Das Monitoring rastender Wasservögel in Deutschland
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Samstag, 14. April 2012
tipnews
Bitte um Mitarbeit: Studie zum Heimzug des Steinschmätzers
Von vielen Singvogelarten ist der Durchzug wegen der versteckten Lebensweise bzw. des Aufenthaltes in Büschen und Bäumen mit Feldbeobachtungen schwer quantitativ zu erfassen. Eine große Ausnahme stellt der Steinschmätzer dar, der im Offenland auf dem Durchzug sehr auffällig ist. Vielerorts heben sich die hellen Vögel deutlich von kahlen Äckern oder kurz gemähten Wiesen ab, auf denen sie häufig rasten. Die meist wenigen Individuen lassen sich zudem gut nach Männchen und Weibchen auszählen. Damit ist die Art prädestiniert für eine sorgfältige Analyse des Zuggeschehens, bei der mit Hilfe von ornitho.de jeder Feldornithologe mitwirken kann.
Am Institut für Vogelforschung und insbesondere auf Helgoland haben in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen zur Zugstrategie und Rastökologie des Steinschmätzers stattgefunden. Basierend auf dem gesammelten Wissen soll nun versucht werden, Phänologie und räumliche Verteilung des Heimzuges deutschlandweit zu beschreiben und dabei unter anderem zu analysieren:
Kommen Steinschmätzer nahe der Nordsee tatsächlich früher an als tief im Binnenland? Darauf deutet der oft schon im März recht starke Zug auf Helgoland hin, aber ist dies wirklich so?
Neben den – leider nur noch wenigen – deutschen Brutvögeln ziehen bei uns Steinschmätzer aus verschiedenen Brutgebieten durch: aus Skandinavien und möglicherweise Nord-Russland ebenso wie aus Großbritannien, Island, Grönland und wohlmöglich sogar aus Nordost-Kanada. Können räumliche Unterschiede im zeitlichen Auftreten von Steinschmätzern Hinweise darauf geben, wo welche Vögel durchziehen?
Wie bei den meisten Singvögeln ziehen im Frühjahr Männchen des Steinschmätzers etwas früher als Weibchen – lässt sich das großflächig zeigen? Nimmt der Unterschied zwischen den Geschlechtern von Süd nach Nord zu oder ab?
Diese und weitere Fragen können vielleicht mit Hilfe von inzwischen rund 4.500 ornitho.de-Nutzern gut bearbeitet werden. Wir möchten Sie daher bitten, alle Steinschmätzer-Beobachtungen - vorrangig von März bis Juni - bei ornitho.de einzugeben und wenn möglich nach Geschlechtern zu unterscheiden (Eingabe unter „Optionale Angaben“). Hilfreich wäre es natürlich auch, in den wenigen verbliebenen Brutgebieten die Brutzeitcodes zu vergeben, damit die Daten von Brutvögeln aus der Analyse zum Heimzug eliminiert werden können.
Über die Ergebnisse wird selbstverständlich in ornitho.de und in Fachzeitschriften berichtet.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung sagt im Namen von Volker Dierschke
das Team von ornitho.de
Lesetipps zum Thema:
Unterschiedlicher Zug von Männchen und Weibchen auf Helgoland:
Und wieder hat er es geschafft: „Phantom-Schelladler“ Tõnn überfliegt Deutschland erneut ungesehen
In diesem Frühjahr hat es Tõnn offensichtlich besonders eilig gehabt: Nachdem er sein spanisches Winterquartier erst am 26.03. verlassen hatte, ist er innerhalb weniger Tage von Frankreich über die Schweiz, Deutschland, Tschechien, Polen und Weißrussland bis nach Litauen geflogen. Deutschland hat er dabei bereits am 03. und 04.04. in nordöstlicher Richtung vom Schwarzwald über Ulm und Nürnberg durchquert. Auf dem Truppenübungsplatz Heuberg bei Sigmaringen hat er übernachtet und seine Reise nach Osteuropa daraufhin zügig fortgesetzt.
Der Verlauf seiner Zugstrecke stimmt damit stark mit seinem Weg im Frühjahr 2011 überein. Damals ging es ebenfalls über Weißrussland und von da an strikt nach Norden. Nach einem Besuch in seinem Herkunftsland Estland ging es über Russland und Finnland bis in sein Sommerrevier nach Schweden.
Über den weiteren Verlauf seines Zugweges informiert wie immer die spannende Karte auf http://birdmap.5dvision.ee/. Dort lassen sich außerdem interessante Zugwege anderer besenderter Großvögel nahezu tagesaktuell mitverfolgen. Darunter ist mit dem Schelladler Iti übrigens auch die Mutter von Tõnn. In Polen haben sich die beiden Familienmitglieder sogar kurz zeitgleich aufgehalten. Tõnn hat auf Iti aktuell jedoch einen Vorsprung von etwa 300 Kilometern, sodass sich die beiden bisher nicht getroffen haben.
Für alle Vogelbeobachter in Deutschland heißt es nun erst einmal warten: Denn erst im Herbst wird sich Tõnn wieder auf den Weg nach Spanien begeben und dabei eventuell wieder Deutschland überqueren. Wir wünschen ihm einen weiterhin guten Flug und einen schönen Sommer in Schweden – oder wo immer ihn sein Weg in diesem Frühjahr noch hinführen wird.
Möchten Sie künftig zeitnah über aktuelle Arbeiten des DDA bzw. neue Nachrichten informiert werden? Abonnieren Sie unseren Newsletter und wir senden Ihnen eine E-Mail, sobald es interessante Neuigkeiten gibt. Zum Newsletter...
Schelladler Tõnn verlässt sein Winterquartier und nimmt Kurs auf Deutschland
Der seit Jahren in jeder Zugperiode über Deutschland fliegende besenderte Schelladler Tõnn hat sein Winterquartier an der spanischen Mittelmeerküste am 26.03. - und damit wenige Tage früher als im vergangenen Jahr - verlassen und sich wieder auf den Weg gen Norden gemacht. In diesem Frühjahr ist damit zu rechnen, dass Tõnn auf der Reise in sein Sommerrevier in Schweden zum 8. mal in Folge auch den deutschen Luftraum überqueren wird. Bisher ist es dem Adler immer gelungen, sich vor den Blicken der Vogelbeobachter hierzulande zu verbergen. Wird es in diesem Jahr gelingen, endlich den ersten Sichtkontakt zu dem wohl berühmtesten Schelladler Europas herzustellen?
Zuletzt wurde der Adler am 31.03. in Südfrankreich nördlich von Avignon geortet. Erfahrungen aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass es nun durchaus schnell gehen und Tõnn bereits in wenigen Tagen Deutschland erreicht.
Also Augen auf und in den Himmel gerichtet! Doch nicht nur die Entdeckung von Tõnn sollte Anreiz genug sein, in diesen Tagen des Öfteren den Blick gen Himmel zu richten, denn der Frühjahrszug der Greifvögel kommt mit dem April erst so richtig in Gang. Bitte melden Sie Ihre Beobachtungen bei ornitho.de (und vergessen Sie bei ziehenden Vögeln nicht, Uhrzeit und Zugrichtung mit anzugeben!).
Da lässt sich′s aushalten: Schelladler Tõnn am 19.11.2011 in seinem spanischen Winterquartier.
Quelle: J. Ramos & M. Carrascosa (www.rarebirdspain.net)
aufgegeben von Christopher König
Montag, 26. März 2012
technews
1 Million Datensätze – herzlichen Dank für die großartige Unterstützung!
Gestern Abend gegen 20:30 Uhr war es soweit: Nach nicht einmal fünf Monaten Laufzeit wurde mit der Eingabe einer Wacholderdrossel durch Holger Multhaupt aus Viersen die einmillionste Beobachtung eingegeben. Allen Nutzerinnen und Nutzern – es sind mittlerweile mehr als 4400 Personen registriert – ein herzliches Dankeschön für die großartige Unterstützung!
Wie die Karte aller bis dato in ornitho.de bzw. ornitho.lu eingegebenen Beobachtungen zeigt, ist Deutschland flächendeckend vertreten. Für fast 8.000 der insgesamt gut 11.000 Gemeinden Deutschlands wurden bereits Daten eingegeben. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind aktuell erwartungsgemäß die meisten ornitho-Nutzer beheimatet (12,6%). Die meisten Beobachtungen – fast 170.000 – wurden allerdings bislang in Niedersachsen eingegeben, knapp gefolgt von Baden-Württemberg mit rund 165.000 Daten.
Erneut möchten wir uns an dieser Stelle bei den über 270 Regionalkoordinatorinnen und -koordinaten bedanken, die die Ortsbezeichnungen verwalten sowie die neuen Einträge auf Plausibilität kontrollieren und damit einen großen Beitrag zur Qualitätskontrolle leisten.
Obgleich das Gros der Datensätze auf aktuelle Beobachtungen zurückgeht: Viele Nutzer tragen bereits ältere Beobachtungen, teilweise auch ganze Beobachtungstagebücher in ornitho ein und stellen ihre Daten damit für wissenschaftliche Auswertungen und Fragen des Naturschutzes zur Verfügung. Die derzeit älteste Beobachtung stammt von einem Sperlingskauz im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg am 25. Februar 1957.
Weiterhin viele spannende Beobachtungen wünschen
Gilles Biver, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 20. März 2012
tipnews
Bitte Greifvogel-Meldungen mit Bruthinweisen als „geschützte Beobachtung“ eingeben!
Immer wieder werden in ganz Deutschland Greifvögel geschossen, gefangen, vergiftet, ausgehorstet, Bruten gestört oder gar Brutplätze beseitigt, obwohl Greifvögel gesetzlich geschützt sind und ihre Verfolgung eigentlich längst der Vergangenheit angehören sollte.
Als Konkurrenten um Jagdbeute und angebliche Gefahr für Haus- und Nutztiere, insbesondere Tauben und Geflügel, werden Greifvögel und Eulen seit Jahrhunderten von Menschen verfolgt. Auf Druck der Vogelschutzverbände wurde die Jagd auf Greifvögel in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zuerst eingeschränkt und angesichts dramatisch zurückgehender Bestände 1970 schließlich bundesweit ganz verboten. Heute haben sich die Bestände einiger Arten wie Wanderfalke und Sperber dank der Einführung einer ganzjährigen Schonzeit, dem Verbot von DDT und anderen gefährlichen Pestiziden sowie wirksamer Schutzmaßnahmen in den Brutgebieten wieder erholt. Andere Arten wie Schreiadler, Wespenbussard und Rotmilan sind weiterhin akut gefährdet und stehen auf der Roten Liste der in Deutschland gefährdeten Tierarten.
Obwohl alle Greifvogelarten seit den 70er Jahren unter strengem Schutz stehen, werden alljährlich zahlreiche Fälle von illegaler Verfolgung bekannt. Da es sich hauptsächlich um Zufallsfunde handelt, ist nach kriminalistischer Erfahrung von einer hohen Dunkelziffer unentdeckter Taten auszugehen. Trotz strenger Schutzvorschriften ist die illegale Greifvogelverfolgung in Deutschland also nach wie vor ein gravierendes Problem. Greifvogelverfolgung ist eine Straftat und muss konsequent verfolgt werden.
Um durch öffentlich einsehbare Meldungen von Vogelbeobachtungen in ornitho.de dieser Verfolgung nicht noch Informationen zuzuspielen, möchten wir hiermit dazu aufrufen, Beobachtungen von Greifvögeln die auf ein Brutvorkommen hinweisen manuell zu schützen. Zwar gab es erfreulicher Weise bisher keine Anzeichen für einen Missbrauch derartiger Daten, wir möchten jedoch trotzdem entsprechende Vorkehrungen treffen. Jeder ornitho.de-Nutzer kann an dieser Stelle selbst etwas zum Schutz der Greifvögel beitragen!
Einige Arten sind derart sensibel oder gefährdet, dass ihre Beobachtungen während der Brutzeit automatisch durch das System geschützt werden – also nur für Personen mit erweiterten Rechten (wie Regionalkoordinatoren und Artspezialisten) einsehbar sind. Eine Übersicht über alle automatisch geschützten Arten und die Schutzzeiträume liefert diese Auflistung.
Viele Beobachtungen betreffen aber Vögel bei der Nahrungssuche abseits der Brutplätze oder gar Durchzügler und lassen sich daher ohne Gefahr von Datenmissbrauch öffentlich anzeigen. Von einem generellen Schutz aller Beobachtungen möchten wir daher gern bei so vielen Arten wie möglich absehen. Wir möchten Sie vielmehr als Melder darum bitten, Ihre Beobachtungen gewissenhaft selbst zu schützen, wenn diese auf ein Brutvorkommen hindeuten.
Schützen Sie bitte alle Beobachtungen von Greifvögeln, für die Sie einen Brutzeitcode der Kategorien B (Brutverdacht) oder C (Brutnachweis) vergeben!
Sie haben die Möglichkeit, eine Beobachtung manuell zu schützen, indem Sie bei der Eingabe der Daten in den optionalen Angaben das Feld „geschützte Beobachtung“ anklicken. Fotos zu diesen Beobachtungen werden ohne Beobachtungsort angegeben.
Weitere Informationen zum Thema Greifvogelverfolgung in Deutschland liefern die folgenden Links:
Viele Taubenzüchter und Jäger sehen in Greifvögeln wie dem Habicht unliebsame Konkurrenten um Jagdbeute.
Foto: Wolfgang Glawe
aufgegeben von Christopher König
Montag, 19. März 2012
avinews
Unglücksrabe, Schnepfe und Pleitegeier: Zwiebelfisch-Kolumne über Vögel
Frühling liegt in der Luft! Man kann ihn riechen, sehen und hören. Seine beliebtesten Vorboten sind die Vögel. Angesichts dessen erscheint es seltsam, dass Vögel in unserem Wortschatz so schlecht wegkommen: Sie dienen als Platzhalter für Dummköpfe, Verrückte, Verbrecher und sogar für den Teufel.
Im Allgemeinen sind Vögel bei den Menschen sehr beliebt. Ausgenommen vielleicht Krähen und Elstern, die immer noch ein gewisses Imageproblem haben. Und Tauben, wenn sie uns die Pommes vom Teller stibitzen und uns dafür zum Dank aus der Luft bekleckern. Die meisten Vögel aber mögen wir, wir schätzen ihre Eleganz, ihre Leichtigkeit, ihren Nesttrieb, ihren Familiensinn. Wir bewundern ihr schillerndes Gefieder und ihren Gesang. Und seit ewigen Zeiten beneiden wir sie um die Fähigkeit zu fliegen.
Die Vögel haben einen festen Platz in dieser Welt und auch in unserer Sprache. Vögel beflügeln unseren Wortschatz. Es gibt viele Wortzusammensetzungen mit Vögeln und viele Redewendungen, in denen Vögel vorkommen.
Die ersten Uferschnepfen und Knäkenten sind inzwischen angekommen, wann die erste Rauchschwalbe gesehen wird, ist nur noch eine Frage von Tagen. Mindestens ebenso stark wie es die Vögel in die Brutgebiete zieht, so zieht es uns raus in die Natur. Wir möchten deshalb den Beginn der beobachtungsreichsten Jahreszeit nutzen, um Ihnen einige Hinweise zur Benutzung zu geben, so dass Sie hoffentlich noch mehr Freude an der Benutzung haben und die gesammelten Daten für wissenschaftliche Auswertungen sowie Naturschutzfragen bestmöglich genutzt werden können.
Auch wenn es viele Beobachter (verständlicherweise) offensichtlich zunächst lieber auf eigene Faust versuchen, empfehlen wir allen zum eigenen Vergnügen die Lektüre der Benutzeranleitung! Dort finden Sie weitergehende Informationen auch zu allen nachfolgend aufgeführten Punkten.
Brutzeitcodes und ihre Verwendung
Um detaillierte Informationen über die Verbreitung von Brutvögeln zu bekommen, werden Sie während der Brutzeit einer Art automatisch aufgefordert, einen Brutzeitcode anzugeben. Bei den Brutzeitcodes handelt es sich um Angaben zum Status als Brutvogel, die Sie zu Ihren Beobachtungen immer angeben sollten, wenn Sie den Codes entsprechende Verhaltensweisen festgestellt haben. Die 20 Codes sind international standardisiert. Ihnen ist ein Buchstabe vorangestellt, der die Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Brut ausdrückt:
A = mögliches Brüten / Brutzeitfeststellung
B = wahrscheinliches Brüten / Brutverdacht
C = sicheres Brüten / Brutnachweis.
Wichtig: Die Informationen der Brutzeitcodes werden z.B. für Auswertungen zur Brutverbreitung verwendet. Bitte geben Sie Brutzeitcodes daher nur dann an, wenn die beobachteten Verhaltensweisen auch tatsächlich auf ein mögliches, wahrscheinliches oder sicheres Brüten hinweisen. Ein Trupp von Rabenkrähen auf einem Acker kann deshalb keinen Brutzeitcode bekommen.
Wählen Sie deshalb bitte im Zweifelsfalle „Ignorieren“ (= kein Brutzeitcode), wenn Sie während der Brutzeit zur Eingabe eines Brutzeitcodes aufgefordert werden.
Mit dem Start der Brutzeit hat es eine kleine Veränderung der auswählbaren Brutzeitcodes gegeben: Der Code A0 wurde gestrichen, da sich die Information „Art zur Brutzeit festgestellt“ bereits aus der Kombination von Art und Datum ergibt. Dieser Code war ohnehin nicht Bestandteil der europaweiten EOAC-Codes und war in ornitho.de/lu lediglich aus Gründen der Kompatibilität mit anderen ornitho-Systemen aufgeführt.
Ziehende Vögel: Bitte die Uhrzeit und Zugrichtung angeben!
Die Grundinformationen bei der Beobachtungseingabe sind Datum, Art, Gesamtanzahl und Ort. Jede weitere Information wertet eine Beobachtung jedoch auf und ermöglicht weitergehende Auswertungen. Wir bitten Sie deshalb, möglichst viele Zusatzangaben zu machen.
Die Angabe der Uhrzeit ist insbesondere bei ziehenden Vögeln eine sehr wichtige und für die Datenauswertung notwendige Zusatzinformation. Nur darüber lässt sich erkennen, ob es sich z.B. bei zwei Fischadlern an einem Tag in einem Gebiet um dasselbe Individuum oder zwei unterschiedliche Individuen gehandelt hat. Die Uhrzeit kann in der Eingabemaske direkt hinter dem Datum in dasselbe Feld eingetragen werden, z. B. „10.03.2012 09:00“ (also: Leerzeichen und dann die Uhrzeit in 24 Std.-Angabe). Neben der Angabe der Uhrzeit ist bei ziehenden Vögeln daher auch die Angabe der Zugrichtung unter „Präzisierung der Beobachtung“ wichtig.
Hinweis: Bitte trennen Sie eindeutig ziehende und rastende Vögel bei der Eingabe und melden diese getrennt.
Eingabe von Alter und Geschlecht
Angaben zum Alters- und Geschlechterverhältnis oder zur Anzahl der Jungvögel ermöglichen vielfältige weitergehende Auswertungen. Falls Sie (ggf. auch nur einen Teil) differenziert haben, geben Sie diese bitte unter den Optionalen Angaben in den dafür vorgesehenen Feldern ein (und nicht im Bemerkungsfeld!). Beispiel: Sie haben einen Trupp mit 100 Singschwänen beobachtet, der aus 90 adulten und 10 vorjährigen Jungvögeln bestand, dann sollte in die vorgegebenen Zeile als Anzahl 90 und als Alter „adult“ eingetragen werden. Um nun auch die Anzahl der Jungvögel anzugeben, muss man in der Eingabemaske auf die blaue Schrift "weitere Detailangaben anfügen" klicken, sodass eine weitere Eingabezeile erscheint. Hier kann dann als Anzahl 10 und bei Alter "2. KJ / vorjährig" (derzeit, später im Jahr dann 1. KJ / diesjährig) eingetragen werden. Genauso kann bei der Eingabe von Männchen und Weibchen oder in der Brutzeit bei Familienbeobachtungen vorgegangen werden. Es lassen sich beliebig viele Reihen für Detailangaben hinzufügen (es können also auch mehrere Familien eingetragen werden!).
Bitte die Tageslisten-Funktion benutzen!
In ornitho gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, Beobachtungen zu melden:
1.Meldung ausgewählter einzelner, einem interessant erscheinender Beobachtungen, d.h. die Übermittlung von subjektiv ausgewählten Beobachtungen,
2.Meldung aller während eines Beobachtungsgangs in einem Gebiet festgestellten Arten, d.h. eine systematische (und damit wertvollere), aber auch aufwändigere Art der Datenübermittlung („Tageslisten“).
Bei den Tageslisten handelt es sich um sog. Checklisten, in die man alle Arten einträgt, die bei einem Beobachtungsgang in einem Gebiet an einem Tag entdeckt wurden. Da alle angetroffenen Arten notiert werden, kann der Rückschluss gezogen werden, dass alle anderen Arten nicht beobachtet wurden (dass sie evtl. anwesend waren, aber nicht entdeckt wurden, ist ein anderes Problem, um das sich aber Statistiker kümmern können). Daten aus Tageslisten sind für die korrekte Darstellung der Phänologie sowie für Auswertungen zu Bestandsveränderungen sehr wertvoll. Bitte füllen Sie daher Tageslisten aus, wann immer Sie Zeit dazu haben, v.a. aber, wenn Sie ohnehin alle Arten erfassen!
Nicht immer hat man Zeit / Lust, alle anwesenden Vogelarten zu notieren, sondern konzentriert sich auf die weniger häufigen und seltenen. Um dem Rechnung zu tragen, unterscheiden wir in ornitho zwischen Tageslisten für
1.prioritäre Arten (weitere Informationen siehe Infoblatt Nr. 4),
2.alle Arten.
Wenn Sie in einem Gebiet beobachten gehen, melden Sie bitte die Daten zumindest als Tagesliste für die prioritären Arten. Selbst wenn Sie nicht alle Arten notiert haben, werden Sie schnell feststellen, dass Sie für die anderen prioritären Arten zumindest angeben können, ob sie anwesend waren. Denn bei den a- und b-Arten handelt es sich fast immer auch um jene, die man meist ohnehin intuitiv melden würde.
Beobachtungen präzisieren
In der Liste „Präzisierung der Beobachtung“ sind wichtige, sich gegenseitig ausschließende Verhaltensweisen aufgeführt, die für die Auswertung bzw. aus Naturschutzgründen bedeutsam sind, z. B. wie oben bereits erwähnt die Zugrichtung, ob es sich um einen Schlaf- oder Mauserplatz oder einen Todfund handelt. Wir haben uns bewusst auf Angaben konzentriert, die für Auswertungen tatsächlich relevant sind und die sich nicht mit den Brutzeitcodes überschneiden. Alle weiteren Informationen (z.B. „rüttelnd“ oder „kreisend“) können in den Bemerkungen angegeben werden.
Beitrag in DER FALKE 03/2012
In der März-Ausgabe der Zeitschrift DER FALKE ist ein kleiner Beitrag über die ersten Monate von ornitho.de und .lu mit kleineren Auswertungen erschienen. Eine digitale Version des Artikels finden Sie hier: Pdf [924 kb]
Das komplette Falke-Heft März 2012 mit spannenden Beiträgen, u.a. über Vogelstimmen, den Seggenrohrsänger oder die Magellangans, finden Sie in gutsortierten Buch- und Zeitschriftenläden. Sie können das Heft auch direkt über www.falke-journal.de beziehen.
Viele spannende Beobachtungen in den kommenden Wochen wünschen
Gilles Biver, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
PS: Vielen Dank an alle Melderinnen und Melder, die sich auf unseren Aufruf zur Mitarbeit am Monitoring häufiger Brutvögel gemeldet haben. Es konnten bereits über 20 neue Probeflächen vergeben werden. Wir wünschen allen einen guten Start in die erste Kartiersaison!
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 9. März 2012
avinews
Erhöhte Sterblichkeit von Watvögeln im schleswig-holsteinischen Wattenmeer während der Kälteperiode im Februar 2012
Von dem plötzlichen starken Frosteinbruch in der ersten Februar-Dekade 2012 und der rasant schnellen Vereisung des Wattenmeeres wurden nach dem bis dahin sehr milden Winterverlauf viele Vögel überrascht und es kam es zu einer erhöhten Sterblichkeit. Allein an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste wurden ab dem 07. Februar ca. 1.650 Limikolen gefunden, die verhungert und erfroren waren. Eine Nahrungsaufnahme im Watt war zu dieser Zeit praktisch nicht mehr möglich, große Limikolenschwärme standen apathisch am Strand, viele Vögel waren extrem abgemagert und in den kalten Nächten nicht mehr in der Lage ihre Thermoregulation aufrecht zu erhalten. Bei einem längeren Anhalten der Frostperiode über den 11. Februar hinaus wäre sicher mit einem weiteren schnellen Anstieg der Todesfälle zu rechnen gewesen.
Die größten Verluste erlitt mit etwa 1.100 erfassten Opfern der Austernfischer. Daneben waren auch Knutt, Alpenstrandläufer, Rotschenkel, Steinwälzer und Großer Brachvogel relativ zahlreich betroffen. Die meisten toten Watvögel wurden auf Amrum und bei Büsum gefunden, wo sich die Schwärme im Bereich der letzten noch eisfreien Wattflächen konzentriert hatten.
Unter den Austernfischer-Opfern überwogen Jungvögel deutlich gegenüber Altvögeln. Ein beringter Altvogel gehörte mit einem Alter von mindestens 33 Jahren schon zu den Oldies. Männchen wurden deutlich häufiger tot gefunden als die in der Regel etwas schwereren Weibchen.
Einige Funde beringter Vögel belegten, dass es sich auch bei den Austernfischer-Totfunden nicht nur um Vögel der hiesigen Brutpopulationen handelte, sondern zum Winter hin in gewissem Umfang eine südlich-südwestliche Verlagerung stattgefunden hatte. Neben einigen Vögeln der deutschen Nord- und Ostseepopulation wurden vier Austernfischer aus Norwegen gefunden. Die Brutgebiete von dreien lagen weit nördlich des Polarkreises im Raum Tromsø, über 1.700 km vom schleswig-holsteinischen Wattenmeer entfernt. Ein Großer Brachvogel trug einen finnischen Ring.
Es bleibt zu hoffen, dass die Verluste bei den Austernfischern doch nicht so hoch waren, dass diese sogar Auswirkungen auf Populationsebene haben und den negativen Bestrandstrend der letzten Zeit noch verstärken werden. Die Austernfischer-Brutbestände haben im schleswig-holsteinischen Wattenmeer und ähnlich in den anderen Wattenmeerregionen seit 1998 bereits um etwa 50% abgenommen. Die Art hat schon länger keinen ausreichenden Bruterfolg mehr und die Rastbestände gehen ebenfalls schon lange stark zurück.
Viele der tot gefundenen Vögel wurden am Forschungs- und Technologiezentrum der Universität Kiel in Büsum untersucht.
Foto: Bernd Hälterlein
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 6. März 2012
tipnews
Volkszählung beim Rotmilan – Machen Sie mit!
Seit den letzten Februartagen häufen sich im gesamten Bundesgebiet Beobachtungen des Rotmilans, nachdem nur wenige Tiere die kalte Jahreszeit in unseren Breiten verbracht haben. In den kommenden Tagen werden die Milane wieder ihre Reviere besetzen und während der Balz mit akrobatischen Luftspielen und spektakulären Sturzflügen so manche/n Beobachter/in begeistern.
Bundesweite Rotmilankartierung 2012
Der DDA ruft auch in diesem Jahr wieder zur Erfassung des Rotmilans auf, um die im letzten Jahr begonnene bundesweite Kartierung zu vervollständigen und abzuschließen. Ziel ist es, auf möglichst großer Fläche Revierzentren (Brutwälder) sowie – wenn möglich – die Horststandorte und den Bruterfolg zu ermitteln. Diese Daten werden für eine geplante umfassende Gefährdungsanalyse benötigt, bei der die Lebensraumausstattung, die Auswirkungen der Landnutzung auf Bruterfolg und Habitatqualität und der Erfolg von Schutzmaßnahmen bewertet werden sollen.
Machen Sie mit!
Unterstützen Sie unsere Arbeit zum Schutz dieses eleganten Greifvogels! Alles was Sie benötigen, ist ein Fernglas und etwa 5-10 Stunden Zeit für drei Geländebegehungen zwischen Mitte März und Mitte Mai, bei denen Rotmilane und deren Brutwälder erfasst werden. Sofern es ihre Zeit zulässt, sollen darauf aufbauend die Horste gesucht und an zwei Terminen der Bruterfolg ermittelt werden.
Alle wichtigen Informationen rund um die bundesweite Rotmilankartierung haben wir für sie in einem Kartierleitfaden zusammengefasst, den sie zusammen mit weiteren Informationen auf den Internetseiten des DDA finden:
Das Monitoring häufiger Brutvögel startet in die neue Saison – machen Sie mit!
Seit dem Ende des kurzen, aber heftigen Winters sind bei Amseln, Sing- und Misteldrosseln, Kleibern, Heckenbraunellen oder Meisen die Frühlingsgefühle nicht mehr zu überhören. Keine Frage, spätestens mit den milden Temperaturen der letzten Tage haben die Vorbereitungen für die Brutzeit bei vielen Arten begonnen. Aber auch bei uns laufen die Vorbereitungen auf die Brutzeit 2012 auf Hochtouren, denn am 10. März beginnt die Kartiersaison des Monitorings häufiger Brutvögel.
Seit 1989 werden die Bestandsentwicklungen aller häufigen Brutvogelarten mithilfe standardisierter Methoden überwacht, um u.a. die Frage „Wie entwickeln sich die Brutbestände weit verbreiteter, häufiger Vogelarten wie Amsel, Kohlmeise oder Ringeltaube?“ beantworten zu können. Seit 2004 finden die Erfassungen auf bundesweit repräsentativen, 1x1 km-großen Probeflächen statt, auf denen zwischen März und Juni 4 Begehungen entlang einer ca. 3 km langen Route durchgeführt werden.
Vielfältiger Einsatz der Ergebnisse für den Naturschutz
Die Ergebnisse des Programms werden jährlich im Bericht „Vögel in Deutschland“ fortgeschrieben und sie fließen u.a. in den Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ der Bundesregierung (→ BfN) sowie Indikatoren auf europäischer Ebene ein, u.a. den „European Farmland Bird“-Indikator (→ EBCC), der von der EU-Kommission als Referenz für eine nachhaltige Nutzung der Agrarlandschaft herangezogen wird.
Machen Sie mit!
Der zeitliche Aufwand je Probefläche beträgt für die vier Begehungen zwischen März und Juni inkl. der Auswertung der Daten 30–40 Stunden. Bundesweit stehen 2.637 Probeflächen zur Verfügung, von denen bereits rund 1.400 vergeben werden konnten. Es gibt somit noch reichlich Beteiligungsmöglichkeiten zwischen Rügen und Bodensee! Wo es noch freie Probeflächen in Ihrer Nähe gibt und wie diese beschaffen sind, können Sie über das Informationssystem „Mitmachen beim Monitoring häufiger Brutvögel!“ ganz einfach erkunden. Am besten Sie sehen direkt einmal nach, denn bis spätestens zum 20. März sollten Sie sich entschieden haben, wenn Sie dieses Jahr noch mitmachen möchten: