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Donnerstag, 31. Mai 2012
tipnews
Ohren auf: Verstärktes Auftreten von Zwergohreulen in Deutschland 2012?

Alljährlich gibt es in Deutschland vereinzelte Brutzeitbeobachtungen der Zwergohreule, in einzelnen Jahren haben sie im Süden des Landes auch erfolgreich gebrütet. In den letzten Wochen wurden jedoch auch deutlich weiter im Norden an mehreren Stellen rufende Zwergohreulen festgestellt. So rufen im Osten Niedersachsens (Börden, Nordharzvorland) aktuell mindestens drei Männchen. Auch in anderen Bundesländern gibt es aktuelle Nachweise der gerade einmal amsel-großen Eule, etwa in Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg. Aus Schutzgründen sind alle Meldungen bei ornitho.de automatisch durch das System geschützt. In einem Rückblick auf die Brutzeit 2012 werden wir jedoch über das Auftreten berichten.

Aufgrund des möglicherweise verstärkten Auftretens in diesem Jahr, bitten wir alle ornithologischen Nachtschwärmer, vor allem all jene, die zur Zeit Rallen, Rohrsänger oder Eulen kartieren, ihre Ohren gezielt nach dieser Eulenart offen zu halten. Zwergohreulen bevorzugen wärmebegünstigte, offene Landschaften mit alten, höhlenreichen Bäumen, z. B. Obstgärten, Parkanlagen, Alleen oder Feldgehölzen, in denen es ein reiches Nahrungsangebot in Form von Heuschrecken, Käfern und anderen Großinsekten gibt. Wie beim Steinkauz ist eine niedrige Bodenvegetation eine wichtige Voraussetzung.

Die Zwergohreulen sind bei günstiger Wetterlage mühelos über 1 Kilometer weit zu hören, die Gesangsaktivität beginnt mit Einbruch der Dunkelheit (aktuell ca. 22 Uhr) und endet in den frühen Morgenstunden (bei vermutlich unverpaarten Männchen). Achtung: Der ständig wiederholte, melancholische Ruf der Zwergohreule ist dem der Geburtshelferkröten sehr ähnlich! Eine Reihe hilfreicher Tonaufnahmen rufender Zwergohreulen finden Sie unter dem folgenden Link: xeno-canto.org

Melden Sie bitte alle festgestellten Zwergohreulen bei ornitho.de! Bei optischer oder akustischer Registrierung einer Zwergohreule bitten wir bei der Eingabe bei ornitho.de um möglichst detaillierte Informationen zu:

  • Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
  • Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 31.05.2012 23:00)
  • Habitatbeschreibung etc. (im Bemerkungsfeld)

Bitte reichen Sie im Falle einer Zwergohreulen-Feststellung zusätzlich zu Ihrer Meldung auf ornitho.de eine entsprechende Dokumentation bei der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK) ein. Einen vorgefertigten Meldebogen können Sie auf der folgenden Internetseite herunterladen: www.dda-web.de/dak

Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit

Das Team von ornitho.de

 

Foto: Ingo Waschkies

aufgegeben von Christopher König
 
Dienstag, 22. Mai 2012
tipnews
Aufruf zur Ablesung farbberingter Karmingimpel

Im Rahmen eines von der DO-G geförderten Forschungsprojektes wurden im letzten Jahr zur Brutzeit im Raum Rostock 38 Karmingimpel individuell farbberingt. Zur Auflösung der weitgehend unbekannten Zugwege und Winterquartiere wurden 20 von ihnen zusätzlich mit Geolokatoren (Mini-Fahrtenschreibern) ausgerüstet, die in diesem Jahr wiedererlangt werden sollen. 

Die Beringung der in der Regel brutortstreuen Vögel konzentrierte sich auf einen schmalen Korridor entlang der Ostseeküste bei Rostock (Heiligendamm bis Markgrafenheide) wo die Mehrheit der in diesen Tagen zurückkehrenden Vögel erwartet werden kann. Dennoch ist möglich, dass sich auch einige der Vögel (vor allem unverpaart gebliebene Männchen) in diesem Jahr andernorts (z.B. weiter westlich) ansiedeln.

Die Aufmerksamkeit, die ornitho.de erfährt, und die damit zusammenhängende stark verbesserte Vernetzung der Feldornithologen, hat uns veranlasst hier dazu aufzurufen sich Karmingimpel genau anzuschauen, bewusst auf Farbringe zu achten und diese nach Möglichkeit abzulesen. Die Männchen singen meist sehr exponiert und man kann sich ihnen in der Regel soweit annähern, dass Farbring-Kombinationen selbst mit dem Fernglas erkannt werden können. Bei Beobachtung eines farbberingten Vogels bitten wir bei der Eingabe bei ornitho.de um möglichst detaillierte Informationen zu:

  • Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
  • Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 22.05.2012 12:00)
  • Farbringkombinationen (auch Teilablesungen) und Verpaarungsstatus bitte im Bemerkungsfeld angeben
  • Fotobelege (falls möglich)

Bei Interesse an weiteren Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an roland.neumann@email.de.

Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit

Benjamin Metzger, Simeon Lisovski und Roland Neumann

 

Foto: Ole Krome

aufgegeben von Christopher König
 
Dienstag, 15. Mai 2012
tipnews
Buchtipp: Vogelmonitoring in Deutschland – Programme und Anwendungen

Am Vogelmonitoring in Deutschland sind mehr als 5.000 Personen beteiligt: in Fachverbänden, Naturschutzorganisationen und Behörden von Bund und Ländern. Vogelmonitoring hat viele Facetten, sei es die Datenerhebung, die Koordination oder die Beantwortung naturschutzfachlicher Fragestellungen. Mit dem neu erschienenen Buch wird der Vielzahl der Beteiligten ein aktueller Überblick über die Programme, Methoden, Konzepte, Anwendungsgebiete und Auswertungsmöglichkeiten gegeben.

Den Kern des Buches bilden drei Kapitel zu den ehrenamtlichen Programmen: Monitoring häufiger Brutvögel, Monitoring seltener Brutvögel und Monitoring rastender Wasservögel; die Konzepte werden in komprimierter Art vorgestellt und die Arbeitsteilung zwischen den Programmen wird deutlich. Anwendungsbeispiele wie Auswertungsverfahren des Vogelmonitorings werden illustriert. Die organisatorischen Voraussetzungen im föderalen Deutschland für ein dauerhaftes Vogelmonitoring, das die internationalen Anforderungen erfüllt, werden beschrieben. Wesentlicher Pfeiler dafür ist die von Bund und Bundesländern getroffenene Verwaltungsvereinbarung Vogelmonitoring, die die Zusammenarbeit mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten regelt und auch eine jährlich aktualisierte Berichterstattung an die interessierte Öffentlichkeit ermöglicht.

Das neue Buch informiert über Motivationen ehrenamtlich aktiver Beobachterinnen und Beobachter und enthält Empfehlungen zur langfristigen Einbindung des Ehrenamtes. Den Überblick zum Vogelmonitoring runden Darstellungen weiterer bedeutender, avifaunistischer Projekte ab wie ADEBAR, der Atlas deutscher Brutvogelarten.

Das digitale Zeitalter zieht seit dem Start des Online-Angebots ornitho.de immer stärker in die Vogelbeobachtung ein. Zukünftig soll es möglich sein, auch Monitoringdaten direkt in das Online-Portal einzugeben. Das Buch beschreibt, welche Vorteile dies für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und den Datenfluss bringen wird.

Christoph Sudfeldt, Rainer Dröschmeister, Johannes Wahl, Karsten Berlin, Thomas Gottschalk, Christoph Grüneberg, Alexander Mitschke & Sven Trautmann (2012): Vogelmonitoring in Deutschland - Programme und Anwendungen. - Naturschutz und Biologische Vielfalt 119: 257 S. - Kosten: 20 €

Bezug:
BfN-Schriftenvertrieb – Leserservice im Landwirtschaftsverlag GmbH, 48084 Münster Tel.: 0 25 01 / 8 01-3 00, Fax: 0 25 01 / 8 01-3 51 oder im Internet: www.buchweltshop.de/bfn

Direktlink zur Bestellung des NaBiV Heft 119: Vogelmonitoring in Deutschland

aufgegeben von Christopher König
 
Freitag, 11. Mai 2012
avinews
Die Reise zweier englischer Kuckucke

Im Sommer 2011 startete der British Trust for Ornithology (BTO) ein Telemetrie-Projekt, um mehr über die Zugwege und -strategien des Kuckucks von England nach Afrika zu erfahren. Gründe waren unter anderem Bestandsrückgänge von mehr als 50 % in den letzten 25 Jahren in Großbritannien. Für das Projekt wurden 5 Kuckucke im Brutgebiet mit nur 5g schweren solar-betriebenen Sendern ausgestattet.

Seit kurzem sind die Kuckucke in ihre Brutgebiete in East Anglia zurückgekehrt. Es ließ sich somit erstmalig der komplette Zugweg eines britischen Kuckucks verfolgen. Ihre Reise bedeutete einen großen Erkenntnisgewinn über das Zugverhalten von Kuckucken generell.
Auf den Seiten des BTO kann man sich die Reisen der zwei Kuckuck-Männchen „Chris“ und „Lyster“ von England nach Afrika nun in einer Animation ansehen. „Chris“ legte auf seinem Weg eine Strecke von mehr als 15.000 Kilometern zurück, „Lyster“ sogar fast 17.000 Kilometer. Auch die einzelnen dabei zurückgelegten Etappen sind beeindruckend: „Lyster“ flog die letzten rund 1.900 Kilometer von Algerien bis nach Norfolk in weniger als 5 Tagen!
Doch es schafften nicht alle 5 besenderten Kuckucke die lange Reise über die Sahara und zurück. Kuckuck „Clement“ funkte Ende Februar das letzte Signal aus seinem Überwinterungsgebiet in Kamerun, Kuckuck „Martin“ starb Anfang April in Südspanien, nachdem er – vermutlich bei zu schlechten Bedingungen – das Mittelmeer überquert hatte. Mitte April übermittelte leider auch der Sender von Kuckuck „Kasper“ letztmalig dessen Position aus dem nordwestlichen Atlasgebirge in Algerien.
Wurden im vergangenen Jahr nur männliche Kuckucke besendert, sollen in der nächsten Zugperiode auch die Wege der Weibchen mit Hilfe der Satellitentelemetrie erforscht werden. In diesem Jahr sollen zusätzlich einige Kuckucke in Schottland und Wales besendert werden. Den Populationen dort geht es wesentlich besser. Man will nun herausfinden, ob es Unterschiede in den Zugstrategien der Vögel gibt. Die Gesamtzahl telemetrierter Kuckucke soll für die Zugzeit 2012/13 auf 15 erhöht werden.

Weitere Informationen:

Foto: Robert Mayer

aufgegeben von Johannes Wahl
 
Mittwoch, 9. Mai 2012
avinews
Birdrace 2012: Ein feuchtes Vergnügen

Das Birdrace 2012 ist Geschichte. Bei der neunten Austragung am 5. Mai nahmen 165 Teams teil, wieder einmal mehr als im vergangenen Jahr. 69 von ihnen starteten in der umweltfreundlichen Kategorie – eine erfreulich hohe Quote! Wer am Ende des vielerorts feuchten bis nassen Vergnügens die Nase bundesweit, bei den Fahrradteams, in der Singvogelwertung sowie in einzelnen Bundesländern vorn hatte, ist ab sofort ausführlich auf der Homepage des DDA nachzulesen bzw. kann dort – bis hin zu den Artenlisten der einzelnen Teams – recherchiert werden.

Über 18.000 Euro Spenden für ornitho.de!
Im Rahmen des Birdraces werden jährlich Spenden für ein bundesweites Projekt gesammelt. In diesem Jahr fließen die Spenden wieder Unterhalt, Weiterentwicklung und Betreuung von ornitho.de. Dank der Unterstützung von 79 Teams uns weit über 100 Einzelspendern kamen über 18.000 Euro zusammen, die in Kürze auch hier auf der Seite unter „Unterstützung“ aufgelistet werden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die dazu beigetragen haben!

Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de


PS.: Am Birdrace-Wochenende gab es auch die 5.000 Anmeldung bei ornitho.de!
 

Foto: Team "DJN Freiburg"

aufgegeben von Johannes Wahl
 
Mittwoch, 2. Mai 2012
tipnews
Birdrace 2012: Schon mehr als 120 Teams angemeldet!

Am kommenden Samstag ist es wieder soweit, und bei vielen Vogelbeobachter/innen ist der 5. Mai bereits dick im Kalender markiert: An diesem Tag findet – wie immer am ersten Samstag im Mai – das bundesweite Birdrace des DDA statt, in diesem Jahr bereits zum neunten Mal. Für alle, die noch nie dabei waren: Bei einem Birdrace versuchen Teams von 3-5 Personen innerhalb von 24 Std. so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören, i.d.R. in ihrem Kreis. Eine Art darf notiert werden, wenn die Mehrzahl der Teammitglieder die Art bestätigt hat. Dass dabei nicht geschummelt wird, ist ebenso Ehrensache wie es selbstverständlich ist, dass der Schutz der Natur und der Vögel im Besonderen Vorrang vor dem sportlichen Ehrgeiz hat. Zu gewinnen gibt es schließlich nichts, außer der Ehre. Im vergangenen Jahr nahmen 152 Teams aus (fast) allen Bundesländern teil. Das heißt, es waren zum achten Mal in Folge mehr Teams. Kaum eines, das einmal dabei war, möchte diesen Tag im Folgejahr missen. Kann dieser Wert in diesem Jahr noch einmal übertroffen werden?

Ziele des Birdraces
Selbstredend steht der Spaß an der Vogelbeobachtung bei einem Birdrace eindeutig im Vordergrund. Mit Hilfe dieses, für die breite Öffentlichkeit auf den ersten Blick sicherlich etwas schräg anmutenden Wettbewerbs lassen sich viele Themen, für die wir uns ehrenamtlich engagieren, hervorragend ins öffentliche Bewusstsein rücken. Denn das Birdrace zieht die Presse fast magisch an: In manchen Regionen schaffen es die Teams bis auf die Titelseiten der Tageszeitungen, und mehrere Radio- und Fernsehteams begleiteten die Wettbeobachter bereits. Diese Aufmerksamkeit kann somit sehr gut dazu genutzt werden, Themen des Naturschutzes und des Erhalts der Artenvielfalt in die Öffentlichkeit zu tragen (Medien / Presse). Denn an keinem Tag im Jahr wird die Vielfalt in der Vogelwelt hierzulande genauer beobachtet: 283 Vogelarten waren es im vergangenen Jahr, beachtliche 171 davon entdeckte auch das Siegerteam aus dem „Cuxland“ in Niedersachsen. Nicht weniger als 96 Teams gelang es, die „magische 100-Artengrenze“ zu knacken.
Wer wo in den vergangenen Jahren vorne lag, kann unter auf den Birdrace-Seiten auf der DDA-Homepage aufgerufen werden (Ergebnisse).

Ornitho.de — auch 2012 wieder Spendenprojekt
Ein weiteres Anliegen des Birdraces ist es, Spenden für ein bundesweites Projekt einzuwerben. Nachdem im Rahmen der ersten sechs Birdraces stolze 80.000 Euro für den Atlas deutscher Brutvogelarten ADEBAR zusammenkamen, „rennen“ die Teams seit 2010 für das Internetportal ornitho.de, das seit seinem Start am 30. Oktober 2011 die Vogelbeobachter begeistert und seither faszinierende Einblicke in das vogelkundliche Geschehen hierzulande bietet (s. Beitrag in Der Falke 3/2012). Mit den diesjährigen Spenden werden Betreuung, Unterhalt und Weiterentwicklung des Portals unterstützt.
74 Teams warben im vergangenen Jahr Spenden ein. Auch im Wettbewerb um den „Birdrace-Spendenkönig“ geht es also heiß her, nicht zuletzt deshalb, weil ein Großteil der Spenden an die Anzahl beobachteter Arten gekoppelt ist. Die große Frage wird einmal mehr sein: Wird es der Konkurrenz im neunten Anlauf erstmals gelingen, die BO-BACHTER aus Bochum, hinter sich zu lassen?

Die Sonderwertungen
Wie in den vergangenen Jahren wird neben der Anzahl insgesamt entdeckter Vogelarten auch die Anzahl beobachteter oder gehörter Singvogelarten gewertet. Bei dieser Sonderwertung hatten bislang — ganz im Sinne der Idee — stets binnenländische Teams die Nase vorne. 69 Singvogelarten waren im vergangenen Jahr notwendig, um unter die Top 10 zu gelangen. Neben einer vielfältigen Landschaft sind sehr gute Kenntnisse der Singvogelwelt des eigenen Kreises (abgesehen von ihren Rufen und Gesängen) somit die Voraussetzung, um in dieser stets sehr engen Sonderwertung ganz vorne mitzumischen.
In den vergangenen Jahren entschied sich stets rund ein Drittel der Teams für die umweltfreundliche Variante des Birdraces, in dem sie sich ausschließlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Suche machten. Spätestens wenn man sich für diese, durch das viel intensivere Naturerlebnis sehr reizvolle Variante entscheidet, wird das Birdrace zur echten sportlichen Herausforderung. Im vergangenen Jahr waren – auch dank des guten Wetters – bereits 69 Teams umweltfreundlich unterwegs. Da uns diese Variante des Birdraces selbstredend besonders am Herzen liegt, hoffen wir am 5. Mai wieder auf fahrradfreundliche Bedingungen und ermuntern alle Teams, es vielleicht doch einmal auszuprobieren. Es wird mit Sicherheit anstrengender. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich so manches Team durch den Umstieg sogar verbessert hat!
Besonders hervorgehoben werden auch alle Teams, deren Teammitglieder überwiegend jünger als 20 Jahre alt sind. Im vergangenen Jahr traten schon 13 Nachwuchsteams an. Wir würden uns sehr freuen, wenn diese Kategorie, in der die Chancen, weit vorne zu landen, besser als in jeder anderen sind, weiteren Zuwachs erhielte. Nicht nur für Familien, auch für Lehrer naturbegeisterter Schüler oder Jugendgruppen ist es eine sehr reizvolle Aufgabe. Man muss ja nicht gleich 24 Stunden beobachten.

Lostrommel wieder reich gefüllt
Dank der Großzügigkeit von Carl Zeiss Sports Optics, AULA-Verlag, Berlebach Stativtechnik, Edition AMPLE, Christ Media Natur, König Photobags, Orniwelt.de, der ABBO, der HGON, der NWO, der OAG Helgoland, Vivara und Christopher Schmidt ist auch die Lostrommel wieder gut gefüllt, so dass wir den Teilnehmern, besonders jenen, die sich beim Einwerben von Spenden engagieren, wieder viele attraktive Preise verlosen können.
Die diesjährige Urkunde, die allen Teilnehmer/innen nach dem Rennen zugeht, ziert in diesem Jahr ein Trio von drei Großen Brachvögeln, das von Ute Bartels eigens für das Birdrace gemalt und gespendet wurde. Das Original wird ebenfalls verlost.

Wir wünschen allen eine (auch körperlich) gute Vorbereitung, eine erfolgreiche Werbung für mehr Konkurrenz im eigenen Kreis, viel Erfolg bei der Spendersuche und uns allen gutes Beobachtungswetter am kommenden Samstag!

Christopher König und Johannes Wahl
für das Birdrace-Team des DDA
 

aufgegeben von Johannes Wahl
 
Mittwoch, 25. April 2012
avinews
Endlich: Erster Brutnachweis des Silberreihers in Deutschland!

Noch zu Beginn der 1990er Jahre galten Silberreiher als echte Seltenheit in Deutschland. Seitdem tritt die Art zunehmend in unseren Breiten auf, vor allem im Winterhalbjahr. Inzwischen überwintern regelmäßig mehrere Tausend Tiere in Deutschland, vor allem entlang der großen Flüsse und in Niederungsgebieten. Seit Mitte der 2000er Jahre mehren sich auch Beobachtungen während der Brutzeit. So gelangen 2007 im Norden Sachsen-Anhalts erstmals Beobachtungen von Nistmaterial eintragenden Tieren und der Fund von vier Nestanfängen, die einen Brutverdacht rechtfertigen. 2008 und 2009 gab es in weiteren Gebieten Sachsen-Anhalts Nestbauaktivitäten, deren spätere Kontrollen jedoch negativ verliefen. Auch in anderen Regionen Deutschlands wurde verschiedentlich Brutverdacht geäußert, ein direkter Brutnachweis gelang jedoch nicht. 

In diesem Frühjahr gelang in Vorpommern, im äußersten Nordosten Deutschlands, nun der Nachweis von mindestens zwei Paaren, die in einer Graureiherkolonie brüten. Damit konnte bundesweit der erste Brutnachweis dieser eleganten Art dokumentiert werden. Die Entwicklung in Deutschland steht in Zusammenhang mit seit den 1970er Jahren anhaltenden Bestandszunahmen, vor allem in den Hauptverbreitungsgebieten Südosteuropas, wie Ungarn und der Ukraine, die auch zu Brutansiedlungen in Polen und den Niederlanden führte. 

Dank der hohen Meldebereitschaft aller Nutzerinnen und Nutzer von ornitho.de konnte das Verbreitungsbild des Silberreihers in Deutschland in den Wintermonaten bereits sehr gut dargestellt werden. Wir bedanken uns daher an dieser Stelle noch einmal für Ihre tolle Mitarbeit! Nun können alle Vogelbeobachter auf die erste Darstellung der Sommernachweise des Silberreihers in Deutschland gespannt sein. Jeder Beobachter kann dazu mit seinen eigenen Meldungen beitragen! Vielleicht lassen sich ja dadurch sogar Hinweise auf weitere Bruten gewinnen!?

 

Silberreiher im Prachtkleid - in Deutschland derzeit noch ein seltener Anblick. Foto: Christoph Moning

aufgegeben von Christopher König
 
Samstag, 14. April 2012
tipnews
Bitte um Mitarbeit: Studie zum Heimzug des Steinschmätzers

Von vielen Singvogelarten ist der Durchzug wegen der versteckten Lebensweise bzw. des Aufenthaltes in Büschen und Bäumen mit Feldbeobachtungen schwer quantitativ zu erfassen. Eine große Ausnahme stellt der Steinschmätzer dar, der im Offenland auf dem Durchzug sehr auffällig ist. Vielerorts heben sich die hellen Vögel deutlich von kahlen Äckern oder kurz gemähten Wiesen ab, auf denen sie häufig rasten. Die meist wenigen Individuen lassen sich zudem gut nach Männchen und Weibchen auszählen. Damit ist die Art prädestiniert für eine sorgfältige Analyse des Zuggeschehens, bei der mit Hilfe von ornitho.de jeder Feldornithologe mitwirken kann.

Am Institut für Vogelforschung und insbesondere auf Helgoland haben in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen zur Zugstrategie und Rastökologie des Steinschmätzers stattgefunden. Basierend auf dem gesammelten Wissen soll nun versucht werden, Phänologie und räumliche Verteilung des Heimzuges deutschlandweit zu beschreiben und dabei unter anderem zu analysieren:

  • Kommen Steinschmätzer nahe der Nordsee tatsächlich früher an als tief im Binnenland? Darauf deutet der oft schon im März recht starke Zug auf Helgoland hin, aber ist dies wirklich so?
  • Neben den – leider nur noch wenigen – deutschen Brutvögeln ziehen bei uns Steinschmätzer aus verschiedenen Brutgebieten durch: aus Skandinavien und möglicherweise Nord-Russland ebenso wie aus Großbritannien, Island, Grönland und wohlmöglich sogar aus Nordost-Kanada. Können räumliche Unterschiede im zeitlichen Auftreten von Steinschmätzern Hinweise darauf geben, wo welche Vögel durchziehen?
  • Wie bei den meisten Singvögeln ziehen im Frühjahr Männchen des Steinschmätzers etwas früher als Weibchen – lässt sich das großflächig zeigen? Nimmt der Unterschied zwischen den Geschlechtern von Süd nach Nord zu oder ab?

Diese und weitere Fragen können vielleicht mit Hilfe von inzwischen rund 4.500 ornitho.de-Nutzern gut bearbeitet werden. Wir möchten Sie daher bitten, alle Steinschmätzer-Beobachtungen - vorrangig von März bis Juni - bei ornitho.de einzugeben und wenn möglich nach Geschlechtern zu unterscheiden (Eingabe unter „Optionale Angaben“). Hilfreich wäre es natürlich auch, in den wenigen verbliebenen Brutgebieten die Brutzeitcodes zu vergeben, damit die Daten von Brutvögeln aus der Analyse zum Heimzug eliminiert werden können.

Über die Ergebnisse wird selbstverständlich in ornitho.de und in Fachzeitschriften berichtet.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung sagt im Namen von Volker Dierschke

das Team von ornitho.de

 

Lesetipps zum Thema:

Foto: Rosl Rößner

aufgegeben von Christopher König
 
Dienstag, 10. April 2012
avinews
Und wieder hat er es geschafft: „Phantom-Schelladler“ Tõnn überfliegt Deutschland erneut ungesehen

In diesem Frühjahr hat es Tõnn offensichtlich besonders eilig gehabt: Nachdem er sein spanisches Winterquartier erst am 26.03. verlassen hatte, ist er innerhalb weniger Tage von Frankreich über die Schweiz, Deutschland, Tschechien, Polen und Weißrussland bis nach Litauen geflogen. Deutschland hat er dabei bereits am 03. und 04.04. in nordöstlicher Richtung vom Schwarzwald über Ulm und Nürnberg durchquert. Auf dem Truppenübungsplatz Heuberg bei Sigmaringen hat er übernachtet und seine Reise nach Osteuropa daraufhin zügig fortgesetzt.
Der Verlauf seiner Zugstrecke stimmt damit stark mit seinem Weg im Frühjahr 2011 überein. Damals ging es ebenfalls über Weißrussland und von da an strikt nach Norden. Nach einem Besuch in seinem Herkunftsland Estland ging es über Russland und Finnland bis in sein Sommerrevier nach Schweden.
Über den weiteren Verlauf seines Zugweges informiert wie immer die spannende Karte auf http://birdmap.5dvision.ee/. Dort lassen sich außerdem interessante Zugwege anderer besenderter Großvögel nahezu tagesaktuell mitverfolgen. Darunter ist mit dem Schelladler Iti übrigens auch die Mutter von Tõnn. In Polen haben sich die beiden Familienmitglieder sogar kurz zeitgleich aufgehalten. Tõnn hat auf Iti aktuell jedoch einen Vorsprung von etwa 300 Kilometern, sodass sich die beiden bisher nicht getroffen haben.
Für alle Vogelbeobachter in Deutschland heißt es nun erst einmal warten: Denn erst im Herbst wird sich Tõnn wieder auf den Weg nach Spanien begeben und dabei eventuell wieder Deutschland überqueren. Wir wünschen ihm einen weiterhin guten Flug und einen schönen Sommer in Schweden – oder wo immer ihn sein Weg in diesem Frühjahr noch hinführen wird.

Weitere Informationen:

 

Möchten Sie künftig zeitnah über aktuelle Arbeiten des DDA bzw. neue Nachrichten informiert werden? Abonnieren Sie unseren Newsletter und wir senden Ihnen eine E-Mail, sobald es interessante Neuigkeiten gibt. Zum Newsletter...

 

Wieder einmal unbemerkt hat Tõnn Deutschland durchquert. Quelle: http://birdmap.5dvision.ee/

aufgegeben von Johannes Wahl
 
Donnerstag, 5. April 2012
avinews
Schelladler Tõnn verlässt sein Winterquartier und nimmt Kurs auf Deutschland

Der seit Jahren in jeder Zugperiode über Deutschland fliegende besenderte Schelladler Tõnn hat sein Winterquartier an der spanischen Mittelmeerküste am 26.03. - und damit wenige Tage früher als im vergangenen Jahr - verlassen und sich wieder auf den Weg gen Norden gemacht. In diesem Frühjahr ist damit zu rechnen, dass Tõnn auf der Reise in sein Sommerrevier in Schweden zum 8. mal in Folge auch den deutschen Luftraum überqueren wird. Bisher ist es dem Adler immer gelungen, sich vor den Blicken der Vogelbeobachter hierzulande zu verbergen. Wird es in diesem Jahr gelingen, endlich den ersten Sichtkontakt zu dem wohl berühmtesten Schelladler Europas herzustellen?
Zuletzt wurde der Adler am 31.03. in Südfrankreich nördlich von Avignon geortet. Erfahrungen aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass es nun durchaus schnell gehen und Tõnn bereits in wenigen Tagen Deutschland erreicht. 
Also Augen auf und in den Himmel gerichtet! Doch nicht nur die Entdeckung von Tõnn sollte Anreiz genug sein, in diesen Tagen des Öfteren den Blick gen Himmel zu richten, denn der Frühjahrszug der Greifvögel kommt mit dem April erst so richtig in Gang. Bitte melden Sie Ihre Beobachtungen bei ornitho.de (und vergessen Sie bei ziehenden Vögeln nicht, Uhrzeit und Zugrichtung mit anzugeben!).

Weitere Informationen:

 

Da lässt sich′s aushalten: Schelladler Tõnn am 19.11.2011 in seinem spanischen Winterquartier. 
Quelle: J. Ramos & M. Carrascosa (www.rarebirdspain.net)

aufgegeben von Christopher König
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