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Dienstag, 7. Juni 2016
avinews
In Europa unterwegs? Neue Version von NaturaList vereinfacht Mitarbeit am zweiten Europäischen Brutvogelatlas – machen Sie mit!
Alle, die die ornitho-App „NaturaList“ nutzen, werden in diesen Tagen erfreut festgestellt haben, dass mit der App nun auch Beobachtungslisten gemeldet werden können. Damit wird es nicht nur deutlich einfacher, diese besonders wertvollen Daten vor allem für die häufigen Vogelarten hierzulande zu sammeln, sondern es wird auch einfacher, das bislang ambitionierteste Gemeinschaftsprojekt in der europäischen Ornithologie zu unterstützen: den zweiten europäischen Brutvogelatlas. Machen Sie mit, wenn Sie in den kommenden Wochen oder zur Brutzeit 2017 in Europa unterwegs sind. Wir erklären Ihnen wie.
Der EBCC (European Bird Census Council), der Dachverband der avifaunistischen Fachverbände in Europa, hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit seinen Partnern in den Ländern (natur&emwelt in Luxemburg und dem DDA in Deutschland) den zweiten europäischen Brutvogelatlas zu erarbeiten. Der erste Atlas ist vor rund 20 Jahren erschienen, mit Daten die inzwischen rund 30 Jahre alt sind. In dieser Zeit hat sich Vieles in Europa verändert.
Ziel des zweiten europäischen Brutvogelatlas ist es, nun tatsächlich ganz Europa abzudecken, d.h. vom Ural bis zu den Azoren und von Spitzbergen bis nach Malta; ein ambitioniertes Ziel, denn in weiten Teilen Europas sind die Beobachterdichten weit geringer als bei uns. Vor allem in Ost- und Südosteuropa (aber nicht nur dort) gibt es noch größere weißere Flecken. Helfen Sie mit, diese Lücken bis 2017 zu schließen!
Mehr über das Projekt „EBBA2“ erfahren Sie unter www.ebba2.info.
Sie können den europäischen Brutvogelatlas auf zwei Arten unterstützen:
Melden Sie alle Ihnen interessant erscheinende Beobachtungen und versehen diese mit einem Brutzeitcode, wenn das Verhalten der Vögel auf ein mögliches, wahrscheinliches oder sicheres Brüten hinweist.
Führen Sie 1 bis 2 Stunden lange Rundgänge durch und melden alle Vogelarten als Beobachtungsliste. Wichtig ist auch hierbei, dass Sie alle Beobachtungen mit einem BZC versehen, wenn das Verhalten der Vögel auf ein mögliches, wahrscheinliches oder sicheres Brüten hinweist. Jede auf dem Rundgang festgestellte Art muss grundsätzlich nur einmal gemeldet werden, wir empfehlen jedoch folgende Vorgehensweise: von mäßig häufigen und seltenen Arten sollten nach Möglichkeit alle Beobachtungen gemeldet werden, bei den häufigen mindestens jeweils die erste sowie alle nachfolgenden mit einem höheren Brutzeitcode (Bsp.: Sie beobachten zuerst eine singende Blaumeise und tragen diese mit A2 ein, später beobachten Sie eine Futter tragende, bitte melden Sie diese dann zusätzlich mit C14b). Sie dürfen aber natürlich auch alle Beobachtungen aller Arten melden.
Damit können Sie bereits durch kleine Exkursionen und Ihre Zufallsbeobachtungen im Urlaub einen wichtigen Beitrag zum europäischen Brutvogelatlas leisten. Am einfachsten geht dies mit der App „NaturaList“. Für ganz Europa stehen die Karten von OpenStreetMap zur Verfügung, die auch vorab für Ihre Urlaubsregion heruntergeladen werden. So benötigen Sie keine Netzverbindung, um die Beobachtungen exakt erfassen zu können.
Wer nicht mit NaturaList arbeitet, kann von der Atlas-Homepage Excel-Dateien herunterladen.
Durch eine gezielte Reise in entlegene Gebiete können Sie einen besonders großen Beitrag zum europäischen Brutvogelatlas leisten. Wenn Sie also das Abenteuer etwas mehr lockt, dann nehmen Sie am besten mit den nationalen oder europäischen Koordinatoren Kontakt auf. Alles Wissenswerte hat das EBBA2-Team in der Rubrik „How to contribute with my data from a foreign country” zusammengestellt.
20 Millionen Datensätze bei ornitho.de und ornitho.lu, 100.000 Melderinnen und Melder ornitho-weit!
Gleich zwei beeindruckende Schwellenwerte wurden in den letzten Tagen überschritten: Am Samstag, 21. Mai 2016 wurde bei ornitho.de bzw. ornitho.lu die 20-millionste Beobachtung eingetragen. Keine zwei Jahre nachdem im August 2014 die 10-Millionen-Marke erreicht wurde, hat sich der Datenschatz erneut verdoppelt. Die mehr als 20 Millionen Vogelbeobachtungen wurden alle per Hand über das Portal bzw. in zunehmendem Maße auch über die ornitho-App „NaturaList“ übermittelt. Fast 18.000 Personen haben sich mittlerweile registriert und es liegen Beobachtungen aus fast jedem Winkel der Republik vor. Bis zu 47.000 Einträge gehen pro Tag ein!
Doch nicht nur in Deutschland und Luxemburg wird ornitho so gut angenommen. Ornitho-Portale erfreuen sich auch in Frankreich, Italien, der Schweiz, Österreich, Polen, Katalonien und dem Baskenland einer großen und stetig wachsenden Beliebtheit. Die Zahl aller Nutzerinnen und Nutzer der „ornitho-Familie“ ist mittlerweile sechsstellig. Der 100.000. Nutzer registrierte sich am 28. Mai 2016 in Frankreich. Das große Citizen-Science-Netzwerk ermöglicht durch diese großartige Entwicklung auch auf internationaler Ebene spannende Auswertungen. Nicht zuletzt fließen die Daten aller ornitho-Portale auch in das europaweite EuroBirdPortal.
Ein ganz besonderer Dank gebührt dem Team von Biolovision um Gaëtan Delaloye, das im Hintergrund großartige Arbeit leistet. Das Portal läuft trotz der gewaltigen Datenmenge schnell und die wenigen Probleme werden in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit behoben. Merci beaucoup!
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Erkunden unserer Vogelwelt, online auf ornitho, vor allem aber draußen in der Natur. Vielen Dank für Ihre großartige Unterstützung!
Christopher König, Patric Lorgé und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 21. April 2016
technews
Wichtige Hinweise zur Meldung via „NaturaList“: Standort und Uhrzeit
Die ornitho-App „NaturaList“ erfreut sich großer Beliebtheit und mittlerweile werden bei steigender Tendenz rund 20 % aller Daten mobil erfasst. Es zeigt sich jedoch, dass nicht alle Nutzerinnen und Nutzer der App mit deren Funktionen ausreichend vertraut sind, so dass es regelmäßig zu einigen Fehlern kommt. Wie Sie diese einfach vermeiden und damit die Auswertbarkeit der Daten verbessern können, ist nachfolgend beschrieben.
Standort-Problem:
Es fällt auf, dass die exakte Verortung einer Beobachtung oftmals nicht korrekt durchgeführt wird. Dies zeigt sich z.B. bei Meldungen von Gänsetrupps auf einer Straße, anstatt auf dem Feld daneben oder von Haubentauchern am Wanderweg anstatt auf dem benachbarten Gewässer. Neben der generellen Ungenauigkeit der Daten können diese Fehler Auswertungen punktgenauer Beobachtungen beeinflussen oder sogar unmöglich machen. Der rote Pfeil muss bei der Dateneingabe stets den Standort des Vogels, nicht den des Beobachters anzeigen! Verschieben Sie dazu die Karte so, dass der rote Pfeil die Stelle markiert, an der sich der Vogel während der Beobachtung aufgehalten hat.
Uhrzeit-Problem:
In „NaturaList“ werden Ihnen generell zwei Eingabemöglichkeiten angeboten:
1. direkte Eingabe für die Eingabe unmittelbar nach/während der Beobachtung und
2. nachträgliche Eingabe für bereits länger zurückliegende Daten (z.B. Eingabe erst am Abend oder Tage später).
Leider wird Möglichkeit 1 oft auch für die Eingabe zurückliegender Daten genutzt, mit der Folge, dass die Uhrzeit falsch angegeben wird: Bei Nutzung der direkten Eingabe wird zu jeder Beobachtung die aktuelle Uhrzeit mit abgespeichert. Diese Information wird teilweise auch bei Auswertungen herangezogen, beispielsweise um bei Durchzüglern einzelne Vögel oder Trupps zu differenzieren. Bitte nutzen Sie die direkte Eingabe lediglich während oder unmittelbar nach der Beobachtung. Bei verspäteter Eingabe verwenden Sie bitte die alternative Möglichkeit der nachträglichen Eingabe, die Sie über das Menü erreichen!
Die beiden beschriebenen Eingabefehler führen zu unterschiedlichen Schwierigkeiten bei der Datenauswertung. Besonders anschaulich lässt sich dies am Beispiel der Insel Helgoland zeigen:
Im Rahmen der Auswertungen für den jährlichen Ornithologischen Jahresbericht Helgoland werden die ornitho-Daten seit dem Start des Portals intensiv genutzt. Um die einzelnen Beobachtungen den Beobachtungsgebieten der Insel zuordnen und im Anschluss Mehrfachmeldungen möglichst erkennen und bewerten zu können, ist es dringend notwendig, dass die Beobachtungen in ornitho möglichst genau erfasst werden. Falsch verortete Eingaben (z.B. Beobachterstandort) führen zu vielen Ungenauigkeiten, die nur mit großem Aufwand auszumerzen sind. Auch falsche Uhrzeitangaben durch fehlerhafte Nutzung der Eingabemöglichkeiten von „NaturaList“ haben gravierende Auswirkungen. Es lässt sich dadurch im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen, zu welcher Zeit ein Vogel tatsächlich beobachtet wurde. Insbesondere auf Helgoland, wo viele Vögel durchziehen und gleichzeitig viele Personen ihre Beobachtungen notieren, ist ein Abgleich der Uhrzeiten unabdingbar, um einen quantitativen Überblick über das Zuggeschehen zu bekommen – eine der Hauptzielsetzungen der OAG Helgoland.
Wir hoffen, Ihnen die Probleme bei der Verwendung der ornitho-App „NaturaList“ anschaulich dargestellt und leicht verständliche Hinweise gegeben zu haben, die dazu führen, dass die Datenqualität bei ornitho weiter verbessert und Auswertungen erleichtert werden.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Mittwoch, 13. April 2016
avinews
„Seltene Vögel in Deutschland 2014“ erschienen
Mit der jüngst veröffentlichten vierten Ausgabe der Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“ folgt ein weiterer umfassender Überblick über das Auftreten von Seltenheiten in Deutschland. Wie bereits bei der letzten Ausgabe mit dem Seltenheitenbericht 2013, kann dank der zeitnahen Dokumentation von Seltenheiten durch die zahlreichen BeobachterInnen und die gute Zusammenarbeit mit den Avifaunistischen Landeskommissionen auch diesmal bereits rund ein Jahr nach den letzten enthaltenen Beobachtungen ein vollständiger Bericht präsentiert werden.
„Seltene Vögel in Deutschland 2014“ umfasst 64 Seiten. Im Kernbeitrag des Heftes werden die Nachweise seltener Vogelarten in Deutschland im Jahr 2014 veröffentlicht. Zu den Highlights gehören der erste Nachweis des Pazifikseglers und die zweite Zügelseeschwalbe für Deutschland. Zum jeweils dritten Mal wurden Schwarzbrauenalbatros, Wüstengimpel und Maskenammer hierzulande nachgewiesen. Vom Steppenpieper gelang der fünfte deutsche Nachweis. Erst zum zweiten Mal seit 1950 wurde die Weißkopf-Ruderente als vermutlicher Wildvogel nachgewiesen, zum vierten Mal gelang dies beim Steppenadler. Diese und mehrere hundert weitere Nachweise werden detailliert und mit zahlreichen Fotos und ergänzenden Grafiken und Karten präsentiert.
Ein Artikel von Christopher König beschäftigt sich mit dem Auftreten des Kanadakranichs abseits seiner regulären Verbreitung. Kanadakraniche gehören zu den seltensten Ausnahmeerscheinungen der Westpaläarktis. Insgesamt existieren bislang erst neun Nachweise. Einige Individuen konnten über längere Zeit in verschiedenen Ländern Europas nachgewiesen werden – unter anderem auch in Deutschland. Neben einer umfassenden Behandlung aller Beobachtungen in der Westpaläarktis und einer Diskussion zur Herkunft der hier nachgewiesenen Kanadakraniche wird auch ein Überblick über das Auftreten der Art in anderen Teilen der Erde weit abseits der Brutgebiete präsentiert.
Zu einem auffälligen Einflug von Buschrohrsängern nach Deutschland sowie Mittel-, Nord- und Westeuropa kam es im Frühjahr 2014. Christian Wegst befasst sich in einem Beitrag intensiver mit dem Auftreten dieser Art in Deutschland, von der bis 2013 gerade einmal 29 Nachweise existierten. Zwischen Mai und Juli 2014 wurden hingegen gleich 24 Individuen nachgewiesen. Es wird genauer auf die geographische Verteilung der Beobachtungen und die Aufenthaltsdauer der Vögel eingegangen. Eine Darstellung der Situation in anderen Ländern Europas erleichtert die Einordnung. Es werden zudem mögliche Gründe für das Auftreten des Buschrohrsängers abseits seiner regulären Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete sowie den Einflug 2014 gesucht.
Abgerundet wird der Band durch einen Beitrag von Joachim Horstkotte, Sina Schendekehl und Joachim Schwane zum deutschen Erstnachweis des Pazifikseglers auf der Insel Mellum im Mai 2014. Neben der Entdeckungsgeschichte wird auf die Bestimmung und Verbreitung dieser asiatischen Art eingegangen und der deutsche Nachweis in das Muster des Auftretens in Europa eingeordnet.
Die ansprechend gestaltete und reich bebilderte vierte Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ kann zum Preis von 9,80 € zzgl. Versandkosten bestellt werden bei:
Die Reihe ist auch im Abonnement erhältlich. Eine Ausgabe kostet dann 7,50 € zzgl. Versandkosten. Sollten Sie die beiden ersten Ausgaben (2010 und 2011/12) noch nicht kennen, können Sie diese jetzt zum reduzierten Preis von nur jeweils 5,00 € zzgl. Versandkosten erwerben.
Mit dem Erscheinen des vierten Bandes von „Seltene Vögel in Deutschland“ möchten wir Ihnen außerdem auch den Seltenheitenbericht der letzten Ausgabe „Seltene Vogelarten in Deutschland 2013“ kostenlos als online lesbare Version anbieten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Avifaunistische Kommission
aufgegeben von Christopher König
Samstag, 9. April 2016
avinews
13. bundesweites Birdrace am 7. Mai - Anmeldung hat begonnen
Schon wieder ein Jahr vorbei? Dieser Gedanke schießt vielen Menschen kurz vor Weihnachten oder dem Jahreswechsel durch den Kopf, VogelbeobachterInnen vermutlich auch Anfang April: Die Anmeldung zum bundesweiten Birdrace startet, in vier Wochen ist Birdrace! Bereits zum 13. Mal werden, traditionell am ersten Samstag im Mai, um Mitternacht die Teams an der virtuellen Startlinie stehen und voller Vorfreude auf einen einmalmehr unvergesslichen Tag in die frische Morgenluft starten. An keinem anderen Tag im Jahr wird deutschlandweit so intensiv beobachtet: exakt 300 Vogelarten wurden im vergangenen Jahr von den 252 Teams entdeckt – beides Rekord! Die Artenzahl in diesem Jahr zu übertreffen, dürfte schwer werden. Aber vielleicht klappt es ja, wie in allen Jahren zuvor, dass sich mehr Beobachterinnen und Beobachter von der Birdrace-Begeisterung anstecken lassen? Dann kämen wir der Marke von 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern allmählich nahe. Im vergangenen starteten 914 TeilnehmerInnen. Wer hätte das vor 2004 gedacht? Beim ersten bundesweiten Birdrace machten sich 41 Teams auf. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich das lange Himmelfahrts-Wochenende auswirken wird. Der Name lässt zumindest darauf hoffen, dass es weiter aufwärts geht ...
Worum geht es bei einem Birdrace?
Für alle, die noch nicht dabei waren: Entgegen der direkten Übersetzung „Vogelrennen“ lassen wir bei einem Birdrace nicht die Vögel rennen, sondern die Beobachterinnen und Beobachter versuchen in Teams von 3 bis 5 Personen innerhalb von 24 Std. so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören. Das Beobachtungsgebiet kann frei gewählt werden, klare Grenzen sind jedoch v.a. bei mehreren Teams im gleichen Raum wichtig. Hierbei haben sich (Land)Kreise als Einheiten bewährt. Wer am Ende die meisten Arten entdeckt hat, hat gewonnen. Einen Preis gibt es dafür jedoch nicht, die Sachpreise werden unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlost. Kurzum, man betrügt sich letztendlich nur selbst, wenn man schummelt. Es ist also Ehrensache, dass man sich sportlich fair verhält. Und dass der Schutz der Natur und insbesondere der Vogelwelt dabei an erster Stelle steht, ist selbstverständlich und oberstes Gebot (weitere Regeln s.u.).
Spendenrennen für ornitho.de
Schon seit dem ersten bundesweiten Birdrace sind die Teams dazu aufgerufen (es ist aber keine Teilnahmevoraussetzung!), Spenden für ein jährlich festgelegtes Projekt zu sammeln. Nachdem in den ersten sechs Jahren der bundesweite Brutvogelatlas ADEBAR unterstützt wurde (der in keinem Bücherregal fehlen sollte; zur Leseprobe), fließen die Spenden seit 2010 in den Unterhalt, die Betreuung sowie die Weiterentwicklung von ornitho.de. Wir denken, dass es gerade für begeisterte Nutzer von ornitho.de ein zusätzlicher Ansporn ist, über die Teilnahme am Birdrace selbst zu diesem Gemeinschaftsprojekt beitragen zu können. Alle Unterstützer der letzten Jahre sind, so sie nicht anonym bleiben wollten, unter „Unterstützung“ auf ornitho.de genannt.
Welche Art ziert in diesem Jahr die Urkunde?
Seit 2007 ziert eine Art die Urkunde, die alle TeilnehmerInnen als Erinnerung erhalten. In diesem Jahr ist es erstmals eine klassische Wasservogelart: ein Schellenten-Männchen von Reno Lottmann wird für ordentlich Dynamik auf der Urkunde sorgen. Reno Lottmann dürfte, sofern noch nicht bekannt, vielen schon küstlerisch begegnet sein: Er zeichnet – im wahrsten Sinne des Wortes – für die künstlerische Gestaltung der „Zugvogeltage“ im Niedersächsischen Wattenmeer verantwortlich. Mehr über den Reno Lottmann erfahren Sie unter Birdrace-Künstler. Ein hochwertiger Druck der Collage, die der Künstler aus eigenen Zeichnungen und Gemälden erstellt hat, wird unter all jenen verlost wird, deren Team mindestens 100 Euro für ornitho.de eingeworben hat.
Lostrommel wieder reichlich gefüllt
Dank großzügiger Spenden von Carl Zeiss Sports Optics, des AULA-Verlags, Christ Media Natur, Lowepro, Schwegler, König Photobags, der Zeitschrift VÖGEL sowie der Firma Sunbird Images ist die Lostrommel in diesem Jahr schon zum Beginn der Anmeldung gut gefüllt. Wir können somit unter allen BirdracerInnen, besonders jenen, die sich beim Einwerben von Spenden engagieren, wieder viele attraktive Preise verlosen.
Hält dich noch etwas davon ab, erstmals bei einem Birdrace dabei zu sein? Wie, das Wetter? Das wird – das sagt die gefühlte Wetterprognose – herrlich und der Tag mit Sicherheit unvergesslich! Na, geht doch ...
Bitte Greifvogel-Meldungen mit Bruthinweisen als „geschützte Beobachtung“ eingeben!
Obwohl alle Greifvogelarten seit den 1970er Jahren unter strengem Schutz stehen, werden alljährlich zahlreiche Fälle von illegaler Verfolgung bekannt. Da es sich hauptsächlich um Zufallsfunde handelt, ist nach kriminalistischer Erfahrung von einer hohen Dunkelziffer unentdeckter Taten auszugehen. Trotz strenger Schutzvorschriften ist die illegale Greifvogelverfolgung also nach wie vor ein gravierendes Problem.
Zwar gab es bisher erfreulicher Weise in dieser Hinsicht keine Hinweise für einen Missbrauch von ornitho-Daten, wir möchten jedoch trotzdem entsprechende Vorkehrungen treffen. Einige besonders sensible oder begehrte Arten wie Schrei- und Seeadler werden deshalb während der Brutzeit bereits automatisch durch das System geschützt (vollständige Liste s. hier).
Von einem generellen Schutz aller Greifvogel-Beobachtungen möchten wir jedoch gerne bei so vielen Arten wie möglich absehen, da die meisten Beobachtungen fliegende oder ziehende Vögel abseits der Brutplätze oder auf dem Durchzug betreffen. Diese können ohne Gefahr eines Missbrauchs öffentlich angezeigt werden. Wenn ihre Beobachtungen jedoch auf ein Brutvorkommen hindeuten, appellieren wir an Ihren verantwortungsvollen Umgang mit Beobachtungen:
Schützen Sie bitte alle Meldungen von Greifvögeln, für die Sie einen Brutzeitcode der Kategorien B (Brutverdacht) oder C (Brutnachweis) vergeben!
Sie schützen eine Meldung manuell, indem Sie bei der Eingabe in den optionalen Angaben das Feld „geschützte Beobachtung“ anklicken. Fotos zu diesen Beobachtungen werden ohne den Ort angezeigt. Zu geschützten Meldungen haben nur Personen mit erweiterten Rechten wie Regionalkoordinatoren und Artspezialisten Zugang (Weitere Informationen).
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Weitere Informationen zum Thema Greifvogelverfolgung liefern die folgenden Links:
Viele Taubenzüchter und Jäger sehen in Greifvögeln wie dem Sperber nach wie vor unliebsame Konkurrenten.
aufgegeben von Christopher König
Freitag, 1. April 2016
avinews
Starke Klimawandelauswirkungen auf häufige Vogelarten in Europa und den USA
Zum ersten Mal ist es Wissenschaftlern gelungen nachzuweisen, dass häufige Brutvogelarten in Europa und den USA ähnlich stark auf den Klimawandel reagieren. Ein internationales Team von Wissenschaftlern, koordiniert durch die britische Universität Durham, fand heraus, dass über einen Zeitraum von 30 Jahren (1980-2010) die Bestandsentwicklungen potenziell vom Klimawandel profitierender Vogelarten deutlich positiver sind als die der potenziell negativ beeinflussten Arten. Von deutscher Seite war Sven Trautmann vom Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA) in die Arbeiten involviert. Der DDA stellte zudem Daten aus seinen Monitoringprogrammen für die umfangreichen Auswertungen bereit.
Die Untersuchungen, die in Zusammenarbeit mit der Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) und dem United States Geological Survey (USGS) erfolgten, wurden nun im renommierten Fachjournal Science veröffentlicht. Zum ersten Mal konnte gezeigt werden, dass der Klimawandel in voneinander weit entfernten Regionen der Erde ähnliche großräumige Einflüsse auf das Vorkommen häufiger Vogelarten hat.
Zu den Arten, bei denen sich starke Einflüsse durch den Klimawandel nachweisen lassen, gehören häufige Wald- und Gartenvogelarten wie beispielweise der Zaunkönig in Europa und die Wanderdrossel in den USA. Die Wissenschaftler charakterisierten die bevorzugten klimatischen Bedingungen verschiedener Vogelarten, um so zu prüfen, ob die jüngsten klimatischen Veränderungen positive oder negative Auswirkungen auf die jeweiligen Arten hatten. Basierend auf Klimadaten für den Zeitraum 1980 bis 2010 wurden die untersuchten Arten in zwei Gruppen unterteilt, je nachdem ob sich das Klima zunehmend vorteil- oder nachteilhaft für die jeweilige Art entwickelte. Für den gleichen 30-jährigen Zeitraum wurden zudem für 145 in Europa und 380 in den USA häufige Vogelarten die durchschnittlichen Populationsentwicklungen der beiden Gruppen gegenübergestellt.
Das Forscherteam konnte für beide Kontinente deutliche Unterschiede zwischen den durchschnittlichen Populationstrends der durch den Klimawandel begünstigten und benachteiligten Vogelarten nachweisen. Populationen der Arten, für die eine Begünstigung durch den Klimawandel prognostiziert wurde, entwickelten sich im Durchschnitt wesentlich besser als die Populationen der Arten, für die eine Benachteiligung durch klimatische Veränderungen angenommen wurde.
Die Populationen von Bienenfresser und Nachtigall, beides Arten mit eher südlichem Verbreitungsschwerpunkt in Europa, zeigten in den vergangenen beiden Jahrzehnten Bestandszunahmen, während eher nördlich vorkommende Arten wie Gelbspötter und Trauerschnäpper innerhalb der gleichen Periode deutlich abnahmen.
Zudem konnten durch den Klimawandel induzierte Unterschiede bei den Populationstrends einzelner Arten in verschiedenen Teilen ihrer Verbreitungsgebiete nachgewiesen werden. Für den Zaunkönig konnte beispielsweise gezeigt werden, dass die Bestände in den nordeuropäischen Teilen des Verbreitungsgebietes, wo Trends hin zu milder werdenden Wintern festgestellt wurden, zunahmen, während sie in den südeuropäischen Arealbereichen mit ihren heißer und trockener werdenden Sommern abnahmen.
In Deutschland zeigen sich derzeit nur Einflüsse von Witterungsänderungen (v.a. Kältewinter) auf den Zaunkönig. Klimatische Einflüsse lassen sich hierzulande hingegen sehr gut an der starken Zunahme des Bienenfressers von ca. 150 Brutpaaren Ende der neunziger Jahre auf aktuell ca.1.300 Brutpaare verdeutlichen.
Die amerikanische Wanderdrossel, eine recht häufige Art der kontinentalen USA, zeigte deutliche Bestandsverluste in den südlichen Bundesstaaten wie Mississippi und Louisiana, während die Bestände in nördlichen, zentral gelegenen Bundesstaaten wie North und South Dakota, zunahmen.
Laut den involvierten Wissenschaftlern entsprechen die beobachteten Populationsveränderungen den Änderungen der klimatischen Eignung dieser Gebiete für die jeweiligen Arten. Andere Faktoren, wie Körpergröße, Habitatpräferenzen oder Zugverhalten zeigten zwar alle klare Einflüsse auf Vogelpopulationen, aber diese Faktoren zeigten keine systematischen Unterschiede für die durch den Klimawandel begünstigten bzw. benachteiligten Artengruppen. Demnach können die unterschiedlichen durchschnittlichen Populationstrends beider Artengruppen nur durch den Klimawandel erklärt werden, sagten die Wissenschaftler.
Die beiden Erstautoren der Studie, Dr. Stephen Willis und Dr. Philip Stephens von der „School of Biological and Biomedical Sciences“ der Universität Durham sagten, die Ergebnisse zeigten eine großräumige, einheitliche Reaktion von Vogelpopulationen zweier Kontinente auf den Klimawandel.
Dr. Stephens: “Wenn es keine Auswirkungen durch den Klimawandel gäbe, würde man erwarten, dass die durchschnittlichen Populationstrends der beiden untersuchten Gruppen gleich verlaufen, aber die beobachteten Unterschiede zeigen deutlich, dass der Klimawandel die eine Artengruppe bereits gegenüber der anderen begünstigt.“
Dr. Willis sagte: “Die Untersuchung hilft uns zu verstehen, wo der Klimawandel Populationen beeinflusst und die Gründe für Populationsveränderungen bei häufigen Vogelarten, die darüber hinaus von Faktoren wie Habitatverlust und landwirtschaftlicher Nutzungsintensivierung beeinflusst werden, besser einzuordnen.“
Koautor Sven Trautmann vom Dachverband Deutscher Avifaunisten ergänzte: „Mit Hilfe dieser Ergebnisse lassen sich belastbarere Aussagen über die Eignung von Vogelarten als Klimawandelindikatoren treffen und zudem bestehende Indikatorensysteme, wie der durch den DDA eingeführte „Temperaturindex der Vogelartengemeinschaft“ verbessern.
Mit den Brutvogelmonitoringprogrammen in Deutschland haben wir das große Glück, über einen riesigen Datenschatz zu verfügen. Insbesondere Langzeitdatenreihen sind sehr wertvoll für die ökologische Forschung, aber es kann eine Herausforderung sein, herauszufinden wie diese Daten am besten genutzt werden, um wichtige Naturschutzfragen in den Fokus zu rücken. Mit dem in diesem Artikel vorgestellten Indikator ist uns dies gelungen und wir hoffen, dass die Ergebnisse dem Vogelschutz dienen.“
Die Studie wurde finanziell durch die RSPB, die europäischen Umweltagentur (EEA), die Europäische Union und Grevillea Trust der Durham University unterstützt. Die zugrundeliegenden Daten und Analysen wurden von einer Vielzahl weiterer Quellen finanziert. In Deutschland wurde die Erhebung der beigesteuerten Daten in Zusammenarbeit von Bund, Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Ländern im Rahmen der Verwaltungsvereinbarung Vogelmonitoring (VVV) ermöglicht.
Die Studie war nur durch das Engagement tausender ehrenamtlicher Vogelbeobachter/innen möglich, die Jahr um Jahr, mit gleicher Methode die Vögel im selben Untersuchungsgebiet erfassen. Aus deutscher Sicht sind hier insbesondere die ca. 2.500 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Monitorings häufiger Brutvögel (MhB) und des Monitorings seltener Brutvögel (MsB) zu nennen. Diese große Anstrengung wird auf deutscher Ebene durch den DDA und auf europäischer Ebene durch den European Bird Census Council (EBCC) koordiniert. In den USA übernimmt der USGS diese Aufgabe.
Zusätzliche Informationen
Europäische Vogelarten mit zunehmenden Beständen – potenziell durch Klimawandel beeinflusst:
Der Bienenfresser hat sich seit den neunziger Jahren in Deutschland weiter ausgebreitet und seinen Brutbestand vervielfacht.
Die Nachtigall hat seit 1990 in ihrem Bestand deutlich zugenommen und breitet sich nach Nordosten aus.
Europäische Vogelarten mit abnehmenden Beständen – potenziell durch Klimawandel:
Der Gelbspötter nimmt parallel zur Arealausbreitung der südlichen „Schwesterart“ Orpheusspötter ab und zieht sich in seinem Areal nach Nordosten zurück.
Der Trauerschnäpper hat seit 1990 in Deutschland deutlich abgenommen und ist eine der Arten, für die negative Klimawandeleinflüsse durch Veränderungen der Nahrungsverfügbarkeit zur Brutzeit nachgewiesen wurden.
Quelle
Stephens et al: Consistent response of bird populations to climate change on two continents. Science.
Eine pdf-Kopie der Publikation kann bei Koauter Sven Trautmann angefordert werden.
Foto: Gelbspötter. Thomas Harbig.
aufgegeben von Christopher König
Donnerstag, 31. März 2016
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Winter 2015/16
Wir blicken mit unserem Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Der Falke" auf einen der vier wärmsten Winter seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen 1881 zurück. Ungewöhnlich milde und oft sonnenscheinreiche Bedingungen führten zu zahlreichen bemerkenswerten Winterbeobachtungen. Einige Beispiele greifen wir auf und befassen uns darüber hinaus intensiver mit winterlichen Tafelenten und Rotmilanen sowie ungewöhnlich rufenden Gimpeln vermutlich östlicher Herkunft.
Bei der Tafelente zeigten sich zuletzt kontinuierliche Bestandsrückgänge, deren Ursachen bislang unklar sind. Seit 2015 steht die Tafelente deshalb als „gefährdet“ auf der weltweiten Roten Liste der IUCN. Um die Kenntnisse über die Populationsstruktur der Tafelente in Europa zu verbessern, wurde im Januar 2016 eine europaweite Erfassung des Geschlechterverhältnisses durchgeführt. Dabei ergaben sich deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Überwinterungsräumen, auf die wir genauer eingehen.
Weit weniger häufig als zur Brutzeit und in stark schwankender Zahl sind Rotmilane im Winter hierzulande zu beobachten. Neben den Witterungsbedingungen scheint vor allem die Mäusedichte eine entscheidende Rolle zu spielen. Wir beleuchten die wechselhafte Geschichte der in Deutschland überwinternden Rotmilane und zeigen erste Ergebnisse des ornitho-Aufrufs zur Meldung von Rotmilan-Schlafplätzen Anfang Januar.
Ausschließlich im Winter werden – ebenfalls von Jahr zu Jahr in stark unterschiedlicher Zahl – Gimpel mit ungewöhnlichen, an eine Kindertrompete erinnernden Rufen registriert. Diese sogenannten „Trompetergimpel“, deren Herkunft man im europäischen Russland vermutet, traten im vergangenen Winter in relativ großer Zahl bei uns auf. Wir vergleichen das jahreszeitliche und räumliche Auftreten mit dem in den letzten Jahren.
Unter den Seltenheiten kehrten einige Vögel wie Spatelente, Schelladler und Ringschnabelmöwe in ihre traditionellen Winterquartiere zurück. Darüber hinaus waren vor allem ungewöhnlich späte Beobachtungen von Arten, die zu der Zeit eigentlich nur noch in weit südlicheren Gefilden zu beobachten sind, bemerkenswert. Nicht gänzlich unerwartet, aber letztlich doch überraschend, gelang außerdem die Beobachtung des bei Anerkennung durch die Deutsche Avifaunistische Kommission ersten artreinen Blutspechts für Deutschland im Nordosten Bayerns. Diese und zahlreiche weitere bemerkenswerte Raritäten stellen wir wie gewohnt in unserem Rückblick vor.
Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Winter 2015/16: Tafelente nach Geschlechtern, Rotmilane an Schlafplätzen und viele „Trompetergimpel“ in der Zeitschrift „Der Falke“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren Beiträge mit direktem Bezug zu ornitho.de finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.
Das komplette Falke-Heft 4/2016 mit vielen weiteren Beiträgen, u.a. zum Statusbericht „Vögel in Deutschland 2014“, dem Neusiedler See, überwinternden Sumpfohreulen, verschiedenen Kleidern unserer Gartenvögel und der Waldschnepfe können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Montag, 14. März 2016
tipnews
Vergabe von Brutzeitcodes – bitte beachten!
Bei vielen Vogelarten hat die Brutzeit bereits begonnen und es wird eifrig gesungen und gebalzt, Brutplätze werden inspiziert und Nestmaterial transportiert, teils werden auch schon Junge geführt. Aus den brutzeitlichen Verhaltensweisen kann man ableiten, ob es sich um ein mögliches, wahrscheinliches oder sicheres Brutvorkommen handelt. Um eine vergleichbare und automatisierte Auswertung der beobachteten Verhaltensweisen zu ermöglichen, wurden die brutzeitlichen Verhaltensweisen zu 20 Kategorien zusammengefasst, den so genannten Brutzeitcodes. Die Codes wurden vom European Ornithological Atlas Committee (EOAC) entwickelt und sind somit europaweit kompatibel.
Damit Sie nicht vergessen, diese wichtigen Zusatzinformationen zu übermitteln, werden Sie während der artspezifischen Brutzeit von ornitho daran erinnert, einen Brutzeitcode zu vergeben, wenn Sie eine entsprechende Verhaltensweise beobachtet haben. Die von Ihnen vergebenen Brutzeitcodes werden u.a. dafür verwendet, die Brutverbreitung einer Art zu beschreiben. Es ist deshalb wichtig, dass sie korrekt angewendet werden.
Wir haben einige wichtige Hinweise und Hintergrundinformationen im neuen Menüpunkt "Vergabe von Brutzeitcodes" zusammengestellt, um Ihren Blick dafür zu schärfen, wann die Vergabe der Brutzeitcodes angebracht ist und wann nicht.
Das Wichtigste in Kürze:
Bitte beachten Sie bei der Vergabe von Brutzeitcodes folgende Hinweise
Bitte verwenden Sie deshalb KEINEN Brutzeitcode bei
Vogelgruppen, die nicht erkennbar Familien oder Paare sind,
während des Zuges rastenden, ziehenden oder überfliegenden Vögeln ohne Revierverhalten oder Bezug zu einem (bekannten) Revier,
Nahrung suchenden Vögeln, wenn nicht in unmittelbarer Umgebung ein Brutplatz existiert ist oder aufgrund eines geeigneten Lebensraum sehr wahrscheinlich erscheint.
Bitte geben Sie Brutzeitcodes nur dann an, wenn
Sie sich bei den Verhaltensweisen sicher sind und
Sie aufgrund Ihrer Kenntnisse des Gebiets und/oder der Art sicher sind, dass es sich sicher oder sehr wahrscheinlich um eine Brutvogelart im Gebiet handelt.
Seien Sie vor allem mit den Codes A1 und B3 zurückhaltend und vergeben diese nur, wenn es sich zumimest sehr wahrscheinlich um eine Brutvogelart im Gebiet handelt (z.B. aufgrund Ihrer Kenntnisse des Gebiets oder der Art).
Sie müssen keinen Brutzeitcode vergeben!
Wählen Sie im Zweifelsfalle „Ignorieren“ (= kein Brutzeitcode), wenn Sie seitens des Systems zur Eingabe eines Brutzeitcodes aufgefordert werden!
Ein Brutzeitcode sollte auch außerhalb der vordefinierten Zeiträume eingetragen werden, wenn Sie brutzeitliche Aktivitäten beobachtet haben (z.B. Bruten im Winter). Bitte verwenden Sie dazu das Feld "Brutzeitcode" unter "Optionale Angaben".
Bei Herbst- oder Wintergesang bitte keinen Brutzeitcode vergeben, sondern unter "Präzisierung der Beobachtung" die Option "Gesang / Balz" wählen.
Zur Erleichterung der Auswertung sind wir Ihnen vor allem bei Angaben zu sicherem Brüten (C-Codes) für ergänzende Informationen im Bemerkungsfeld dankbar, z.B. zur Anzahl von Familien, dem Alter der Jungvögel.
Für Ihre überlegte Verwendung der Brutzeitcodes bedanken sich – auch im Namen der Regionalkoordinatorinnen und Regionalkoordinatoren –
Patric Lorgé, Christopher König und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu
aufgegeben von Christopher König
Montag, 11. Januar 2016
tipnews
Aufruf: Europaweite Erfassung des Geschlechterverhältnisses der Tafelente im Januar 2016
Die Tafelente ist nach wie vor eine häufige Wasservogelart in Europa. Doch sowohl die mitteleuropäische als auch die nordwesteuropäische Population zeigen Bestandsrückgänge. Seit 2015 steht die Tafelente aufgrund der anhaltenden Bestandsrückgänge auch als "gefährdet" auf der weltweiten Roten Liste der IUCN. Mögliche Gründe könnten ein geringer Bruterfolg oder eine niedrige Überlebensrate sein. Um die Kenntnisse über die Populationsstruktur der Tafelente in Europa zu verbessern, führt die Wetlands International Duck Specialist Group im Januar 2016 eine Erfassung des Geschlechterverhältnisses durch.
Es ist mittlerweile gut dokumentiert, dass im Norden des Überwinterungsgebietes die Männchen deutlich überwiegen. Es wird angenommen, dass diese robuster und den Weibchen in Bezug auf die Nahrungssuche überlegen sind und deshalb weiter nördlich und damit näher am Brutgebiet überwintern können. Obwohl beim Schlupf das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen ist, ist das Verhältnis auf Populationsebene zugunsten der Männchen verschoben. Als Ursachen werden die weitere Zugstrecke der Weibchen und die höhere Prädationsrate während der Brutzeit angenommen.
Die Erfassung erfolgt idealerweise am Wochenende der Internationalen Wasservogelzählung am 16./17. Januar oder an den umliegenden Tagen. Die Meldung der Beobachtungen sollte möglichst via ornitho.lu bzw. ornitho.de erfolgen, so dass die Daten zeitnah für eine erste Auswertung im Rückblick auf den Winter 2015/16 in Der Falke zur Verfügung stehen.
Hinweise zur Datenerfassung und -meldung finden Sie untenstehend.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Kane Brides, Patric Lorgé und Johannes Wahl
Datenerfassung
Bitte beachten Sie bei der Datenerhebung Folgendes:
Im Idealfall werden alle Tafelenten auf einem Gewässer oder einem Zählgebiet der Wasservogelzählung nach ihrem Geschlecht differenziert. Bei kleineren Gewässern, übersichtlichen Zählgebieten oder geringen Truppgrößen ist das gut möglich.
Bei großen Trupps, großen oder unübersichtlichen Gewässern ist es oft nur möglich, einen Teil der Individuen nach Geschlechtern zu differenzieren. Diese Stichproben sind ebenfalls sehr wertvoll!
Wichtig ist dann:
Zählen Sie zuerst die Gesamtzahl anwesender Tafelenten.
Differenzieren Sie dann soweit möglich nach Weibchen und Männchen und notieren das Ergebnis. Das ist ihre Stichprobe, die Sie später melden.
Bei sehr großen Trupps zählen Sie am besten mehrere Stichproben von z.B. 100 Individuen aus, am besten aus unterschiedlichen Teilen des Trupps, da die Geschlechterverhältnisse meist nicht homogen verteilt sind. Notieren Sie jeweils die Anzahl Weibchen und Männchen je Stichprobe. Addieren Sie die Anzahlen am Ende für alle so erhobenen Stichproben und melden diese neben der Gesamtanzahl.
Wichtig: Geben Sie immer tatsächliche Anzahlen an, keine Prozentwerte!
Wenn Sie an der Wasservogelzählung teilnehmen, dann zählen Sie bitte prioritär Ihr Zählgebiet bzw. Ihre Zählgebiete. Wenn Sie zusätzlich noch Kapazitäten haben, freuen wir uns natürlich über Zählungen von weiteren Gewässern, von denen Sie sicher wissen oder vermuten, dass sie im Rahmen der Wasservogelzählung derzeit nicht erfasst werden.
Wenn Sie nicht an der Wasservogelzählung teilnehmen, dann freuen wir uns ebenfalls über Ihre Unterstützung. Da im Rahmen des International Waterbird Census im Januar sehr viele Gewässer erfasst werden, empfehlen wir Ihnen, sich an die Koordinationsstelle Ihres Landes (s.u.) zu wenden, um Doppelzählungen zu vermeiden.
Datenmeldung
In den deutschsprachigen Ländern soll die Datenmeldung über die ornitho-Portale erfolgen, so dass sie zeitnah nach der Zählung in einem einheitlichen Format für die Auswertung zur Verfügung stehen. Bitte beachten Sie bei der Dateneingabe Folgendes:
Viele Gewässer sind mit Gebietsnamen versehen (gelbe Punkte). Bitte erfassen und melden Sie die Daten möglichst für diese insgesamt. Das erleichtert die spätere Auswertung (Ausschluss von Doppelerfassungen).
Geben Sie unter „Anzahl“ bitte die Anzahl insgesamt anwesender Tafelenten ein.
Die Angaben zum Geschlecht geben Sie unter „Optionale Angaben“ an (und bitte NICHT in den Bemerkungen). Bitte beachten Sie: Zunächst ist aus Platzgründen nur eine Zeile zur Eingabe des Geschlechts sichtbar. Eine neue Zeile erhalten Sie über „weitere Detailangaben anfügen“.
Unter den Bemerkungen können Sie z.B. die Methode vermerken, etwa „Stichprobe 6x100 Ind.“
Bitte melden Sie die Daten nicht in Kleingruppen, sondern möglichst für das gesamte Gewässer oder einen sinnvollen Teilbereich (diese sind meist ebenfalls durch einen gelben Gebietsnamen markiert).
Prüfen Sie bitte nach der Übertragung die Zuordnung zu den Ortsbezeichnungen und korrigieren diese ggf. manuell: Strg (Apfel bei Mac) + Klick auf die korrekte Ortsbezeichnung.
Koordination Deutschland
Johannes Wahl
Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA)
E-Mail: johannes.wahl@dda-web.de
Luxemburg
Patric Lorgé
Centrale ornithologique du Luxembourg / natur&ëmwelt
E-Mail: patlor@naturemwelt.lu
Foto: Tafelenten(links Männchen, rechts Weibchen), Erich Greiner