Zuspruch möchten wir allen Melderinnen und Meldern herzlich danken. Mit solch einer Bilanz am Ende des ersten Jahres hätten wir nicht gerechnet!
Über 303 Regionalkoordinatoren und Artspezialisten sichten auf Kreis-, Landes- und Bundesebene die eingehenden Beobachtungen, vergeben Ortsbezeichnungen und stehen bei Fragen den Meldern mit Rat zur Seite. Vielen Dank für die ungemein wichtige und zeitaufwändige Unterstützung!
Ein ganz besonderer Dank gebührt dem Team von Biolovision um Gaëtan Delaloye, das im Hintergrund exzellente Arbeit leistet. Sie waren bei Fehlern jederzeit für uns erreichbar und behoben sie in der Regel umgehend, so dass ornitho.de und ornitho.lu nur wenige Stunden nicht voll funktionsfähig waren. Merci beaucoup!
Der umfangreiche, durch Sie zusammengetragene Datenschatz bietet viele Auswertungsmöglichkeiten, Einblicke und auch neue Erkenntnisse. Einige Beispiele hierfür finden Sie in den ersten Auswertungen in Der Falke, die unter Publikationen und Auswertungen heruntergeladen werden können. Doch viele Aha- und Oho-Erlebnisse bieten auch bereits die Auswertungsmöglichkeiten, die Ihnen über die Datenbankabfragen oder die kleinen Symbole hinter jeder Beobachtung (Verbreitung der letzten 14 Tage oder jahreszeitliches Auftreten) mit wenigen Klicks zur Verfügung stehen.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Erkunden unserer Vogelwelt, online auf ornitho, vor allem aber draußen. Denn der frühe Wintereinbruch hat nicht nur uns überrascht, sondern wird sicherlich auch in der Vogelwelt für so manche Überraschung sorgen.
Gilles Biver, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
posted by Johannes Wahl
Friday, October 26th, 2012
avinews
Resting and migrating Cranes - please note
Derzeit rasten Kraniche zu Zehntausenden im Norden und Osten Deutschlands. In Kürze werden die meisten von ihnen den Zug in die Überwinterungsgebiete in Südwesteuropa antreten. Vor allem im Westen Deutschlands und Luxemburgs werden dann wieder die weithin hörbaren Rufe und beeindruckenden Zugformationen zu sehen sein. Die AG Kranichschutz Deutschland (NABU, WWF, Lufthansa Umweltförderung) sammelt seit vielen Jahrzehnten Beobachtungsdaten zum Zug und zur Rast der Kraniche hierzulande und wertet diese aus. Damit diese später detailliert ausgewertet und für Naturschutzfragen eingesetzt werden können, bitten wir Sie um Folgendes:
Geben Sie die Beobachtungen möglichst für jeden Trupp separat an.
Geben Sie zu Ihren Zugbeobachtungen bitte immer eine Uhrzeit an. Diese können Sie direkt hinter dem Datum von Hand eingeben, z.B. 05.10.2012 13:00.
Bitte geben Sie bei Zugbeobachtungen immer eine Zugrichtung an. Diese können Sie im Feld „Präzisierung der Beobachtung“ auswählen.
Falls Sie an Massenzugtagen für mehrere Stunden an einem Ort stehen und den Zug verfolgen, geben Sie bitte den Erfassungszeitraum sowie für die Interpretation der Daten wichtige Informationen (z.B. Sichtweite) unter „Bemerkungen“ an.
Geben Sie Trupps rastender oder Nahrung suchender Kraniche bitte punktgenau ein. Vermerken Sie bei diesen – sofern zutreffend und erkennbar – auch das (Rast)Habitat an. Unter „Präzisierung der Beobachtung“ können Sie auch vermerken, ob die Kraniche rasteten oder Nahrung suchten.
Falls Sie Kraniche abends oder morgens am Schlafplatz gezählt haben, geben Sie bitte ebenfalls die Uhrzeit sowie unter „Präzisierung der Beobachtung“ Sammel-/Schlafplatz an.
Alle Kranich-Daten werden der AG Kranichschutz Deutschland für detailliertere Analysen zur Verfügung gestellt. Sie müssen Ihre Beobachtungen daher nicht zusätzlich unter www.kraniche.de eingeben.
Hinweis: Die Hinweise bezüglich der Rast gelten insbesondere auch für Gänse und Schwäne sowie weitere auf Feldern rastende / Nahrung suchende Vogelarten (z.B. Kiebitze, Goldregenpfeifer).
Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und hoffen, dass Sie ebenfalls das faszinierende Schauspiel des herbstlichen Kranichzugs bestaunen können!
Ihr Team von ornitho.de
posted by Johannes Wahl
Monday, November 7th, 2011
avinews
Crane migration: Mass departure from Germany
Last Saturday, the 5th of November, northwest Germany experienced a spectacle on the sunny autumn sky: Certainly more than 10,000 cranes departed from the large roosts in northeastern Germany and reached North Rhine-Westphalia at around 10:00 clock - not unusual for this time of year. What happened then, however, surpassed even the imagination of experienced birders: Until late in the afternoon tens of thousands of cranes almost continuously migrated over Münster, the Ruhr area, the Rhineland and, finally, the Saarland and Luxembourg towards their stop-over areas in northeastern France. From the maps in ornitho.de the main migration routes over Westphalia, the Rhineland as well as across southern Lower Saxony and Hesse Rhein are clearly visible.
The "crane" of the day was "shot" by Siegfried Schneider from Bochum: "It was the largest migration event I've seen so far in my life, and I am following spring and autumn migration for more then ten years now. In the period from 10:30 to 14:00 h I have counted the endless chain of migrating Cranes. The location of my daily migration counts was perfectely placed so that I could overlook a large area. Overall, there were more than 10,000 cranes that migrated through the area according to my counts. It is almost unbelievable, but it's true!"
We are delighted to have catured this event on ornitho.de and ornitho.lu, respectively, and wish all observers many exciting observations in the upcoming days and weeks.
Foto: Paul Vinke
posted by Johannes Wahl
Saturday, November 5th, 2011
technews
More than 1,000 persons registered!
In the evening of 4th of November we welcomed with Francis Desjardin from France already the 1,000th person on ornitho.de and ornitho.lu, respectively. Thus in just six days over 800 people registered (before the official opening on 30 Oct ca. 200 people were already active)! We never expected such an fantastic response! The result of the popularity of the site already can be seen in the distribution maps of many species that rapidly fill up and are - as we can see from the numerous registrations from other countries - of great interest. Especially for observers from the south and west of Germany and Luxemburg the portal the site is a new and exciting source of information, as it tells them, which species in the near future might also arrive in their countries.
posted by Johannes Wahl
Tuesday, October 25th, 2011
avinews
Same procedure as every year: Schelladler Tõnn durchquerte Deutschland unbemerkt
Wieder einmal ist es dem besenderten Schelladler Tõnn gelungen, sich den aufmerksamen Augen der deutschen Beobachter zu entziehen. Der Adler hielt sich in diesem Herbst nur kurz in Deutschland auf und hat das Land innerhalb weniger Tage wieder verlassen. Sein Weg führte diesmal nach dem Grenzübertritt in Schleswig-Holstein am 12.10. direkt weiter in Richtung Südwesten, wo er einen Tag später in der Nähe von Bremen geortet wurde. Anders als im letzten Jahr legte er daraufhin scheinbar keinen Stop in der Diepholzer Moorniederung ein, sondern wurde am 14. Oktober bei Gescher im Münsterland geortet. Bereits einen Tag später hatte ihn sein Zugweg über Eindhoven (NL) bis nach Belgien geführt. Hier gelang es den aufmerksamen Zugvogelbeobachtern gleich an zwei Stellen, den Schelladler Tõnn eindeutig zu identifizieren und sogar zu fotografieren. Die guten Wetterbedingungen begünstigten scheinbar seinen schnellen Weiterflug, sodass er am 16. Oktober ein Signal aus den französischen Ardennen sendete. Die aktuell letzte Ortung stammt vom 18.10. aus der Gegend um Nancy. Der „Phantom-Adler“ wird seinen Zug sicher in Kürze in sein Winterquartier in Südspanien fortsetzen. Hoffen wir also, dass Tõnn dort einen angenehmen Winter verbringt und uns im kommenden Frühjahr wieder mit einem Besuch in Deutschland beglückt. Bis dahin bleibt zu sagen: „Junge, komm bald wieder!“
Dass der Schelladler Tõnn in diesem Jahr sicher nicht mehr über Deutschland zu sehen sein wird, sollte jedoch niemanden von der immer spannenden Beobachtung von Zugvögeln abhalten. Es sind noch viele andere nicht weniger interessante Vögel unterwegs. Selbst wer unbedingt einen Schelladler entdecken möchte, sollte die Augen weiter gen Himmel richten: Im schwedischen Falsterbo sind seit dem Abzug von Tõnn bereits mindestens zwei weitere (unbesenderte) Schelladler durchgezogen…
Deutsche Avifaunistische Kommission bittet um Seltenheitsmeldungen 2010
Zu Beginn dieses Jahres hat die Deutsche Avifaunistische Kommission (DAK) als nationale Seltenheitenkommission die Geschäfte von der Deutschen Seltenheitenkommission (DSK) übernommen und sammelt, archiviert, prüft und publiziert nun dokumentierte Beobachtungen deutschlandweit seltener Vogelarten. Seit diesem Zeitpunkt ist die Kommission auch unter dem Dach des DDA angesiedelt.
Der erste Jahresbericht der Kommission über das Jahr 2010 ist in Arbeit und schon weit fortgeschritten. Es wurden bereits knapp 400 Meldungen aus dem Jahr 2010 bearbeitet, die durch die Länderkommissionen, die DSK oder die Melder direkt eingeschickt wurden.
Allen Meldern sowie den Kollegen aus den anderen Kommissionen sei hierfür schon einmal sehr herzlich gedankt.
Um ein möglichst vollständiges Bild des Auftretens seltener Vogelarten in Deutschland erhalten zu können, möchte die DAK hiermit, sofern noch nicht geschehen, um die Meldung und Dokumentation von deutschlandweit seltenen Vögeln (siehe auch die gekürzte Meldeliste auf www.dda-web.de/dak) aus dem Beobachtungsjahr 2010 bitten.
Aus Zeitgründen wird darum gebeten, die Meldungen (auch gerne per E-Mail) direkt an die DAK zu senden. Die eingehenden Meldungen werden in Kopie auch standardmäßig an die Landeskommission des entsprechenden Bundeslandes weitergeleitet.
Für den jetzigen Bericht werden nur Meldungen berücksichtigt werden können, die bis zum 15.11.2011 bei der DAK eingegangen sind.
Meldeadresse der DAK:
Deutsche Avifaunistische Kommission
c/o Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e. V.
An den Speichern 4 a
48157 Münster
Trauerschnäpper könnten durch Besiedlung nördlicher Areale höheren Bruterfolg erzielen
Kann man Tieren bei der Anpassung an den Klimawandel helfen? Diese Frage stellt sich nicht nur für Arten, die nicht mobil genug sind, um ihren bevorzugten Klimabedingungen zu folgen. Selbst für Vögel könnte diese Frage interessant sein. Der Trauerschnäpper ist als eines der ersten „Opfer“ des Klimawandels berühmt geworden.
Bekanntermaßen kommt er mittlerweile zu spät aus seinem Winterquartier im tropischen Afrika zurück, um die Hauptverfügbarkeit von Raupen als Nahrung für seinen Nachwuchs nutzen zu können. Je weniger der Trauerschnäpper seine Rückkehr an das zeitigere Frühjahr anpasst, umso schlechter ist es um seinen Bruterfolg bestellt.
Nun stellt sich die Frage, ob diesem Problem Abhilfe geschaffen werden könnte. Tatsächlich wird der Brutbeginn von der Frühjahrstemperatur beeinflusst, so dass Populationen im hohen Norden später zu brüten beginnen als solche in Zentral- oder Südeuropa. Forscher aus den Niederlanden wollten dies nutzen, um zu testen, ob Tiere, die in Zentraleuropa früher brüten dies auch in Nordeuropa tun und damit einen besseren Bruterfolg haben als die örtlich angepassten Tiere. Daher verfrachteten sie Trauerschnäpper aus den Niederlanden nach Schweden und untersuchten den Bruterfolg der Neuankömmlinge.
Die Ergebnisse des Experiments zeigen, dass die niederländischen Trauerschnäpper auch in Schweden früher mit der Brut begannen als die einheimischen Vögel. Allerdings hatte das im vergleichsweise kalten Frühjahr 2010 keine Auswirkungen auf den Bruterfolg oder das Gewicht der Jungvögel, während sich die Nahrungszusammensetzung aufgrund der größeren Erfahrung der heimischen Trauerschnäpper von denen der Neuankömmlinge unterschied.
Dennoch erscheint in wärmeren Frühjahren ein Unterschied im Bruterfolg möglich. Die Ausbreitung des Trauerschnäppers über größere Strecken nach Norden könnte somit auch eine bessere Anpassung an die sich ändernden klimatischen Verhältnisse bedeuten und helfen, den Bestand des Trauerschnäppers zu erhalten.
Aber wird sich eine genügend schnelle Ausbreitung nach Norden auf natürliche Weise realisieren? Unter Umständen könnte eine Verlagerung (wie bei nordwestziehenden Populationen der Mönchsgrasmücke) oder Verkürzung der Zugwege zu einer besseren Anpassung an die geänderten Bedingungen führen. Die kontinuierliche Verschiebung von Artarealen nach Norden hingegen scheint laut wissenschaftlichen Studien für Vögel nicht ausreichend, um mit der raschen Verlagerung ihrer klimatischen „Gunsträume“ Schritt halten zu können.
Da die natürlichen Optionen mit einigen Unsicherheiten behaftet sind, stellt sich die Frage, ob die im Experiment durchgeführte künstliche Verfrachtung eine Möglichkeit böte, um dem Trauerschnäpper zu helfen. Bisher wurde die Verfrachtung von Arten zur Anpassung an den Klimawandel hauptsächlich bei Pflanzen diskutiert. Beim Trauerschnäpper müsste man bedenken, dass im Experiment weniger als die Hälfte der verfrachteten Tiere tatsächlich im neuen Gebiet zur Brut kamen und es bisher noch keinen Nachweis für einen gesteigerten Bruterfolg im Vergleich mit der einheimischen Population gibt.
Neben der Frage nach der Effizienz solcher Maßnahmen kann auch die Sinnhaftigkeit angezweifelt werden, da großflächige Umsiedlungen sicherlich wenig praktikabel und nur schwer finanzierbar wären. Zudem berücksichtigen solche Maßnahmen nicht die vielfältigen anderen Gefährdungsfaktoren, wie z.B. den Landnutzungswandel.
Vor diesem Hintergrund sind vielmehr integrierte Konzepte gefragt, die beispielsweise das Schutzgebiets-Netzwerk Natura2000 einbeziehen und die Landschaftsstrukturen sowohl für nach Norden wandernde Arten als auch für Arten, die durch klimaunabhängige Faktoren gefährdet sind, verbessern.
Quellen:
- DDA
- Both, C., Bouwhuis, S., Lessells, C.M. & Visser, M.E. (2001): Climate change and population declines in a long-distance migratory bird. Nature 441: 81-83.
- Menéndez, R., González Megías, A., Hill, J.K., Braschler, B., Willis, S.G., Collingham, Y., Fox, R., Roy, - D.B. & Thomas, C.D. (2006): Species richness changes lag behind climate change. Proc.R.Soc.B 273: 1465-1470.
- Burger, C. & Both, C. (2011): Translocation as a novel approach to study climate change related long distance dispersal. PLoS One 6: e18143. doi:10.1371/journal.pone.0018143
posted by Christopher König
Friday, October 14th, 2011
avinews
Schelladler Tõnn erreicht Deutschland!
Der besenderte Schelladler Tõnn hat den Sprung nach Deutschland geschafft. Zuerst sah es ja so aus als würde der Adler die dänische Ostseeinsel Sjælland auf einer westlichen Route über die Insel Fyn verlassen, doch dann schlug er doch einen weiter nach Süden gerichteten Weg ein. Alles deutete auf eine Überquerung des Fehmarnbelts hin, doch dann hat der Vogel eine eher unerwartete Zugrichtung gen Westen eingeschlagen und erreichte Deutschland auf Höhe der Schleimündung bei Kappeln in Schleswig-Holstein. Von dort ging sein Zug schnell in südwestlicher Richtung bis in die Nähe von Stade in Niedersachsen. Alle Beobachter-Augen sollten daher heute und in den nächsten Tagen in den Himmel gerichtet werden, damit es vielleicht in diesem Jahr erstmals gelingt, den besenderten Adler auch vom Boden und nicht nur per Satellit aus dem Weltall in Deutschland zu entdecken. Wird es gelingen? Wir drücken allen Beobachtern die Daumen!
Durch Ihre tolle Mitarbeit bei ornitho.de sind mittlerweile mehr als 9800 Ortsbezeichnungen definiert. Dabei sind natürlich hier und da noch Fragen aufgetaucht, die wir bei der Erstellung der Anleitung anfangs nicht bedacht hatten. Aus diesem Grund haben wir die Anleitung noch einmal aktualisiert und ergänzt. Es werden vor allem neue Hinweise zur Vergabe und Bennenung der Ortsbezeichnungen gemacht.
Hier noch einmal die Links zur Koordinatoren-Anleitung:
Der European Bird Census Council (EBCC) hat einen neuen Bericht über die Lage der Vögel der Agrarlandschaft in Europa herausgegeben. Dieser zeigt, dass sich die Vogelbestände seit 1980 halbiert haben und auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Datenreihe gesunken sind. Grundlage sind die Daten des pan-europäischen Brutvogelmonitorings (PECBMS), in das auch die Daten des Monitorings häufiger Brutvögel des DDA einfließen. Im PECBMS werden Daten zu 145 häufigen und weitverbreiteten Vogelarten aus 25 europäischen Ländern zwischen 1980 und 2009 zusammengefasst. Von allen untersuchten Arten sind die Vögel der Agrarlandschaft die Artengruppe, die von den Rückgängen am stärksten betroffen sind, bei der 20 von 36 in ihrem Bestand abnehmen.
Zu den Arten mit den stärksten Rückgängen im Zeitraum 1980–2009 zählen das Rebhuhn (-82%), die Feldlerche (-46%), der Bluthänfling (-62%) und die Grauammer (-66%). Die Situation hierzulande sieht nicht viel besser aus: Das Rebhuhn geht langfristig ebenfalls stark zurück, zur Abschätzung der tatsächlichen Gefährdung werden jedoch mehr Daten benötigt. Bluthänfling und Feldlerche zeigen kurz- wie langfristig negative bis stark negative Trends. Bei der Grauammer ist nach starken Zunahmen, v.a. in Ostdeutschland, der bundesweite Trend zumindest kurzfristig stabil, bei leicht ansteigender Tendenz.
Die Ergebnisse des PECBMS verdeutlichen, dass eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU dringend benötigt wird. Denn trotz einer geringeren Rückgangsrate in den letzten Jahren beweisen die aktuellen Daten, dass die Versuche, die Rückgänge zu stoppen, bislang gescheitert sind und in Zukunft sehr massive Anstrengungen nötig sein werden, um dieses Ziel zu erreichen. Es gibt auch Lösungsansätze, die nun aber von den politischen Entscheidungsträgern im Sinne einer echten „Grünen Reform“ umgesetzt werden müssen. Die ersten Vorschläge für eine GAP-Reform sollen im Oktober veröffentlicht werden.
Als EU-weites Politikinstrument hat die GAP sichtbare Auswirkungen auf die Landschaft. Bisher diente sie allerdings eher der Maximierung der Produktion während Belange der Umwelt und Biodiversität kaum berücksichtigt wurden. Die Naturschutzverbände fordern daher eine grundlegende Reform, die neben der Erzeugung von Nahrung, Energie und Produktionsstoffen auch die Erhaltung der natürlichen Vielfalt zum Ziel hat.
Doch die Hoffnungen auf eine echte „Grüne Reform“ scheinen sich bereits im Vorfeld zu zerschlagen: Es kursierten bereits Meldungen, wonach das Budget für die Förderung von Agrarumweltmaßnahmen gekürzt werden soll. Außerdem sollen die Pläne der EU vorsehen, dass die Mitgliedsstaaten Gelder aus Agrarumweltprogrammen für andere Zwecke umwidmen können. Das lässt befürchten, dass neben dem bereits verpassten 2010-Ziel auch das Ziel, den Biodiversitätsverlust bis 2020 zu stoppen, nicht erreicht werden kann. Die Integration des Biodiversitätsziels in die Agrarpolitik ist dabei essenziell, da gerade hier die Verluste an biologischer Vielfalt am größten sind.
Dabei verpflichtet sich die EU in ihrer euen Biodiversitätsstrategie, Rückgänge und Verluste bei Arten und Lebensräumen, die durch EU-Richtlinien geschützt sind, zu stoppen. Der Strategie haben auch die Mitgliedstaaten zugestimmt. Mit der Reform der GAP könnten somit Maßnahmen festgelegt werden, mit der die in der Strategie genannten Ziele auch tatsächlich erreicht werden können.
Quelle: Sven Trautmann (DDA) basierend auf einer Pressemitteilung des EBCC.