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Montag, 2. Juli 2012
avinews
Erster Brutnachweis des Teichwasserläufers in Deutschland
Nachdem in diesem Jahr bereits der schon erwartete erste Brutnachweis des Silberreihers in Deutschland gelang und an mehreren Stellen die hierzulande nur unregelmäßig brütenden Stelzenläufer nach dem Einflug ab Ende April zur Brut schritten, konnte nun eine weitere Vogelart erstmalig als Brutvogel in Deutschland nachgewiesen werden: In Bliestorf in Schleswig-Holstein konnten Vogelkundler den ersten Brutnachweis des Teichwasserläufers für Deutschland erbringen. Nachdem bereits im Mai ein Paar Teichwasserläufer in dem Feuchtgebiet bei der Kopulation beobachtet und auch fotografiert werden konnte, gelang den Ornithologen Benno Moreth, Bernd Koop und Stefan Krüger nun der Nachweis von zwei Altvögeln, die vier Junge führten.
Der Teichwasserläufer bewohnt die Steppenzone von Osteuropa über Sibirien bis Ostasien. In den letzten Jahrzehnten hat er sein Brutgebiet jedoch weiter nach Westen und Norden gedehnt, und es gab ab den 1980er Jahren Brutnachweise im östlichen Teil Polens, im Baltikum, in Finnland, Schweden und auch in Dänemark. Der aktuelle Nachweis in Schleswig-Holstein fügt sich gut in diese Entwicklung. Dennoch: Mit dieser neuen Brutvogelart hatte sicher niemand gerechnet.
Das Gebiet, in dem die Teichwasserläufer nun erfolgreich gebrütet haben, wurde im Frühjahr 2010 durch die Stiftung Aktion Kulturland erworben. Durch die Aufhebung der Entwässerung dieser ehemaligen Ackerfläche entstand ein 8 bis 10 ha großes Flachgewässer. Um das Gewässer dauerhaft offen zu halten, wird die Fläche durch eine Rinderherde beweidet.
Der Verlauf der Brut ließ sich anhand der in ornitho zusammengetragenen Daten sehr schön verfolgen. Nachdem am 10.5. erstmalig zwei Teichwasserläufer im Gebiet entdeckt und an den Folgetagen auch bei der Kopulation beobachtet wurden, ließ sich ab dem 13.5. nur noch ein Vogel auffinden. Ab dem 21.5. wurde kein Teichwasserläufer mehr gesehen. Umso überraschender dann die Sichtung am 20.6.: Ein Altvogel mit mindestens zwei nicht-flüggen Jungvögeln!
Noch können die insgesamt vier Jungvögel nur wenige Meter weit fliegen; mit etwas Glück lassen sie sich somit in den nächsten Tagen weiterhin beobachten. Wer sich die Teichwasserläufer ansehen möchte: Von der Straße von Bliestorf nach Grinau aus kann man das Gebiet einsehen. Aufgrund der Beobachtungsentfernung ist allerdings ein gutes Fernrohr erforderlich. Um die Jungvögel sowie auch die weiteren anwesenden Brut- und Rastvögel nicht zu stören, darf die Fläche nicht betreten werden! Belegfotos der Jungvögel sowie der Elterntiere finden Sie bei ornitho.
Benno Moreth gelang am 11.5. die Aufnahme der Paarung der Teichwasserläufer in Bliestorf.
aufgegeben von Christopher König
Montag, 2. Juli 2012
technews
Punktgenaue Verortung von Einzelbeobachtungen
Uns ist aufgefallen, dass recht viele Einzelbeobachtungen für die (blauen) Rastermittelpunkte gemeldet werden. Möglicherweise hat die eine oder der andere somit noch nicht entdeckt, dass Sie Einzelbeobachtungen mit einer sehr großen geografischen Präzision erfassen können, und zwar, indem Sie einfach am Beobachtungsort in die Karte klicken. Es erscheint dann die Option „Beobachtung mit exakter Lokalisierung anfügen“. Im darauf folgenden Fenster können Sie den exakten Ort noch präzisieren/korrigieren, in dem Sie die rote „Boje“ verschieben. Insbesondere zur Brutzeit lassen sich so Sänger, Paare oder Nester sehr exakt erfassen (z.B. bei Schwalben das Haus) und entsprechend auch in späteren Auswertungen nutzen. Bitte denken Sie an die Angabe des Brutzeitcodes, wenn Sie ein entsprechendes Verhalten festgestellt haben (im Zweifelsfalle bitte „Ignorieren“ wählen).
Vielen Dank für die großartige Unterstützung (wir nähern uns der zweiten Million!)!
Das Team von ornitho.de
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 26. Juni 2012
tipnews
Bienenfresser mit Geolokatoren gesucht!
In Sachsen-Anhalt wurden im vergangenen Jahr 40 Bienenfresser mit Helldunkel-Geolokatoren ausgestattet, mithilfe derer ihre Zugwege und Überwinterungsgebiete erforscht werden sollen. Helldunkel-Geolokatoren sind inzwischen weniger als ein Gramm leichte „Fahrtenschreiber“, die die Vögel wie einen Rucksack tragen. Mit ihnen wird ein uraltes Prinzip der Positionsbestimmung der Seefahrer in die moderne Vogelzugforschung übertragen: Durch Aufzeichnung der Tageslänge sowie des Datums kann die Position des Vogels ermittelt werden (Ausnahmen sind Zeiten der Tag-Nacht-Gleiche sowie der Dauertage nördlich des Polarkreises). Diese Methode ist deutlich kostengünstiger als die Satelliten-Telemetrie und kann auch auf wesentlich kleinere Arten angewandt werden. Nachteil dieser Methode ist, dass die Vögel erneut gefangen werden müssen, um die Daten auslesen zu können. Bislang konnten jedoch nur wenige Vögel wiedergefunden werden, da diese jahrweise in unterschiedlichen Kolonien brüten können und die Geolokatoren nicht ohne weiteres zu erkennen sind. Der Geolokator sitzt auf dem Rücken der Vögel unter dem Gefieder, so dass eine kleine Gefiederbeule entstehen kann. Oft ist nur der Lichtwellenleiter des Geolokators zu erkennen, der ca. 1 cm aus dem Rückengefieder herausragt (siehe Foto).
Wir sind daher auf die Mitarbeit von allen angewiesen, die Bienenfresser intensiv beobachten! Wir bitten daher alle Beobachter auf entsprechende Hinweise zu achten und Fotographen darum, ihre Bienenfresser-Fotos auf entsprechende Hinweise genau durchzusehen. Bereits zweimal ist es gelungen, auf Fotos Geolokatoren zu entdecken und den Vogel anschließend zu fangen!
Bitte melden Sie verdächtige Beobachtungen (ebenso natürlich alle anderen) punktgenau über ornitho.de und geben Sie unter Bemerkungen weitergehende Hinweise an. Bitte kontaktieren Sie uns zusätzlich unbedingt per E-Mail, so dass wir schnell reagieren können (Martin Schulze: martin.schulze@rana-halle.de, Steffen Hahn: steffen.hahn@vogelwarte.ch).
Foto: Bienenfresser mit Geolokator, Sachsen-Anhalt 2011, Foto: Jürgen Hicke
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 31. Mai 2012
tipnews
Ohren auf: Verstärktes Auftreten von Zwergohreulen in Deutschland 2012?
Alljährlich gibt es in Deutschland vereinzelte Brutzeitbeobachtungen der Zwergohreule, in einzelnen Jahren haben sie im Süden des Landes auch erfolgreich gebrütet. In den letzten Wochen wurden jedoch auch deutlich weiter im Norden an mehreren Stellen rufende Zwergohreulen festgestellt. So rufen im Osten Niedersachsens (Börden, Nordharzvorland) aktuell mindestens drei Männchen. Auch in anderen Bundesländern gibt es aktuelle Nachweise der gerade einmal amsel-großen Eule, etwa in Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg. Aus Schutzgründen sind alle Meldungen bei ornitho.de automatisch durch das System geschützt. In einem Rückblick auf die Brutzeit 2012 werden wir jedoch über das Auftreten berichten.
Aufgrund des möglicherweise verstärkten Auftretens in diesem Jahr, bitten wir alle ornithologischen Nachtschwärmer, vor allem all jene, die zur Zeit Rallen, Rohrsänger oder Eulen kartieren, ihre Ohren gezielt nach dieser Eulenart offen zu halten. Zwergohreulen bevorzugen wärmebegünstigte, offene Landschaften mit alten, höhlenreichen Bäumen, z. B. Obstgärten, Parkanlagen, Alleen oder Feldgehölzen, in denen es ein reiches Nahrungsangebot in Form von Heuschrecken, Käfern und anderen Großinsekten gibt. Wie beim Steinkauz ist eine niedrige Bodenvegetation eine wichtige Voraussetzung.
Die Zwergohreulen sind bei günstiger Wetterlage mühelos über 1 Kilometer weit zu hören, die Gesangsaktivität beginnt mit Einbruch der Dunkelheit (aktuell ca. 22 Uhr) und endet in den frühen Morgenstunden (bei vermutlich unverpaarten Männchen). Achtung: Der ständig wiederholte, melancholische Ruf der Zwergohreule ist dem der Geburtshelferkröten sehr ähnlich! Eine Reihe hilfreicher Tonaufnahmen rufender Zwergohreulen finden Sie unter dem folgenden Link: xeno-canto.org
Melden Sie bitte alle festgestellten Zwergohreulen bei ornitho.de! Bei optischer oder akustischer Registrierung einer Zwergohreule bitten wir bei der Eingabe bei ornitho.de um möglichst detaillierte Informationen zu:
Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 31.05.2012 23:00)
Habitatbeschreibung etc. (im Bemerkungsfeld)
Bitte reichen Sie im Falle einer Zwergohreulen-Feststellung zusätzlich zu Ihrer Meldung auf ornitho.de eine entsprechende Dokumentation bei der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK) ein. Einen vorgefertigten Meldebogen können Sie auf der folgenden Internetseite herunterladen: www.dda-web.de/dak
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit
Das Team von ornitho.de
Foto: Ingo Waschkies
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 22. Mai 2012
tipnews
Aufruf zur Ablesung farbberingter Karmingimpel
Im Rahmen eines von der DO-G geförderten Forschungsprojektes wurden im letzten Jahr zur Brutzeit im Raum Rostock 38 Karmingimpel individuell farbberingt. Zur Auflösung der weitgehend unbekannten Zugwege und Winterquartiere wurden 20 von ihnen zusätzlich mit Geolokatoren (Mini-Fahrtenschreibern) ausgerüstet, die in diesem Jahr wiedererlangt werden sollen.
Die Beringung der in der Regel brutortstreuen Vögel konzentrierte sich auf einen schmalen Korridor entlang der Ostseeküste bei Rostock (Heiligendamm bis Markgrafenheide) wo die Mehrheit der in diesen Tagen zurückkehrenden Vögel erwartet werden kann. Dennoch ist möglich, dass sich auch einige der Vögel (vor allem unverpaart gebliebene Männchen) in diesem Jahr andernorts (z.B. weiter westlich) ansiedeln.
Die Aufmerksamkeit, die ornitho.de erfährt, und die damit zusammenhängende stark verbesserte Vernetzung der Feldornithologen, hat uns veranlasst hier dazu aufzurufen sich Karmingimpel genau anzuschauen, bewusst auf Farbringe zu achten und diese nach Möglichkeit abzulesen. Die Männchen singen meist sehr exponiert und man kann sich ihnen in der Regel soweit annähern, dass Farbring-Kombinationen selbst mit dem Fernglas erkannt werden können. Bei Beobachtung eines farbberingten Vogels bitten wir bei der Eingabe bei ornitho.de um möglichst detaillierte Informationen zu:
Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 22.05.2012 12:00)
Farbringkombinationen (auch Teilablesungen) und Verpaarungsstatus bitte im Bemerkungsfeld angeben
Fotobelege (falls möglich)
Bei Interesse an weiteren Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an roland.neumann@email.de.
Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit
Benjamin Metzger, Simeon Lisovski und Roland Neumann
Foto: Ole Krome
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 15. Mai 2012
tipnews
Buchtipp: Vogelmonitoring in Deutschland – Programme und Anwendungen
Am Vogelmonitoring in Deutschland sind mehr als 5.000 Personen beteiligt: in Fachverbänden, Naturschutzorganisationen und Behörden von Bund und Ländern. Vogelmonitoring hat viele Facetten, sei es die Datenerhebung, die Koordination oder die Beantwortung naturschutzfachlicher Fragestellungen. Mit dem neu erschienenen Buch wird der Vielzahl der Beteiligten ein aktueller Überblick über die Programme, Methoden, Konzepte, Anwendungsgebiete und Auswertungsmöglichkeiten gegeben.
Den Kern des Buches bilden drei Kapitel zu den ehrenamtlichen Programmen: Monitoring häufiger Brutvögel, Monitoring seltener Brutvögel und Monitoring rastender Wasservögel; die Konzepte werden in komprimierter Art vorgestellt und die Arbeitsteilung zwischen den Programmen wird deutlich. Anwendungsbeispiele wie Auswertungsverfahren des Vogelmonitorings werden illustriert. Die organisatorischen Voraussetzungen im föderalen Deutschland für ein dauerhaftes Vogelmonitoring, das die internationalen Anforderungen erfüllt, werden beschrieben. Wesentlicher Pfeiler dafür ist die von Bund und Bundesländern getroffenene Verwaltungsvereinbarung Vogelmonitoring, die die Zusammenarbeit mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten regelt und auch eine jährlich aktualisierte Berichterstattung an die interessierte Öffentlichkeit ermöglicht.
Das neue Buch informiert über Motivationen ehrenamtlich aktiver Beobachterinnen und Beobachter und enthält Empfehlungen zur langfristigen Einbindung des Ehrenamtes. Den Überblick zum Vogelmonitoring runden Darstellungen weiterer bedeutender, avifaunistischer Projekte ab wie ADEBAR, der Atlas deutscher Brutvogelarten.
Das digitale Zeitalter zieht seit dem Start des Online-Angebots ornitho.de immer stärker in die Vogelbeobachtung ein. Zukünftig soll es möglich sein, auch Monitoringdaten direkt in das Online-Portal einzugeben. Das Buch beschreibt, welche Vorteile dies für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und den Datenfluss bringen wird.
Christoph Sudfeldt, Rainer Dröschmeister, Johannes Wahl, Karsten Berlin, Thomas Gottschalk, Christoph Grüneberg, Alexander Mitschke & Sven Trautmann (2012): Vogelmonitoring in Deutschland - Programme und Anwendungen. - Naturschutz und Biologische Vielfalt 119: 257 S. - Kosten: 20 €
Bezug:
BfN-Schriftenvertrieb – Leserservice im Landwirtschaftsverlag GmbH, 48084 Münster Tel.: 0 25 01 / 8 01-3 00, Fax: 0 25 01 / 8 01-3 51 oder im Internet: www.buchweltshop.de/bfn
Im Sommer 2011 startete der British Trust for Ornithology (BTO) ein Telemetrie-Projekt, um mehr über die Zugwege und -strategien des Kuckucks von England nach Afrika zu erfahren. Gründe waren unter anderem Bestandsrückgänge von mehr als 50 % in den letzten 25 Jahren in Großbritannien. Für das Projekt wurden 5 Kuckucke im Brutgebiet mit nur 5g schweren solar-betriebenen Sendern ausgestattet.
Seit kurzem sind die Kuckucke in ihre Brutgebiete in East Anglia zurückgekehrt. Es ließ sich somit erstmalig der komplette Zugweg eines britischen Kuckucks verfolgen. Ihre Reise bedeutete einen großen Erkenntnisgewinn über das Zugverhalten von Kuckucken generell.
Auf den Seiten des BTO kann man sich die Reisen der zwei Kuckuck-Männchen „Chris“ und „Lyster“ von England nach Afrika nun in einer Animation ansehen. „Chris“ legte auf seinem Weg eine Strecke von mehr als 15.000 Kilometern zurück, „Lyster“ sogar fast 17.000 Kilometer. Auch die einzelnen dabei zurückgelegten Etappen sind beeindruckend: „Lyster“ flog die letzten rund 1.900 Kilometer von Algerien bis nach Norfolk in weniger als 5 Tagen!
Doch es schafften nicht alle 5 besenderten Kuckucke die lange Reise über die Sahara und zurück. Kuckuck „Clement“ funkte Ende Februar das letzte Signal aus seinem Überwinterungsgebiet in Kamerun, Kuckuck „Martin“ starb Anfang April in Südspanien, nachdem er – vermutlich bei zu schlechten Bedingungen – das Mittelmeer überquert hatte. Mitte April übermittelte leider auch der Sender von Kuckuck „Kasper“ letztmalig dessen Position aus dem nordwestlichen Atlasgebirge in Algerien.
Wurden im vergangenen Jahr nur männliche Kuckucke besendert, sollen in der nächsten Zugperiode auch die Wege der Weibchen mit Hilfe der Satellitentelemetrie erforscht werden. In diesem Jahr sollen zusätzlich einige Kuckucke in Schottland und Wales besendert werden. Den Populationen dort geht es wesentlich besser. Man will nun herausfinden, ob es Unterschiede in den Zugstrategien der Vögel gibt. Die Gesamtzahl telemetrierter Kuckucke soll für die Zugzeit 2012/13 auf 15 erhöht werden.
Das Birdrace 2012 ist Geschichte. Bei der neunten Austragung am 5. Mai nahmen 165 Teams teil, wieder einmal mehr als im vergangenen Jahr. 69 von ihnen starteten in der umweltfreundlichen Kategorie – eine erfreulich hohe Quote! Wer am Ende des vielerorts feuchten bis nassen Vergnügens die Nase bundesweit, bei den Fahrradteams, in der Singvogelwertung sowie in einzelnen Bundesländern vorn hatte, ist ab sofort ausführlich auf der Homepage des DDA nachzulesen bzw. kann dort – bis hin zu den Artenlisten der einzelnen Teams – recherchiert werden.
Über 18.000 Euro Spenden für ornitho.de!
Im Rahmen des Birdraces werden jährlich Spenden für ein bundesweites Projekt gesammelt. In diesem Jahr fließen die Spenden wieder Unterhalt, Weiterentwicklung und Betreuung von ornitho.de. Dank der Unterstützung von 79 Teams uns weit über 100 Einzelspendern kamen über 18.000 Euro zusammen, die in Kürze auch hier auf der Seite unter „Unterstützung“ aufgelistet werden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die dazu beigetragen haben!
Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de
PS.: Am Birdrace-Wochenende gab es auch die 5.000 Anmeldung bei ornitho.de!
Foto: Team "DJN Freiburg"
aufgegeben von Johannes Wahl
Mittwoch, 2. Mai 2012
tipnews
Birdrace 2012: Schon mehr als 120 Teams angemeldet!
Am kommenden Samstag ist es wieder soweit, und bei vielen Vogelbeobachter/innen ist der 5. Mai bereits dick im Kalender markiert: An diesem Tag findet – wie immer am ersten Samstag im Mai – das bundesweite Birdrace des DDA statt, in diesem Jahr bereits zum neunten Mal. Für alle, die noch nie dabei waren: Bei einem Birdrace versuchen Teams von 3-5 Personen innerhalb von 24 Std. so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören, i.d.R. in ihrem Kreis. Eine Art darf notiert werden, wenn die Mehrzahl der Teammitglieder die Art bestätigt hat. Dass dabei nicht geschummelt wird, ist ebenso Ehrensache wie es selbstverständlich ist, dass der Schutz der Natur und der Vögel im Besonderen Vorrang vor dem sportlichen Ehrgeiz hat. Zu gewinnen gibt es schließlich nichts, außer der Ehre. Im vergangenen Jahr nahmen 152 Teams aus (fast) allen Bundesländern teil. Das heißt, es waren zum achten Mal in Folge mehr Teams. Kaum eines, das einmal dabei war, möchte diesen Tag im Folgejahr missen. Kann dieser Wert in diesem Jahr noch einmal übertroffen werden?
Ziele des Birdraces
Selbstredend steht der Spaß an der Vogelbeobachtung bei einem Birdrace eindeutig im Vordergrund. Mit Hilfe dieses, für die breite Öffentlichkeit auf den ersten Blick sicherlich etwas schräg anmutenden Wettbewerbs lassen sich viele Themen, für die wir uns ehrenamtlich engagieren, hervorragend ins öffentliche Bewusstsein rücken. Denn das Birdrace zieht die Presse fast magisch an: In manchen Regionen schaffen es die Teams bis auf die Titelseiten der Tageszeitungen, und mehrere Radio- und Fernsehteams begleiteten die Wettbeobachter bereits. Diese Aufmerksamkeit kann somit sehr gut dazu genutzt werden, Themen des Naturschutzes und des Erhalts der Artenvielfalt in die Öffentlichkeit zu tragen (Medien / Presse). Denn an keinem Tag im Jahr wird die Vielfalt in der Vogelwelt hierzulande genauer beobachtet: 283 Vogelarten waren es im vergangenen Jahr, beachtliche 171 davon entdeckte auch das Siegerteam aus dem „Cuxland“ in Niedersachsen. Nicht weniger als 96 Teams gelang es, die „magische 100-Artengrenze“ zu knacken.
Wer wo in den vergangenen Jahren vorne lag, kann unter auf den Birdrace-Seiten auf der DDA-Homepage aufgerufen werden (Ergebnisse).
Ornitho.de — auch 2012 wieder Spendenprojekt
Ein weiteres Anliegen des Birdraces ist es, Spenden für ein bundesweites Projekt einzuwerben. Nachdem im Rahmen der ersten sechs Birdraces stolze 80.000 Euro für den Atlas deutscher Brutvogelarten ADEBAR zusammenkamen, „rennen“ die Teams seit 2010 für das Internetportal ornitho.de, das seit seinem Start am 30. Oktober 2011 die Vogelbeobachter begeistert und seither faszinierende Einblicke in das vogelkundliche Geschehen hierzulande bietet (s. Beitrag in Der Falke 3/2012). Mit den diesjährigen Spenden werden Betreuung, Unterhalt und Weiterentwicklung des Portals unterstützt.
74 Teams warben im vergangenen Jahr Spenden ein. Auch im Wettbewerb um den „Birdrace-Spendenkönig“ geht es also heiß her, nicht zuletzt deshalb, weil ein Großteil der Spenden an die Anzahl beobachteter Arten gekoppelt ist. Die große Frage wird einmal mehr sein: Wird es der Konkurrenz im neunten Anlauf erstmals gelingen, die BO-BACHTER aus Bochum, hinter sich zu lassen?
Die Sonderwertungen
Wie in den vergangenen Jahren wird neben der Anzahl insgesamt entdeckter Vogelarten auch die Anzahl beobachteter oder gehörter Singvogelarten gewertet. Bei dieser Sonderwertung hatten bislang — ganz im Sinne der Idee — stets binnenländische Teams die Nase vorne. 69 Singvogelarten waren im vergangenen Jahr notwendig, um unter die Top 10 zu gelangen. Neben einer vielfältigen Landschaft sind sehr gute Kenntnisse der Singvogelwelt des eigenen Kreises (abgesehen von ihren Rufen und Gesängen) somit die Voraussetzung, um in dieser stets sehr engen Sonderwertung ganz vorne mitzumischen.
In den vergangenen Jahren entschied sich stets rund ein Drittel der Teams für die umweltfreundliche Variante des Birdraces, in dem sie sich ausschließlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Suche machten. Spätestens wenn man sich für diese, durch das viel intensivere Naturerlebnis sehr reizvolle Variante entscheidet, wird das Birdrace zur echten sportlichen Herausforderung. Im vergangenen Jahr waren – auch dank des guten Wetters – bereits 69 Teams umweltfreundlich unterwegs. Da uns diese Variante des Birdraces selbstredend besonders am Herzen liegt, hoffen wir am 5. Mai wieder auf fahrradfreundliche Bedingungen und ermuntern alle Teams, es vielleicht doch einmal auszuprobieren. Es wird mit Sicherheit anstrengender. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich so manches Team durch den Umstieg sogar verbessert hat!
Besonders hervorgehoben werden auch alle Teams, deren Teammitglieder überwiegend jünger als 20 Jahre alt sind. Im vergangenen Jahr traten schon 13 Nachwuchsteams an. Wir würden uns sehr freuen, wenn diese Kategorie, in der die Chancen, weit vorne zu landen, besser als in jeder anderen sind, weiteren Zuwachs erhielte. Nicht nur für Familien, auch für Lehrer naturbegeisterter Schüler oder Jugendgruppen ist es eine sehr reizvolle Aufgabe. Man muss ja nicht gleich 24 Stunden beobachten.
Wir wünschen allen eine (auch körperlich) gute Vorbereitung, eine erfolgreiche Werbung für mehr Konkurrenz im eigenen Kreis, viel Erfolg bei der Spendersuche und uns allen gutes Beobachtungswetter am kommenden Samstag!
Christopher König und Johannes Wahl für das Birdrace-Team des DDA
aufgegeben von Johannes Wahl
Mittwoch, 25. April 2012
avinews
Endlich: Erster Brutnachweis des Silberreihers in Deutschland!
Noch zu Beginn der 1990er Jahre galten Silberreiher als echte Seltenheit in Deutschland. Seitdem tritt die Art zunehmend in unseren Breiten auf, vor allem im Winterhalbjahr. Inzwischen überwintern regelmäßig mehrere Tausend Tiere in Deutschland, vor allem entlang der großen Flüsse und in Niederungsgebieten. Seit Mitte der 2000er Jahre mehren sich auch Beobachtungen während der Brutzeit. So gelangen 2007 im Norden Sachsen-Anhalts erstmals Beobachtungen von Nistmaterial eintragenden Tieren und der Fund von vier Nestanfängen, die einen Brutverdacht rechtfertigen. 2008 und 2009 gab es in weiteren Gebieten Sachsen-Anhalts Nestbauaktivitäten, deren spätere Kontrollen jedoch negativ verliefen. Auch in anderen Regionen Deutschlands wurde verschiedentlich Brutverdacht geäußert, ein direkter Brutnachweis gelang jedoch nicht.
In diesem Frühjahr gelang in Vorpommern, im äußersten Nordosten Deutschlands, nun der Nachweis von mindestens zwei Paaren, die in einer Graureiherkolonie brüten. Damit konnte bundesweit der erste Brutnachweis dieser eleganten Art dokumentiert werden. Die Entwicklung in Deutschland steht in Zusammenhang mit seit den 1970er Jahren anhaltenden Bestandszunahmen, vor allem in den Hauptverbreitungsgebieten Südosteuropas, wie Ungarn und der Ukraine, die auch zu Brutansiedlungen in Polen und den Niederlanden führte.
Dank der hohen Meldebereitschaft aller Nutzerinnen und Nutzer von ornitho.de konnte das Verbreitungsbild des Silberreihers in Deutschland in den Wintermonaten bereits sehr gut dargestellt werden. Wir bedanken uns daher an dieser Stelle noch einmal für Ihre tolle Mitarbeit! Nun können alle Vogelbeobachter auf die erste Darstellung der Sommernachweise des Silberreihers in Deutschland gespannt sein. Jeder Beobachter kann dazu mit seinen eigenen Meldungen beitragen! Vielleicht lassen sich ja dadurch sogar Hinweise auf weitere Bruten gewinnen!?
Silberreiher im Prachtkleid - in Deutschland derzeit noch ein seltener Anblick. Foto: Christoph Moning