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Projekt ''NocMig''

Das Projekt „NocMig“: Aufzeichnung des nächtlichen Vogelzugs

In manchen Nächten findet massenhafter Vogelzug statt.
Foto: K. Gauger

Der Vogelzug übt auf viele Vogelkundler eine ganz besondere Faszination aus. Gerade zu den Zugzeiten lassen sich völlig unerwartete Entdeckungen machen. Vorrangig werden Vögel am Tage beobachtet, doch auch nachts lassen sich bemerkenswerte Nachweise erbringen. Dies erfolgt natürlich fast ausschließlich akustisch und technische Hilfsmittel erleichtern Erfassung und Auswertung.
 
Unter NocMig (für „nocturnal migration“) versteht man die nächtliche Erfassung des Vogelzugs. Mit Hilfe eines z.B. auf dem heimischen Balkon oder Fensterbrett platzierten Rekorders, können Rufe und Gesänge die ganze Nacht über aufgezeichnet werden. Die besten Ergebnisse lassen sich dabei in Kombination mit einem Parabolspiegel-Mikrofon erreichen. Gerade zum Einstieg können aber auch einfachere (und kostengünstigere) Mikrofone verwendet werden. Eine ausführlichere Einführung findet sich unter https://nocmig.com.

Die Erfassung erfolgt von der Abend- bis zur Morgendämmerung.

Welche Vorgaben sind zu beachten?

  • Ort: es gibt keine Beschränkungen. Die Aufnahme kann an jedem beliebigen Ort erfolgen, es sollte jedoch möglichst ein Ort sein, an dem Sie/Ihre Gruppe häufig aufnehmen können.
     
  • Zeit: Vogelzug findet das ganze Jahr über statt, die Erfassung kann daher zu jeder Jahreszeit erfolgen. In Mitteleuropa sind die produktivsten Zeiträume etwa Mitte Februar bis Ende Mai und Mitte Juli bis Mitte November. Lassen Sie Ihr Aufnahmegerät möglichst von der Abend- bis zur Morgendämmerung ununterbrochen laufen. Daten kürzerer Aufnahmezeiträume können jedoch ebenfalls gemeldet werden.
     
  • Regelmäßigkeit: Während der Zugzeiten im Frühjahr und Herbst sollte möglichst mindestens einmal pro Woche aufgezeichnet werden.

Viele weitere Informationen wurden von britischen und niederländischen Experten zusammengestellt. Die Übersicht finden Sie hier.

https://cdnfiles2.biolovision.net/www.ornitho.de/userfiles/projects/NocMig/RotdrosselKGauger1.jpg

Im Herbst gehören die Rufe ziehender Rotdrosseln zu den regelmäßigen Aufnahmen.
Foto: K. Gauger

Die Auswertung stundenlanger Tonaufnahmen

Mit einer passenden Audio-Software (z.B. der kostenlos verfügbaren Programme Audacity oder Raven Lite) werden die Dateien (mit wenigen Einstellungen) als Sonagramme auf dem Computer dargestellt. Da in den meisten Nächten im Jahr nur vereinzelt Vogelstimmen eingestreut sind, kann man so relativ schnell visuell den Verlauf der Nacht kontrollieren. Wird ein Signal im Sonagramm entdeckt, kann es näher untersucht werden: Ist das der Ruf eines Vogels und, wenn ja, welcher?

Mit etwas Übung fällt es immer leichter, die Störgeräusche der Umgebung von tatsächlichen Vogelrufen zu unterscheiden, und auch die häufigeren Arten schon anhand der Struktur des Sonagramms zu erkennen. Besonders wertvoll wird diese Tätigkeit, wenn die festgestellten Vögel vollständig dokumentiert werden. Wichtig ist vor allem, um wie viel Uhr jeweils ein ziehender Vogel festgestellt worden ist. Eine hilfreiche Information ist zudem der Zeitraum, in dem insgesamt der Vogelzug aufgezeichnet wurde. 

Dateneingabe in ornitho.de

Wir haben in ornitho.de das Erfassungsprojekt „NocMig“ gestartet. Es lässt sich sowohl auf der Website als auch in der App „NaturaList“ für Beobachtungslisten wie Einzelbeobachtungen auswählen und die Daten somit speziell kennzeichnen. Die „NocMig“-Daten sollten möglichst als vollständige Beobachtungsliste mit allen registrierten Arten eingegeben werden. Auf diese Weise lassen sich auch Anfang und Ende der Aufnahme/Auswertung dokumentieren und somit die „Nullstunden“ mit erfassen – eine bei der Zugvogelerfassung wichtige Information. Die Eingabe lediglich einzelner bemerkenswerter Nachweise als Einzelbeobachtung ist jedoch ebenfalls möglich. Alle vermutlich ziehenden Arten sollten gemeldet werden. Offensichtlich stationäre Vögel, wie lokale Brutvögel, sind hingegen besser getrennt zu melden und nicht dem Projekt zuzuordnen. Teilweise ist die Abgrenzung zwischen ziehenden und stationären Vögeln jedoch gar nicht so einfach.

 

Machen Sie mit!

Die Beteiligung am Projekt "NocMig" steht allen VogelbeobachterInnen offen. Eine individuelle Freischaltung o.ä. ist nicht notwendig. Sollten Sie noch Fragen zum Projekt oder zur Dateneingabe haben, melden Sie sich gerne unter ornitho@dda-web.de.


Biolovision Sàrl (Switzerland), 2003-2021