Das Monitoring rastender Wasservögel in Deutschland
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Samstag, 6. Dezember 2014
technews
Hohoho ... ''NaturaList'', die ornitho-App ist da!
Pünktlich zum Nikolaustag lassen wir sie aus dem Sack: Die von vielen schon lange erwünschte ornitho-App ist da!
Erklärtes Ziel der Entwickler von Biolovision um Gaëtan Delaloye (selbst begeisterter Orni und Kartierer) war es, dass die Eingabe der Daten über die App mindestens so schnell sein sollte wie das herkömmliche Notieren der Beobachtungen auf Papier. Und sie sollte auch an Orten ohne Netzabdeckung und grenzüberschreitend funktionieren. All das ist eindrucksvoll gelungen!
Hinter dieser App stehen nicht nur viele Tausend Stunden an Entwicklungszeit, sondern technische Leistungen, von denen man sich als Nutzer keine Vorstellung macht: Um beispielsweise die Karten von OpenStreetMap für die App aufzubereiten, damit auch außerhalb Deutschlands im Offline-Modus detaillierte Karten zur Verfügung stehen, rechneten die schnellsten bei einem Cloud-Service verfügbaren Rechner rund 100.000 Stunden. Dabei wurden die OSM-Daten über ein hochaufgelöstes digitales Höhenmodell gelegt, um Höhenlinien zu generieren und die Karten mit einer Schummerung zu versehen, so dass die Karten einen 3D-Effekt aufweisen. Die Orientierung im stark reliefierten Gelände wird dadurch erheblich verbessert. Am Ende lagen rund 32 Millionen „Kartenschnipsel“ für mehrere Zoomstufen vor, die ein schnelles (Herunter)Laden der Karten und damit die sehr exakte Verortung der Beobachtungen ermöglichen – auch ohne Netzzugang.
Für dieses teilweise die Vorstellungskraft sprengende Engagement möchten wir – vermutlich auch im Namen aller Nutzerinnen und Nutzer – dem Team von Biolovision aufs Herzlichste danken!
Unser Dank gilt weiterhin dem Bundesamt für Naturschutz, das die Nutzung der Topographischen Karten in der App ermöglichte – eine Voraussetzung dafür, dass sie auch an Orten ohne Netzabdeckung funktioniert (für die Karten von GoogleMaps benötigt man immer Netzzugang). An dieser Stelle möchten wir auch allen, die die App im Laufe der zurückliegenden Monate intensiv getestet haben, ganz herzlich danken, Die Rückmeldungen haben maßgeblich zur Verbesserung beigetragen.
Die App ist für alle ornitho-Portale und darüber hinaus europaweit nutzbar. Um Ihnen den Einstieg und die Bedienung zu erleichtern, erreichen Sie über ein neues Menü in der linken Spalte eine Anleitung zu NaturaList, die Sie alternativ auch als PDF herunterladen können. Darin werden auch einige vermutlich häufig gestellte Fragen zur App beantwortet.
Sie können sich die ornitho-App „NaturaList“ ab sofort unter Google Play kostenlos herunterladen.
Viel Freude mit der ornitho-App und einen schönen Nikolaus-Tag wünschen
Christopher König, Patric Lorgé und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Montag, 24. November 2014
tipnews
Bruterfolg des Zwergschwans 2014: Bitte um Unterstützung der europaweiten Erfassung des Jungvogelanteils am 6./7. Dezember
Der Jungvogelanteil in den Trupps überwinternder Gänse und Schwäne ist ein guter Indikator für den Bruterfolg im zurückliegenden Sommer in den arktischen Brutgebieten und – neben der Überlebensrate der Altvögel sowie der Zu- und Abwanderung – ein wichtiger Parameter, wenn es darum geht, die Entwicklung einer Population zu analysieren. Eine der wenigen Gänse- und Schwanenarten, die derzeit einen negativen Bestandstrend aufweist, ist der Zwergschwan. Eine der Ursachen ist ein seit den 1990er Jahren geringer Bruterfolg. Wodurch das bedingt ist, ist unklar.
Um anhand einer möglichst großen, über das gesamte Verbreitungsgebiet verteilten, repräsentativen Stichprobe Hinweise zum Bruterfolg 2014 zu erhalten, findet am Wochenende 6./7. Dezember eine europaweite Erfassung des Jungvogelanteils beim Zwergschwan statt.
Bereits im Dezember 2013 war eine solche Zählung durchgeführt worden. Europaweit lag der Anteil der Jungvögel dabei mit 12,8 % erfreulich hoch, was auf einen guten Bruterfolg schließen ließ. Hierzulande wurde ein Jungvogelanteil von 14,4 % ermittelt. Ein höherer Jungvogelanteil in Deutschland im Vergleich zu den weiter westlich gelegenen Überwinterungsgebieten wurde des öfteren festgestellt. In Deutschland wurden mehr als 5.300 Zwergschwäne ausgezählt - ein exzellentes Ergebnis. Vielen Dank allen, die mit ihren Meldungen dazu beigetragen haben!
Sollten die nächsten Wochen weiter so mild verlaufen, ist davon auszugehen, dass sich wie im vergangenen Jahr ein großer Teil der europäischen Zwergschwäne in Deutschland aufhält. Es ist daher wiederum wichtig, dass möglichst viele Individuen nach Alter differenziert werden. Obgleich die meisten Nutzerinnen und Nutzer von ornitho.de speziell bei den Schwänen Alt- und Jungvögel getrennt erfassen (siehe Beitrag hierzu in Der Falke 4/2013), möchten wir dazu aufrufen, am 6./7. Dezember möglichst bei allen Zwergschwänen eine Altersdifferenzierung vorzunehmen und gleichzeitig dazu ermuntern, gezielt wichtige Zwergschwan-Rastgebiete aufzusuchen. Neben dem Jungvogelanteil wäre es wünschenswert, wenn – wie für viele mittlerweile ebenfalls Standard – auch das Nahrungshabitat erfasst werden könnte. Wer etwas mehr Zeit hat und eine interessante Herausforderung sucht, findet diese in der Ermittlung der Familiengröße. Hinweise, wie diese und die anderen Informationen in ornitho.de einzutragen sind, finden Sie untenstehend.
An dieser Stelle möchten wir außerdem bereits auf die europaweite Zwerg- und Singschwan-Synchronzählung am 17./18. Januar 2015 hinweisen. Ziel dieser Erfassung ist die Ermittlung der Gesamtbestände. Im Laufe des Dezembers werden wir an dieser Stelle weitere Informationen dazu bereitstellen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Axel Degen und Jan H. Beekman
Eintragung von Alter/Geschlecht, Jungvogelanteilen und Nahrungshabitat:
Tragen Sie die Informationen zu Alter und Geschlecht in den dafür vorgesehenen Feldern unter den optionalen Informationen ein (und nicht in den Bemerkungsfeldern, die sich kaum auswerten lassen)!
Bitte machen Sie immer Angaben zu allen beobachteten Geschlechtern oder Altersklassen. Beispiel: Sie haben einen Trupp von 28 Zwergschwänen nach Alter differenziert und 23 Alt- und 5 Jungvögel ermittelt. Wenn Sie nun lediglich die 5 Jungvögel eintragen, dann kann das bedeuten, dass die übrigen Tiere Altvögel waren, aber auch, dass unter den 28 Vögeln unter anderem 5 Jungvögel beobachtet wurden. Der Rückschluss, alle übrigen sind Altvögel, wäre dann falsch. Solche Datensätze können deshalb bei Auswertungen nicht berücksichtigt werden.
Ein Grund, weshalb immer wieder nur die Jungvögel oder nur ein Geschlecht angegeben werden, mag darin liegen, dass nur zunächst eine Zeile bei den Details zum Alter und Geschlecht angegeben ist. Um das andere Geschlecht oder weitere Altersklassen anzugeben, klicken bitte auf „weitere Detailangaben anfügen". Alternativ finden Sie darunter ein Feld, über das Sie die Detailangaben sehr schnell und einfach eintragen können. Mit einem Klick in das Feld öffnet sich ein Hinweis, wie die Detailangaben in das Feld eingetragen werden müssen.
Bitte vermeiden Sie die Angabe „immatur“, wenn das Alter genauer angegeben werden kann. Für Vögel aus der vorhergehenden Brutzeit verwenden Sie bitte bis zum 31. Dezember eines Jahres die Kategorie „1. KJ / diesjährig“ und ab dem 1. Januar „2. KJ / vorjährig“. Bei Höckerschwänen ist das sogar essenziell, da sich bei diesen Vögel im 2. Winter oft noch von Altvögeln unterscheiden lassen. Wer Altvögel von zwei- bis dreijährigen Vögeln unterscheidet, sollte diese als weitere Kategorie gesondert angeben.
Die Altersverhältnisse unterscheiden sich zwischen kleinen und großen Trupps. Kleine Trupps oder einzelne Familien, die sich z.B. bei Schwänen fast auf einen Blick differenzieren lassen, haben durchschnittlich einen höheren Jungvogelanteil. Falls es die Zeit zulässt, differenzieren Sie auch größere Ansammlungen. Diese Informationen sind sehr wertvoll, damit es nicht zu einer Überschätzung des Jungvogelanteils kommt.
Machen Sie Altersangaben auch dann, wenn ein Trupp nur aus Alt- oder Jungvögeln besteht! Mitunter hatten wir den Eindruck, dass vor allem Trupps gemeldet wurden, die beide Altersklassen enthielten.
Die Familiengröße bei Gänsen und Schwänen ist ebenfalls eine interessante Information. Falls Sie diese ermitteln, geben Sie diese bitte im Bemerkungsfeld wie folgt an: Familien: 3x1, 4x2, 1x5 Juv.
Rast- oder Nahrungshabitat
Bei in der Agrarlandschaft rastenden Vögeln (v.a. Gänsen, Schwänen, Kranichen und Limikolen) ist das Rast- oder Nahrungshabitat eine wichtige Zusatzinformation. Falls Sie dieses bestimmen können, tragen Sie es bitte unter den Optionalen Angaben bei "(Rast)Habitat" ein. Im Gegensatz zu Angaben unter „Bemerkungen“ können diese Angaben dann direkt ausgewertet werden. Bei Gänsen und Schwänen unterscheiden sich z.B. die Jungvogelanteile zwischen verschiedenen Habitaten. Auch deshalb ist die Angabe des Habitats wertvoll und wichtig.
Bitte machen Sie auch möglichst bei „Präzisierung der Beobachtung“ eine Angabe, so dass eindeutig zwischen rastenden und ziehenden / überfliegenden Vögel unterschieden werden kann. Bei ziehenden Vögeln ist auch die Zeit eine wichtige Information. Diese können Sie direkt hinter dem Datum mit Leerzeichen getrennt angeben, z.B. 23.11.2013 09:00
Nicht immer ist die Unterscheidung zwischen „Nahrung suchend“ und „rastend / ruhend“ eindeutig möglich. Im Zweifelsfalle sollten Sie „Nahrung suchend“ eingeben, auch wenn ein Teil des Vogeltrupps zum Beobachtungszeitpunkt ruht. Nicht hilfreich ist es, für einen zusammenhängenden Rasttrupp zwei Datensätze anzulegen, die sich lediglich in der Präzisierung der Verhaltensweise unterscheiden. Gleiches gilt für Anteile eines zusammenhängenden Rasttrupps, die sich über eine Parzellengrenze hinweg bewegen und daher zwei verschiedene Habitate nutzen. Hier sollten sie das vorrangig genutzte Habitat eingeben. Separate Trupps in größeren Gebieten sollten hingegen möglichst mit exakter Lokalisierung getrennt eingegeben und codiert werden.
Foto: Lutz Ritzel.
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 18. November 2014
avinews
Noch ungewöhnlich viele Rotmilane in Deutschland
Die meisten der bei uns brütenden Rotmilane ziehen im Herbst in den Süden und überwintern in Südfrankreich und auf der Iberischen Halbinsel. Der Abzug erfolgt in der Regel von Anfang September bis Mitte Oktober. Ab November sind die eleganten Greifvögel dann nur noch in geringer Zahl zu beobachten. Anders in diesem Jahr: Etwa zwei- bis dreimal so viele Rotmilane halten sich – verglichen mit dem Vorjahr – derzeit noch bei uns auf. Das zeigt ein Vergleich der in der ersten Novemberhälfte über ornitho.de gemeldeten Beobachtungen: Ein Grund hierfür könnte die derzeit ungewöhnlich milde Witterung sein. Da die Witterungsbedingungen im Herbst des vergangenen Jahres jedoch ähnlich mild waren, dürfte vor allem ein gutes Nahrungsangebot der Hauptgrund für die ungewöhnlich vielen Beobachtungen sein. Vielerorts sind die Dichten an Mäusen offenbar hoch, so dass der Tisch für viele Greifvögel reicht gedeckt ist.
Seit den 1950er Jahren wird beobachtet, dass einige Rotmilane nicht mehr nach Südwesteuropa ziehen, sondern in der Nähe des Brutgebiets bleiben und den Winter in Mitteleuropa verbringen. Hierzulande sind die Regionen um den Harz und das Thüringer Becken sowie der Südwesten Deutschlands als inzwischen traditionelle Überwinterungsgebiete bekannt. Um mehr über das Auftreten und die Verbreitung von Rotmilanen im Winter in Deutschland zu erfahren, melden Sie bitte alle Rotmilan-Beobachtungen bei ornitho!
Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Schutz des Rotmilans, da mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit in Deutschland lebt. Doch der Bestand geht zurück. Um den Sinkflug des faszinierenden Greifvogels aufzuhalten, führen der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit Partnern vor Ort das nationale Schutzprojekt „Rotmilan – Land zum Leben“ durch. Kern des Vorhabens ist die Beratung und Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft in elf Modellregionen in acht Bundesländern. Mit ihr gemeinsam soll u. a. die Agrarlandschaft so gestaltet werden, dass der Rotmilan ausreichend Nahrung zur Aufzucht seiner Jungen findet. Das Vorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der DDA-Homepage unter „Rotmilan-Projekt“ sowie auf www.rotmilan.org.
Grafik: Für die Jahreszeit halten sich derzeit noch ungewöhnlich viele Rotmilane in Deutschland auf. Das verdeutlicht der Vergleich der über ornitho.de und ornitho.lu vom 1.-15. November gemeldeten Rotmilan-Beobachtungen der Jahre 2013 und 2014 (n2013 = 601, n2014 = 1989).
aufgegeben von Christopher König
Montag, 3. November 2014
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Sommer 2014
In der November-Ausgabe von Der Falke blicken wir in der Rubrik „Vögel in Deutschland aktuell“ auf das vogelkundliche Geschehen im Sommer 2014 zurück. Dabei betrachten wir die seit vielen Jahren bei uns brütende Rostgans und ihr interessantes Wanderverhalten in Westeuropa. Eine exotische, aber hierzulande ebenfalls bereits als Brutvogel etablierte Art, der wir uns widmen, ist der Halsbandsittich. Die Verbreitung nach ornitho-Daten deckt sich dabei sehr gut mit den Ergebnissen der Brutvogelkartierungen 2005–2009. Eine weitere Ausbreitung über die drei großen Vorkommensgebiete am Rhein hinaus ist nicht oder in nur sehr geringem Maße erkennbar.
Noch bis in die 1990er Jahre war die Steppenweihe ein extrem seltener Gast in Deutschland. Seitdem hat sich das Bild stark gewandelt, und zuletzt gab es sogar meist zweistellige Nachweiszahlen pro Jahr. Auffällig waren in den zurückliegenden Monaten eine Reihe von Sommernachweisen dieser sonst nur als Durchzügler auftretenden Art aus den asiatischen Steppen und Halbwüsten. In unserem Beitrag befassen wir uns mit dem bislang wohl stärksten Auftreten in Deutschland, das 2014 zu beachten war.
Mit Zügelseeschwalbe und Jungfernkranich wurden in den Monaten Juni bis August zwei extrem selten bei uns auftretende Arten entdeckt. Die ebenfalls sehr selten hierzulande zu beobachtende Schwarzflügel-Brachschwalbe wurde gleich mehrfach festgestellt.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Sommer 2014 – Rostgänse, Halsbandsittiche und Steppenweihen“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren bislang erschienenen Beiträge mit direktem ornitho-Bezug finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Heft 11/2014 von Der Falke mit Beiträgen u.a. über die neue Checkliste der Vögel der Welt, Schreiadlerzählungen in Israel, Wanderfalken, Vogelnamen sowie eine Fotogalerie zum Thema „Vögel und Beeren“ können Sie über www.falke-journal.de beziehen. Der Falke finden Sie darüber hinaus auch im gutsortierten Zeitschriften-Handel.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de und ornitho.lu!
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 31. Oktober 2014
tipnews
Herbstzug und -rast der Kraniche – bitte beachten!
Zu Zehntausenden sammeln sich derzeit die Kraniche in den Rastgebieten im Norden und Osten Deutschlands und treten bald ihren Zug in die Überwinterungsgebiete in Südwesteuropa an. Vor allem im Westen Deutschlands und in Luxemburg werden dann wieder die weithin hörbaren Rufe und beeindruckenden Zugformationen zu sehen sein. Viele Tausend Zug- und Rastbeobachtungen werden in dieser Zeit über ornitho.de und ornitho.lu gemeldet. Damit die gesammelten Daten später detailliert ausgewertet und für Naturschutzfragen eingesetzt werden können, bitten wir Sie um Folgendes:
Melden Sie bitte möglichst jeden Zug- oder Rasttrupp separat.
Geben Sie zu Ihren Zugbeobachtungen bitte immer eine Uhrzeit an. Diese können Sie direkt hinter dem Datum von Hand eingeben, z.B. 29.10.2014 09:18.
Falls Sie an Massenzugtagen für mehrere Stunden an einem Ort stehen und den Zug verfolgen, geben Sie bitte den Erfassungszeitraum sowie für die Interpretation der Daten wichtige Informationen (z.B. Sichtweite) unter „Bemerkungen“ an.
Bitte geben Sie bei Zugbeobachtungen immer eine Zugrichtung an. Diese können Sie im Feld „Präzisierung der Beobachtung“ auswählen. Entsprechende Angaben im Bemerkungsfeld lassen sich nicht auswerten.
Geben Sie Trupps rastender oder Nahrung suchender Kraniche bitte punktgenau ein. Geben Sie unter „Präzisierung der Beobachtung“ bitte „rastend/ruhend“ oder „Nahrung suchend“ an, und vermerken Sie – sofern zutreffend und erkennbar – auch das (Rast)Habitat.
Alt- und Jungvögel lassen sich bei Kranichen sehr einfach unterscheiden. Falls Sie also etwas mehr Zeit haben, zählen Sie Alt- und Jungvögel getrennt aus und tragen die Informationen in den dafür vorgesehenen Feldern ein (bitte nicht im Bemerkungsfeld). Falls Sie nur einen Teil eines großen Trupps ausgezählt haben, geben Sie bitte die Gesamtanzahl und in den Detailangaben nur die Anzahl differenzierter Individuen an.
Falls Sie Kraniche abends oder morgens am Schlafplatz gezählt haben, geben Sie ebenfalls die Uhrzeit sowie unter „Präzisierung der Beobachtung“ bitte „Schlaf-/Sammelplatz“ an.
Diese Hinweise bezüglich der Rast gelten insbesondere auch für Gänse und Schwäne sowie weitere auf Feldern rastende / Nahrung suchende Vogelarten (z.B. Kiebitz, Goldregenpfeifer).
Bewährte Zusammenarbeit mit der AG Kranichschutz Deutschland
Die AG Kranichschutz Deutschland und der DDA arbeiten im Bereich der Datensammlung bei Kranichen eng zusammen. Die über ornitho gesammelten Informationen zum Brut-, Rast- und Zuggeschehen stehen der AG Kranichschutz für detaillierte Auswertungen zur Verfügung, die u.a. für den jährlichen Bericht "Das Kranichjahr" erstellt werden. Bitte geben Sie Ihre Beobachtungen deshalb nicht zusätzlich unter www.kraniche.de ein!
Hinweis: Eine spannende aktuelle Entwicklung beim Kranichzug am Alpenrand haben wir im Rahmen einer ersten länderübergreifenden Auswertung und Darstellung des Kranichzugs anhand der Daten von ornitho in der Januar-Ausgabe 2014 von Der Falke beschrieben. Den Beitrag können Sie hier herunterladen.
Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen, dass Sie das faszinierende Schauspiel des herbstlichen Kranichzugs ebenfalls bestaunen können!
Die Teams von ornitho.de und der AG Kranichschutz Deutschland
3 Jahre ornitho.de und ornitho.lu – herzlichen Dank für die Unterstützung!
Bereits drei Jahre sind seit dem Start von ornitho.de und ornitho.lu am 30. Oktober 2011 vergangen. Mehr als 12.000 Personen sind mittlerweile registriert und haben 10,9 Mio. Beobachtungen zusammengetragen. Für diesen großen Zuspruch möchten wir allen Melderinnen und Meldern ganz herzlich danken!
Um die Qualität dieses riesigen Datens(ch)atzes zu gewährleisten, werden die Daten laufend durch eine automatische Plausibilitätskontrolle sowie vor allem von den mehr als 350 Regionalkoordinatoren und Artspezialisten auf Kreis-, Landes- und Bundesebene gesichtet. Diese verwalten außerdem die Ortsbezeichnungen und stehen bei Fragen den Meldern mit Rat zur Seite. Vielen Dank für die ungemein wichtige und zeitaufwändige Unterstützung!
Ein ganz besonderer Dank gebührt auch dem Team von Biolovision um Gaëtan Delaloye, das im Hintergrund exzellente Arbeit leistet. Sie sind bei Fehlern jederzeit für uns erreichbar und beheben diese in der Regel umgehend, so dass ornitho.de und ornitho.lu nur wenige Stunden nicht voll funktionsfähig waren. Merci beaucoup!
Einige Beispiele für Auswertungsmöglichkeiten, Einblicke und auch neue Erkenntnisse, zu denen die ornitho-Datensammlung beigetragen haben, finden Sie in den quartalsweisen Auswertungen in Der Falke, die unter Publikationen und Auswertungen heruntergeladen werden können.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Erkunden unserer Vogelwelt, online auf ornitho, vor allem aber draußen.
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Mittwoch, 22. Oktober 2014
avinews
Statusbericht „Vögel in Deutschland 2013“ erschienen
Der Bericht Vögel in Deutschland 2013 gibt einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation von Brutvögeln und überwinternden Rastvögeln in Deutschland. Schwerpunkt der Publikation ist der im Jahr 2013 erstellte nationale Bericht nach Art. 12 der EU-Vogelschutzrichtlinie, dessen umfassende Auswertungen nunmehr vorliegen. In umfangreichen Tabellen sind aktuelle Informationen zu Bestandsgrößen und Trends aller Brutvögel und der regelmäßig überwinternden Wasservögel enthalten.
Wesentliche Basis für die Datenzusammenstellung in Vögel in Deutschland bilden die von mehreren tausend Ehrenamtlichen im bundesweiten Vogelmonitoring erhobenen Daten. Sie wurden zusammen mit Informationen der Behörden zu einem einheitlichen Datenbestand über die Vogelwelt Deutschlands zusammengeführt. Vögel in Deutschland wird jährlich gemeinsam herausgegeben von der Länderarbeitsgemeinschaft staatlicher Vogelschutzwarten, dem Dachverband Deutscher Avifaunisten und dem Bundesamt für Naturschutz.
Vögel in Deutschland 2013 steht - ebenso wie die Ausgaben der Vorjahre - auf der Homepage des DDA als PDF zur Verfügung. In gedruckter Form können Sie den Bericht um Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand über den DDA-Schriftenversand beziehen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Vogelmonitoring erhalten das Heft als Dank für ihre Unterstützung kostenlos zugesandt.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de!
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 16. Oktober 2014
technews
Hinweise zum verfeinerten Validierungssystem
Ein wichtiges Ziel von ornitho.de und ornitho.lu ist es, Daten für wissenschaftliche Auswertungen und Zwecke des Naturschutzes bereitzustellen. Die Plausibilität und Qualität der eingehenden Daten wird deshalb in einem mehrstufigen Verfahren geprüft. Direkt bei der Eingabe erfolgt eine Prüfung auf bis zu drei Parameter: phänologische Ausreißer, ungewöhnlich hohe Anzahlen sowie Extremwerte bezüglich der Höhenlage. Viele Eingabefehler werden darüber bereits abgefangen. Darüber hinaus prüfen Regionalkoordinatorinnen und -koordinatoren die eingehenden Daten auf Fehlbestimmungen oder Eingabefehler. Beobachtungen sehr seltener Vogelarten werden zudem von den Avifaunistischen Kommissionen auf Plausibilität geprüft.
Zentrales Element der Plausibilitätsprüfung war bislang das blaue ?, das bei (vermutlichen) Unstimmigkeiten entweder automatisch seitens des Systems oder manuell seitens der Regionalkoordinator gesetzt wurde. Dabei konnte nicht zwischen offensichtlichen Fehlbestimmungen und kleineren Ungereimtheiten etwa bei der Zuordnung der Beobachtung zu einem Ort, dem Brutzeitcode oder bei den Angaben zu Alter oder Geschlecht differenziert werden. Basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahre wurde deshalb das System grundlegend überarbeitet. Künftig wird es nun drei Markierungen geben:
Beobachtung erscheint nicht plausibel (Bestimmung, Datum etc.); der/die Melder/in erhielt per E-Mail eine Bitte zur Prüfung/Korrektur
Beobachtung ist plausibel, enthält aber kleine Fehler oder ist unvollständig; der/die Melder/in erhielt per E-Mail eine Bitte zur Korrektur oder Ergänzung der Angaben; Symbol NICHT öffentlich sichtbar
Meldung ist nicht plausibel; es erfolgte keine Rückmeldung seitens der Melderin/des Melders nach Setzen des blauen ? bzw. die bestehenden Zweifel konnten nicht ausgeräumt werden; Beobachtung NICHT öffentlich sichtbar
Ihre mit einer der obigen Markierungen gekennzeichneten Beobachtungen erscheinen künftig nach dem Einloggen auf der persönlichen Startseite (s. Abb. unten). Sie können die Beobachtungen dann direkt mit einem Klick auf das Bleistiftsymbol hinter der Ortsbezeichnung ändern. Die Regionalkoordinatoren sehen, welche Veränderungen Sie vorgenommen haben und entfernen die Markierung, wenn die Zweifel ausgeräumt oder die Fehler behoben wurden. Sie können einzelne Beobachtungen durch Klick auf das graue x-Symbol rechts in der Zeile aus der Liste auf der Startseite entfernen. Dadurch ändert nichts sich allerdings nichts am Validierungsstatus der Beobachtung. Bitte klären Sie deshalb immer zunächst die Rückfragen der Regionalkoordinatoren und sorgen so selbst dafür, dass die Liste auf Ihrer persönlichen Startseite möglichst leer ist. Vielen Dank!
Wir hoffen, dass die Plausibilitätsprüfung und die Qualitätssicherung dadurch weiter verbessert und vereinfacht werden.
Ihr Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Johannes Wahl
Mittwoch, 24. September 2014
tipnews
Europaweite Kiebitz- und Goldregenpfeiferzählung 11./12. Oktober 2014 – machen Sie mit!
In einem mittlerweile sechsjährigen Turnus werden europaweit die Goldregenpfeifer und hierzulande auch die Kiebitze und Großen Brachvögel erfasst, das nächste Mal am Wochenende 11./12. Oktober. Hierzu werden vor allem nördlich der Mittelgebirge viele zusätzliche Zählerinnen und Zähler benötigt. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Watvogelarten halten sich v.a. Kiebitze und Goldregenpfeifer auf dem Zug nicht überwiegend in Feuchtgebieten auf, sondern rasten auch in großer Zahl in der Agrarlandschaft. Entsprechend werden europaweit nur geringe Anteile des Gesamtbestandes über die Monitoringprogramme rastender Wasservögel erfasst. Koordiniert wird die europaweite Zählung von der International Wader Study Group. Zentrales Anliegen der Zählung ist es, die Bestandsangaben der Waterbird Population Estimates regelmäßig zu aktualisieren, die von Wetlands International zusammengestellt werden. Darin werden die Bestandsangaben und -trends aller Wasservogelpopulationen weltweit veröffentlicht. Die aus den Bestandsangaben abgeleiteten 1 %-Werte bilden die Grundlage für die Identifizierung international bedeutender Rastgebiete. Gleichzeitig sind die Zählungen die Basis für bundesweite Rastbestandsschätzungen, denn der Termin im Oktober fällt in den Zeitraum des Durchzugsgipfels der Arten in Deutschland. Ein hoher Erfassungsgrad ist damit aus mehreren Gründen wichtig.
Machen Sie mit und unterstützen die wichtige und spannende Zählung! Die Datenerfassung kann dieses Mal via ornitho.de erfolgen.
Johannes Wahl im Namen aller Koordinatorinnen und Koordinatoren
Kiebitze werden - ebenso wie Große Brachvögel - ab 2014 im Rahmen der Goldregenpfeiferzählung ebenfalls erfasst. Es lohnt sich: Geschätzt mind. 750.000 rasteten im Oktober 2008 in Deutschland. Foto: H. Glader
aufgegeben von Johannes Wahl
Freitag, 12. September 2014
tipnews
ornitho-Workshop im Vorfeld der DO-G-Tagung am 1.10.2014
Im Vorfeld der 147. Jahresversammlung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, die vom 1. bis 6. Oktober 2014 in Bielefeld stattfindet, bieten wir am Mittwoch, den 1.10.2014, einen Workshop mit dem Titel „Ornitho.de – ein Datens(ch)atz sucht Neugierige“ an.
Die regelmäßigen Auswertungen der ornitho-Daten z.B. in der Zeitschrift Der Falke haben bereits das breite Spektrum möglicher Fragestellungen aufgezeigt, die mit den Daten bearbeitet werden können (s. Publikationen und Auswertungen). Das Potenzial ist jedoch weitaus größer und wurde bislang nur ansatzweise genutzt. Ziel des Workshops ist es deshalb, die Daten, ihre Stärken und Schwächen, bisherige Auswertungen sowie potenzielle Fragestellungen vorzustellen und dazu anzuregen, die Daten beispielsweise im Rahmen von Abschlussarbeiten stärker zu nutzen, aber auch zu gemeinsamen Projekten zwischen Hochschulen und DDA anzuregen. Kurz vorgestellt werden auch die beim DDA vorhandenen Datensätze aus dem bundesweiten Vogelmonitoring. Intention des Workshops ist also ganz allgemein, die avifaunistischen Daten und alle, die an ihrer Auswertung interessiert sind, zusammenzubringen.
Der Workshop richtet sich an alle, die Fragestellungen für Projekte und Abschlussarbeiten suchen oder eigene Ideen für Auswertungen haben (Lehrende wie Studierende), die allgemein Interesse an der Auswertung der ornitho-Daten haben, die gerne in die weitere Zukunft denken oder alle, die schon immer gerne einmal wissen wollten, was man mit den Datensätzen aus Online-Portalen wie ornitho.de machen kann oder machen könnte (und was nicht).
Ein eigener Laptop ist nicht erforderlich, kann jedoch gerne mitgebracht werden, um das eine oder andere anschaulicher zu machen. Anmeldungen richten Sie bitte mit einer kurzen Beschreibung des Hintergrundes der Teilnahme bis zum 20.09. per E-Mail an Johannes Wahl: wahl@dda-web.de
Termin: Mittwoch, 1.10.2014, 14-18 Uhr
Ort: Zentrale Halle der Universität Bielefeld, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld
Weitere Informationen mit Anfahrts- und Lageplan finden Sie im Programm der DO-G-Tagung.
Auf Ihre Teilnahme freuen sich
Christopher König, Stefan Stübing, Simon Thorn und Johannes Wahl