Das Monitoring rastender Wasservögel in Deutschland
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Hintergrund und Ziele
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Rastende Gänse und Schwäne
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Hintergrund, Ziele und Methoden
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Hintergrund, Ziele und Methoden
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Technische Hinweise
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Beobachtungen melden (Hintergrund)
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Donnerstag, 3. November 2016
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Sommer 2016
In unserem Rückblick auf die zurückliegende Jahreszeit blicken wir diesmal auf den überdurchschnittlich warmen Sommer 2016 zurück, der jedoch von großen Regenmengen bis großer Trockenheit viel Abwechslung zu bieten hatte. Ebenso abwechslungsreich waren die mehr als 1,1 Millionen Vogelbeobachtungen, die zwischen Juni und August über ornitho.de gemeldet wurden.
Erst seit den 1990er Jahren brüten Löffler in Deutschland. Die Kolonisierung des niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Wattenmeeres ging dabei von den Niederlanden aus. Der stark positive Bestandstrend hält weiter an und auch im Binnenland wird die Art immer häufiger und in steigender Zahl beobachtet. Wir betrachten die Entwicklung des Löfflers in Deutschland einmal genauer, zeigen wann und wo man die markante Art am zuverlässigsten beobachten kann und beschäftigen uns mit dem Phänomen, dass es im Spätsommer am Niederrhein mittlerweile zu Ansammlungen von bis zu 100 Löfflern kommt.
Rund 120 Nachweise des inselartig von Marokko bis in Kaspigebiet verbreiteten Rallenreihers wurden bislang in Deutschland anerkannt. Insbesondere seit Mitte der 1990er Jahre hat sich die Art von einer großen Ausnahmeerscheinung zu einer alljährlich zu beobachtenden Seltenheit entwickelt. Im Frühjahr und Sommer 2016 kam es zum bislang stärksten dokumentierten Auftreten in Deutschland. Wir befassen uns in unserem Beitrag mit den Gründen dieser Entwicklung und zeigen in welchen Monaten Rallenreiher hierzulande nachgewiesen werden.
Unser Überblick über die in der zurückliegenden Zeit in Deutschland beobachteten Seltenheiten zeigt, dass auf das außergewöhnliche Frühjahr ein ebenso ereignisreicher Sommer folgte. Es gelangen abermals zahlreiche Entdeckungen, mit denen kaum jemand gerechnet haben dürfte. Hervorzuheben sind der erste Nachweis des Maskenwürgers für Deutschland, der dritte der Rüppellseeschwalbe sowie der fünfte Steppenadler und die bei Anerkennung jeweils siebten Nachweise von Wüstenregenpfeifer und Häherkuckuck.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Sommer 2016: Sommer 2016: Löffler, Rallenreiher und andere seltene Überraschungen“ in der Zeitschrift „Der Falke“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren Beiträge mit direktem Bezug zu ornitho.de finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Falke-Heft 11/2016 mit vielen weiteren Beiträgen, u.a. über Schwarzspechte, Nistkästen und ihre Bewohner, ein Tierbeobachtungshaus bei München sowie Insekten jagende Schlangenadler können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Sonntag, 30. Oktober 2016
technews
5 Jahre ornitho.de und ornitho.lu
Am 30.10.2011 gingen ornitho.de und ornitho.lu an den Start. Mehr als 18.000 Personen sind inzwischen registriert und haben über 22 Millionen Vogelbeobachtungen zusammengetragen. Kein einziger in ornitho.de und ornitho.lu enthaltener Datensatz wurde bislang importiert, alle Meldungen wurden händisch über die Homepage oder die ornitho-App „NaturaList“ eingetragen. Rechnet man für die Eingabe je Datensatz nur fünf Sekunden, so wurden in den fünf Jahren mindestens 1.300 Tage oder dreieinhalb Jahre alleine für die Dateneingabe investiert!
Doch auch auf koordinativer Ebene steckt enorm viel Lebenszeit in unserem Portal. Um die Qualität dieses riesigen Datens(ch)atzes zu gewährleisten, werden die Beobachtungen von mehr als 400 Regionalkoordinatoren und Artspezialisten auf Kreis-, Landes- und Bundesebene auf Plausibilität geprüft. Mehrere Zehntausend Rückfragen bei den Meldern haben sie seither gestellt. Wie viel Zeit (und teils auch Nerven) dafür aufgewendet wurden, lässt sich nur erahnen. Die Regionalkoordinatoren verwalten außerdem die Ortsbezeichnungen und stehen bei Fragen den Meldern mit Rat zur Seite. Für 157.000 der 453.000 Rasterfelder wurden treffendere Bezeichnungen als die automatisch generierten vergeben, und 35.500 Gebietsnamen wurden seitens der Regionalkoordinatoren zusätzlich eingerichtet. Die Regionalkoordinatorinnen und -koordinatoren sowie die ornitho-Steuerungsgruppen sind wahrlich das Rückgrat von ornitho.de und ornitho.lu!
Die erfreuliche Entwicklung von ornitho.de und ornitho.lu fußt auf einem großen Netzwerk an Partnern. Zuvorderst sind hier die Verbände, Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften zu nennen, die ornitho zu ihrem System gemacht und den Aufbau und die Weiterentwicklung ideell aber auch finanziell unterstützen (s. Meldung vom 5. Okt. 2016). Die Ernst-Commentz-Stiftung ermöglichte mit großzügigen Zuwendungen mehrere wichtige Weiterentwicklungen, und Carl Zeiss Sports Optics unterstützt ornitho.de als Partner des DDA von Beginn an. Auf deutschlandweiter Ebene haben wir mit der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, der Deutschen sowie den regionalen Avifaunistischen Kommissionen, der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten und im Bundesamt für Naturschutz wichtige Partner und auf internationaler Ebene verdanken wir der „ornitho-Familie“ und hier im Besonderen der Schweizerischen Vogelwarte Sempach viele kleine und große Weiterentwicklungen.
Mehrere Tausend Stunden wurden auch von fachlicher und technischer Seite im Hintergrund bislang geleistet. Neben der Betreuung durch den DDA und natur&ëmwelt in Luxemburg ist hier vor allem das Team von Biolovision um Gaëtan Delaloye zu nennen, das fantastische Arbeit leistet.
Daraus lässt sich erahnen, wie viel Lebenszeit, der weit überwiegende Teil davon in der Freizeit, von wie vielen Menschen in ornitho.de und ornitho.lu steckt. Und dabei ist die Beobachtungszeit im Feld noch nicht einmal eingerechnet!
Allen, die in den vergangenen fünf Jahren dazu beigetragen haben, ornitho.de und ornitho.lu zu dem zu machen, was es heute ist, gilt unser herzlicher Dank!
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 11. Oktober 2016
tipnews
Herbstzug und -rast der Kraniche (und anderer Arten) – bitte beachten!
Zu Zehntausenden sammeln sich derzeit die Kraniche in den Rastgebieten im Norden und Osten Deutschlands und treten bald ihren Zug in die Überwinterungsgebiete in Südwesteuropa an. Vor allem im Westen Deutschlands und in Luxemburg werden dann wieder die weithin hörbaren Rufe und beeindruckenden Zugformationen zu sehen sein. Viele Tausend Zug- und Rastbeobachtungen werden in dieser Zeit über ornitho.de und ornitho.lu gemeldet. Damit die gesammelten Daten später detailliert ausgewertet und für Naturschutzfragen eingesetzt werden können, bitten wir Sie um Folgendes:
Melden Sie bitte möglichst jeden Zug- oder Rasttrupp separat.
Geben Sie zu Ihren Zugbeobachtungen bitte immer eine Uhrzeit an. Diese können Sie direkt hinter dem Datum von Hand eingeben, z.B. 29.10.2014 09:18.
Falls Sie an Massenzugtagen für mehrere Stunden an einem Ort stehen und den Zug verfolgen, geben Sie neben der Gesamtsumme und der Anzahl an Trupps bitte den Erfassungszeitraum sowie für die Interpretation der Daten wichtige Informationen (z.B. Sichtweite) unter "Bemerkungen" an.
Bitte geben Sie bei Zugbeobachtungen immer eine Zugrichtung an. Diese können Sie im Feld „Präzisierung der Beobachtung“ auswählen. Entsprechende Angaben im Bemerkungsfeld lassen sich nicht auswerten. Wenn Sie mit der App melden, tragen Sie diese Information bitte später online nach. Vielen Dank!
Geben Sie Trupps rastender oder Nahrung suchender Kraniche bitte punktgenau ein. Geben Sie unter „Präzisierung der Beobachtung“ bitte „rastend/ruhend“ oder „Nahrung suchend“ an, und vermerken Sie – sofern zutreffend und erkennbar – auch das (Rast)Habitat.
Alt- und Jungvögel lassen sich bei Kranichen sehr einfach unterscheiden. Falls Sie also etwas mehr Zeit haben, zählen Sie Alt- und Jungvögel getrennt aus und tragen die Informationen in den dafür vorgesehenen Feldern ein (bitte nicht im Bemerkungsfeld). Falls Sie nur einen Teil eines großen Trupps ausgezählt haben, geben Sie bitte die Gesamtanzahl und in den Detailangaben nur die Anzahl differenzierter Individuen an.
Falls Sie Kraniche abends oder morgens am Schlafplatz gezählt haben, geben Sie ebenfalls die Uhrzeit sowie unter „Präzisierung der Beobachtung“ bitte „Schlaf-/Sammelplatz“ an.
Diese Hinweise bezüglich der Rast gelten insbesondere auch für Gänse und Schwäne sowie weitere auf Feldern rastende / Nahrung suchende Vogelarten (z.B. Kiebitz, Goldregenpfeifer).
Bewährte Zusammenarbeit mit der AG Kranichschutz Deutschland
Die AG Kranichschutz Deutschland und der DDA arbeiten im Bereich der Datensammlung bei Kranichen eng zusammen. Die über ornitho gesammelten Informationen zum Brut-, Rast- und Zuggeschehen stehen der AG Kranichschutz für detaillierte Auswertungen zur Verfügung, die u.a. für den jährlichen Bericht "Das Kranichjahr" erstellt werden. Bitte geben Sie Ihre Beobachtungen deshalb nicht zusätzlich unter www.kraniche.de ein!
Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen, dass Sie das faszinierende Schauspiel des herbstlichen Kranichzugs ebenfalls bestaunen können!
Aufruf: Gezielte Suche nach rastenden Mornellregenpfeifern (Bitte auch Negativkontrollen melden!)
Das Brutgebiet des Mornellregenpfeifers liegt in den Fjällflächen und Tundren von Skandinavien bis Ostsibirien. Während die östliche Population in Vorderasien überwintert, überqueren europäische Brutvögel Zentral- und Südeuropa auf dem Weg nach Nordafrika. Viele Vögel führen dabei vermutlich einen Nonstopzug durch, ein gewisser Teil rastet allerdings regelmäßig an meist traditionellen Rastplätzen. Noch vor wenigen Jahren galt der Mornellregenpfeifer in ganz Deutschland als seltener und unregelmäßiger Durchzügler. Seit Ende der 1990er-Jahre gab es aber durch eine in manchen Gebieten gezielte Suche nach der charismatischen Art einen enormen Erkenntnisgewinn: Zahlreiche bis dahin unbekannte Rastplätze wurden entdeckt und sind mittlerweile fast alljährlich besetzt.
Seit 2011 rufen wir zur gezielten Suche nach Mornellregenpfeifern während des zeitlich eng begrenzten Durchzugfensters von Mitte August bis Mitte September auf. Die zahlreichen Meldungen vor allem über ornitho ergaben den wohl bundesweit bislang besten Überblick über die Rastvorkommen. Dank der Differenzierung vieler Individuen in Alt- und Jungvögel können der jährilche Jungvogelanteil berechnet und so Rückschlüsse auf den Bruterfolg gezogen werden. Die Ergebnisse 2011 bis 2014 wurden in der Oktober-Ausgabe 2014 von „Der Falke“ veröffentlicht. Diesen Beitrag können Sie hier als pdf herunterladen. Die Auswertung des Herbstzuges 2015 erschien in unserem Rückblick auf den Herbst in "Der Falke".
Motiviert durch die sehr gute Resonanz der letzten Jahre wollen wir versuchen, auch den Wegzug 2016 möglichst gut zu dokumentieren. In einem weiteren Falke-Beitrag aus dem Juli 2013 haben wir gezielte Hinweise gegeben, wie und wo man Mornellregenpfeifer auf dem Herbstzug suchen (und hoffentlich auch finden) kann. Den Beitrag „Leicht zu übersehen: Herbstrast des Mornellregenpfeifers“ finden Sie hier als PDF.
Wann?
Mornellregenpfeifer überqueren Europa auf dem Zug in sehr engen Zeitfenstern. Im Frühjahr zieht die Art in Deutschland in sehr kurzer Zeitspanne und nur geringer Zahl fast ausschließlich im Mai durch, vorjährige Mornells verbleiben wie viele andere Zugvögel meist im Winterquartier. Weit auffälliger ist der Durchzug im Herbst. Hier werden die meisten Individuen im Zeitraum 15. August bis 15. September beobachtet. Einzelne Vögel treten noch bis Oktober auf. Es gilt daher in den kommenden Wochen ganz gezielt geeignete Habitate zu kontrollieren! Aufgrund des Verhaltens der Vögel sind die Beobachtungsbedingungen am Morgen und Abend am besten. Zu dieser Zeit findet die Nahrungssuche statt, während sich im weiteren Tagesverlauf ruhende, bewegungslose Vögel oft der Entdeckung entziehen. Auch die Chance, gegen Abend abziehende bzw. morgens zur Rast einfallende Tiere oder deren kleinräumige Ortswechsel bei der Suche nach geeigneten Rastflächen zu beobachten, erhöht den Beobachtungserfolg deutlich.
Wo?
Während im Frühjahr vor allem küstennahe Bereiche bevorzugt werden, tauchen Mornellregenpfeifer im Herbst vermehrt an Rastplätzen im Binnenland auf. Bei den Gebieten handelt es sich in der Regel um weithin exponierte, sehr offene und damit an skandinavische Weiten erinnernde Flächen mit kurzer Vegetation. Wurden ursprünglich wohl vor allem Heiden und Brachen aufgesucht, sind heute abgeerntete Felder die Hauptrastplätze. Besonders regelmäßig gelingen Nachweise vor allem auf Ackerflächen auf kargen, windexponierten Hochflächen mit weiter Sicht in Abzugrichtung Süd und Südwest in großräumigen Agrarlandschaften, gerne im oberen Hangbereich an der Südwestflanke kleiner Hügel. Es sollte mindestens ein Stoppelsturz stattgefunden haben, unbearbeitete Getreidestoppeln werden offenbar gemieden. Große Vertikalstrukturen wirken sich negativ aus, wobei Einzelbäume und Erdaufschüttungen toleriert werden. Besonders lohnend kann die Suche direkt nach starken, großräumigen Regenschauern und Gewittern sein, wenn die von der Witterungslage zur „Notrast“ gezwungenen Vögel schnell wieder abziehen und dann besonders auffällig sind. Unter solchen Witterungsbedingungen werden manchmal auch Flächen zur Rast genutzt, die bei guter Witterung keine Beachtung finden, wie z.B. ebene, kleinere Ackerflächen in Waldrandnähe. Die momentan soweit bekannt größten und bedeutendsten Rastplätze für Mornellregenpfeifer in Deutschland sind die nordrhein-westfälische Hellwegbörde im Kreis Soest sowie das Maifeld im Kreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz.
Wie?
Nur selten werden die gerade einmal amsel-großen Mornellregenpfeifer zufällig entdeckt. Erst das genaue Absuchen geeigneter Flächen mit Fernglas oder Spektiv führt in der Regel zum Erfolg. Die Art ist relativ leicht zu bestimmen und kaum mit anderen Arten zu verwechseln (Bestimmungshilfe [ PDF ]). An den Rastplätzen herrscht eine hohe Dynamik, viele Vögel verweilen nur kurz, so dass eine regelmäßige Kontrolle möglicher Rastgebiete mit Angabe des Altersverhältnisses wertvolle Zusatzinformationen zur Anzahl der insgesamt im Gebiet rastenden Vögel liefert. Auch die Kenntnis der Lautäußerungen kann daher hilfreich sein. Beim Abfliegen wird häufig ein trillerndes, für eine Limikole unerwartet tief-melancholisches „pjürrr“ (www.xeno-canto.org/species/Charadrius-morinellus) geäußert. Mornellregenpfeifer rasten meist in artreinen Trupps, nur selten gemeinsam mit anderen Limikolen (z.B. Goldregenpfeifern). Im Rastgebiet verhalten sie sich in der Regel recht vertraut und verharren selbst auf wenige Meter Abstand. Besonders größere Trupps sind aber mitunter scheu und fliegen schon bei geringen Störungen auf. Wir möchten deshalb noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass jegliche Störungen zu vermeiden sind und der allgemeine Verhaltenskodex unbedingt zu beachten ist!
Bei der Meldung von Mornellregenpfeifern bitten wir um möglichst detaillierte Informationen zu:
rastend oder ziehend (unter "Präzisierung der Beobachtung")
Bitte auch Negativkontrollen melden!
Wenn geeignet erscheinende oder in den vergangenen Jahren von Mornells aufgesuchte Flächen kontrolliert, aber keine Vögel gefunden wurden, bitte einen Bestand = 0 eintragen. Für die Interpretation der Verbreitungskarte und die Datenauswertung sind 0-Nachweise eine wichtige Information. Bitte geben Sie dabei den groben Zeitaufwand im Bemerkungsfeld an.
Gerne können Sie weitere Angaben (z.B. zum Verhalten) im Bemerkungsfeld machen oder Fotos der Vögel anfügen.
Eine Bestimmungshilfe mit zahlreichen Fotos und Erläuterungen sowie hilfreicher Literatur bietet das folgende [ PDF ].
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf das Frühjahr 2016
Das Wetter im vergangenen Frühjahr hielt bei durchschnittlichen Temperaturen so manche Überraschung bereit. Wir befassen uns in unserem Rückblick auf diese Jahreszeit in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Der Falke" unter anderem mit der Ankunft der Zugvögel. Während Kurzstreckenzieher eher spät dran waren, erreichten uns einige Langstreckenzieher um bis zu eine Woche früher als in den Vorjahren. Wir beleuchten einige Arten genauer und führen mögliche Gründe für diese Abweichung an.
Rotkopfwürger traten in diesem Jahr bislang so zahlreich auf wie schon seit dem Ende der 1980er Jahre nicht mehr, als die Art noch als Brutvogel in Deutschland vorkam. Wir zeigen, wann hierzulande am ehesten Rotkopfwürger zu beobachten sind und wieso die mediterran verbreitete Art überhaupt noch alljährlich zu den Zugzeiten bis nach Deutschland kommt.
Das Frühjahr 2016 wird hinsichtlich der entdeckten Seltenheiten wohl bei Vielen noch länger in Erinnerung bleiben. Wir blicken auf die Highlights aus den Monaten März bis Mai zurück. Darunter finden sich mit Wüstengimpel und Grauortolan vielleicht von manchem erhoffte bzw. mit Singammer wohl auch von niemandem erwartete Nachweise.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Frühjahr 2016: Viele frühe Langstreckenzieher, zahlreiche Rotkopfwürger und seltene Überraschungen“ in der Zeitschrift „Der Falke“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren Beiträge mit direktem Bezug zu ornitho.de finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Falke-Heft 8/2016 mit vielen weiteren Beiträgen, u.a. zu den Schneeeulen Skandinaviens, dem Fitis, der Vogelinsel Trischen sowie zum Klimawandel in der Arktis und damit verbundenen Problemen für den Knutt, können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Dienstag, 7. Juni 2016
avinews
In Europa unterwegs? Neue Version von NaturaList vereinfacht Mitarbeit am zweiten Europäischen Brutvogelatlas – machen Sie mit!
Alle, die die ornitho-App „NaturaList“ nutzen, werden in diesen Tagen erfreut festgestellt haben, dass mit der App nun auch Beobachtungslisten gemeldet werden können. Damit wird es nicht nur deutlich einfacher, diese besonders wertvollen Daten vor allem für die häufigen Vogelarten hierzulande zu sammeln, sondern es wird auch einfacher, das bislang ambitionierteste Gemeinschaftsprojekt in der europäischen Ornithologie zu unterstützen: den zweiten europäischen Brutvogelatlas. Machen Sie mit, wenn Sie in den kommenden Wochen oder zur Brutzeit 2017 in Europa unterwegs sind. Wir erklären Ihnen wie.
Der EBCC (European Bird Census Council), der Dachverband der avifaunistischen Fachverbände in Europa, hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit seinen Partnern in den Ländern (natur&emwelt in Luxemburg und dem DDA in Deutschland) den zweiten europäischen Brutvogelatlas zu erarbeiten. Der erste Atlas ist vor rund 20 Jahren erschienen, mit Daten die inzwischen rund 30 Jahre alt sind. In dieser Zeit hat sich Vieles in Europa verändert.
Ziel des zweiten europäischen Brutvogelatlas ist es, nun tatsächlich ganz Europa abzudecken, d.h. vom Ural bis zu den Azoren und von Spitzbergen bis nach Malta; ein ambitioniertes Ziel, denn in weiten Teilen Europas sind die Beobachterdichten weit geringer als bei uns. Vor allem in Ost- und Südosteuropa (aber nicht nur dort) gibt es noch größere weißere Flecken. Helfen Sie mit, diese Lücken bis 2017 zu schließen!
Mehr über das Projekt „EBBA2“ erfahren Sie unter www.ebba2.info.
Sie können den europäischen Brutvogelatlas auf zwei Arten unterstützen:
Melden Sie alle Ihnen interessant erscheinende Beobachtungen und versehen diese mit einem Brutzeitcode, wenn das Verhalten der Vögel auf ein mögliches, wahrscheinliches oder sicheres Brüten hinweist.
Führen Sie 1 bis 2 Stunden lange Rundgänge durch und melden alle Vogelarten als Beobachtungsliste. Wichtig ist auch hierbei, dass Sie alle Beobachtungen mit einem BZC versehen, wenn das Verhalten der Vögel auf ein mögliches, wahrscheinliches oder sicheres Brüten hinweist. Jede auf dem Rundgang festgestellte Art muss grundsätzlich nur einmal gemeldet werden, wir empfehlen jedoch folgende Vorgehensweise: von mäßig häufigen und seltenen Arten sollten nach Möglichkeit alle Beobachtungen gemeldet werden, bei den häufigen mindestens jeweils die erste sowie alle nachfolgenden mit einem höheren Brutzeitcode (Bsp.: Sie beobachten zuerst eine singende Blaumeise und tragen diese mit A2 ein, später beobachten Sie eine Futter tragende, bitte melden Sie diese dann zusätzlich mit C14b). Sie dürfen aber natürlich auch alle Beobachtungen aller Arten melden.
Damit können Sie bereits durch kleine Exkursionen und Ihre Zufallsbeobachtungen im Urlaub einen wichtigen Beitrag zum europäischen Brutvogelatlas leisten. Am einfachsten geht dies mit der App „NaturaList“. Für ganz Europa stehen die Karten von OpenStreetMap zur Verfügung, die auch vorab für Ihre Urlaubsregion heruntergeladen werden. So benötigen Sie keine Netzverbindung, um die Beobachtungen exakt erfassen zu können.
Wer nicht mit NaturaList arbeitet, kann von der Atlas-Homepage Excel-Dateien herunterladen.
Durch eine gezielte Reise in entlegene Gebiete können Sie einen besonders großen Beitrag zum europäischen Brutvogelatlas leisten. Wenn Sie also das Abenteuer etwas mehr lockt, dann nehmen Sie am besten mit den nationalen oder europäischen Koordinatoren Kontakt auf. Alles Wissenswerte hat das EBBA2-Team in der Rubrik „How to contribute with my data from a foreign country” zusammengestellt.
20 Millionen Datensätze bei ornitho.de und ornitho.lu, 100.000 Melderinnen und Melder ornitho-weit!
Gleich zwei beeindruckende Schwellenwerte wurden in den letzten Tagen überschritten: Am Samstag, 21. Mai 2016 wurde bei ornitho.de bzw. ornitho.lu die 20-millionste Beobachtung eingetragen. Keine zwei Jahre nachdem im August 2014 die 10-Millionen-Marke erreicht wurde, hat sich der Datenschatz erneut verdoppelt. Die mehr als 20 Millionen Vogelbeobachtungen wurden alle per Hand über das Portal bzw. in zunehmendem Maße auch über die ornitho-App „NaturaList“ übermittelt. Fast 18.000 Personen haben sich mittlerweile registriert und es liegen Beobachtungen aus fast jedem Winkel der Republik vor. Bis zu 47.000 Einträge gehen pro Tag ein!
Doch nicht nur in Deutschland und Luxemburg wird ornitho so gut angenommen. Ornitho-Portale erfreuen sich auch in Frankreich, Italien, der Schweiz, Österreich, Polen, Katalonien und dem Baskenland einer großen und stetig wachsenden Beliebtheit. Die Zahl aller Nutzerinnen und Nutzer der „ornitho-Familie“ ist mittlerweile sechsstellig. Der 100.000. Nutzer registrierte sich am 28. Mai 2016 in Frankreich. Das große Citizen-Science-Netzwerk ermöglicht durch diese großartige Entwicklung auch auf internationaler Ebene spannende Auswertungen. Nicht zuletzt fließen die Daten aller ornitho-Portale auch in das europaweite EuroBirdPortal.
Ein ganz besonderer Dank gebührt dem Team von Biolovision um Gaëtan Delaloye, das im Hintergrund großartige Arbeit leistet. Das Portal läuft trotz der gewaltigen Datenmenge schnell und die wenigen Probleme werden in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit behoben. Merci beaucoup!
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Erkunden unserer Vogelwelt, online auf ornitho, vor allem aber draußen in der Natur. Vielen Dank für Ihre großartige Unterstützung!
Christopher König, Patric Lorgé und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 21. April 2016
technews
Wichtige Hinweise zur Meldung via „NaturaList“: Standort und Uhrzeit
Die ornitho-App „NaturaList“ erfreut sich großer Beliebtheit und mittlerweile werden bei steigender Tendenz rund 20 % aller Daten mobil erfasst. Es zeigt sich jedoch, dass nicht alle Nutzerinnen und Nutzer der App mit deren Funktionen ausreichend vertraut sind, so dass es regelmäßig zu einigen Fehlern kommt. Wie Sie diese einfach vermeiden und damit die Auswertbarkeit der Daten verbessern können, ist nachfolgend beschrieben.
Standort-Problem:
Es fällt auf, dass die exakte Verortung einer Beobachtung oftmals nicht korrekt durchgeführt wird. Dies zeigt sich z.B. bei Meldungen von Gänsetrupps auf einer Straße, anstatt auf dem Feld daneben oder von Haubentauchern am Wanderweg anstatt auf dem benachbarten Gewässer. Neben der generellen Ungenauigkeit der Daten können diese Fehler Auswertungen punktgenauer Beobachtungen beeinflussen oder sogar unmöglich machen. Der rote Pfeil muss bei der Dateneingabe stets den Standort des Vogels, nicht den des Beobachters anzeigen! Verschieben Sie dazu die Karte so, dass der rote Pfeil die Stelle markiert, an der sich der Vogel während der Beobachtung aufgehalten hat.
Uhrzeit-Problem:
In „NaturaList“ werden Ihnen generell zwei Eingabemöglichkeiten angeboten:
1. direkte Eingabe für die Eingabe unmittelbar nach/während der Beobachtung und
2. nachträgliche Eingabe für bereits länger zurückliegende Daten (z.B. Eingabe erst am Abend oder Tage später).
Leider wird Möglichkeit 1 oft auch für die Eingabe zurückliegender Daten genutzt, mit der Folge, dass die Uhrzeit falsch angegeben wird: Bei Nutzung der direkten Eingabe wird zu jeder Beobachtung die aktuelle Uhrzeit mit abgespeichert. Diese Information wird teilweise auch bei Auswertungen herangezogen, beispielsweise um bei Durchzüglern einzelne Vögel oder Trupps zu differenzieren. Bitte nutzen Sie die direkte Eingabe lediglich während oder unmittelbar nach der Beobachtung. Bei verspäteter Eingabe verwenden Sie bitte die alternative Möglichkeit der nachträglichen Eingabe, die Sie über das Menü erreichen!
Die beiden beschriebenen Eingabefehler führen zu unterschiedlichen Schwierigkeiten bei der Datenauswertung. Besonders anschaulich lässt sich dies am Beispiel der Insel Helgoland zeigen:
Im Rahmen der Auswertungen für den jährlichen Ornithologischen Jahresbericht Helgoland werden die ornitho-Daten seit dem Start des Portals intensiv genutzt. Um die einzelnen Beobachtungen den Beobachtungsgebieten der Insel zuordnen und im Anschluss Mehrfachmeldungen möglichst erkennen und bewerten zu können, ist es dringend notwendig, dass die Beobachtungen in ornitho möglichst genau erfasst werden. Falsch verortete Eingaben (z.B. Beobachterstandort) führen zu vielen Ungenauigkeiten, die nur mit großem Aufwand auszumerzen sind. Auch falsche Uhrzeitangaben durch fehlerhafte Nutzung der Eingabemöglichkeiten von „NaturaList“ haben gravierende Auswirkungen. Es lässt sich dadurch im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen, zu welcher Zeit ein Vogel tatsächlich beobachtet wurde. Insbesondere auf Helgoland, wo viele Vögel durchziehen und gleichzeitig viele Personen ihre Beobachtungen notieren, ist ein Abgleich der Uhrzeiten unabdingbar, um einen quantitativen Überblick über das Zuggeschehen zu bekommen – eine der Hauptzielsetzungen der OAG Helgoland.
Wir hoffen, Ihnen die Probleme bei der Verwendung der ornitho-App „NaturaList“ anschaulich dargestellt und leicht verständliche Hinweise gegeben zu haben, die dazu führen, dass die Datenqualität bei ornitho weiter verbessert und Auswertungen erleichtert werden.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Mittwoch, 13. April 2016
avinews
„Seltene Vögel in Deutschland 2014“ erschienen
Mit der jüngst veröffentlichten vierten Ausgabe der Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“ folgt ein weiterer umfassender Überblick über das Auftreten von Seltenheiten in Deutschland. Wie bereits bei der letzten Ausgabe mit dem Seltenheitenbericht 2013, kann dank der zeitnahen Dokumentation von Seltenheiten durch die zahlreichen BeobachterInnen und die gute Zusammenarbeit mit den Avifaunistischen Landeskommissionen auch diesmal bereits rund ein Jahr nach den letzten enthaltenen Beobachtungen ein vollständiger Bericht präsentiert werden.
„Seltene Vögel in Deutschland 2014“ umfasst 64 Seiten. Im Kernbeitrag des Heftes werden die Nachweise seltener Vogelarten in Deutschland im Jahr 2014 veröffentlicht. Zu den Highlights gehören der erste Nachweis des Pazifikseglers und die zweite Zügelseeschwalbe für Deutschland. Zum jeweils dritten Mal wurden Schwarzbrauenalbatros, Wüstengimpel und Maskenammer hierzulande nachgewiesen. Vom Steppenpieper gelang der fünfte deutsche Nachweis. Erst zum zweiten Mal seit 1950 wurde die Weißkopf-Ruderente als vermutlicher Wildvogel nachgewiesen, zum vierten Mal gelang dies beim Steppenadler. Diese und mehrere hundert weitere Nachweise werden detailliert und mit zahlreichen Fotos und ergänzenden Grafiken und Karten präsentiert.
Ein Artikel von Christopher König beschäftigt sich mit dem Auftreten des Kanadakranichs abseits seiner regulären Verbreitung. Kanadakraniche gehören zu den seltensten Ausnahmeerscheinungen der Westpaläarktis. Insgesamt existieren bislang erst neun Nachweise. Einige Individuen konnten über längere Zeit in verschiedenen Ländern Europas nachgewiesen werden – unter anderem auch in Deutschland. Neben einer umfassenden Behandlung aller Beobachtungen in der Westpaläarktis und einer Diskussion zur Herkunft der hier nachgewiesenen Kanadakraniche wird auch ein Überblick über das Auftreten der Art in anderen Teilen der Erde weit abseits der Brutgebiete präsentiert.
Zu einem auffälligen Einflug von Buschrohrsängern nach Deutschland sowie Mittel-, Nord- und Westeuropa kam es im Frühjahr 2014. Christian Wegst befasst sich in einem Beitrag intensiver mit dem Auftreten dieser Art in Deutschland, von der bis 2013 gerade einmal 29 Nachweise existierten. Zwischen Mai und Juli 2014 wurden hingegen gleich 24 Individuen nachgewiesen. Es wird genauer auf die geographische Verteilung der Beobachtungen und die Aufenthaltsdauer der Vögel eingegangen. Eine Darstellung der Situation in anderen Ländern Europas erleichtert die Einordnung. Es werden zudem mögliche Gründe für das Auftreten des Buschrohrsängers abseits seiner regulären Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete sowie den Einflug 2014 gesucht.
Abgerundet wird der Band durch einen Beitrag von Joachim Horstkotte, Sina Schendekehl und Joachim Schwane zum deutschen Erstnachweis des Pazifikseglers auf der Insel Mellum im Mai 2014. Neben der Entdeckungsgeschichte wird auf die Bestimmung und Verbreitung dieser asiatischen Art eingegangen und der deutsche Nachweis in das Muster des Auftretens in Europa eingeordnet.
Die ansprechend gestaltete und reich bebilderte vierte Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ kann zum Preis von 9,80 € zzgl. Versandkosten bestellt werden bei:
Die Reihe ist auch im Abonnement erhältlich. Eine Ausgabe kostet dann 7,50 € zzgl. Versandkosten. Sollten Sie die beiden ersten Ausgaben (2010 und 2011/12) noch nicht kennen, können Sie diese jetzt zum reduzierten Preis von nur jeweils 5,00 € zzgl. Versandkosten erwerben.
Mit dem Erscheinen des vierten Bandes von „Seltene Vögel in Deutschland“ möchten wir Ihnen außerdem auch den Seltenheitenbericht der letzten Ausgabe „Seltene Vogelarten in Deutschland 2013“ kostenlos als online lesbare Version anbieten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Avifaunistische Kommission
aufgegeben von Christopher König
Samstag, 9. April 2016
avinews
13. bundesweites Birdrace am 7. Mai - Anmeldung hat begonnen
Schon wieder ein Jahr vorbei? Dieser Gedanke schießt vielen Menschen kurz vor Weihnachten oder dem Jahreswechsel durch den Kopf, VogelbeobachterInnen vermutlich auch Anfang April: Die Anmeldung zum bundesweiten Birdrace startet, in vier Wochen ist Birdrace! Bereits zum 13. Mal werden, traditionell am ersten Samstag im Mai, um Mitternacht die Teams an der virtuellen Startlinie stehen und voller Vorfreude auf einen einmalmehr unvergesslichen Tag in die frische Morgenluft starten. An keinem anderen Tag im Jahr wird deutschlandweit so intensiv beobachtet: exakt 300 Vogelarten wurden im vergangenen Jahr von den 252 Teams entdeckt – beides Rekord! Die Artenzahl in diesem Jahr zu übertreffen, dürfte schwer werden. Aber vielleicht klappt es ja, wie in allen Jahren zuvor, dass sich mehr Beobachterinnen und Beobachter von der Birdrace-Begeisterung anstecken lassen? Dann kämen wir der Marke von 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern allmählich nahe. Im vergangenen starteten 914 TeilnehmerInnen. Wer hätte das vor 2004 gedacht? Beim ersten bundesweiten Birdrace machten sich 41 Teams auf. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich das lange Himmelfahrts-Wochenende auswirken wird. Der Name lässt zumindest darauf hoffen, dass es weiter aufwärts geht ...
Worum geht es bei einem Birdrace?
Für alle, die noch nicht dabei waren: Entgegen der direkten Übersetzung „Vogelrennen“ lassen wir bei einem Birdrace nicht die Vögel rennen, sondern die Beobachterinnen und Beobachter versuchen in Teams von 3 bis 5 Personen innerhalb von 24 Std. so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören. Das Beobachtungsgebiet kann frei gewählt werden, klare Grenzen sind jedoch v.a. bei mehreren Teams im gleichen Raum wichtig. Hierbei haben sich (Land)Kreise als Einheiten bewährt. Wer am Ende die meisten Arten entdeckt hat, hat gewonnen. Einen Preis gibt es dafür jedoch nicht, die Sachpreise werden unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlost. Kurzum, man betrügt sich letztendlich nur selbst, wenn man schummelt. Es ist also Ehrensache, dass man sich sportlich fair verhält. Und dass der Schutz der Natur und insbesondere der Vogelwelt dabei an erster Stelle steht, ist selbstverständlich und oberstes Gebot (weitere Regeln s.u.).
Spendenrennen für ornitho.de
Schon seit dem ersten bundesweiten Birdrace sind die Teams dazu aufgerufen (es ist aber keine Teilnahmevoraussetzung!), Spenden für ein jährlich festgelegtes Projekt zu sammeln. Nachdem in den ersten sechs Jahren der bundesweite Brutvogelatlas ADEBAR unterstützt wurde (der in keinem Bücherregal fehlen sollte; zur Leseprobe), fließen die Spenden seit 2010 in den Unterhalt, die Betreuung sowie die Weiterentwicklung von ornitho.de. Wir denken, dass es gerade für begeisterte Nutzer von ornitho.de ein zusätzlicher Ansporn ist, über die Teilnahme am Birdrace selbst zu diesem Gemeinschaftsprojekt beitragen zu können. Alle Unterstützer der letzten Jahre sind, so sie nicht anonym bleiben wollten, unter „Unterstützung“ auf ornitho.de genannt.
Welche Art ziert in diesem Jahr die Urkunde?
Seit 2007 ziert eine Art die Urkunde, die alle TeilnehmerInnen als Erinnerung erhalten. In diesem Jahr ist es erstmals eine klassische Wasservogelart: ein Schellenten-Männchen von Reno Lottmann wird für ordentlich Dynamik auf der Urkunde sorgen. Reno Lottmann dürfte, sofern noch nicht bekannt, vielen schon küstlerisch begegnet sein: Er zeichnet – im wahrsten Sinne des Wortes – für die künstlerische Gestaltung der „Zugvogeltage“ im Niedersächsischen Wattenmeer verantwortlich. Mehr über den Reno Lottmann erfahren Sie unter Birdrace-Künstler. Ein hochwertiger Druck der Collage, die der Künstler aus eigenen Zeichnungen und Gemälden erstellt hat, wird unter all jenen verlost wird, deren Team mindestens 100 Euro für ornitho.de eingeworben hat.
Lostrommel wieder reichlich gefüllt
Dank großzügiger Spenden von Carl Zeiss Sports Optics, des AULA-Verlags, Christ Media Natur, Lowepro, Schwegler, König Photobags, der Zeitschrift VÖGEL sowie der Firma Sunbird Images ist die Lostrommel in diesem Jahr schon zum Beginn der Anmeldung gut gefüllt. Wir können somit unter allen BirdracerInnen, besonders jenen, die sich beim Einwerben von Spenden engagieren, wieder viele attraktive Preise verlosen.
Hält dich noch etwas davon ab, erstmals bei einem Birdrace dabei zu sein? Wie, das Wetter? Das wird – das sagt die gefühlte Wetterprognose – herrlich und der Tag mit Sicherheit unvergesslich! Na, geht doch ...