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Friday, March 21st, 2014
tipnews
ornitho-Hinweise zum Frühjahr 2014
Uferschnepfen und Knäkenten sind inzwischen in größerer Zahl angekommen, auch die ersten Rauchschwalben wurden bereits gemeldet. Mindestens ebenso stark wie es die Vögel in die Brutgebiete zieht, so zieht es uns raus in die Natur. Wir möchten deshalb den Beginn der beobachtungsreichsten Jahreszeit nutzen, um Ihnen einige Hinweise zur Benutzung zu geben, so dass Sie hoffentlich noch mehr Freude an der Benutzung haben und die gesammelten Daten für wissenschaftliche Auswertungen sowie Naturschutzfragen bestmöglich genutzt werden können.
Auch wenn es viele Beobachter (verständlicherweise) offensichtlich zunächst lieber auf eigene Faust versuchen, empfehlen wir allen zum eigenen Vergnügen die Lektüre der Benutzeranleitung! Dort finden Sie weitergehende Informationen auch zu allen nachfolgend aufgeführten Punkten.
Brutzeitcodes und ihre Verwendung
Um detaillierte Informationen über die Verbreitung von Brutvögeln zu bekommen, werden Sie während der Brutzeit einer Art automatisch aufgefordert, einen Brutzeitcode anzugeben. Bei den Brutzeitcodes handelt es sich um Angaben zum Status als Brutvogel, die Sie zu Ihren Beobachtungen immer angeben sollten, wenn Sie den Codes entsprechende Verhaltensweisen festgestellt haben. Die 20 Codes sind international standardisiert. Ihnen ist ein Buchstabe vorangestellt, der die Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Brut ausdrückt:
A = mögliches Brüten / Brutzeitfeststellung
B = wahrscheinliches Brüten / Brutverdacht
C = sicheres Brüten / Brutnachweis.
Wichtig: Die Informationen der Brutzeitcodes werden z.B. für Auswertungen zur Brutverbreitung verwendet. Bitte geben Sie Brutzeitcodes daher nur dann an, wenn die beobachteten Verhaltensweisen auch tatsächlich auf ein mögliches, wahrscheinliches oder sicheres Brüten in diesem Gebiet hinweisen. Ein Trupp von Rabenkrähen auf einem Acker kann deshalb keinen Brutzeitcode bekommen.
Wählen Sie deshalb bitte im Zweifelsfalle „Ignorieren“ (= kein Brutzeitcode), wenn Sie während der Brutzeit zur Eingabe eines Brutzeitcodes aufgefordert werden. "Ignorieren" ist vorausgewählt, so dass Sie nur "Enter" drücken müssen.
Ziehende Vögel: Bitte Uhrzeit und Zugrichtung angeben!
Die Grundinformationen bei der Beobachtungseingabe sind Datum, Art, Gesamtanzahl und Ort. Jede weitere Information wertet eine Beobachtung jedoch auf und ermöglicht weitergehende Auswertungen. Wir bitten Sie deshalb, möglichst viele Zusatzangaben zu machen.
Die Angabe der Uhrzeit ist insbesondere bei ziehenden Vögeln eine sehr wichtige und für die Datenauswertung notwendige Zusatzinformation. Nur darüber lässt sich erkennen, ob es sich z.B. bei zwei Fischadlern an einem Tag in einem Gebiet um dasselbe Individuum oder zwei unterschiedliche Individuen gehandelt hat. Die Uhrzeit kann in der Eingabemaske direkt hinter dem Datum in dasselbe Feld eingetragen werden, z. B. „10.03.2014 09:00“ (also: Leerzeichen und dann die Uhrzeit in 24 Std.-Angabe). Neben der Angabe der Uhrzeit ist bei ziehenden Vögeln auch die Angabe der Zugrichtung unter „Präzisierung der Beobachtung“ wichtig. Bitte trennen Sie eindeutig ziehende und rastende Vögel bei der Eingabe und melden diese getrennt.
Eingabe von Alter und Geschlecht
Angaben zum Alters- und Geschlechterverhältnis oder zur Anzahl der Jungvögel ermöglichen vielfältige weitergehende Auswertungen. Falls Sie (ggf. auch nur einen Teil) differenziert haben, geben Sie diese bitte unter den Optionalen Angaben in den dafür vorgesehenen Feldern ein (und nicht im Bemerkungsfeld!). Beispiel: Sie haben eine Kranich-Familie mit 2 Alt- und 2 Jungvögeln beobachtet, dann tragen Sie unter "Gesamtsumme" 4 ein und bei den Optionalen Angaben als Anzahl 2 und unter Alter „adult“ ein. Um nun auch die Jungvögel anzugeben, muss man in der Eingabemaske auf die blaue Schrift "Detailangaben für weitere Vögel anfügen" klicken, sodass eine weitere Eingabezeile erscheint. Hier kann dann als Anzahl 2 und bei Alter "1. KJ / diesjährig" eingetragen werden (oder "Pullus / nicht-flügge", wenn sie noch nicht flugfähig waren). Genauso kann bei der Eingabe von Männchen und Weibchen vorgegangen werden. Es lassen sich beliebig viele Reihen für Detailangaben hinzufügen.
Alternativ finden Sie seit einigen Monaten darunter ein Feld, über das Sie die Detailangaben sehr schnell und einfach eintragen können. Mit einem Klick in das Feld öffnet sich ein Hinweis, wie die Detailangaben in das Feld eingetragen werden müssen.
Bitte die Tageslisten-Funktion benutzen!
In ornitho gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, Beobachtungen zu melden:
Meldung ausgewählter einzelner, einem interessant erscheinender Beobachtungen, d.h. die Übermittlung von subjektiv ausgewählten Beobachtungen,
Meldung aller während eines Beobachtungsgangs in einem Gebiet festgestellten Arten, d.h. eine systematische (und damit wertvollere), aber auch aufwändigere Art der Datenübermittlung („Tageslisten“).
Bei den Tageslisten handelt es sich um sog. Checklisten, in die man alle Arten einträgt, die bei einem Beobachtungsgang in einem Gebiet an einem Tag entdeckt wurden. Da alle angetroffenen Arten notiert werden, kann der Rückschluss gezogen werden, dass alle anderen Arten nicht beobachtet wurden (dass sie evtl. anwesend waren, aber nicht entdeckt wurden, ist ein anderes Problem, um das sich aber Statistiker kümmern können). Daten aus Tageslisten sind für die korrekte Darstellung der Phänologie sowie für Auswertungen zu Bestandsveränderungen sehr wertvoll. Bitte füllen Sie daher Tageslisten aus, wann immer Sie Zeit dazu haben, vor allem aber, wenn Sie ohnehin alle Arten erfassen!
Nicht immer hat man Zeit / Lust, alle anwesenden Vogelarten zu notieren, sondern konzentriert sich auf die weniger häufigen und seltenen. Um dem Rechnung zu tragen, unterscheiden wir in ornitho zwischen Tageslisten für
1. prioritäre Arten (weitere Informationen siehe Infoblatt Nr. 4),
2. alle Arten.
Wenn Sie in einem Gebiet beobachten gehen, melden Sie bitte die Daten zumindest als Tagesliste für die prioritären Arten. Selbst wenn Sie nicht alle Arten notiert haben, werden Sie schnell feststellen, dass Sie für die anderen prioritären Arten zumindest angeben können, ob sie anwesend waren. Denn bei den a- und b-Arten handelt es sich fast immer auch um jene, die man ohnehin intuitiv melden würde.
Beobachtungen präzisieren
In der Liste „Präzisierung der Beobachtung“ sind wichtige, sich gegenseitig ausschließende Verhaltensweisen aufgeführt, die für die Auswertung bzw. aus Naturschutzgründen bedeutsam sind, z. B. wie oben bereits erwähnt die Zugrichtung, ob es sich um einen Schlaf- oder Mauserplatz oder einen Totfund handelt. Wir haben uns bewusst auf Angaben konzentriert, die für Auswertungen tatsächlich relevant sind und die sich nicht mit den Brutzeitcodes überschneiden. Alle weiteren Informationen (z.B. „rüttelnd“ oder „kreisend“) können in den Bemerkungen angegeben werden.
Viele spannende Beobachtungen in den kommenden Wochen wünschen
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
Winter 2013/14: Results of the call to sex Chaffinches, the effects of this "non-winter", and the influx of Hawk Owls
Am 22. Dezember 2013 hatten wir auf ornitho die Frage gestellt, wo Buchfinken überwintern und ob es dabei Unterschiede zwischen Weibchen und Männchen gibt. 677 Personen beteiligten sich in den vier Wochen an der Studie zur Geschlechterverteilung und steuerten mit 2.699 Meldungen von insgesamt 11.427 Individuen eine eindrucksvolle Datengrundlage bei. 75 % der nach Geschlecht differenzierten Buchfinken waren Männchen, so dass wie erwartet deutlich mehr männliche als weibliche Buchfinken überwinterten. Im betrachteten Zeitraum kam es zu keinem nennenswerten Kälteeinbruch, sodass keine großräumigen Verlagerungen auftraten. Der Männchen-Anteil war in beiden zwei Wochen-Zeiträumen mit 75 % sogar identisch. Zwischen einzelnen Regionen zeigten sich jedoch beträchtliche Unterschiede ...
Eine detaillierte Betrachtung der spannenden Ergebnisse finden Sie in unserem Rückblick auf den ungewöhnlich milden Winter 2013/14 in der April-Ausgabe von Der Falke. Darüber hinaus gehen wir auf die Auswirkungen dieses „Nicht-Winters“, auf einige Teil- und Kurzstreckenzieher und den Einflug von Sperbereulen im vergangenen Winter ein. Die schmucke Art ließ sich an mindestens neun verschiedenen Orten Nord- und Ostdeutschlands beobachten. Wir beschreiben den Verlauf des Einflugs sowie damit verbundene, bemerkenswerte Randerscheinungen. Aber die Gäste aus der Taiga waren nicht die einzigen seltenen Vogelarten, die in den Monaten Dezember bis Februar hierzulande entdeckt wurden. Zahlreiche weitere Gäste von Tienschan-Laubsänger bis Sichler und von Polarbirkenzeisig bis Gänsegeier kommen in unserem Rückblick „zu Wort“.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Winter 2013/14 – Sommergoldhähnchen, Buchfinken und Sperbereulen“ können Sie bereits vor Erscheinen des gedruckten Heftes hier als PDF herunterladen. Alle weiteren bisher erschienenen Beiträge mit direktemornitho-Bezug finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Falke-Heft 04/2014 mit vielen weiteren Beiträgen u.a. über das Okavango-Delta in Botswana, die Zulassung des tödlichen Medikaments Diclofenac in Südeuropa und die damit verbundene Gefahr für die Geier Europas sowie die erfolgreichen Beziehungen zwischen Vögeln und Früchten, können Sie über die Internetseite von Der Falke beziehen. Der Falke finden Sie ab Anfang April auch im gutsortierten Zeitschriften-Handel, und alle Abonnentinnen und Abonnenten in wenigen Tagen im Briefkasten.
Vielen Dank für Ihre großartige Unterstützung – nicht nur bei der Beantwortung der Buchfinken-Frage – sagt das Team von ornitho.de und ornitho.lu!
Unfortunately, in the last few weeks several incidents of unacceptable behaviour of bird watchers and wildlife photographers have been reported to us. This concerns both, general principles of how to behave when observing birds in the wild as well as abiding to nature conservation legislation. Especially during breeding season, we should all be very cautious and vigilant when being outdoors watching birds. This is the case not only when being near nests or when visiting nature reserves but for all bird watching activities during this particular time of year!
In spite of camera lenses getting better and better, wildlife photographers seem -intentionally or accidentally - more than others to ignore keeping a safe distance and thus often cause big disturbance and distress among birds and other wildlife.
Dear photographers, therefore we once again urge you to comply with the rules! Thankfully, we have only very few “black sheep”. However, if some individuals continue these bad practices, we see us forced to extend the list of the so-called sensitive species whose locations, when entered into ornitho.de, are automatically hidden for the general public.
We would like very much to keep the list of sensitive species as short as it is. However, the guaranteed protection and well-being of birds and all kinds of wildlife has priority over the attractiveness of our internet portal. This, we are sure, is voicing the opinion of all ornitho users.
Therefore: We ask you to please bear in mind the “Code of conduct” and please, in any case and for the benefits of all, do stick to it!
Appealing to everyone’s common sense
the team of ornitho.de and ornitho.lu
Photo: S. Trösch
posted by Christopher König
Friday, March 7th, 2014
avinews
„Rare birds in Deutschland 2011/12“ published
Ende 2012 veröffentlichte die Deutsche Avifaunistische Kommission (DAK) den ersten Band der neuen Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“. Gut ein Jahr später folgt nun die zweite Ausgabe der Zeitschrift mit dem Bericht der Kommission über die bundesweit dokumentationspflichtigen Beobachtungen der Jahre 2011 und 2012. Dank der zeitnahen Dokumentation von Seltenheiten durch die zahlreichen BeobachterInnen und die gute Zusammenarbeit mit den Avifaunistischen Landeskommissionen konnte ein Doppeljahrgang realisiert werden, mit dem ein Jahr „aufgeholt“, und damit an internationale Vorbilder angeknüpft werden konnte.
Die zweite Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ umfasst 80 Seiten. Im Kernbeitrag des Heftes werden die Nachweise seltener Vogelarten in Deutschland in den Jahren 2011 und 2012 veröffentlicht. Zu den Highlights dieser Jahre gehören zweifelsohne die ersten Nachweise von Langzehen-Strandläufer, Kumlienmöwe, Middendorf-Laubsänger, Östlichem Hausrotschwanz und Braunkopf-Kuhstärling für Deutschland. Es glückten darüber hinaus die zweiten Nachweise von Spitzschwanz-Strandläufer, Kronenlaubsänger und Schwarzkehlbraunelle sowie der einer als Wildvogel angesehenen Orientturteltaube. Diese und mehrere hundert weitere Nachweise werden detailliert und mit zahlreichen Fotos und ergänzenden Grafiken und Karten präsentiert.
Ein Artikel von Stefan Stübing und Thomas Sacher beschäftigt sich mit dem bemerkenswerten Auftreten der Steppenweihe in Mittel- und Westeuropa in den Jahren 2011 und 2012. Bundesweit wurden in diesen Jahren 32 bzw. 27 Individuen als ausreichend dokumentiert anerkannt, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem bislang dokumentierten Maximum von 18 Tieren im Jahr 2005 darstellt. Neben einer ausführlichen Erläuterung der Phänologie und der räumlichen Verteilung der Nachweise werden die Ursachen des starken Auftretens sowie die mögliche Herkunft der in Deutschland beobachteten Vögel diskutiert.
Der spektakuläre Einflug von Polarmöwen in Deutschland im Winter 2011/2012 wird ebenfalls ausführlich untersucht und in einem Artikel von Benjamin Steffen und Martin Gottschling vorgestellt. Neben dem zeitlich-räumlichen Verlauf des Einflugs werden Altersstruktur und Anwesenheitsdauer der beteiligten Vögel genauer betrachtet. Neben einer Übersicht zum Auftreten in Deutschland und Nordwesteuropa werden mögliche Ursachen für den Einflug und die Herkunft der Vögel erläutert.
Im Rahmen des Einflugs von Polarmöwen gelangte auch eine Reihe von kanadischen Kumlienmöwen in das nordwestliche Europa. Für Deutschland konnte diese nach derzeitigem Kenntnisstand auf Hybridisationen zwischen Thayer- und Polarmöwen der Nominatform zurückgehende Form erstmalig dokumentiert werden. Mit dem Erstnachweis der Kumlienmöwe für Deutschland und deren Bestimmung beschäftigt sich ein Artikel von Martin Gottschling.
Abgerundet wird der Band durch einen Beitrag von Christian Wegst und Marco Sommerfeld über einen neuen Nachweis der Zwergtrappe in Deutschland. Neben der aktuellen Brutverbreitung wird auch auf die bisherigen deutschen Nachweise dieser früher hierzulande sogar als Brutvogel vorgekommenen Art eingegangen. Die potentielle Herkunft des Vogels wird unter Berücksichtigung weiterer Nachweise von Zwergtrappen abseits der regulären Verbreitungsgebiete betrachtet.
Die ansprechend gestaltete und reich bebilderte zweite Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ kann zum Preis von 9,80 € zzgl. Versandkosten bestellt werden bei:
DDA-Schriftenversand
An den Speichern 6
48157 Münster
Die Reihe ist auch im Abonnement erhältlich. Eine Ausgabe kostet dann 7,50 € zzgl. Versandkosten.
Mit dem Erscheinen des zweiten Bandes von „Seltene Vögel in Deutschland“ möchten wir Ihnen außerdem den Seltenheitenbericht der ersten Ausgabe „Seltene Vogelarten in Deutschland 2010“ kostenlos in digitaler Form anbieten. Die online lesbare Version des 40 Seiten umfassenden Berichtes finden Sie unter: http://www.dda-web.de/index.php?cat=monitoring&subcat=dak&subsubcat=berichte
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Avifaunistische Kommission
posted by Christopher König
Saturday, March 1st, 2014
tipnews
Colony breeders - new possibilities for data entry
Erfassungseinheit in ornitho ist in (fast) allen Fällen das Individuum, d.h. die angegebenen Anzahlen sind jeweils Vögel, die zur angegebenen Zeit am angegebenen Ort anwesend waren. Erfassungen von Brutkolonien lassen sich damit jedoch nicht sinnvoll eingegeben, da die Anzahl in einer Kolonie anwesenden Individuen nicht der Anzahl der Nester entspricht. Als Behelf wurde deshalb unter „Präzisierung der Beobachtung“ die Option „Nesterzählung“ ergänzt, um zu verdeutlichen, dass die Erfassungseinheit in diesem Fall das Nest ist.
Seit dem 1. März 2014 steht nun eine Erweiterung zur Verfügung, die eine einfachere und präzisere Erfassung von Koloniebrütern im weiteren Sinne erlaubt. Ermöglicht wurde das Formular u.a. durch eine großzügige Spende der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung (NOV) an den DDA. Die über das neue Formular eingegebenen Informationen sind eine wichtige Ergänzung für das Monitoring seltener Brutvögel, über das die meisten Koloniebrüter erfasst werden. Einerseits können so Zählungen in den Kolonien in das Monitoring einfließen, zum anderen werden darüber möglicherweise weitere oder neue Koloniestandorte gefunden, die dann fortan in das Monitoring seltener Brutvögel aufgenommen werden können. Als Koloniebrüter werden alle Vogelarten angesehen, die auf mehr oder weniger engem Raum brüten (vollständige Liste s.u.). Auch Häuser, Ställe oder Inseln können demnach „Kolonien“ sein. Neben klassischen Koloniebrütern wie Möwen oder Reiher können so außerdem Arten wie Rauchschwalbe und Dohle über das Tool erfasst werden. Die Erweiterung ermöglicht es somit auch, etwa die Erfassungen von Schwalben über ornitho zu organisieren.
Viel Freude bei der Erfassung von Koloniebrütern wünscht
Die Eingabe der Daten erfolgt über eine punktgenaue Lokalisierung, d.h. Sie klicken am Koloniestandort in die Karte. In der gewohnten Eingabemaske wird die Gesamtzahl der anwesenden Individuen eingetragen (ggf. geschätzt).
Hinweis: Bei den in oder an Gebäuden brütenden Arten bietet es sich an, unter den geschützten Bemerkungen die Straße mit Hausnummer anzugeben. Das erleichtert spätere Auswertungen erheblich.
Bei der Abfrage des Brutzeitcodes wird anschließend der höchste zutreffende Code ausgewählt (z.B. C11a = Benutztes Nest aus der aktuellen Brutperiode gefunden). Wenn ein (artspezifisch festgelegter) Brutzeitcode mindestens erreicht wird (meist B4), öffnet sich bei den Koloniebrütern anschließend das Formular für die Eingabe von Detailangaben zur Kolonie. Hier können Sie folgende Angaben machen:
Anzahl Paare ohne Nest:Hier wird die genaue Anzahl Paare eingetragen, bei denen beide Partner beobachtet wurden. Geben Sie bitte lediglich die Paare an, die keinem Nest zugeordnet werden können!
Anzahl Nester:Geben Sie hier die Gesamtzahl der Nester oder Brutröhren in der Kolonie insgesamt an, unabhängig davon, ob diese besetzt oder beflogen sind. Falls nur ein Teil der Kolonie einsehbar ist, geben Sie bitte an, dass es sich um eine Mindestangabe handelt.
Anzahl besetzter Nester:Geben Sie hier die Zahl besetzter Nester oder beflogener Röhren an.
Beispiel 1: Ich habe eine Saatkrähen-Kolonie in einer Baumgruppe. Ich schätze, dass es 60 Ind. sind, die sich gerade dort aufhalten. Ich gebe also eine Schätzung von 60 Ind. als Gesamtbestand im normalen ornitho-Eingabeformular an. Ich sehe insgesamt 15 fertige Nester, 10 davon sind besetzt. Im Koloniebrüterformular trage ich bei "Anzahl Nester" = 15 und bei „Anzahl besetzter Nester" = 10 ein.
Beispiel 2: Ich zähle auf einem See 23 Schwarzhalstaucher, gebe also 23 Ind. als exakte Angabe ein. In der Brutkolonie sitzen davon 8 auf Nestern, teils schwimmen die Partner daneben und bauen am Nest. Es sind keine fertigen, unbesetzten Nester zu erkennen, es balzen jedoch 3 Paare ohne Nest. Im Koloniebrüterformular trage ich bei "Anzahl Paare" = 3, bei „Anzahl Nester“ = 8 und bei „Anzahl besetzter Nester" ebenfalls 8 ein. Ich kann also 8 sichere Brutpaare und 3 mögliche zusätzliche rechnen.
Bitte achten Sie unbedingt darauf, Störungen am Koloniestandort zu vermeiden. Der Schutz der Vögel hat immer Vorrang vor einer genaueren Erfassung!
Muss ich Meldungen von Brutkolonien schützen?
Das hängt sehr stark von der Art und den Gegebenheiten vor Ort ab. Bei Kolonien von Lachmöwen ist das sicherlich nicht notwendig, ebenso bei weithin sichtbaren, bekannten Saatkrähen-Kolonien oder einer von einem Aussichtsturm leicht einsehbaren Kolonie von Trauerseeschwalben oder Schwarzhalstauchern. Bei einer Uferschwalben-Kolonie ist ein Schutz hingegeben oftmals angebracht, insbesondere wenn diese sich z.B. in einer nicht öffentlich zugänglichen Sandgrube befindet. Gleiches gilt für leicht zugängliche Brutkolonien von Reihern. Meldungen von Bienenfressern während der Brutzeit sind – unabhängig davon, ob es sich um eine Kolonie handelt – automatisch seitens des Systems geschützt.
Kurzum, in vielen Fällen ist es nicht notwendig, eine Kolonie zu schützen, da sie nicht zugänglich oder ohne Störung sehr gut einsehbar ist. Wann immer Sie jedoch Zweifel haben und einen Schutz für sinnvoll halten, dann setzen Sie den Haken bei „geschützte Beobachtung“ in der normalen Eingabemaske. Sie ist dann für die Öffentlichkeit unsichtbar, steht jedoch Artexperten und Regionalkoordinatoren zur Verfügung.
Wie kann ich die Detaildaten von Koloniebrütern exportieren?
Ihre Detailangaben zu koloniebrütenden Arten können Sie auch in den bekannten Formaten exportieren. Wählen Sie dazu in der Datenbank-Abfrage unter „andere Einschränkungen“ den Punkt „Nur Meldungen mit Detailangaben von Koloniebrütern“. Anschließend können Sie diese Meldungen mit allen Informationen herunterladen. Die Daten werden im Excel-Export in zusätzlichen Spalten angefügt. Ohne die genannte Einschränkung werden die Einträge ohne die Detailangaben aus dem Tool exportiert. Ein gemeinsamer Export der Daten des Koloniebrüter-Tools mit weiteren Zufallsbeobachtungen ist nicht möglich.
Muss ich zukünftig noch „Nesterzählung“ unter „Präzisierung der Beobachtung angeben, und wenn ja wann?
„Nesterzählung“ muss seit dem 1. März 2014 nur noch für die Arten angegeben werden, für die das Koloniebrüter-Formular NICHT aktiviert ist. Eine Übersicht über die Arten, für die das Koloniebrüter-Formular aktiviert ist, finden Sie untenstehend.
Die Angabe von „Nesterzählung“ ist ein Spezialfall, bei dem vom Grundsatz „Die Erfassungseinheit in ornitho ist das Individuum" abgewichen wird. Das ist dann der Fall, wenn besetzte Nester oder beflogene Bruthöhlen und KEINE Individuen erfasst werden. Eine Angabe der Individuenzahl dürfte oft nicht möglich oder stark fehlerbehaftet sein. Bitte wählen Sie zusätzlich unbedingt unter „Präzisierung der Beobachtung" den Eintrag „Nesterzählung", als Brutzeitcode tragen Sie bitte C13b („Nest mit brütendem Altvogel entdeckt.") ein.
Welche Vogelarten werden über das Koloniebrüter-Tool erfasst?
Eine Übersicht über die Arten, für die das Koloniebrüter-Formular aktiviert ist, finden Sie hier.
posted by Christopher König
Monday, February 24th, 2014
avinews
The German Breeding Bird Monitoring Scheme starts into the new season – please join now
It may be still a little to go but the beautiful songs of blackbird, tits, nuthatch and dunnock tell us spring is on its way. With rising temperatures most of the birds are now getting ready for the next breeding season. And so do we! The preparations for the start of this year’s breeding bird monitoring season on 10 March 2014 are in full swing and we are looking forward to continuing our long running scheme with the help of many keen volunteer birdwatchers.
Since 1989 population trends of all common German bird species are being monitored using standardised monitoring methods. The gathered data helps to better understand changes in numbers of our common breeding birds. Since 2004 the monitoring is carried out on 1x1 km survey plots selected randomly across and mirroring representative percentages of habitat ratios in Germany. On each survey plot breeding birds are monitored along a c. 3 km long route during four visits between March and June.
Wide-ranging use of the results for nature conservation
The results of the scheme feed into the annual report „Birds in Germany“ and are used to update the “Biodiversity and Landscape Quality” indicator of the German Government (→ BfN) as well as indicators on EU-level such as the European Farmland Bird Indicator (→ EBCC). The latter being used by the EU-Commission as a reference tool for sustainable agricultural land use.
Join now!
Throughout the whole of Germany there are 2637 survey plots available of which c. 1500 are occupied at the moment. So there is still a lot to do and many wonderful places available between the island of Rügen in the North and Lake Constance in the South!
Covering a survey plot will take between 30–40 hours. This includes fieldwork (4 visits between March and June) and analysing the results. You can check online for free survey plots nearest to you, finding out more about how they look like and for making your reservations. Deadline for taking part in the 2013 monitoring season is 10 March. Why not check right now what is available! Just go to:
Johanna Karthäuser und Sven Trautmann
for all County Coordinators
posted by Johannes Wahl
Thursday, January 2nd, 2014
tipnews
Exciting things to discover: Where do Chaffinches winter and are there any differences between females and males?
Der Buchfink ist mit rund 10 Mio. Paaren einer der häufigsten Brutvögel in Deutschland. Aufgrund seines allgegenwärtigen Vorkommens wird er von Naturfreunden und Vogelbeobachtern zwar fast täglich registriert, aber meist nicht weiter beachtet. Dabei gibt es auch bei dieser Art noch offene Fragen, deren Beantwortung unser allgemeines Verständnis der Überwinterungsstrategien von Teil- und Kurzstreckenziehern unter den Singvögeln erweitern kann.
Auch im Winter, wenn viele Vogelarten das Schlichtkleid tragen und sich das Erscheinungsbild der Geschlechter daher sehr ähnelt, lassen sich beim Buchfink Männchen und Weibchen gut unterscheiden. So war schon Carl von Linné vor nunmehr 255 Jahren aufgefallen, dass die Männchen in den nördlichen Teilen des Überwinterungsgebiets unter sich bleiben. Daher benannte er den Vogel bei der Beschreibung der Art im Jahr 1758 nicht nach ihrer auffallenden Färbung, sondern nach dem Verhalten: Der wissenschaftliche Artname coelebs verweist auf das Fehlen der Weibchen, der Buchfink lebte scheinbar im Zölibat.
Seither hat sich zur Frage der Winterverbreitung der Buchfinken-Geschlechter erstaunlich wenig getan. Es lässt sich nur sagen, dass in nördlichen und östlichen sowie höher gelegenen Bereichen mehr Männchen überwintern, weil die Weibchen schneller und weiter nach Südwesten ziehen. Als Erklärung wird angenommen, dass es sich die kräftigeren Männchen eher „leisten“ können, mit Blick auf die unvorhersehbare Winterhärte weiter nördlich zu überwintern. Sie können dadurch im Frühjahr schneller im Brutgebiet eintreffen und dort die besten Reviere besetzen. Für diesen Gewinn zahlen die Tiere bei unerwarteten Kälteeinbrüchen mitunter einen hohen Preis, wenn sie nicht mehr rechtzeitig oder weit genug abziehen können.
Dieser Unterschied im Zugverhalten der Geschlechter gilt nach Ringfunden auch für viele andere Vogelarten, doch lässt er sich dort kaum in großer Zahl beobachten, so dass detaillierte Angaben zur exakten räumlichen Verteilung oder Unterschieden zwischen den Jahren fehlen. Ein genauer Blick auf den Buchfinken kann daher vielleicht sogar helfen, allgemeine Aussagen zur Verteilung der in unserem Raum überwinternden Singvögel zu treffen. Neben den farblichen Unterschieden bietet sich der Buchfink auch durch seinen großen Bekanntheitsgrad und das vertraute Erscheinen an vielen Futterhäuschen in meist geringer, also übersichtlicher Truppstärke wie keine andere heimische Singvogelart für Untersuchungen zur Winterverbreitung der beiden Geschlechter an.
Bitte achten Sie deshalb in den vier Wochen vom 23. Dezember 2013 bis zum 19. Januar 2014 gezielt auf Buchfinken, wo immer sie zu finden sind: in Ihrem Garten, aber auch in der Agrarlandschaft, in Parks und Wäldern und melden Sie alle Beobachtungen der Art möglichst mit Angaben zu den Geschlechtern auf ornitho.
Nicht zuletzt das Beispiel der Kraniche zeigte, wie sich aus vielen Tausend Einzelmeldungen ein Bild zusammensetzt und sich dadurch aktuelle, spannende und auch wissenschaftlich relevante Fragen beantworten lassen. Auch bei den Buchfinken liegt der Zeitaufwand für jeden einzelnen bei nur wenigen Minuten. Nicht zuletzt deshalb: Machen Sie mit, so dass wir hoffentlich konkrete Antworten zu folgenden Fragen geben können (Hinweise zur Meldung kursiv):
Wo überwintern Buchfinken in Deutschland? Daher sind auch Angaben zur Größe von Trupps wichtig, bei denen keine Unterscheidung zwischen den Geschlechtern möglich war. Bitte melden Sie daher auch, wenn in Ihrem Umfeld trotz gezielter Beobachtung Buchfinken vermutlich fehlen (Angabe 0 unter Gesamtzahl).
In welchen Bereichen halten sich fast ausschließlich Männchen auf und gibt es auch Gebiete, in denen die Weibchen dominieren? Anders gesagt: Gibt es tatsächlich ein Nord-Süd-Gefälle oder erfolgt die Verteilung mehr von Osten nach Westen oder mit der Höhenlage? Bitte geben Sie die Buchfinken nach Geschlechtern getrennt im Feld Anzahl und Geschlecht (und nicht im Bemerkungsfeld!) ein. Falls sie längere Zeit oder mehrmals am Tag beobachten, melden Sie bitte nur den höchsten Wert je Ort.
Wie wirken sich Futterhäuschen aus, überwintern dort mehr Männchen oder Weibchen? Bitte notieren Sie deshalb „Futterstelle“ unter Bemerkung, wenn die Beobachtung von einer Fütterung stammt.
Ist die Geschlechter-Verteilung auch von der Truppgröße abhängig? Wenn es Ihre Zeit zulässt, zählen Sie deshalb bitte auch größere Gruppen nach Geschlechtern aus. Auch Stichproben aus großen Trupps sind interessant. Melden Sie dann bitte die Größe des Trupps insgesamt sowie die nach Geschlechtern differenzierten Anzahlen in den dafür vorgesehenen Feldern (bitte nicht in den Bemerkungen).
Wir wünschen Ihnen spannende Entdeckungen über die Weihnachtstage und im neuen Jahr und werden über die Ergebnisse schnellstmöglich berichten!
Ihr Team von ornitho
Hinweise zur Geschlechterbestimmung im Schlichtkleid:
Das im Winter zu sehende Schlichtkleid der Buchfinken-Männchen entspricht einer schmutzig getönten Ausgabe der Prachtkleidfärbung. Die Tiere tragen schon die Federn, die später das farbenfrohere Prachtkleid ergeben, doch sind die Spitzen der Kleinfedern noch bräunlich gefärbt. Bis zum Frühjahr nutzen sich diese Federspitzen allmählich ab, so dass nach und nach das leuchtende Prachtkleid hervortritt bzw. „übrig bleibt“. Die Männchen lassen sich daher im Winter durch die rötlich-braune oder dunkel rosa gefärbte Unterseite (besonders intensiv im Gesicht- und Brustbereich), die schmutzig blaugraue „Kappe“ und die besonders breiten, beige-weißen Flügelbinden unterscheiden. Die Weibchen sind wie im Sommer eher einfarbig grau-braun gefärbt. Verwechslungen der Weibchen mit den auf den ersten Blick ähnlichen Haussperlings-Weibchen und Heckenbraunellen lassen sich gut durch die nur bei Buchfinken breiten Flügelbinden vermeiden.
Foto: Buchfink-Männchen, Christoph Moning.
posted by Christopher König
Wednesday, January 1st, 2014
technews
Please note: Birds have become one year older
Identifying the age of a bird is done according to the so-called calendar-years. With the turn of the year, birds hatched in 2013 no longer belong to the first calendar-year and are therefore no longer stated as this year's birds. They are now referred to as second calendar-year birds or as birds of the previous year. Birds hatched in 2012 are now in their 3rd calendar-year and so forth. We ask you to please bear that in mind when aging birds.
Many thanks
the team of ornitho.de and ornitho.lu
posted by Christopher König
Tuesday, December 24th, 2013
technews
Many Thanks, Season’s Greetings and New Year Wishes for 2014!
With pleasure and a great big Thank You we are looking back at yet another exciting year for ornitho. More than 3.3 million of observations have been entered in 2013 alone, adding up to a total of just under 7 million records in the dataset! So far, almost 10.000 users have been feeding ornitho with personal bird observations peaking up to 34.000 new entries on the busiest days. You can find a selection of our analyses (in German) when clicking “Publications” in our website’s main menu. This wealth of new and fascinating insights in the life of birds just would not be there without your regular reporting. Thank you very much for your outstanding support in 2013!
Nearly 330 regional coordinators screen the incoming information and help answering all kinds of queries on the regional level. Together with the members of the steering committee the regional coordinators have a vital role in maintaining ornitho’s high quality standard. They all deserve our very special thanks!
Gaëtan Delaloye and his team of Biolovision, the heads behind ornitho, are responsible for the smooth up and running of the internet portal. We thank them very much for all their dedication and commitment!
Season’s Greetings and a healthy and optimistic start in the New Year to everyone involved in ornitho – be it behind the scenes or by entering regular bird recordings. We hope that 2014 holds many exciting ornithological surprises for you!
For the teams of ornitho.de and ornitho.lu
Gilles Biver, Christopher König, Patric Lorgé und Johannes Wahl
posted by Christopher König
Wednesday, December 4th, 2013
tipnews
Breeding success of Bewick's Swan 2013: Take part in the european census on 7/8 December
Der Jungvogelanteil in den Trupps überwinternder Gänse und Schwäne ist ein guter Indikator für den Bruterfolg im zurückliegenden Sommer in den arktischen Brutgebieten und ein wichtiger Parameter u.a. wenn es darum geht, die Ursachen für beobachtete Bestandsveränderungen zu analysieren. Eine der wenigen Gänse- und Schwanenarten, die derzeit einen negativen Bestandstrend aufweist, ist der Zwergschwan. Eine der Ursachen ist ein seit den 1990er Jahren zu geringer Bruterfolg. Wodurch das bedingt ist, ist unklar. Wie der Bruterfolg 2013 war, soll eine europaweite Erfassung des Jungvogelanteils am Wochenende 7./8. Dezember zeigen, die von den Niederländern organisiert wird. Ziel ist es nicht, den Gesamtbestand zu erfassen (eine solche Zählung findet erst wieder im Jan. 2015 statt), sondern eine möglichst große, über das gesamte Verbreitungsgebiet verteilte, repräsentative Stichprobe zu erhalten.
Da sich aktuell vermutlich fast ein Drittel aller europäischen Zwergschwäne in Deutschland aufhält, ist es wichtig, dass auch hierzulande möglichst viele Individuen nach Alter differenziert werden. Obgleich die meisten Beobachterinnen und Beobachter von ornitho.de speziell bei den Schwänen Alt- und Jungvögel getrennt erfassen (siehe Beitrag hierzu in Der Falke 4/2013), möchten wir dazu aufrufen , am kommenden Wochenende möglichst bei allen Zwergschwänen eine Altersdifferenzierung vorzunehmen und gleichzeitig dazu ermuntern, gezielt wichtige Zwergschwan-Rastgebiete aufzusuchen. Neben dem Jungvogelanteil wäre es wünschenswert, wenn – wie für viele mittlerweile ebenfalls Standard – auch das Nahrungshabitat erfasst werden könnte. Wer etwas mehr Zeit hat und eine interessante Herausforderung sucht, findet diese in der Ermittlung der Familiengröße. Umfangreiche Hinweise, wie diese und die anderen Informationen in ornitho.de einzutragen sind, finden Sie untenstehend.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Axel Degen und Jan H. Beekman
Eintragung von Alter/Geschlecht, Jungvogelanteilen und Nahrungshabitat (s.a. Meldung vom 6.11.2013):
Tragen Sie die Informationen zu Alter und Geschlecht in den dafür vorgesehenen Feldern unter den optionalen Informationen ein (und nicht in den Bemerkungsfeldern, die sich kaum auswerten lassen)!
Bitte machen Sie immer Angaben zu allen beobachteten Geschlechtern oder Altersklassen. Beispiel: Sie haben einen Trupp von 28 Singschwänen nach Alter differenziert und 23 Alt- und 5 Jungvögel ermittelt. Wenn Sie nun lediglich die 5 Jungvögel eintragen, dann kann das bedeuten, dass die übrigen Tiere Altvögel waren, aber auch, dass unter den 28 Vögeln unter anderem 5 Jungvögel beobachtet wurden. Der Rückschluss, alle übrigen sind Altvögel, wäre dann falsch. Solche Datensätze können deshalb bei Auswertungen nicht berücksichtigt werden.
Ein Grund, weshalb immer wieder nur die Jungvögel oder nur ein Geschlecht angegeben werden, mag darin liegen, dass nur zunächst eine Zeile bei den Details zum Alter und Geschlecht angegeben ist. Um das andere Geschlecht oder weitere Altersklassen anzugeben, klicken bitte auf „weitere Detailangaben anfügen". Alternativ finden Sie darunter ein Feld, über das Sie die Detailangaben sehr schnell und einfach eintragen können. Mit einem Klick in das Feld öffnet sich ein Hinweis, wie die Detailangaben in das Feld eingetragen werden müssen.
Bitte vermeiden Sie die Angabe „immatur“, wenn das Alter genauer angegeben werden kann. Für Vögel aus der vorhergehenden Brutzeit verwenden Sie bitte bis zum 31. Dezember eines Jahres die Kategorie „1. KJ / diesjährig“ und ab dem 1. Januar „2. KJ / vorjährig“. Bei Höckerschwänen ist das sogar essenziell, da sich bei diesen Vögel im 2. Winter oft noch von Altvögeln unterscheiden lassen. Wer Altvögel von zwei- bis dreijährigen Vögeln unterscheidet, sollte diese als weitere Kategorie gesondert angeben.
Die Altersverhältnisse unterscheiden sich zwischen kleinen und großen Trupps. Kleine Trupps oder einzelne Familien, die sich z.B. bei Schwänen fast auf einen Blick differenzieren lassen, haben durchschnittlich einen höheren Jungvogelanteil. Falls es die Zeit zulässt, differenzieren Sie auch größere Ansammlungen. Diese Informationen sind sehr wertvoll, damit es nicht zu einer Überschätzung des Jungvogelanteils kommt.
Machen Sie Altersangaben auch dann, wenn ein Trupp nur aus Alt- oder Jungvögeln besteht! Mitunter hatten wir den Eindruck, dass vor allem Trupps gemeldet wurden, die beide Altersklassen enthielten.
Die Familiengröße bei Gänsen und Schwänen ist ebenfalls eine interessante Information. Falls Sie diese ermitteln, geben Sie diese bitte im Bemerkungsfeld wie folgt an: Familien: 3x1, 4x2, 1x5 Juv.
Rast- oder Nahrungshabitat
Bei in der Agrarlandschaft rastenden Vögeln (v.a. Gänsen, Schwänen, Kranichen und Limikolen) ist das Rast- oder Nahrungshabitat eine wichtige Zusatzinformation. Falls Sie dieses bestimmen können, tragen Sie es bitte unter den Optionalen Angaben bei "(Rast)Habitat" ein. Im Gegensatz zu Angaben unter „Bemerkungen“ können diese Angaben dann direkt ausgewertet werden. Bei Gänsen und Schwänen unterscheiden sich z.B. die Jungvogelanteile zwischen verschiedenen Habitaten. Auch deshalb ist die Angabe des Habitats wertvoll und wichtig.
Bitte machen Sie auch möglichst bei „Präzisierung der Beobachtung“ eine Angabe, so dass eindeutig zwischen rastenden und ziehenden / überfliegenden Vögel unterschieden werden kann. Bei ziehenden Vögeln ist auch die Zeit eine wichtige Information. Diese können Sie direkt hinter dem Datum mit Leerzeichen getrennt angeben, z.B. 24.11.2012 12:00
Nicht immer ist die Unterscheidung zwischen „Nahrung suchend“ und „rastend / ruhend“ eindeutig möglich. Im Zweifelsfalle sollten Sie „Nahrung suchend“ eingeben, auch wenn ein Teil des Vogeltrupps zum Beobachtungszeitpunkt ruht. Nicht hilfreich ist es, für einen zusammenhängenden Rasttrupp zwei Datensätze anzulegen, die sich lediglich in der Präzisierung der Verhaltensweise unterscheiden. Gleiches gilt für Anteile eines zusammenhängenden Rasttrupps, die sich über eine Parzellengrenze hinweg bewegen und daher zwei verschiedene Habitate nutzen. Hier sollten sie das vorrangig genutzte Habitat eingeben. Separate Trupps in größeren Gebieten sollten hingegen möglichst mit exakter Lokalisierung getrennt eingegeben und codiert werden.