Das Monitoring rastender Wasservögel in Deutschland
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Dienstag, 25. März 2014
tipnews
Hinweis: Bitte Fotos sorgfältiger auswählen
Die digitale Fotografie hat die Übertragung von Bildern auf Internetseiten wie ornitho sehr einfach gemacht. An Spitzentagen werden bereits mehrere hundert Fotos hochgeladen. Das freut uns grundsätzlich sehr, da sie die Beobachtungslisten bereichern und die Fotogalerie stetig erweitern, die auch als Unterstützung bei der Vogelbestimmung immer hilfreicher wird. Dennoch möchten wir Sie daran erinnern, v.a. von "Allerweltsarten" nur die besten und ästhetisch schönsten Bilder hochzuladen. Aktuell sind beispielsweise bereits mehr als 400 Blaumeisen-Fotos in der Galerie enthalten, von denen ein Großteil die Vögel am Meisenknödel zeigt. Gerne dürfen diese Fotos hochgeladen werden, doch sie sollten scharf sein, doch es reichen 1-2 sehr gute (und scharfe), und es muss nicht jeden Tag eines sein. Die Fotogalerie quillt sonst sehr schnell über und die guten oder interessante Verhaltensweisen zeigenden Fotos gehen unter. Bei weniger häufigen Arten dürfen die Fotos auch von geringer Qualität sein, wenn Sie zur Dokumentation (z.B. von Seltenheiten) notwendig sind oder ungewöhnliche/interessante Verhaltensweisen zeigen. Aber bitte auch hierbei eine Auswahl treffen und auf die zur Dokumentation notwendigen beschränken.
Tipp: Wenn Sie bei der Bestimmung eines Vogels unsicher sein sollten, können Sie uns diese gerne an bestimmungshilfe@ornitho.de schicken. Wir werden uns um eine rasche Antwort bemühen.
Wir möchten zudem noch einmal deutlich darauf hinweisen, dass die hochgeladenen Bilder zwingend von der Beobachtung des gemeldeten Vogels stammen müssen!
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Mitarbeit!
Uferschnepfen und Knäkenten sind inzwischen in größerer Zahl angekommen, auch die ersten Rauchschwalben wurden bereits gemeldet. Mindestens ebenso stark wie es die Vögel in die Brutgebiete zieht, so zieht es uns raus in die Natur. Wir möchten deshalb den Beginn der beobachtungsreichsten Jahreszeit nutzen, um Ihnen einige Hinweise zur Benutzung zu geben, so dass Sie hoffentlich noch mehr Freude an der Benutzung haben und die gesammelten Daten für wissenschaftliche Auswertungen sowie Naturschutzfragen bestmöglich genutzt werden können.
Auch wenn es viele Beobachter (verständlicherweise) offensichtlich zunächst lieber auf eigene Faust versuchen, empfehlen wir allen zum eigenen Vergnügen die Lektüre der Benutzeranleitung! Dort finden Sie weitergehende Informationen auch zu allen nachfolgend aufgeführten Punkten.
Brutzeitcodes und ihre Verwendung
Um detaillierte Informationen über die Verbreitung von Brutvögeln zu bekommen, werden Sie während der Brutzeit einer Art automatisch aufgefordert, einen Brutzeitcode anzugeben. Bei den Brutzeitcodes handelt es sich um Angaben zum Status als Brutvogel, die Sie zu Ihren Beobachtungen immer angeben sollten, wenn Sie den Codes entsprechende Verhaltensweisen festgestellt haben. Die 20 Codes sind international standardisiert. Ihnen ist ein Buchstabe vorangestellt, der die Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Brut ausdrückt:
A = mögliches Brüten / Brutzeitfeststellung
B = wahrscheinliches Brüten / Brutverdacht
C = sicheres Brüten / Brutnachweis.
Wichtig: Die Informationen der Brutzeitcodes werden z.B. für Auswertungen zur Brutverbreitung verwendet. Bitte geben Sie Brutzeitcodes daher nur dann an, wenn die beobachteten Verhaltensweisen auch tatsächlich auf ein mögliches, wahrscheinliches oder sicheres Brüten in diesem Gebiet hinweisen. Ein Trupp von Rabenkrähen auf einem Acker kann deshalb keinen Brutzeitcode bekommen.
Wählen Sie deshalb bitte im Zweifelsfalle „Ignorieren“ (= kein Brutzeitcode), wenn Sie während der Brutzeit zur Eingabe eines Brutzeitcodes aufgefordert werden. "Ignorieren" ist vorausgewählt, so dass Sie nur "Enter" drücken müssen.
Ziehende Vögel: Bitte Uhrzeit und Zugrichtung angeben!
Die Grundinformationen bei der Beobachtungseingabe sind Datum, Art, Gesamtanzahl und Ort. Jede weitere Information wertet eine Beobachtung jedoch auf und ermöglicht weitergehende Auswertungen. Wir bitten Sie deshalb, möglichst viele Zusatzangaben zu machen.
Die Angabe der Uhrzeit ist insbesondere bei ziehenden Vögeln eine sehr wichtige und für die Datenauswertung notwendige Zusatzinformation. Nur darüber lässt sich erkennen, ob es sich z.B. bei zwei Fischadlern an einem Tag in einem Gebiet um dasselbe Individuum oder zwei unterschiedliche Individuen gehandelt hat. Die Uhrzeit kann in der Eingabemaske direkt hinter dem Datum in dasselbe Feld eingetragen werden, z. B. „10.03.2014 09:00“ (also: Leerzeichen und dann die Uhrzeit in 24 Std.-Angabe). Neben der Angabe der Uhrzeit ist bei ziehenden Vögeln auch die Angabe der Zugrichtung unter „Präzisierung der Beobachtung“ wichtig. Bitte trennen Sie eindeutig ziehende und rastende Vögel bei der Eingabe und melden diese getrennt.
Eingabe von Alter und Geschlecht
Angaben zum Alters- und Geschlechterverhältnis oder zur Anzahl der Jungvögel ermöglichen vielfältige weitergehende Auswertungen. Falls Sie (ggf. auch nur einen Teil) differenziert haben, geben Sie diese bitte unter den Optionalen Angaben in den dafür vorgesehenen Feldern ein (und nicht im Bemerkungsfeld!). Beispiel: Sie haben eine Kranich-Familie mit 2 Alt- und 2 Jungvögeln beobachtet, dann tragen Sie unter "Gesamtsumme" 4 ein und bei den Optionalen Angaben als Anzahl 2 und unter Alter „adult“ ein. Um nun auch die Jungvögel anzugeben, muss man in der Eingabemaske auf die blaue Schrift "Detailangaben für weitere Vögel anfügen" klicken, sodass eine weitere Eingabezeile erscheint. Hier kann dann als Anzahl 2 und bei Alter "1. KJ / diesjährig" eingetragen werden (oder "Pullus / nicht-flügge", wenn sie noch nicht flugfähig waren). Genauso kann bei der Eingabe von Männchen und Weibchen vorgegangen werden. Es lassen sich beliebig viele Reihen für Detailangaben hinzufügen.
Alternativ finden Sie seit einigen Monaten darunter ein Feld, über das Sie die Detailangaben sehr schnell und einfach eintragen können. Mit einem Klick in das Feld öffnet sich ein Hinweis, wie die Detailangaben in das Feld eingetragen werden müssen.
Bitte die Tageslisten-Funktion benutzen!
In ornitho gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, Beobachtungen zu melden:
Meldung ausgewählter einzelner, einem interessant erscheinender Beobachtungen, d.h. die Übermittlung von subjektiv ausgewählten Beobachtungen,
Meldung aller während eines Beobachtungsgangs in einem Gebiet festgestellten Arten, d.h. eine systematische (und damit wertvollere), aber auch aufwändigere Art der Datenübermittlung („Tageslisten“).
Bei den Tageslisten handelt es sich um sog. Checklisten, in die man alle Arten einträgt, die bei einem Beobachtungsgang in einem Gebiet an einem Tag entdeckt wurden. Da alle angetroffenen Arten notiert werden, kann der Rückschluss gezogen werden, dass alle anderen Arten nicht beobachtet wurden (dass sie evtl. anwesend waren, aber nicht entdeckt wurden, ist ein anderes Problem, um das sich aber Statistiker kümmern können). Daten aus Tageslisten sind für die korrekte Darstellung der Phänologie sowie für Auswertungen zu Bestandsveränderungen sehr wertvoll. Bitte füllen Sie daher Tageslisten aus, wann immer Sie Zeit dazu haben, vor allem aber, wenn Sie ohnehin alle Arten erfassen!
Nicht immer hat man Zeit / Lust, alle anwesenden Vogelarten zu notieren, sondern konzentriert sich auf die weniger häufigen und seltenen. Um dem Rechnung zu tragen, unterscheiden wir in ornitho zwischen Tageslisten für
1. prioritäre Arten (weitere Informationen siehe Infoblatt Nr. 4),
2. alle Arten.
Wenn Sie in einem Gebiet beobachten gehen, melden Sie bitte die Daten zumindest als Tagesliste für die prioritären Arten. Selbst wenn Sie nicht alle Arten notiert haben, werden Sie schnell feststellen, dass Sie für die anderen prioritären Arten zumindest angeben können, ob sie anwesend waren. Denn bei den a- und b-Arten handelt es sich fast immer auch um jene, die man ohnehin intuitiv melden würde.
Beobachtungen präzisieren
In der Liste „Präzisierung der Beobachtung“ sind wichtige, sich gegenseitig ausschließende Verhaltensweisen aufgeführt, die für die Auswertung bzw. aus Naturschutzgründen bedeutsam sind, z. B. wie oben bereits erwähnt die Zugrichtung, ob es sich um einen Schlaf- oder Mauserplatz oder einen Totfund handelt. Wir haben uns bewusst auf Angaben konzentriert, die für Auswertungen tatsächlich relevant sind und die sich nicht mit den Brutzeitcodes überschneiden. Alle weiteren Informationen (z.B. „rüttelnd“ oder „kreisend“) können in den Bemerkungen angegeben werden.
Viele spannende Beobachtungen in den kommenden Wochen wünschen
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
Vögel in Deutschland aktuell: Ergebnisse des Buchfinken-Aufrufs und Rückblick auf den Winter 2013/14
Am 22. Dezember 2013 hatten wir auf ornitho die Frage gestellt, wo Buchfinken überwintern und ob es dabei Unterschiede zwischen Weibchen und Männchen gibt. 677 Personen beteiligten sich in den vier Wochen an der Studie zur Geschlechterverteilung und steuerten mit 2.699 Meldungen von insgesamt 11.427 Individuen eine eindrucksvolle Datengrundlage bei. 75 % der nach Geschlecht differenzierten Buchfinken waren Männchen, so dass wie erwartet deutlich mehr männliche als weibliche Buchfinken überwinterten. Im betrachteten Zeitraum kam es zu keinem nennenswerten Kälteeinbruch, sodass keine großräumigen Verlagerungen auftraten. Der Männchen-Anteil war in beiden zwei Wochen-Zeiträumen mit 75 % sogar identisch. Zwischen einzelnen Regionen zeigten sich jedoch beträchtliche Unterschiede ...
Eine detaillierte Betrachtung der spannenden Ergebnisse finden Sie in unserem Rückblick auf den ungewöhnlich milden Winter 2013/14 in der April-Ausgabe von Der Falke. Darüber hinaus gehen wir auf die Auswirkungen dieses „Nicht-Winters“, auf einige Teil- und Kurzstreckenzieher und den Einflug von Sperbereulen im vergangenen Winter ein. Die schmucke Art ließ sich an mindestens neun verschiedenen Orten Nord- und Ostdeutschlands beobachten. Wir beschreiben den Verlauf des Einflugs sowie damit verbundene, bemerkenswerte Randerscheinungen. Aber die Gäste aus der Taiga waren nicht die einzigen seltenen Vogelarten, die in den Monaten Dezember bis Februar hierzulande entdeckt wurden. Zahlreiche weitere Gäste von Tienschan-Laubsänger bis Sichler und von Polarbirkenzeisig bis Gänsegeier kommen in unserem Rückblick „zu Wort“.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Winter 2013/14 – Sommergoldhähnchen, Buchfinken und Sperbereulen“ können Sie bereits vor Erscheinen des gedruckten Heftes hier als PDF herunterladen. Alle weiteren bisher erschienenen Beiträge mit direktem ornitho-Bezug finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Falke-Heft 04/2014 mit vielen weiteren Beiträgen u.a. über das Okavango-Delta in Botswana, die Zulassung des tödlichen Medikaments Diclofenac in Südeuropa und die damit verbundene Gefahr für die Geier Europas sowie die erfolgreichen Beziehungen zwischen Vögeln und Früchten, können Sie über die Internetseite von Der Falke beziehen. Der Falke finden Sie ab Anfang April auch im gutsortierten Zeitschriften-Handel, und alle Abonnentinnen und Abonnenten in wenigen Tagen im Briefkasten.
Vielen Dank für Ihre großartige Unterstützung – nicht nur bei der Beantwortung der Buchfinken-Frage – sagt das Team von ornitho.de und ornitho.lu!
DRINGENDER APPELL: Bitte halten Sie sich an die Spielregeln im Gelände!
Leider wurden in der letzten Zeit mehrere nicht tolerierbare Verhaltensweisen von Vogelbeobachtern und Fotografen an uns herangetragen, in denen sich die Personen weder an die aus unserer Sicht selbstverständlichen Grundsätze zum Verhalten bei der Vogelbeobachtung noch an Naturschutzgesetze gehalten haben. Insbesondere zur Brutzeit muss unser Verhalten den Vögeln gegenüber besonders vorsichtig und aufmerksam sein. Dies bezieht sich ausdrücklich nicht nur auf die Nähe von Nestern oder auf Schutzgebiete, sondern gilt generell überall dort, wo Sie Vögel beobachten!
Besonders Naturfotografen scheinen leider, trotz immer längerer Brennweiten, Mindestabstände zu wilden Vögeln zu ignorieren und Störungen in sensiblen Lebensräumen und Schutzgebieten teils unwissentlich, teils aber auch wissentlich in Kauf zu nehmen. Wir weisen deshalb vor allem an Sie, liebe Fotografinnen und Fotografen, nochmals eindringlich darauf hin, die Verhaltensregeln einzuhalten!
Wir wissen, dass es sich hier um vergleichsweise wenige „schwarze Schafe“ handelt. Dennoch werden wir gezwungen sein, die Daten weiterer Arten generell automatisch zu schützen, wenn sich die Hinweise auf das Fehlverhalten einzelner ornitho-Nutzer weiter häufen. Aktuell ist die Liste der automatisch geschützten Arten, deren Meldungen für die Öffentlichkeit unsichtbar sind, bewusst sehr kurz gehalten. Das würden wir gerne so belassen, der Schutz speziell der Vogelwelt, aber auch aller anderen Tiere und Pflanzen hat jedoch – und da sprechen wir sicher allen Beobachterinnen und Beobachtern aus dem Herzen – Vorrang gegenüber der Attraktivität des Portals!
Also: Rufen Sie sich die Hinweise zum Verhalten im Gelände bitte nochmals in Erinnerung und halten Sie sich – zum Vorteil aller – unbedingt daran.
An Ihre Vernunft appelliert
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
Foto: S. Trösch
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 7. März 2014
avinews
„Seltene Vögel in Deutschland 2011/12“ erschienen
Ende 2012 veröffentlichte die Deutsche Avifaunistische Kommission (DAK) den ersten Band der neuen Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“. Gut ein Jahr später folgt nun die zweite Ausgabe der Zeitschrift mit dem Bericht der Kommission über die bundesweit dokumentationspflichtigen Beobachtungen der Jahre 2011 und 2012. Dank der zeitnahen Dokumentation von Seltenheiten durch die zahlreichen BeobachterInnen und die gute Zusammenarbeit mit den Avifaunistischen Landeskommissionen konnte ein Doppeljahrgang realisiert werden, mit dem ein Jahr „aufgeholt“, und damit an internationale Vorbilder angeknüpft werden konnte.
Die zweite Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ umfasst 80 Seiten. Im Kernbeitrag des Heftes werden die Nachweise seltener Vogelarten in Deutschland in den Jahren 2011 und 2012 veröffentlicht. Zu den Highlights dieser Jahre gehören zweifelsohne die ersten Nachweise von Langzehen-Strandläufer, Kumlienmöwe, Middendorf-Laubsänger, Östlichem Hausrotschwanz und Braunkopf-Kuhstärling für Deutschland. Es glückten darüber hinaus die zweiten Nachweise von Spitzschwanz-Strandläufer, Kronenlaubsänger und Schwarzkehlbraunelle sowie der einer als Wildvogel angesehenen Orientturteltaube. Diese und mehrere hundert weitere Nachweise werden detailliert und mit zahlreichen Fotos und ergänzenden Grafiken und Karten präsentiert.
Ein Artikel von Stefan Stübing und Thomas Sacher beschäftigt sich mit dem bemerkenswerten Auftreten der Steppenweihe in Mittel- und Westeuropa in den Jahren 2011 und 2012. Bundesweit wurden in diesen Jahren 32 bzw. 27 Individuen als ausreichend dokumentiert anerkannt, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem bislang dokumentierten Maximum von 18 Tieren im Jahr 2005 darstellt. Neben einer ausführlichen Erläuterung der Phänologie und der räumlichen Verteilung der Nachweise werden die Ursachen des starken Auftretens sowie die mögliche Herkunft der in Deutschland beobachteten Vögel diskutiert.
Der spektakuläre Einflug von Polarmöwen in Deutschland im Winter 2011/2012 wird ebenfalls ausführlich untersucht und in einem Artikel von Benjamin Steffen und Martin Gottschling vorgestellt. Neben dem zeitlich-räumlichen Verlauf des Einflugs werden Altersstruktur und Anwesenheitsdauer der beteiligten Vögel genauer betrachtet. Neben einer Übersicht zum Auftreten in Deutschland und Nordwesteuropa werden mögliche Ursachen für den Einflug und die Herkunft der Vögel erläutert.
Im Rahmen des Einflugs von Polarmöwen gelangte auch eine Reihe von kanadischen Kumlienmöwen in das nordwestliche Europa. Für Deutschland konnte diese nach derzeitigem Kenntnisstand auf Hybridisationen zwischen Thayer- und Polarmöwen der Nominatform zurückgehende Form erstmalig dokumentiert werden. Mit dem Erstnachweis der Kumlienmöwe für Deutschland und deren Bestimmung beschäftigt sich ein Artikel von Martin Gottschling.
Abgerundet wird der Band durch einen Beitrag von Christian Wegst und Marco Sommerfeld über einen neuen Nachweis der Zwergtrappe in Deutschland. Neben der aktuellen Brutverbreitung wird auch auf die bisherigen deutschen Nachweise dieser früher hierzulande sogar als Brutvogel vorgekommenen Art eingegangen. Die potentielle Herkunft des Vogels wird unter Berücksichtigung weiterer Nachweise von Zwergtrappen abseits der regulären Verbreitungsgebiete betrachtet.
Die ansprechend gestaltete und reich bebilderte zweite Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ kann zum Preis von 9,80 € zzgl. Versandkosten bestellt werden bei:
DDA-Schriftenversand
An den Speichern 6
48157 Münster
Die Reihe ist auch im Abonnement erhältlich. Eine Ausgabe kostet dann 7,50 € zzgl. Versandkosten.
Mit dem Erscheinen des zweiten Bandes von „Seltene Vögel in Deutschland“ möchten wir Ihnen außerdem den Seltenheitenbericht der ersten Ausgabe „Seltene Vogelarten in Deutschland 2010“ kostenlos in digitaler Form anbieten. Die online lesbare Version des 40 Seiten umfassenden Berichtes finden Sie unter: http://www.dda-web.de/index.php?cat=monitoring&subcat=dak&subsubcat=berichte
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Avifaunistische Kommission
aufgegeben von Christopher König
Samstag, 1. März 2014
tipnews
Neue Möglichkeiten zur Meldung von Koloniebrütern (und was Sie dabei beachten sollten)
Erfassungseinheit in ornitho ist in (fast) allen Fällen das Individuum, d.h. die angegebenen Anzahlen sind jeweils Vögel, die zur angegebenen Zeit am angegebenen Ort anwesend waren. Erfassungen von Brutkolonien lassen sich damit jedoch nicht sinnvoll eingegeben, da die Anzahl in einer Kolonie anwesenden Individuen nicht der Anzahl der Nester entspricht. Als Behelf wurde deshalb unter „Präzisierung der Beobachtung“ die Option „Nesterzählung“ ergänzt, um zu verdeutlichen, dass die Erfassungseinheit in diesem Fall das Nest ist.
Seit dem 1. März 2014 steht nun eine Erweiterung zur Verfügung, die eine einfachere und präzisere Erfassung von Koloniebrütern im weiteren Sinne erlaubt. Ermöglicht wurde das Formular u.a. durch eine großzügige Spende der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung (NOV) an den DDA. Die über das neue Formular eingegebenen Informationen sind eine wichtige Ergänzung für das Monitoring seltener Brutvögel, über das die meisten Koloniebrüter erfasst werden. Einerseits können so Zählungen in den Kolonien in das Monitoring einfließen, zum anderen werden darüber möglicherweise weitere oder neue Koloniestandorte gefunden, die dann fortan in das Monitoring seltener Brutvögel aufgenommen werden können. Als Koloniebrüter werden alle Vogelarten angesehen, die auf mehr oder weniger engem Raum brüten (vollständige Liste s.u.). Auch Häuser, Ställe oder Inseln können demnach „Kolonien“ sein. Neben klassischen Koloniebrütern wie Möwen oder Reiher können so außerdem Arten wie Rauchschwalbe und Dohle über das Tool erfasst werden. Die Erweiterung ermöglicht es somit auch, etwa die Erfassungen von Schwalben über ornitho zu organisieren.
Viel Freude bei der Erfassung von Koloniebrütern wünscht
Die Eingabe der Daten erfolgt über eine punktgenaue Lokalisierung, d.h. Sie klicken am Koloniestandort in die Karte. In der gewohnten Eingabemaske wird die Gesamtzahl der anwesenden Individuen eingetragen (ggf. geschätzt).
Hinweis: Bei den in oder an Gebäuden brütenden Arten bietet es sich an, unter den geschützten Bemerkungen die Straße mit Hausnummer anzugeben. Das erleichtert spätere Auswertungen erheblich.
Bei der Abfrage des Brutzeitcodes wird anschließend der höchste zutreffende Code ausgewählt (z.B. C11a = Benutztes Nest aus der aktuellen Brutperiode gefunden). Wenn ein (artspezifisch festgelegter) Brutzeitcode mindestens erreicht wird (meist B4), öffnet sich bei den Koloniebrütern anschließend das Formular für die Eingabe von Detailangaben zur Kolonie. Hier können Sie folgende Angaben machen:
Anzahl Paare ohne Nest:Hier wird die genaue Anzahl Paare eingetragen, bei denen beide Partner beobachtet wurden. Geben Sie bitte lediglich die Paare an, die keinem Nest zugeordnet werden können!
Anzahl Nester:Geben Sie hier die Gesamtzahl der Nester oder Brutröhren in der Kolonie insgesamt an, unabhängig davon, ob diese besetzt oder beflogen sind. Falls nur ein Teil der Kolonie einsehbar ist, geben Sie bitte an, dass es sich um eine Mindestangabe handelt.
Anzahl besetzter Nester:Geben Sie hier die Zahl besetzter Nester oder beflogener Röhren an.
Beispiel 1: Ich habe eine Saatkrähen-Kolonie in einer Baumgruppe. Ich schätze, dass es 60 Ind. sind, die sich gerade dort aufhalten. Ich gebe also eine Schätzung von 60 Ind. als Gesamtbestand im normalen ornitho-Eingabeformular an. Ich sehe insgesamt 15 fertige Nester, 10 davon sind besetzt. Im Koloniebrüterformular trage ich bei "Anzahl Nester" = 15 und bei „Anzahl besetzter Nester" = 10 ein.
Beispiel 2: Ich zähle auf einem See 23 Schwarzhalstaucher, gebe also 23 Ind. als exakte Angabe ein. In der Brutkolonie sitzen davon 8 auf Nestern, teils schwimmen die Partner daneben und bauen am Nest. Es sind keine fertigen, unbesetzten Nester zu erkennen, es balzen jedoch 3 Paare ohne Nest. Im Koloniebrüterformular trage ich bei "Anzahl Paare" = 3, bei „Anzahl Nester“ = 8 und bei „Anzahl besetzter Nester" ebenfalls 8 ein. Ich kann also 8 sichere Brutpaare und 3 mögliche zusätzliche rechnen.
Bitte achten Sie unbedingt darauf, Störungen am Koloniestandort zu vermeiden. Der Schutz der Vögel hat immer Vorrang vor einer genaueren Erfassung!
Muss ich Meldungen von Brutkolonien schützen?
Das hängt sehr stark von der Art und den Gegebenheiten vor Ort ab. Bei Kolonien von Lachmöwen ist das sicherlich nicht notwendig, ebenso bei weithin sichtbaren, bekannten Saatkrähen-Kolonien oder einer von einem Aussichtsturm leicht einsehbaren Kolonie von Trauerseeschwalben oder Schwarzhalstauchern. Bei einer Uferschwalben-Kolonie ist ein Schutz hingegeben oftmals angebracht, insbesondere wenn diese sich z.B. in einer nicht öffentlich zugänglichen Sandgrube befindet. Gleiches gilt für leicht zugängliche Brutkolonien von Reihern. Meldungen von Bienenfressern während der Brutzeit sind – unabhängig davon, ob es sich um eine Kolonie handelt – automatisch seitens des Systems geschützt.
Kurzum, in vielen Fällen ist es nicht notwendig, eine Kolonie zu schützen, da sie nicht zugänglich oder ohne Störung sehr gut einsehbar ist. Wann immer Sie jedoch Zweifel haben und einen Schutz für sinnvoll halten, dann setzen Sie den Haken bei „geschützte Beobachtung“ in der normalen Eingabemaske. Sie ist dann für die Öffentlichkeit unsichtbar, steht jedoch Artexperten und Regionalkoordinatoren zur Verfügung.
Wie kann ich die Detaildaten von Koloniebrütern exportieren?
Ihre Detailangaben zu koloniebrütenden Arten können Sie auch in den bekannten Formaten exportieren. Wählen Sie dazu in der Datenbank-Abfrage unter „andere Einschränkungen“ den Punkt „Nur Meldungen mit Detailangaben von Koloniebrütern“. Anschließend können Sie diese Meldungen mit allen Informationen herunterladen. Die Daten werden im Excel-Export in zusätzlichen Spalten angefügt. Ohne die genannte Einschränkung werden die Einträge ohne die Detailangaben aus dem Tool exportiert. Ein gemeinsamer Export der Daten des Koloniebrüter-Tools mit weiteren Zufallsbeobachtungen ist nicht möglich.
Muss ich zukünftig noch „Nesterzählung“ unter „Präzisierung der Beobachtung angeben, und wenn ja wann?
„Nesterzählung“ muss seit dem 1. März 2014 nur noch für die Arten angegeben werden, für die das Koloniebrüter-Formular NICHT aktiviert ist. Eine Übersicht über die Arten, für die das Koloniebrüter-Formular aktiviert ist, finden Sie untenstehend.
Die Angabe von „Nesterzählung“ ist ein Spezialfall, bei dem vom Grundsatz „Die Erfassungseinheit in ornitho ist das Individuum" abgewichen wird. Das ist dann der Fall, wenn besetzte Nester oder beflogene Bruthöhlen und KEINE Individuen erfasst werden. Eine Angabe der Individuenzahl dürfte oft nicht möglich oder stark fehlerbehaftet sein. Bitte wählen Sie zusätzlich unbedingt unter „Präzisierung der Beobachtung" den Eintrag „Nesterzählung", als Brutzeitcode tragen Sie bitte C13b („Nest mit brütendem Altvogel entdeckt.") ein.
Welche Vogelarten werden über das Koloniebrüter-Tool erfasst?
Eine Übersicht über die Arten, für die das Koloniebrüter-Formular aktiviert ist, finden Sie hier.
aufgegeben von Christopher König
Montag, 24. Februar 2014
avinews
Das Monitoring häufiger Brutvögel startet in die neue Saison – machen Sie mit!
Mit den längeren Tagen sind bei Amseln, Kleibern, Heckenbraunellen oder Meisen die Frühlingsgefühle nicht mehr zu überhören. Keine Frage, die Vorbereitungen für die Brutzeit haben bei vielen Arten bereits begonnen. Aber auch bei uns laufen die Vorbereitungen auf die Brutzeit 2014 auf Hochtouren, denn am 10. März beginnt die Kartiersaison des Monitorings häufiger Brutvögel.
Seit 1989 werden die Bestandsentwicklungen aller häufigen Brutvogelarten mithilfe standardisierter Methoden überwacht, um u.a. die Frage „Wie entwickeln sich die Brutbestände weit verbreiteter, häufiger Vogelarten?“ beantworten zu können. Seit 2004 finden die Erfassungen auf bundesweit repräsentativen, 1x1 km-großen Probeflächen statt, auf denen zwischen März und Juni 4 Begehungen entlang einer ca. 3 km langen Route durchgeführt werden.
Vielfältiger Einsatz der Ergebnisse für den Naturschutz
Die Ergebnisse des Programms werden jährlich im Bericht „Vögel in Deutschland“ fortgeschrieben und sie fließen u.a. in den Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ der Bundesregierung (→ BfN) sowie Indikatoren auf europäischer Ebene ein, u.a. den „European Farmland Bird“-Indikator (→ EBCC), der von der EU-Kommission als Referenz für eine nachhaltige Nutzung der Agrarlandschaft herangezogen wird.
Machen Sie mit!
Der zeitliche Aufwand je Probefläche beträgt für die vier Begehungen zwischen März und Juni inkl. der Auswertung der Daten 30–40 Stunden. Bundesweit stehen 2.637 Probeflächen zur Verfügung, von denen bereits rund 1.500 vergeben werden konnten. Es gibt somit noch reichlich Beteiligungsmöglichkeiten zwischen Rügen und Bodensee! Wo es noch freie Probeflächen in Ihrer Nähe gibt und wie diese beschaffen sind, können Sie über das Informationssystem „Mitmachen beim Monitoring häufiger Brutvögel!“ ganz einfach erkunden. Am besten Sie sehen direkt einmal nach, denn bis spätestens zum 10. März sollten Sie sich entschieden haben, wenn Sie dieses Jahr noch mitmachen möchten:
Johanna Karthäuser und Sven Trautmann im Namen aller landesweiten Koordinatoren
aufgegeben von Johannes Wahl
Donnerstag, 2. Januar 2014
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Herbst 2013 (und wie Sie singende Vögel melden)
In der Rubrik "Vögel in Deutschland aktuell" blicken wir in der Januar-Ausgabe von Der Falke auf den vogelkundlich spannenden Herbst 2013 zurück. Neben einem Überblick über das Auftreten von seltenen Gästen, die sich zwischen September und November in ganz Deutschland entdecken ließen, gehen wir der Frage nach, ob sich die Gesangsaktivität im Jahresverlauf anhand der ornitho-Daten darstellen lässt. Als Beispielarten haben wir uns mit Rotkehlchen und Buchfink zwei unserer häufigsten Singvogelarten ausgesucht, von denen das Rotkehlchen auch im Herbst ausgiebig singt, der Buchfink hingegen außerhalb der Brutzeit weitgehend „den Schnabel hält“. Überraschend gut werden diese Aktivitätsmuster bereits abgebildet. Es entstand deshalb die Idee, den im Falke-Taschenkalender 2014 erstmals erschienenen „Gesangskalender“ künftig mit realen Daten aus ornitho zu unterfüttern. Wir möchten Sie deshalb dazu ermuntern, bei ihren Meldungen zu vermerken, wenn die Vögel sangen. Untenstehend finden Sie Hinweise, wie Sie singende Vögel in ornitho am besten melden.
Rotfußfalken sind in Osteuropa beheimatet und treten in den meisten Regionen Deutschlands nur als spärliche Durchzügler auf. Im Herbst 2013 wurden die eleganten Insektenjäger recht zahlreich gemeldet. Mit dem zeitlichen und räumlichen Auftreten sowie der Altersstruktur der gemeldeten Vögel befassen wir uns genauso wie mit den spannenden neuen Entwicklungen beim Kranichzug in Mitteleuropa (siehe Nachricht vom 18.12.).
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Herbst 2013 - Singende Rotkehlchen, Rotfußfalken und Kraniche auf neuen Wegen“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren bisher erschienenen Beiträge mit direktem ornitho-Bezug finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Falke-Heft 01/2014 mit vielen weiteren Beiträgen u.a. über den Grünspecht als Vogel des Jahres 2014, die Färbungsvariation und Rufe von Mäusebussarden, die Erstbrut des Heiligen Ibis in Deutschland sowie die tragische Geschichte vom Aussterben der Wandertaube, die sich 2014 zum hundertsten Male jährt, können Sie über die Internetseite von Der Falke beziehen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de und ornitho.lu!
Wie notiere ich singende Vögel in ornitho?
In ornitho.de und ornitho.lu gibt es drei Möglichkeiten, singende Vögel einzutragen,
1. über den Brutzeitcode A2 „Singendes, trommelndes oder balzendes Männchen zur Brutzeit im möglichen Bruthabitat festgestellt“. Während der Kernbrutzeit einer Art werden Sie automatisch um die Angabe eines Brutzeitcodes gebeten. Sollten Sie außerhalb dieses Zeitraums ein singendes Männchen in einem möglichen Bruthabitat beobachtet haben, wählen Sie bitte manuell den Brutzeitcode A2.
2. über die Option „Gesang“ im Auswahlfeld „Präzisierung der Beobachtung“. Bitte wählen Sie diese Option außerhalb der Brutzeit oder wenn unklar ist, ob es sich um ein mögliches Bruthabitat handelt.
Als dritte Möglichkeit kommen noch die Bemerkungsfelder in Betracht. Bitte verwenden Sie diese jedoch nur ergänzend zu den vorgenannten Optionen. Rein textliche Bemerkungen lassen sich oft nur schwer auswerten.
Spannende Entdeckungen vor der eigenen Haustüre: Wo überwintern Buchfinken und gibt es Unterschiede zwischen Weibchen und Männchen?
Der Buchfink ist mit rund 10 Mio. Paaren einer der häufigsten Brutvögel in Deutschland. Aufgrund seines allgegenwärtigen Vorkommens wird er von Naturfreunden und Vogelbeobachtern zwar fast täglich registriert, aber meist nicht weiter beachtet. Dabei gibt es auch bei dieser Art noch offene Fragen, deren Beantwortung unser allgemeines Verständnis der Überwinterungsstrategien von Teil- und Kurzstreckenziehern unter den Singvögeln erweitern kann.
Auch im Winter, wenn viele Vogelarten das Schlichtkleid tragen und sich das Erscheinungsbild der Geschlechter daher sehr ähnelt, lassen sich beim Buchfink Männchen und Weibchen gut unterscheiden. So war schon Carl von Linné vor nunmehr 255 Jahren aufgefallen, dass die Männchen in den nördlichen Teilen des Überwinterungsgebiets unter sich bleiben. Daher benannte er den Vogel bei der Beschreibung der Art im Jahr 1758 nicht nach ihrer auffallenden Färbung, sondern nach dem Verhalten: Der wissenschaftliche Artname coelebs verweist auf das Fehlen der Weibchen, der Buchfink lebte scheinbar im Zölibat.
Seither hat sich zur Frage der Winterverbreitung der Buchfinken-Geschlechter erstaunlich wenig getan. Es lässt sich nur sagen, dass in nördlichen und östlichen sowie höher gelegenen Bereichen mehr Männchen überwintern, weil die Weibchen schneller und weiter nach Südwesten ziehen. Als Erklärung wird angenommen, dass es sich die kräftigeren Männchen eher „leisten“ können, mit Blick auf die unvorhersehbare Winterhärte weiter nördlich zu überwintern. Sie können dadurch im Frühjahr schneller im Brutgebiet eintreffen und dort die besten Reviere besetzen. Für diesen Gewinn zahlen die Tiere bei unerwarteten Kälteeinbrüchen mitunter einen hohen Preis, wenn sie nicht mehr rechtzeitig oder weit genug abziehen können.
Dieser Unterschied im Zugverhalten der Geschlechter gilt nach Ringfunden auch für viele andere Vogelarten, doch lässt er sich dort kaum in großer Zahl beobachten, so dass detaillierte Angaben zur exakten räumlichen Verteilung oder Unterschieden zwischen den Jahren fehlen. Ein genauer Blick auf den Buchfinken kann daher vielleicht sogar helfen, allgemeine Aussagen zur Verteilung der in unserem Raum überwinternden Singvögel zu treffen. Neben den farblichen Unterschieden bietet sich der Buchfink auch durch seinen großen Bekanntheitsgrad und das vertraute Erscheinen an vielen Futterhäuschen in meist geringer, also übersichtlicher Truppstärke wie keine andere heimische Singvogelart für Untersuchungen zur Winterverbreitung der beiden Geschlechter an.
Bitte achten Sie deshalb in den vier Wochen vom 23. Dezember 2013 bis zum 19. Januar 2014 gezielt auf Buchfinken, wo immer sie zu finden sind: in Ihrem Garten, aber auch in der Agrarlandschaft, in Parks und Wäldern und melden Sie alle Beobachtungen der Art möglichst mit Angaben zu den Geschlechtern auf ornitho.
Nicht zuletzt das Beispiel der Kraniche zeigte, wie sich aus vielen Tausend Einzelmeldungen ein Bild zusammensetzt und sich dadurch aktuelle, spannende und auch wissenschaftlich relevante Fragen beantworten lassen. Auch bei den Buchfinken liegt der Zeitaufwand für jeden einzelnen bei nur wenigen Minuten. Nicht zuletzt deshalb: Machen Sie mit, so dass wir hoffentlich konkrete Antworten zu folgenden Fragen geben können (Hinweise zur Meldung kursiv):
Wo überwintern Buchfinken in Deutschland? Daher sind auch Angaben zur Größe von Trupps wichtig, bei denen keine Unterscheidung zwischen den Geschlechtern möglich war. Bitte melden Sie daher auch, wenn in Ihrem Umfeld trotz gezielter Beobachtung Buchfinken vermutlich fehlen (Angabe 0 unter Gesamtzahl).
In welchen Bereichen halten sich fast ausschließlich Männchen auf und gibt es auch Gebiete, in denen die Weibchen dominieren? Anders gesagt: Gibt es tatsächlich ein Nord-Süd-Gefälle oder erfolgt die Verteilung mehr von Osten nach Westen oder mit der Höhenlage? Bitte geben Sie die Buchfinken nach Geschlechtern getrennt im Feld Anzahl und Geschlecht (und nicht im Bemerkungsfeld!) ein. Falls sie längere Zeit oder mehrmals am Tag beobachten, melden Sie bitte nur den höchsten Wert je Ort.
Wie wirken sich Futterhäuschen aus, überwintern dort mehr Männchen oder Weibchen? Bitte notieren Sie deshalb „Futterstelle“ unter Bemerkung, wenn die Beobachtung von einer Fütterung stammt.
Ist die Geschlechter-Verteilung auch von der Truppgröße abhängig? Wenn es Ihre Zeit zulässt, zählen Sie deshalb bitte auch größere Gruppen nach Geschlechtern aus. Auch Stichproben aus großen Trupps sind interessant. Melden Sie dann bitte die Größe des Trupps insgesamt sowie die nach Geschlechtern differenzierten Anzahlen in den dafür vorgesehenen Feldern (bitte nicht in den Bemerkungen).
Wir wünschen Ihnen spannende Entdeckungen über die Weihnachtstage und im neuen Jahr und werden über die Ergebnisse schnellstmöglich berichten!
Ihr Team von ornitho
Hinweise zur Geschlechterbestimmung im Schlichtkleid:
Das im Winter zu sehende Schlichtkleid der Buchfinken-Männchen entspricht einer schmutzig getönten Ausgabe der Prachtkleidfärbung. Die Tiere tragen schon die Federn, die später das farbenfrohere Prachtkleid ergeben, doch sind die Spitzen der Kleinfedern noch bräunlich gefärbt. Bis zum Frühjahr nutzen sich diese Federspitzen allmählich ab, so dass nach und nach das leuchtende Prachtkleid hervortritt bzw. „übrig bleibt“. Die Männchen lassen sich daher im Winter durch die rötlich-braune oder dunkel rosa gefärbte Unterseite (besonders intensiv im Gesicht- und Brustbereich), die schmutzig blaugraue „Kappe“ und die besonders breiten, beige-weißen Flügelbinden unterscheiden. Die Weibchen sind wie im Sommer eher einfarbig grau-braun gefärbt. Verwechslungen der Weibchen mit den auf den ersten Blick ähnlichen Haussperlings-Weibchen und Heckenbraunellen lassen sich gut durch die nur bei Buchfinken breiten Flügelbinden vermeiden.
Foto: Buchfink-Männchen, Christoph Moning.
aufgegeben von Christopher König
Mittwoch, 1. Januar 2014
technews
Bitte beachten: Die Vögel sind nun ein Jahr älter!
Das Alter der Vögel wird in sogenannten Kalenderjahren angegeben. Vögel, die im Jahr 2013 geschlüpft sind, sind damit seit dem 1. Januar 2014 nicht mehr im 1. KJ / diesjährig, sondern nun im 2. KJ / vorjährig. Vögel mit Jahrgang 2012 sind nun im 3. Kalenderjahr etc. Wir möchten Sie bitten, das bei der Altersangabe unbedingt zu beachten.